Carmen Lobato: Die Stadt der schweigenden Berge

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Carmen Lobato: Die Stadt der schweigenden Berge
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783426514559

Informationen zum Buch

Seiten
576

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
"Verflucht, so komme ich nicht weiter!"

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Berlin 1931: Die junge Amarna ist fasziniert von der Kultur der Hethiter und vor allem von deren alter, versunkener Hauptstadt. Sie träumt davon, selbst einmal dorthin zu fahren, und vertieft sich in die Lektüre der Schriften jener Zeit. Doch ihr Vater, ein Altorientalist, verweigert ihr die Reise, obwohl er die Leidenschaft seiner Tochter teilt. Was ist auf jener Expedition passiert, die ihn einst in die verlorene Stadt führte? Und warum spricht er nie von der Mutter, an die Armana kaum eine Erinnerung hat? Mit Hilfe ihres Freundes Paul, der Amarna schon lange liebt, gelingt es ihr schließlich, ihren Traum zu verwirklichen – der sich jedoch bald als Alptraum entpuppt.

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Berlin, 1931.

Die junge Amarna Brandtstätter studiert Altorientalistik und arbeitet gerade an ihrer Magisterarbeit zum Gilgamesch-Epos. Zur damaligen Zeit sicherlich ein sehr ungewöhnliches Feld für eine junge Frau, aber Amarna ist vermutlich auch von ihrem Vater, einer Koryphäe im Fachgebiet der Altorientalistik, geprägt. Doch dieser hat sich schon seit geraumer Zeit zur Ruhe gesetzt und vergräbt sich zuhause in Büchern und Papieren. Während Amarna sich mit den alten akkadischen Fassungen des Epos' beschäftigt, nehmen die Albträume, die sie schon seit vielen Jahren begleiten, immer stärker zu: sie träumt von den einstürzenden Felsen und Mauern einer längst vergangenen Stadt, die sie unter sich begraben. So entsteht in Amarna der Wille, sich mit der hethitischen Fassung des Gilgamesch-Epos, den Hethitern an sich und ihrem Reich Hatti zu befassen. Denn ist es nicht die Hauptstadt der Hethiter, Hattuša, die sie des Nächtens immer wieder über sich zusammenstürzen sieht? Die junge Frau ist auf der Suche nach sich selbst - nach dem Grund für ihre schrecklichen Träume, die immer wiederkehren und durch die sie kaum noch Ruhe und Schlaf findet. Aufgrund dieser Suche, stellt sie auch ihr so hart erkämpftes Studium und ein Magister, das bereits in Sichtweite war, hinten an. Ihre einzige Unterstützung in dieser Zeit ist Paul Vollmer, ein Doktorand ihres Patenonkels Merten Scholten: er hilft Amarna wo er nur kann und schlussendlich kann sie ihn auch von der Wichtigkeit einer Reise nach Hattuša überzeugen. Paul unterstützt ihren Wunsch bei Merten und verschafft Amarna so - gegen den Willen ihres Vaters - die Möglichkeit, nach Istanbul zu reisen. Doch Paul hat schon längst Gefühle für Amarna entwickelt und sieht und bezeichnet sie als seine Verlobte. Doch in Istanbul angekommen, trifft Amarna auf einen jungen Mann, den sie bereits in Berlin kurz gesehen hat und der damals mehr als geheimnisvoll auf sie gewirkt hat. Und dann verändert sich alles schlagartig…

Zugegeben, das Thema des Buches ist kein ganz einfaches. Der Roman ist - und das hätte ich vermutlich ob des Einbandes nicht erwartet - sehr vielfältig und hat mich vor allem durch das Thema des Völkermordes an den Armeniern sehr nachdenklich gemacht. Aber auch in anderer Hinsicht hat mir die Autorin Carmen Lobato gezeigt, dass ich sehr wenig weiß: mein Wissen über das Gilgamesch-Epos geht nicht über die Informationen eines kurzen Lexikon-Artikels hinaus - von dem bezüglich der Hethiter ganz zu schweigen. Mir war die Größe des hethitischen Reiches und seine Kultur nicht im Entferntesten klar - im Gegensatz zu anderen frühen Hochkulturen. Immerhin war ich halbwegs beruhigt, als ich im Internet zu recherchieren begann und mit klar wurde, dass die Hethiter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kaum bekannt waren und auch ihre wenigen Überreste fälschlicherweise für ägyptisch gehalten wurden. So kann man dann wohl auch den Stand der Archäologie in diesem Wissensgebiet erklären: während andere Kulturen das Glück hatten, früher entdeckt und erforscht zu werden, ist man bei den Hethitern noch heute sehr im Hintertreffen.
Besonders gut bei der Lektüre gefallen hat mir, dass durch kürzere Einschübe in kursiver Schrift aus dem Leben des Labarnas Urih-Tesub (Hattis König, der ca. 1500 v. Chr. gelebt hat), seines Bruders Hattušili und dessen Frau Puduhepa erzählt wird. Hierbei habe ich zumindest einen kleinen Einblick in das damalige Leben bekommen. Außerdem verbindet sich diese Geschichte mit der Kerngeschichte um Amarna im Jahre 1931, aber das erschließt sich dem Leser erst nach und nach.
Doch diese beiden Themen sind noch nicht alles, womit sich das Buch beschäftigt. Es geht ganz schlicht auch um die Liebe und was sie vermag. Es geht um Schicksal und Hoffnung, um Trauer und Mut.

Für mich ein bemerkenswertes Buch, das mich auf mehrere Themen aufmerksam gemacht hat, die ich zuvor nur am Rande - wenn überhaupt - gekannt habe. Es ist erschreckend, wie die Welt angesichts des Schicksals der Armenier die Augen verschlossen hat, nur um Jahrzehnte später einen Völkermord noch viel größeren Ausmaßes geschehen zu lassen. Was hätte man verhindern können, hätte man genauer auf die Revolution der Jungtürken geschaut? Wie viele Menschen hätte man retten können, hätte man auf solch weise Köpfe wie im Buch Nathan Rosen gehört? Wie unfassbar tragisch und traurig, dass es selbst heute in der Türkei nicht problemlos möglich ist, über das Schicksal der Armenier zu sprechen? Wenn ich mich recht entsinne, hat selbst der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk so seine Probleme damit, dies in der Öffentlichkeit anzusprechen.
Das Thema der Hethiter hat mich auf jeden Fall wieder an meinen alten Wunsch erinnert, Archäologie zu studieren. Wie herrlich muss es sein, Dinge zu finden und zu erforschen, die Tausende von Jahren alt sind und dennoch etwas in uns ausmachen. Die uns geprägt haben - die uns dahin gebracht haben, wo wir heute sind. Für mich birgt der Gedanke daran mehr Thrill als vieles andere! Noch dazu, wenn ich Amarna sehe, eine Frau zu dieser Zeit auf diesem Fachgebiet! Ich kann nur hoffen, dass sie sich auch weiterhin nicht unterkriegen lässt.

Aber um mal wieder auf den Teppich zu kommen: es soll hier nicht nur um die Themen des Buches gehen, sondern auch um Stil und Figuren. Letztere sind großartig: sie sind authentisch, haben - und damit meine ich nicht nur die Hauptfiguren - die nötige Tiefe und allesamt haben sie ihre verschiedenen Seiten. Ich mochte Amarna auf Anhieb und habe mit ihr mitgefühlt - auch wenn ich mit ihrem Handeln lange nicht immer einverstanden war. Über die anderen Charaktere möchte ich gar nichts weiter sagen, weil ich keine Silbe verraten möchte, nur soviel, sie haben mir alle gefallen - ohne dass sie mir alle sympathisch waren. Bleibt nur noch zu sagen, dass die Autorin schreiben kann. Sie konnte mich 576 Seiten prächtig unterhalten und mich mit Themen fesseln, die ungewöhnlich sind und bemerkenswert aufgearbeitet wurden. Einzig und alleine ein winziger Kritikpunkt bleibt für mich: das Liebesgesäusel Amarnas, die bald jeden zweiten Satz mit Liebster, Herzallerliebster, mein geliebtes Wildschwein oder was auch immer beenden musste. Aber das ist wirklich unbedeutend gegen das, was der Roman sonst zu bieten hat.

Eine Leseempfehlung.

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Berlin - Hattusa, eine Reise die bewegt

Berlin – Hattusa, eine Reise die bewegt

Berlin 1930, es ist nicht üblich das eine Frau studiert noch dazu Archäologie doch Amarna, Tochter eines Archäologen macht genau dies, außerdem hat sie sich für ihre Abschlussarbeit ein schwieriges Thema ausgesucht, und zwar das Gilgameschepos. Da sie in Berlin nicht weiterkommt, will sie unbedingt an den Ort, der von diesem Epos erzählt, nach Hattusa. Sie ahnt zu Beginn nicht, dass dieser Ort für sie selbst einige Geheimnisse hat und mit ihrem Leben verbunden ist. Alle raten ihr von dieser Reise ab, aber sie setzt sich durch.

Carmen Lobato nimmt den Leser mit auf eine Reise in ein unbekanntes Land. Ihre Art zu erzählen ist fesselnd und lässt einen nicht mehr los. Einmal begonnen ist es fast nicht möglich, dieses Buch aus der Hand zu legen.
Gerade die Protagonisten wie Amarna oder auch später Arman lassen einen nicht mehr los. Dabei ist es vor allem das Schicksal dieser Menschen mit ihrem tragischen Hintergrund welches zu Denken gibt. Die Reise in die Vergangenheit wird gerade für Amarna eine Reise in ihre eigene Vergangenheit, sie lernt dabei sich selber kennen und eben auch die Menschen die ihr viel bedeuten. Gleichzeitig lernt der Leser aber auch die Geschichte eines Volkes kennen. Über die Hethiter ist nicht so viel bekannt wie über andere Völker hier wird vielleicht sogar ein bisschen mehr als im üblichen Geschichtsunterricht erzählt.
Die gute Recherchearbeit der Autorin ist in jeder Zeile zu spüren, es steckt so viel Liebe im Detail. Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, wie viel Herzblut der Autorin in der Geschichte steckt, oder vielleicht ist es auch nur mir aufgefallen da ich, dank diverser Internetplattformen mitverfolgen konnte, wie sie der Veröffentlichung entgegen fieberte. So wurden mir die Protagonisten schnell vertraut und sind mir an mein Leseherz gewachsen.
Ich habe in diesem Buch einiges gelesen, was ich so nicht kannte und mich gleichzeitig aufgefordert gefühlt noch etwas mehr dazu zu lesen. Das Gilgameschepos war mir völlig unbekannt, über die Hethiter hatte ich bisher nur wenig gelesen.
Außerdem erfährt der Leser sehr viel aus dieser vergangenen Epoche der Hethiter. Aber genauso auch einiges aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Gerade über das Schicksal der Armenier in der damals noch jungen Türkei ist wenig bekannt. Viele Gräueltaten aus den Anfängen des vergangenen Jahrhunderts werden und wurden heruntergespielt, in leisen Tönen macht die Autorin auch darauf aufmerksam, soweit dies in einem Roman eben möglich ist.

Ein zweiter kleinerer Handlungsstrang ist den Menschen in Hattusa gewidmet. Er erzählt die Liebesgeschichte dreier Menschen und gleichzeitig auch die Geschichte Hattusas. Er hebt sich etwas von dem ersten Erzählstrang ab und ist vielleicht auch ein bisschen sperrig zu lesen, aber mir hat gerade dieser Teil sehr gut gefallen, gibt er doch Einblicke in eine längst vergangene Epoche. Auch dieser Charaktere werden schnell vertraut und man fiebert automatisch um ihr Schicksal und hofft für sie, dass alles gut wird.

„Die Stadt der schweigenden Berge“ ist nicht einfach nur ein historischer Roman, sondern er erzählt von Liebe und davon was Liebe alles Aushalten kann. Von Schicksalen die berühren und zum Nachdenken anregen.
Selten war ich nach der letzten Seite eines Buches so berührt und musste immer wieder an Amarna und ihren Arman denken, diese Geschichte ist einfach noch nicht zu Ende erzählt und so warte ich gespannt auf die Fortsetzung.

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Die Stadt der schweigenden Berge

Berlin 1931: Die junge Amarna studiert Archäologie und Altorientalistik. Ihre Magisterarbeit möchte sie über das Gilgamesch-Epos schreiben, denn die Kultur der Hethiter interessiert sie sehr, und ihr Wunsch ist es, einmal nach Hattusa zu reisen. Ihr Vater, der selbst ein sehr anerkannter Archäologe ist, sträubt sich dagegen und verbietet Amarna die Reise. Doch sie gibt nicht auf und kann ihren guten Freund Paul überzeugen, mit ihr gemeinsam die Reise nach Hattusa anzutreten. Sie erkennt schon bald, dass ihre eigene Vergangenheit mit dieser alten Stadt bzw. mit der Ausgrabungsstätte verknüpft ist. Außerdem trifft sie auf den Armenier Arman, der ihr Herz berührt, und der auch eine Rolle in ihrer Vergangenheit zu spielen scheint.

Mein Leseeindruck:

Mit „Die Stadt der schweigenden Berge“ hat Carmen Lobato einen Historischen Roman geschrieben, der ans Herz geht und berührt. Selten habe ich einen Roman gelesen, der so voller Gefühle steckte wie dieses Buch.
Mit den Protagonisten konnte ich sehr mitleiden und mitfiebern. Amarna, Paul und Arman – sie alle müssen vieles durchmachen und vieles erleiden, das den Leser nicht kaltlassen kann. Doch auch andere Figuren spielen eine große Rolle in diesem Buch, wie zum Beispiel Merten Schober, der Taufpate Amarnas und ein sehr guter Freund ihres Vaters. Merten hat für mich eine erstaunliche Entwicklung gemacht. Fand ich ihn anfangs noch sehr sympathisch, mochte ich ihn am Ende gar nicht mehr. Alle Figuren im Buch wirken sehr echt und authentisch.
Neben der Hauptgeschichte gibt es auch noch eine kleinere Nebengeschichte, die den Leser in die frühe Vorzeit nach Hattusa führt. Haben diese beiden so unterschiedlichen Geschichten zunächst scheinbar gar nichts miteinander zu tun, so verknüpfen sie sich doch am Ende miteinander und zeigen erstaunliche Parallelen auf.
Der Roman ist wirklich sehr durchdacht, atmosphärisch sehr dicht und für mich auf jeden Fall kein Buch zum „Weglesen“. Man muss sich auf dieses Buch bzw. seine Geschichte einlassen, denn sie geht wirklich tief und ist mehr als gefühlvoll erzählt.
Wer gute und auch gut recherchierte Historische Romane mit einer außergewöhnlichen Geschichte und einer noch außergewöhnlicheren Kulisse mag, der sollte sich „Die Stadt der schweigenden Berge“ einmal näher ansehen! Es lohnt sich.

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Gilgamesch und Enkidu

Berlin, 1931. Amarna Brandstätter studiert Archäologie. Ihre Magisterarbeit will sie über das Gilgamesch-Epos schreiben, doch sie kommt nicht so recht voran. Als Frau im Studiengang Altorientalistik muss sie mehr leisten als ihre männlichen Kommilitonen, aber daran liegt es nicht einmal. Irgendetwas fehlt, irgendetwas scheint sie in eine andere Richtung zu ziehen. Sie hat schreckliche Alpträume, in denen eine dunkle Stadt über ihr einstürzt und sie unter Felsen begräbt. Woher kommen diese Träume? Ist die Stadt, von der sie träumt, Hattusa, die vergessene Hauptstadt des untergegangenen Reiches der Hethiter? Doch warum sollte sie von diesem Ort träumen, an dem sie noch nie gewesen ist? Ihr Vater, ebenfalls ein bekannter Archäologe, blockt alle Fragen ab.

Als sie herausfindet, dass er selbst vor Jahren an einer Expedition nach Hattusa teilgenommen hat, gibt es für sie kein Halten mehr. Sie muss selbst an diesen Ort, muss die Erinnerung wiederfinden, die in ihren frühesten Kindheitsjahren verschüttet liegt.

Ihr Freund Paul unterstützt sie, wo er nur kann. Paul ist ein junger Mann, der sich aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet hat. Er liebt Amarna und würde ihr gerne jeden Wunsch erfüllen. Er sieht sie beide als Seelenverwandte. Doch sind sie das wirklich? Amarna ist froh über seine Hilfe und nimmt sie an, Paul scheint der einzige Mensch zu sein, dem sie noch vertrauen kann, doch im Verlauf ihrer Reise ändert sich ihr Verhältnis.

In Istanbul begegnet Amarna einem jungen Mann und ab da verändert sich alles.

Es fällt mir sehr schwer, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben. Zum Inhalt will ich eigentlich gar nicht mehr verraten. Carmen Lobato alias Charlotte Lyne hat sich hier an ein mir völlig fremdes Thema gewagt. Hattusa, die Hetither, das Gilgamesch-Epos – das war mir vor der Lektüre alles kein Begriff und im Nachhinein frage ich mich erstaunt, wieso? Bietet diese historische Fundstätte doch so viel Stoff für Geschichten und Gedanken!

Auf viele weitere Aspekte des Buches kann man nicht eingehen, ohne zu viel zu verraten. Der Völkermord an den Armeniern wird thematisiert, auf behutsame Weise wird das Grauen an den Leser herangetragen, die Autorin überlässt es hierbei aber jedem selbst, inwieweit er sich genauer informieren möchte und spricht die schrecklichen Details nicht aus.

Die Autorin erzählt neben der Geschichte im Jahr 1931 immer wieder in Einschüben aus der Zeit Hattusas, die Geschichte von Urhi-Tesub, Hattusas König, seinem Bruder Hattusili und dessen Frau Puduhepa. Die Verbindung zwischen dieser Geschichte aus der Vorzeit und dem Geschehen im Jahr 1931 erschließt sich dem Leser erst nach und nach, die letzten Puzzlesteine fallen erst am Schluss, so dass man während der Lektüre immer am miträtseln ist.

Die Charaktere sind alle sehr detailliert ausgearbeitet, nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Nebenfiguren, unter denen es ganz wundervolle gab!

Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Es ist keine leichte Kost, es geht um traurige und traurigmachende Ereignisse und Schicksale, sowohl in der Historie generell als auch im Leben der Protagonisten im speziellen. Dennoch machen die Geschichte und ihr Ausgang Mut und Hoffnung! Ich konnte mich am Ende nur ganz schwer trennen und bin jetzt schon froh, dass die Autorin ein Wiedersehen versprochen hat, es also eine Fortsetzung geben wird! Wobei mir da schon etwas angst und bange wird, denn man weiß ja, was in den damals kommenden Jahren geschehen wird!

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Hattuša

Amarna studiert in Berlin Altorientalistik und Archäologie und soll ihre Magisterarbeit über das Gilgamesch-Epos schreiben. Aber sie möchte nach Hattuša, doch mit Ihrem Vater Tilmann Brandstätter, der ein sehr anerkannter Archäologe war, ist darüber nicht zu reden. Viele Jahre schon hat sie Albträume, die mit Hattuša und ihrer verstorbenen Mutter zusammenhängen. Nachdem sie ein Gespräch zwischen ihrem Paten Merten Schobert und Tilmann hört, weiß sie, dass sie sich selbst finden muss, weil ein Stück ihrer Vergangenheit fehlt. Sie streitet mit ihrem Vater und überredet ihren Freund Paul, mit ihr nach Hattuša zu reisen. In Istanbul begegnet sie Arman und fühlt sich gleich von ihm angezogen. Wer ist dieser ungewöhnliche Mann?
Die Geschichte ist unheimlich faszinierend, denn man kann sich in eine vergangene Zeit versetzen lassen. Die historischen Ereignisse sind gut recherchiert und so kann man sein Wissen auffrischen oder auch ganz Neues erfahren. Ich hatte beim Lesen das Bedürfnis, mich intensiver mit der Geschichte Hattušas als auch mit der Geschichte der Armenier zu beschäftigen.
Das Buch beginnt im Berlin der dreißiger Jahre, als schon Jagd auf Menschen gemacht wird, die fremd aussehen. Weiter geht es dann in die aufstrebende Türkei des Mustafa Kemal Pascha (Atatürk).
In die Handlung um Amarna gibt es immer wieder Einschübe über die Geschichte Hattušas. Das Schicksal dieses Ortes ist verknüpft mit Puduhepa, die zwischen zwei Männern steht – ihrem Gemahl Hattusili und dem König Urhi-Tesub.
Amarna ist auf der Suche nach ihrer Identität und selbst in der Türkei werden ihr dabei Steine in den Weg gelegt. Die Vergangenheit soll im Dunkeln bleiben, doch durch die fremde Umgebung und ihr Zusammensein mit Arman kann sie sich an Bruchstücke ihrer Vergangenheit erinnern. Die aber muss Amarna erst in einen Zusammenhang bringen. Unterstützt wird sie dabei von Arman, den das Schicksal gebeutelt hat und der selber nicht weiß, wer er wirklich ist, denn er ist einer der wenigen Armenier, der den Völkermord überlebt hat. Seine Geschichte hat mich sehr berührt und ich hatte immer Angst um ihn. Paul ist eigentlich zu bedauern; er liebt Amarna und würde alles für sie tun, doch sein Verhalten wirkt oft sehr merkwürdig. Amarna macht es ihm aber auch sehr schwer, denn sie bekommt nicht mehr mit, was um sie herum geschieht. Auch die anderen Charaktere sind vielschichtig und authentisch beschrieben, so dass die Beweggründe für ihr Handeln nachvollziehbar sind.
Der Schreibstil ist einfach wundervoll poetisch und unverwechselbar. Ich wurde förmlich in die Geschichte hineingezogen.
Ein wundervolles Buch.

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Expedition in eine unbekannte Welt...

Ihr habt mal richtig Lust in ein Buch einzutauchen und alles um euch herum zu vergessen? Ihr wollt fremde Kulturen und starke Protagonisten kennenlernen? Dann bleibt euch nichts anderes übrig als zu diesem zauberhaften Buch zu greifen.

In "Die Stadt der schweigenden Berge" begibt sich der Leser zusammen mit der jungen Amarna auf Reisen, um die Kultur der Hethiter zu entdecken. Doch dabei entdeckt man schnell so viel mehr, denn Amarnas Familienleben wird durch ein Geheimnis bestimmt, das dringend gelüftet gehört.

Carmen Lobato hat es auf Anhieb geschafft mich mit diesem Buch zu fesseln, denn es hat alles was ein guter historischer Roman braucht: glaubwürdige Charaktere, mit denen man mitfühlen und leiden kann, Geheimnisse, eine fremde Kultur, die zu verzaubern weiß und viel Wissen, so dass man nicht nur gut unterhalten wird, sondern auch noch etwas dazu lernt.

Zudem verwebt die Autorin gekonnt die Hauptgeschichte noch mit einer Handlung aus längst vergangener Zeit, was zusätzlich für Zauber sorgt.

Frau Lobato hat einen unglaublich fesselnden Schreibstil. Man sieht die Geschichte wie einen Film vor sich ablaufen und kann sich als Leser alles sehr gut bildlich vorstellen.

Ganz besonders hat sie mein Herz mit der Figur des Arman erreicht, dessen Schicksal mich so sehr bewegt hat, dass ich immer wieder an ihn denken muss, obwohl die Lektüre schon ein Weilchen her ist.

Fazit: Für mich ganz klar ein Stern am Himmel der historischen Romane. Ich kann nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen und warte zudem sehnsüchtig auf die Fortsetzung...

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