Sabrina Qunaj: Die Tochter des letzten Königs

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Sabrina Qunaj: Die Tochter des letzten Königs
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442479887

Informationen zum Buch

Seiten
704

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Mein Name ist Nesta verch Rhys.

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Handlungsort

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Wales 1093: Als die Normannen in ihre Heimat einfallen, gerät die junge Fürstentochter Nesta in Gefangenschaft. Ihr königliches Blut macht sie zu einer wertvollen Geisel, und so bringt man sie an den Englischen Hof. Ihre unvergleichliche Schönheit bleibt auch Henry, dem zukünftigen König von England, nicht verborgen. Doch Nesta ist der Schlüssel zur Macht in Wales und wird schließlich gegen ihren Willen an den dortigen Kommandanten, Gerald de Windsor, verheiratet. Was als Zwang beginnt, entwickelt sich langsam zu einer großen Liebe. aber auch die walisischen Rebellen haben nicht vergessen, wer Nesta ist ...

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Wunderbarer historischer Schmöker über das Leben der walisischen Fürstentochter Nesta

1092: Die 8-jährige Nesta, eine walisische Fürstentochter muss mit ansehen, wie ihre Familie getötet, ihrem Bruder die Hand abgehackt wird und sie selber schließlich in Gefangenschaft landet. Als sie ins heiratsfähige Alter kommt, besucht zu ihrem Glück der englische König zusammen mit seinem Bruder ihren Gefängnismeister und ihre Schönheit und ihre Wichtigkeit im Kampf um die Krone führen dazu, dass sie an den englischen Hof geholt wird. Sie wird die Geliebte von König Henry und gebährt ihm einen Sohn. Doch nach der Geburt ist nichts mehr, wie es vorher war und Nesta wird zum Spielball der politischen Interessen und muss denjenigen heiraten, den sie auf keinen Fall ehelichen wollte.

Kaum hatte ich die erste Seite gelesen, war ich schon mitten drin in der Geschichte um die Fürstentochter Nesta und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Bei Nesta handelt es sich um eine tatsächliche historische Figur, über die verschiedene Geschichten zum Teil auch Verleumdungen im Umlauf sind. Sabrina Qunaj hat ihr Leben eingehaucht und ihre Geschichte so geschrieben, wie sie vielleicht sogar - ich hoffe es zum Teil für sie - tatsächlich stattgefunden hat.

Nesta ist mir dabei sofort ans Herz gewachsen und ich habe mit ihr gelitten, gefiebert und geliebt. Auch allen anderen sowohl historisch belegten wie auch erfundenen Figuren haucht die Autorin unglaublich viel Leben ein und es war schön König Henry zu verfolgen und sich vorzustellen, dass er vielleicht sogar wirklich so agiert hat. Spannend war für mich auch die Entwicklung der Figuren zu sehen und über die Jahre, die ich die Charaktere begleiten konnte, mitzuerleben, wie sie sich sowohl zum Guten, wie auch zum Schlechten entwickeln.

Dabei werden die Figuren und auch die Umgebung so lebensecht und mit so vielen Emotionen beschrieben, dass ich mich in dem Buch verloren habe und das Gefühl hatte, ich wäre mit dabei. Würde im Schloss flanieren, überfallen werden... Ein Roman, der mich sofort mitgerissen hat.

Nebenbei habe ich dabei auch noch einiges über die Geschichte von England und Wales gelernt. Viele Dinge waren mir bislang noch gar nicht bekannt und ich finde es sehr gut, wie die historischen Begebenheiten und Details in diesen Roman eingearbeitet worden sind. Sehr gut gefällt mir dabei auch, dass es ein ausführliches Nachwort gibt, in dem die Autorin nochmal darauf eingeht, was Tatsachen und was Fiktion entspricht.

Alles in allem ein wunderbarer historischer Schmöker, der mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen konnte und mir bildhaft das Leben der walisischen Fürstentochter Nesta näher gebracht hat. Für mich ein absoluter Buchtipp und bekommt volle fünf Sterne.

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Spannender historischer Roman

Wales, 1093. Die Normannen erobern Wales, auch das Fürstentum Deheubarth. Die Familie wird überfallen, die Eltern getötet, der jüngste Sohn verstümmelt. Die 8jährige Nesta musste alldas mitansehen, sie selbst wird als Gefangene mitgenommen und jahrelang auf der Burg von Arnulf de Montgomery festgehalten. Dieser plant wohl, sie eines Tages zu heiraten, um somit eine Legitimation für das Land ihres Vaters zu bekommen. Doch Henry, der Bruder des Königs William Rufus, nimmt sie mit an den Hof. Es ist immer noch eine Gefangenschaft unter den ihr verhassten Engländern, aber ihre Situation hat sich immerhin etwas verbessert. Und sie verliebt sich in Henry, obwohl es ihr praktisch wie ein Verrat an ihrem eigenen Volk vorkommt. Doch Henry ist anders als sein Bruder und so hofft sie, eines Tages nach Wales zurückkehren zu dürfen. Als Henry später selbst zum König gekrönt wird, wird sie irgendwann seine Geliebte und gebiert ihm einen Sohn. Doch eine offizielle Verbindung zwischen ihnen ist unmöglich und so gibt er sie schließlich einem seiner getreuen Ritter zur Frau. Gerald de Windsor jedoch ist einer der Männer, die damals bei dem Überfall auf ihre Familie dabei waren und Nesta hasst ihn inbrünstig. Es dauert lange, bis sie erkennt, dass Gerald nicht das Monster ist, das sie jahrelang in ihm gesehen hat.

Bisher habe ich von Sabrina Qunaj nur Fantasy-Bücher gelesen, mit dieser Geschichte begibt sie sich nun ins Genre des historischen Romans. Und gefällt mir hier fast noch besser! Die Lebensgeschichte der Nesta ferch Rhys war mir bisher überhaupt kein Begriff. Der Autorin gelingt es jedoch, das Leben dieser beinahe vergessenen historischen Figur sehr anschaulich und glaubwürdig darzustellen. Die 700 Seiten des Romans verfliegen nur so. Allen voran die Figur der Nesta, aber auch die anderen Charaktere wie König Henry oder Nestas Ehemann Gerald sind sehr gut dargestellt. Natürlich dürfen auch die Bösewichte in der Geschichte nicht fehlen, bei ihnen gelingt der Autorin ebenfalls eine sehr gute Darstellung, so dass man sie als Leser regelrecht hasst.

Über die Geschichte von Wales wusste ich bisher nur wenig, auch wenn mich britische Geschichte sehr interessiert, dominiert in den Romanen doch meist eher der schottische Kampf gegen die Engländer, dabei ist die walisische Geschichte mindestens genauso spannend und aufregend!

Umso mehr freue ich mich, dass 2015 ein weiteres Buch der Autorin erscheint, in dem sie sich dem Leben einer Enkelin Nestas widmet!

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Die Geschichte der walisischen Prinzessin Nesta ferch Rhys

Wales 1093: Die feindlichen Normannen fallen in die Heimat der 8-jährigen Nesta ein und entführen sie und ihren Bruder Hywel, während der junge Gruffydd, Erbe des Fürstentums, sein Glück in der Flucht versucht. Nesta verbringt die nächsten Jahre in Gefangenschaft auf der Burg von Shrewsbury bei den Normannen de Montgomery. Sowohl die Herren der Burg als auch die Bediensteten meiden Nesta und zeigen ihr deutlich, daß sie nur eine „walisische Wilde“ ist. Als eines Tages der englische König William Rufus mit seinem Gefolge nach Shrewsbury kommt, wird dessen jüngerer Bruder Henry auf Nesta aufmerksam und sorgt dafür, daß sie zum königlichen Hof nach London mitgenommen wird. Hier findet Nesta zum ersten Mal Freunde und sie muß sich eingestehen, daß sie ihr bisheriges Feindbild revidieren muß.

Mir war bislang kaum etwas über die walisische Geschichte aus dem Mittelalter bekannt, geschweige denn über Nesta ferch Rhys. Dabei hat diese Frau ein bemerkenswertes Leben geführt, in der Geschichtschreibung wird sie hauptsächlich über ihre außergewöhnliche Schönheit und ihre Männer definiert. Sabrina Qunaj schafft es hervorragend, eine Brücke zwischen historischen Fakten und Fiktion zu bauen und dem Leser das Leben des Menschen Nesta nahezubringen.

Da sie als Tochter der alten Könige den Schüssel zur Macht in Wales darstellt, bekommt der Leser einen sehr guten Einblick in die damalige instabile politische Lage von Wales, die immer wieder zu Rebellion und Krieg mit England führt. Der spätere englische König Henry träumt von einem geeinten und friedlichen Königreich, jedoch muß er während seiner Regentschaft erkennen, daß dieses Ziel kaum erreichbar ist: zu unterschiedlich sind die Herrschaftsauffassungen auf beiden Seiten. Nesta, die am englischen Königshof immer mehr die Lebensweise der Normannen annimmt, steht zunehmend zwischen den Parteien und hofft auf eine friedliche Lösung, zumal sie in Henry verliebt ist.

Die politischen Unterschiede zwischen Wales und England werden detailliert beschrieben sowie die Gründe für die immer wiederkehrenden Unruhen und Rebellionen der Waliser gegenüber den englischen Herren.

Die Beschreibung der Charaktere sind sehr gut gelungen: sie sind vielschichtig und manch ein Charakter entwickelt sich in eine Richtung, die ich anfangs nicht erwartet habe. Sehr schön hat mir die Entwicklung von Nesta gefallen: nachdem sie die ersten Jahre in Shrewsbury verbringt und keine guten Erfahrungen mit den Normannen macht, muß sie ihre Meinung überdenken, als sie an den königlichen Hof in London kommt. Nicht nur, daß sie sich in Henry verliebt, sondern sie findet auch liebe Freunde, mit denen sie eine unbeschwerte Zeit verbringt. Aber Intrigen werfen ihre Schatten auf den Hof und Nesta wird bald zum Spielball um die Macht in Wales.
Von der naiv-unschuldigen jungen Frau entwickelt sie sich zur selbstbewußten Burgherrin und verantwortungsvollen Mutter, die ihren zukünftigen Mann in politischen Belangen rund um Wales kompetent zur Seite steht. Auch in der Liebe muß sie sich ihren Platz mühsam erkämpfen.

Ein Personenverzeichnis, eine Landkarte der damaligen Zeit und ein Nachwort, in dem die Autorin Bezug nimmt auf die historischen Quellen und deren Abweichungen runden diesen tollen historische Roman perfekt ab.

Wer ein lebendiges Sittengemälde über England und Wales Ende des 11. Jahrhunderts mit seinen politischen Problemen, aber auch großen Gefühlen sucht, ist bei diesem Roman genau richtig.

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Die Tochter des letzten Königs

Der historische Roman „Die Tochter des letzten Königs“ von Sabrina Qunaj beginnt im 11. Jahrhundert und die zentrale Rolle nimmt die Fürstentochter Nesta ein, eine – wie ich finde – ganz besondere historische Persönlichkeit.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Wales 1093: Als die Normannen in ihre Heimat einfallen, gerät die junge Fürstentochter Nesta in Gefangenschaft. Ihr königliches Blut macht sie zu einer wertvollen Geisel, und so bringt man sie an den englischen Hof. Ihre unvergleichliche Schönheit bleibt auch Henry, dem zukünftigen König von England, nicht verborgen. Doch Nesta ist der Schlüssel zur Macht in Wales und wird schließlich gegen ihren Willen an den dortigen Kommandanten, Gerald de Windsor, verheiratet. Was als Zwang beginnt, entwickelt sich langsam zu einer großen Liebe. aber auch die walisischen Rebellen haben nicht vergessen, wer Nesta ist...

Der Schreibstil von Sabrina Qunaj ist immer wieder ein Genuss. Bereits bei ihren fantastischen Romanen habe ich ihren Schreibstil geliebt und auch bei ihren historischen Romanen schafft sie es, in eine bereits vergangene Zeit zu locken und darin zu fesseln. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und man bekommt einen sehr guten Einblick in die damalige Zeit, in die darin wandelnden Persönlichkeiten und ihre bestehenden Machtkämpfe in England und Wales. Gleich zu Beginn des Buches ist man in der erzählten Geschichte gefangen und fiebert mit den Charakteren mit. Die Skizzierung der Personen ist allesamt sehr liebevoll, auch die Nebencharaktere sind detailliert beschrieben. Die Hauptcharaktere entwickeln sich im Verlauf der Geschichte und wachsen an ihren Aufgaben. Für mich war es ein Genuss, mit ihnen ihre Abenteuer zu bestreiten oder bei ihren Dialogen zu lauschen.
Im Mittelpunkt dieses historischen Romans steht Nesta ferch Rhys. Über diese historisch bedeutsame Persönlichkeit habe ich bisher kein Buch gelesen oder ist mir bewusst in einem Roman aufgefallen. Umso verwunderlicher ist diese Tatsache, wenn man in „Die Tochter des letzten Königs“ liest, wie wichtig sie für die Geschichte von Wales und auch England war. Ihre Charakterisierung hat mir sehr gut gefallen und so durfte ich mit ihr mit fiebern, habe mit ihr gelitten oder mit ihr Freude empfunden. Im Verlauf ihres Lebens musste sie viele Niederlagen einstecken und sich in einer politischen Welt zurechtfinden, die sie in ihrer Heimat so nicht kennen gelernt hat. Auch ihre Wünsche und ihre ausgeprägte Gefühlswelt und die resultierenden Probleme werden thematisiert. Als Leser bekommt man dadurch einen guten Einblick in das damalige politische Ränkespiel und die Kämpfe für die Eroberung von Wales. Jedoch kann man dabei immer einen guten Überblick behalten.
In dem Buch sind ein Personenverzeichnis und eine Karte enthalten, die zum besseren Verständnis beitragen. Und auch das Nachwort ist aufschlussreich, in dem Sabrina Qunaj über die Verflechtung von Wahrheit und Fiktion aufklärt.

Mein Fazit: ein gelungener historischer Roman, der mit viele tolle Lesestunden bereitet hat. Im Mittelpunkt steht hierbei die besondere Persönlichkeit Nesta ferch Rhys. Ihre Geschichte ist es auf jeden Fall wert, dass man sie liest. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

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Spannender Roman über die Helena von Wales

Inhalt
Wales, 1093: Als Normannen in Wales einfallen, gerät die Fürstentochter Nesta ferch Rhys in Gefangenschaft. Isoliert von der Außenwelt wird sie auf Shrewsbury, einer normannischen Burg unweit der walisischen Grenze, im Haushalt der de Montgomerys wie eine Normannin erzogen.
Als eines Tages König William und sein Bruder Henry der Burg einen Besuch abstatten, ist die inzwischen dreizehnjährige Nesta von dem Bruder des Königs sehr angetan. Schon bald ergibt sich die Möglichkeit, Shrewsbury zu verlassen und stattdessen bei Hofe zu leben. Hier jedoch wird sie, die bisher von der Außenwelt abgeschottet gelebt hat, direkt mit den Ränken und Intrigen des Hofes konfrontiert...

Meine Meinung
Wie die Autorin in ihrem Nachwort erkennen lässt, hat sie versucht, so dicht wie möglich an den Tatsachen zu bleiben, was aufgrund der voneinander abweichenden Quellen nicht immer einfach gewesen sein kann. Doch so ergibt sich hier ein Bild, das zeigt, wie es möglicherweise gewesen sein könnte.
Dabei macht Nesta eine große Entwicklung durch. Ist sie zunächst noch schüchtern und weltfremd, was durch ihre Entführung und die Abschottung nur verständlich ist, wird aus ihr später eine Frau, die sich in ihrer Welt auskennt und zu handeln weiß. Nicht immer war ich mit ihren Entscheidungen glücklich, doch dadurch wurde die Geschichte nur noch interessanter. Doch nicht nur Nesta ist überzeugend dargestellt, auch beispielsweise Henry de Normandie oder Gerald de Windsor konnte ich mir sehr gut vorstellen. Dass einige andere Charaktere ein wenig blass bleiben liegt einfach an der schieren Anzahl an Personen.
Beim ersten Aufschlagen des Romans ist mir direkt ein sehr ausführliches Personenregister aufgefallen, das mehr als siebzig Einträge umfasst. So etwas kenne ich bisher eigentlich nur von Rebecca Gablé, und ich hatte damit gerechnet, gelegentlich auf das Verzeichnis angewiesen zu sein. Allerdings ist dies wirklich nicht so schlimm, denn einige Personen sind so nebensächlich, dass sie auch namenlos hätten bleiben können. Ich würde allerdings empfehlen, das Register nur dann zu Rate zu ziehen, wenn es wirklich nötig ist, da dadurch einiges verraten wird, was erst später im Roman geschieht.
Der Roman behandelt inklusive Prolog einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Nestas Jugend, im späteren Verlauf des Romans werden die Spannen zwischen den einzelnen Kapiteln immer größer. Ich hätte nichts dagegen gehabt, zumindest ein wenig über das Alltagsleben zu erfahren, doch auch so ist das Buch schon umfangreich genug.
Dadurch, dass mich dieser Abschnitt der englischen Geschichte sehr interessiert, konnten mich einzelne Ereignisse und Entwicklungen nicht überraschen. Dies hat aber nicht groß geschadet, die Beschreibungen waren dennoch so fesselnd, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Walisische Geschichte war mir dagegen weitestgehend unbekannt, und so habe ich durch diesen Roman doch einiges dazugelernt.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht verständlich, so dass ich keine Probleme damit hatte, kompliziertere Zusammenhänge nachzuvollziehen.

Fazit
Die Tochter des letzten Königs ist ein großartiger Roman über eine faszinierende Frau. Gerne hätte das Buch ein paar Seiten dicker sein können. Wer sich für englisch-walisische Geschichte des elften und zwölften Jahrhunderts interessiert, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren! Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen.

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Spannend, gut recherchiert, toll!

Klappentext:
Wales 1093: Als die Normannen in ihre Heimat einfallen, gerät die junge Fürstentochter Nesta in Gefangenschaft. Ihr königliches Blut macht sie zu einer wertvollen Geisel, und so bringt man sie an den Englischen Hof. Ihre unvergleichliche Schönheit bleibt auch Henry, dem zukünftigen König von England, nicht verborgen. Doch Nesta ist der Schlüssel zur Macht in Wales und wird schließlich gegen ihren Willen an den dortigen Kommandanten, einen Feind aus ihrer Kindheit, verheiratet. Was als Zwang beginnt, entwickelt sich langsam zu einer großen Liebe. Aber auch die walisischen Rebellen haben nicht vergessen, wer Nesta ist ...

Wieder einmal ist Sabrina Qunaj ein wunderbarer Roman gelungen. "Die Tochter des letzten Königs" ist ein spannender historischer Roman mit viel Herzschmerz, Spannung und Liebe. Ich war schon nach den ersten Seiten direkt im Geschehen, was mir bei historischen Romanen sonst manchmal etwas schwerer fällt. Auch die Charaktere, besonders Nesta, konnte ich mir auf Anhieb sehr gut vorstellen und es hat mir Spaß gemacht, sie auf den 700 Seiten des Romans zu begleiten. Das Buch hat mich nicht nur super gut unterhalten (wobei der Sprachstil auf jeden Fall auch eine große Rolle spielt), sondern ich habe auch einiges gelernt, was ich davor nicht wusste. Deshalb kann ich auch problemlos behaupten, dass Sabrina Qunaj sicherlich nicht wenig recherchiert hat, denn sonst wäre so ein interessantes Werk wohl nie entstanden.

Abschließend kann ich sagen, dass "Die Tochter des letzten Königs" eines meiner Highlights war. Das Buch war unterhaltsam, spannend und hat mir viele neue Informationen mitgegeben. Wer gerne mehr über Nesta und die Geschichte von Wales erfahren möchte, sollte auf jeden Fall zu diesem Buch greifen. 5 von 5 möglichen Sternen.

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Irrungen und Wirrungen in England und Wales

Zum Inhalt:

Ende des 11. Jahrhunderts. Wilhelm der Eroberer ist tot, sein Sohn William hat die Thronfolge angetreten. Die Eroberung der britischen Insel ist noch nicht abgeschlossen, besonders in Wales regt sich Widerstand gegen die normannische Vorherrschaft, denn die Waliser sind ein kämpferisches, freiheitliebendes Volk. Als die Normannen 1093 in Südwales einfallen, gerät die Fürstentochter Nesta ferch Rhys in Gefangenschaft. Nach fünf Jahren in Shrewsbury Castle, in der Gewalt der grausamen Montgomerys, fällt sie Henry, dem zukünftigen König, auf, und er nimmt sie als sein Mündel mit an den Hof. Anfangs geht alles gut, aber dann verheiratet Henry sie an einen Normannen, in der Hoffnung, dass dieser die Waliser kontrollieren kann mit Nesta an seiner Seite, schließlich ist sie von königlichem, walisischen Geschlecht.

Meine Meinung:

Das Buch ist packend von der ersten bis zur letzten Seite.

Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die einen Großteil ihres Lebens benutzt wird um verschiedene Machtgelüste zu befriedigen.

Die verwirrenden politischen Verhältnisse der Zeit werden eindrucksvoll dargestellt, desgleichen die Ohnmacht der Bevölkerung, in Frieden zu leben.

Nesta und ihre Kinder werden zum Spielball der verschiedenen politischen Lager, und wegen ihrer sprichwörtlichen Schönheit ging sie als Helena von Wales in die Annalen ein.

Da die Chronisten natürlich dem Klerus angehörten, machte man sie für die Kriege verantwortlich.

Das Buch zeichnet ein anderes Bild. Nesta ist anfangs ein vereinsamtes junges Mädchen ohne Freunde oder gut-meinende Verwandte; später eine Mutter die um ihre Kinder kämpft.

Die Charaktere sind sehr vielschichtig gezeichnet; (fast) niemand ist nur gut, oder nur schlecht, und die Beweggründe der einzelnen Personen sind schlüssig und nachvollziehbar dargestellt.

Alle Personen, besonders Nesta, entwickeln sich weiter, mitunter in eine unerwartete Richtung.

Ganz nebenbei bekommt man einen Einblick in die damaligen Gebräuche, sowohl am Hof des Königs, als auch in der walisischen Bevölkerung.

Eine Karte mit der damaligen Gebietsaufteilung, eine kurze Einführung in die walisische Sprache und eine Personentafel runden das Bild ab. Im Nachwort gibt es eine Zusammenfassung der historisch belegten Personen und Ereignisse.

Das Buch kommt mit 700 Seiten recht groß und schwer daher, also wem es schwerfällt, so ein Buch auf Dauer zu halten (man wird es nicht freiwillig aus der Hand legen), der sollte überlegen, es als ebook zu kaufen.

Wer weiß, vielleicht kann man es ja irgendwann auch als Hörbuch genießen.

Der Roman ist rundum gelungen und sehr empfehlenswert.

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