Tereza Vanek: Die Träume der Libussa

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Tereza Vanek: Die Träume der Libussa
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783548267777

Informationen zum Buch

Seiten
556

Sonstiges

Erster Satz
Die Frau saß vor dem Eingang einer Höhle.

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Mitte des 8. Jahrhunderts, im Land der Behaimen an der Moldau. Als Libussa überraschend zur Herrscherin bestimmt wird, will sie auf ihren Geliebten, den Bauernsohn Premysl, nicht verzichten. Mit einer List erreicht sie, dass die Göttin selbst Premysl zu ihrem vorbestimmten Ehemann erklärt. Gemeinsam gründet das Paar an der Moldau eine neue Stadt, die ihrem Volk Reichtum und Glanz schenken soll. Doch die christlichen Frankenkrieger wollen Libussa und ihre alte Religion gewaltsam vertreiben.

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Geschichte der Libussa - Gründerin der Stadt Praha

Erzählt wird die Geschichte von Libussa, die überraschend zur Fürstin ihres Stammes der Behaimen ernannt wird, die Stadt Praha gründet und ihren Stamm durch ein doch sehr unsicheres Zeitalter führen muss. Während ihr Stamm noch Fürstinnen an der Macht hat und v. a. die Frauen das Sagen haben, wird die restliche Welt von den Christen nach und nach erobert und der christliche Glaube den Völkern, wenn sie sich nicht freiwillig bekehren lassen, aufgezwungen. Jedoch droht nicht nur Gefahr von außen: Auch innerhalb der Behaimen gibt es Bewegungen, die sich gegen die Frauenherrschaft auflehnen.

Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und ich war sofort in der Geschichte gefangen.
Die einzelnen Figuren werden ausführlich und detailliert eingeführt und man kann sich schnell von jeder Figur doch ein relativ gutes Bild machen. Dabei ist interessant, dass in der ersten Hälfte des Buches erstmal die Behaimen, ihre Bräuche und ihre Kultur eingeführt werden, während dann in der zweiten Hälfte des Buches der gesamte Stamm aus Sicht von Christen dargestellt wird.

Auch wenn einige Figuren bzw. eine bestimmte Figur mich oft hat den Kopf schütteln lassen, waren doch alle Figuren sehr realistisch dargestellt und ihre Handlungen auf jeden Fall immer nachvollziehbar.

Gut gefallen hat mir auch, dass das Buch teilweise einige Zeitsprünge drinnen hat. Da das Buch doch ein ganzes Leben beschreibt, fand ich diese Sprünge immer wieder sehr angenehm. Die Spannung blieb so die ganze Zeit komplett erhalten.

Das Ende ist dann teilweise doch sehr dramatisch, auch wenn sich einiges schon vorher andeutet. Jedoch ist es trotzdem ein Ende, dass auch noch so ein bisschen Hoffnung lässt und mich somit doch ganz zufrieden zurück gelassen hat.

Das Nachwort fand ich persönlich sehr interessant und super, dass da noch ausführlich erläutert wurde, was den Tatsachen entspricht und was wohl eher nicht. Gerade bei historischen Romanen ist das immer super.

Für mich war das der erste Roman, den ich über Tschechien gelesen habe und ich konnte doch einiges Lernen.

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Inhaltsangabe:

Das Buch erzählt die Legende der Gründung Prags in Romanform.

Libussa, die jüngste Tochter der Herrscherin der Behaimen, wird überraschend nach dem Tod ihrer Mutter zu deren Nachfolgerin als Fürstin und Hohepriesterin des alten Glaubens bestimmt. Um eine politische Heirat mit einem der benachbarten Stammesfürsten zu umgehen, wendet sie einen Trick an, um ihre Liebe Premysl, einen Bauernsohn, heiraten zu können. Gemeinsam gründen sie am Ufer der Moldau eine neue Stadt, die ihren Bewohnern Frieden und Reichtum bringen soll.

Aber Libussa hat nicht nur Gegenspieler im eigenen Volk, auch das erstarkende Christentum bringt den alten Glauben und die Herrschaft der Hohepriesterinnen in Bedrängnis.

Der Roman spielt Mitte des 8. Jahrhunderts.

Meine Meinung zum Buch:

Mit historischen Romanen habe ich oft so meine Schwierigkeiten, aber dieses Buch fand ich einfach wunderbar.

Die Personen im Buch sind präzise charakterisiert und handeln dadurch für den Leser sehr nachvollziehbar. Ihre Motive sind deutlich und ich konnte mich wirklich in die Protagonisten hineinversetzen. Dies gilt nicht nur für die Hauptpersonen – auch Nebenfiguren erhalten ihre persönlichen Facetten, die sie unverwechselbar machen.

Das Geschehen ist lebendig, menschlich und spannend erzählt. Besonders gegen Ende des Buches wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen bis ich es ausgelesen hatte. Gefühle werden ohne ins Schwülstige oder Kitschige abzugleiten dargestellt – man fühlt, erschrickt, liebt, trauert, sorgt sich und zittert mit den Romanfiguren mit. Dabei bleibt die Geschichte glaubwürdig und die dargestellte Gesellschaftsform in sich logisch.

Von der Sprache her ist das Buch leicht und flüssig zu lesen.

Das Geschehen wird chronologisch dargestellt, mit einigen Zeitsprüngen dazwischen, die aber den Lesefluss nicht wesentlich stören. Eines ist noch hervorzuheben: Libussa als Hohepriesterin ist hellseherisch begabt, und ihre Visionen geben dem Leser noch weitere Hinweise z. B. auf die Entwicklung einzelner Figuren, die im Fortgang der Geschichte aber keine großen Rollen mehr spielen. Durch die Visionen bekommen sie aber eine Zukunft und eine eigene Geschichte (die manchmal so interessant ist, dass ich gerne mehr darüber gelesen hätte). Ich finde das sehr geschickt gemacht.

Für mich war es ein „Wohlfühlbuch“, spannend, mit überraschenden Wendungen und sehr unterhaltsam.

Zusätzlich habe ich einige historische Wissenslücken schließen können, es ist gut recherchiert und enthält ein interessantes Nachwort, in dem auch die Legende der Libussa und ihr Stellenwert im heutigen Tschechien erklärt wird.

Es ist auf jeden Fall ein toller Buchtipp!

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Die Geschichte um den Mythos der Libussa spielt vor dem Hintergrund der Gründung Prags Mitte des 8. Jahrhunderts und lässt sich flüssig lesen. Es fällt leicht, sich auf das Buch einzulassen und die verschiedenen Personen kennen zu lernen. Zu den Hauptfiguren konnte ich leider keinen richtigen Bezug herstellen, obwohl diese detailliert eingeführt wurden und ich auch immer nachvollziehen konnte, warum sie wie handelten. Bei mir fehlte einfach der Funke, das Emotionale, was einen mitfiebern lässt. Dafür gab es ein paar sehr interessante Nebenfiguren, über die ich gern etwas mehr erfahren hätte.

Im 1. Teil wird die Welt der Behaimen mit ihren Sitten, Göttern und Strukturen geschildert. Die Beschreibungen fand ich sehr realitätsnah und auch menschlich, da diese alte Kultur nicht nur als friedliches Volk dargestellt wurde - es gab auch Streitigkeiten und Intrigen. Teil 2 schildert die nun bekannte Welt aus Sicht der Christen, wodurch die Unterschiede, besonders was Glauben und Macht betreffen, deutlich werden.

Besonders gefiel mir die Entstehung der Stadt Prag. Angefangen hat es mit Libussas Vision, dann musste erstmal der richtige Ort gefunden werden - und schließlich der Aufbau der Stadt selbst, die Arbeit und Mühe, aber auch die Lebendigkeit der Bewohner. Das waren auch die Momente, wo ich gefühlsmäßig tief in der Geschichte war und neugierig verfolgte, was dort so alles vor sich ging.

Die Spannung nahm zum Ende hin immer mehr zu, es gab auch ein paar dramatische Ereignisse und ich musste mich sogar von meiner Lieblingsfigur trennen. Auch durch Libussas letzte Visionen fand ich das Ende sehr rund, und das Nachwort über den Libussa-Mythos im Lauf der Zeit hat mir gut gefallen.

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