Brigitte Riebe: Die Versuchung der Pestmagd

Brigitte Riebe: Die Versuchung der Pestmagd

 
3.7 (2)
 
4.3 (2)
647   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Brigitte Riebe: Die Versuchung der Pestmagd
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783453291355

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Larven schwirrten aus im Schutz der Dunkelheit, laufen mit leuchtenden Laternen durch die engen Gassen.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei Thalia kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Ein ruchloser Kardinal, eine verschmähte Geliebte und eine Seuche, vor der alle gleich sind

Mainz 1542: Nach der Flucht aus dem pestverseuchten Köln finden der unkonventionelle Arzt Vincent de Vries und seine Pestmagd Johanna in Mainz eine neue Heimat. Sie folgen damit dem Ruf von Kardinal Albrecht, doch Johanna traut diesem nicht und hat dunkle Vorahnungen. Und tatsächlich: Eines Tages ist ihre kleine Tochter spurlos verschwunden. Halb wahnsinnig vor Angst irren sie und Vincent durch die Stadt, in der erste Fälle von Schwarzen Blattern aufgetreten sind – die Pockenform, die innerhalb von 48 Stunden den Tod bringt …

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
3.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.5  (2)
Charaktere 
 
4.0  (2)
Sprache & Stil 
 
3.5  (2)
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Toller historischer Schmöker

Basel, 1542. Nach der Flucht aus Köln haben sich Vincent und Johanna mit ihrer kleinen Familie wieder in Basel niedergelassen. Mit der Rückkehr ihres Sohnes Jakob könnte ihr Glück perfekt sein, doch Johanna kann nicht vergessen, was sie hier in ihrer Jugend Schlimmes erlebt hat. Vincent arbeitet als Arzt, aber das ist immer ein gefährlicher Grat zwischen der Dankbarkeit der Patienten, wenn er helfen kann und ihrem Hass und den Anschuldigungen, wenn es nicht gelingt – was in der damaligen Zeit nur zu oft vorkommt. Als dann auch noch Jakob eine folgenschwere Dummheit begeht, schlägt die Stimmung in der Stadt um und es wird Zeit, erneut eine andere Heimat zu suchen.
Da kommt das Angebot des Mainzes Kardinals und Kurfürsten Albrecht gerade recht, der einen fähigen Leibarzt sucht.

Doch werden sie es in Mainz wirklich besser haben, können sie hier endlich frei und ohne Angst leben und Vincent seinem Beruf nachgehen? Der Kardinal erwartet von ihm nicht nur Heilung seiner teilweise sehr delikaten Beschwerden, sondern stellt noch weitere Anforderungen an ihn. Kann Vincent ihm helfen und seine Wünsche erfüllen, oder bringt er sich und seine Familie hier schon wieder in eine ausweglose Situation?
Noch dazu gibt es auch in Mainz einen Menschen aus Vincents Vergangenheit, die noch eine Rechnung mit ihm offen hat. Wie wird Johanna reagieren, wenn sie von dem Geheimnis erfährt, von dem bisher nicht einmal Vincent selbst wusste?

Autorin Brigitte Riebe gelingt es immer wieder meisterhaft, mich als Leserin in vergangene Zeiten zu entführen. Sehr spannend fand ich die Darstellung von Kurfürst Albrecht von Brandenburg, der so gar nicht dem entspricht, was man sich unter einem Kardinal und Mann der Kirche normalerweise so vorstellt. Hier habe ich wieder einmal viel gelernt.

Sowohl die Protagonisten als auch die Nebenfiguren sind liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Man kann das Buch übrigens lesen, ohne den Vorgänger "Die Pestmagd" zu kennen, aber gerade Jakobs Verhalten erschließt sich sicherlich besser, wenn man weiß, was er im Leben alles schon durchgemacht hat. In diesem Band gibt es hierzu nur Anmerkungen und ich kann mir vorstellen, dass es so schwerfällt, seine Taten nachzuvollziehen oder zu entschuldigen. Auch für mich überspannt er das eine oder andere Mal den Bogen gewaltig! Aber auch die Beziehung zwischen Johanna und Vincent ist sicherlich noch besser zu begreifen, wenn man ihre Geschichte von Anfang an mitverfolgt hat.

Als Tochter eines Arztes interessiere ich mich für Medizingeschichte und es graust mir immer beim Lesen der Beschreibungen von Seuchen damals und der Hilflosigkeit, mit der die Menschen ihnen gegenüberstanden. Der Autorin gelingt es gut, das Grauen und die heimtückische Bedrohung sowie den teilweise hoffnungslosen Kampf gegen sie einzufangen und für den Leser sichtbar zu machen.

Für mich wieder einmal ein toller historischer Schmöker und ich bin jetzt schon gespannt, in welche Zeit und Gegend Brigitte Riebe uns beim nächsten Mal mitnehmen wird!

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
3.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Am Ende überschlagen sich die Ereignisse

Inhalt: Nach der erfolgreichen Flucht aus Köln haben sich Johanna und Vincent erst einmal in Basel niedergelassen doch auch hier kommt die Familie nicht zur Ruhe. So kommt es gerade recht dass der Kurfürst und Kardinal Albrecht von Brandenburg Vincent als neuen Leibarzt nach Mainz holen lässt. Die Familie trifft auf liebe und altbekannte Freunde, aber auch neue Personen, die Ihnen nichts Gutes wollen und auch die Arbeit für den Kardinal bringt ganz eigene Gefahren mit sich.

Meine Meinung: Nachdem ich Anfang des Jahres bereits „Die Pestmagd“ gelesen hatte wollte ich gerne wissen wie es mit Johanna, Vincent und ihrer neu gewonnenen Familie weitergeht. Der Einstieg in ihre kleine Welt gelingt auch direkt. Brigitte Riebe versteht es mir die Figuren und ihre Sorgen und Ängste nahe zu bringen. Als die Familie Basel verlässt habe ich mit aufgeatmet.

Später freute ich mich über das Wiedersehen mit einigen liebgewonnenen Figuren und das Auftauchen neuer, interessanter Figuren. Allen voran natürlich Miriam, Mutter Fastrada und nicht zuletzt den Kardinal von Mainz, eine so schillernde wie launische Figur. Gerade seine Darstellung fand ich Brigitte Riebe sehr gut gelungen.

Die Darstellung der bereits etablierten Figuren gelingt ebenfalls, auch wenn ich mich mehr als einmal über Johanna und Vincent aufregte. Am schlimmsten wurde es dann mit ihrem Sohn Jakob, dessen inneren Konflikte aufgrund seiner schlimmen Vergangenheit am Anfang gut zu spüren sind.

Was mir weniger gefiel waren die vielen neuen Verstrickungen von mehreren Seiten der die Familie in Mainz ausgesetzt ist. Das war mir zu viel des Guten. In den vielen Intrigen geht der Ausbruch der Pocken ein wenig unter und die Bedrohungsatmosphäre durch diese schreckliche Krankheit war für mich nur wenig (be)greifbar.

Zum Ende hin wird das Erzähltempo straff angezogen und die Ereignisse überschlagen sich. Das ist zwar spannend einerseits, andererseits werden die Handlungsfäden auf so wenigen Seiten zusammengeführt und aufgelöst, dass ich mich fragte „Das war es jetzt?“ Für mich leider etwas unbefriedigend.

Ich habe das Buch im Rahmen einer autorenbegleiteten Leserunde gelesen und muss sagen: Lesen bildet, Leserunden noch mehr. ;-) Ich bedanke mich bei Brigitte Riebe für die nette Begleitung und die zusätzlichen Informationen mit denen sie die Lesenden auf ihrem Weg gefüttert hat.

Mein Fazit: Ein spannender historischer Roman, der gerade in der ersten Hälfte zum mitfiebern einlädt, mich durch die überschlagenden Ereignisse am Ende jedoch etwas unbefriedigt zurücklässt.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0  (2)
Charaktere 
 
4.5  (2)
Sprache & Stil 
 
4.5  (2)
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen
Gesamtbewertung 
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Leben im Mittelalter

Die Flucht aus Köln verschlägt Johanna und Vincent mit ihrer Familie nach Basel. Doch Basel hat sich nach der Reformation verändert, die Menschen haben das Lachen verlernt und alles wirkt grau. Vincent geht wieder in seinem Beruf auf und doch bringt genau das ihn in Schwierigkeiten. Jakob begeht eine große Dummheit. Da ist es gut, dass Vincent durch den Juden Mendel del Baruch eine Stelle als Leibarzt beim Kardinal Albrecht in Mainz angeboten wird. Da auch Johanna sich in Basel nicht wohl fühlt, greifen sie zu und lassen Basel hinter sich. Doch auch Mainz hat seine Gefahren, die schlimmste sind aber die Schwarzen Blattern.
Dieses Buch ist die Fortsetzung von „Die Pestmagd“. Obwohl ich den Vorgängerband nicht gelesen habe, bin ich doch schnell mit den Personen vertraut geworden. Der wunderbare Schreibstil von Brigitte Riebe passt zu jener Zeit und machte es leicht, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen.
Johanna und Vincent haben schon so vieles mitgemacht und doch gibt es einiges, was zwischen ihnen steht. Vincent redet nicht über die Vergangenheit und Johanna spricht ihn nicht an, um Unklarheiten zu bereinigen. So gerät ihre Beziehung in Gefahr. Gut gefallen hat mir, dass Johanna in Miriam eine so gute Freundin gewonnen hat. Ihr Sohn Jakob hat immer noch nicht zu sich selbst gefunden und handelt in seiner Unsicherheit oft falsch, was er dann schnell bereut. Kardinal Albrecht erleichtert das Leben von Johanna und Vincent auch nicht, denn er handelt impulsiv und bestimmend. Er ist ein schwieriger Patient und hat großes Interesse an Frauen, ist aber nicht beständig in seinen Beziehungen. Besonders gut gefallen hat mir die alte Sabeth, die ihre Lebensweisheiten und Ahnungen von sich gibt, aber wenig Gehör findet.
Die Charaktere sind lebendig und glaubhaft beschrieben, so dass ich mit ihnen fühlen konnte. Nicht nur Drohungen und Intrigen machen ihnen das Leben schwer, vor allem die Krankheiten und Seuchen sind eine immerwährende Bedrohung. Vincent ist ein fortschrittlicher Medicus, doch es ist mehr Ahnung als Wissen, das ihm bei seiner Tätigkeit hilft.
Alles ist sehr gut beschrieben, so dass man sich mittendrin fühlt im Leben des Mittelalters. Das ist oft sehr dramatisch, doch es gibt auch die heiteren Momente. Ich habe mich durch die Geschichte gut unterhalten gefühlt.
Ein lesenswerter historischer Roman.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

dramatische Fortsetzung

Inhalt:
1542. Johanna und Vincent sind mit ihrer Familie nach Basel geflüchtet. Nur langsam haben sie die Erlebnisse in Köln verarbeitet und der Neuanfang fällt allen schwer. Vor allem ihr Sohn Jakob fühlt sich immer noch nicht recht wohl in seiner Haut, sucht noch den richtigen Weg im Leben. Als böse Gerüchte über Johanna aufkommen nimmt Vincent kurzentschlossen eine Stelle als Leibarzt beim Kardinal Albrecht in Mainz an und alle sind froh, dort ein neues Zuhause zu finden. Aber lange währt der Frieden nicht. Ettliche Intrigen, Jakobs diverse Dummheiten und der wankelmütige Albrecht bringen neue Sorgen und Ängste. Und zu allem Überfluss brechen dann auch noch die Schwarzen Pocken in der Stadt aus und man muss um das Leben aller Beteiligten fürchten.

Meine Meinung:
Schnell war ich wieder in der Geschichte drinnen und habe die Abenteuer der bereits im ersten Teil liebgewonnenen Personen mit Interesse und Sorge verfolgt. Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist wunderbar zu lesen und sie versteht es perfekt, wichtige Fakten und Daten in die Geschichte einfließen zu lassen und lässt neben den bereits bekannten Protagonisten auch einige „neue“ historische Persönlichkeiten agieren, allen voran Albrecht von Brandenburg, einen vielschichtigen Charakter, der durch sein unbeständiges und dominantes Wesen so einiges durcheinander bringt. Ebenso unstet ist der junge Jakob, der von einer Dummheit in die nächste schliddert und – ich gebe es zu – mich am Ende etwas angestrengt hat mit seiner Art, erst mal in die Fettnäpfchen reinzutreten und dann festzustellen, dass er sich dreckig gemacht hat und es bereut, was er getan hat. Ein paar Mal haben alle Glück, dass dadurch nicht viel Schlimmeres passiert. Aber auch Johanna und Vincent haben eine Phase, wo ich nur den Kopf über die beiden Sturköpfe schütteln konnte und enttäuscht war, wie schnell sie ihr Glück aufs Spiel setzen.

Die Geschichte ist das pralle Leben. Hier wird gehasst und geliebt, betrogen und gelogen, verziehen und bereut, auch gelitten und gestorben. Immer wieder blitzte Humor auf und natürlich darf auch eine kleine Mieze in diesem Buch nicht fehlen. So gelingt es Brigitte Riebe, dass dieses Buch vor allem sehr gut unterhält und am Ende alle Fragen zur Zufriedenheit des Lesers gelöst werden.

Im Vergleich zum ersten Teil fand ich diese Fortsetzung weit weniger traurig und erschütternd. Dafür ist dieser hier nicht minder dramatisch aber zum Ende hin für meinen Geschmack fast etwas kurz geraten.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue