Dagmar Trodler: Die Waldgräfin

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Dagmar Trodler: Die Waldgräfin
Verlag
ET (D)
2001
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783764501259

Informationen zum Buch

Seiten
607

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In der Eifel, um das Jahr 1060. Alienor, die rebellische Tochter des Freigrafen zu Sassenberg, ist nach dem Tod ihrer normannischen Mutter gezwungen, die Pflichten der Burgherrin zu übernehmen. Als ihr Reitknecht Erik, ein gefangen genommener "Barbar", sich als der letzte Sohn eines alten nordischen Herrschergeschlechts erweist, liegt sein Leben in Alienors Hand. Da ergreift sie die Chance, nicht nur ihn, sondern auch sich selbst aus der Abhängigkeit zu befreien.Alienor, die Tochter des Freigrafen, lebt mit ihrem Vater und ihrer kranken Schwester Emilia auf der Burg Sassenberg in der Eifel. Seit dem Tod ihrer Mutter ist sie gezwungen, den Aufgaben einer Burgherrin nachzukommen, was ihr schwer fällt, da sie - eigenwillig, hochgewachsen und mit dunklem, widerspenstigem Haar - lieber in Männerkleidung reiten und jagen gehen würde, als Schleier zu sticken, zu weben und die Hausarbeiten zu überwachen. Darüber hinaus genießt sie, die mütterlicherseits normannischer Abstammung ist, nicht unbedingt den Respekt der Gefolgschaft.Eines Tages im Herbst bringt ihr Vater nach der Jagd einen verletzten Wilderer in die Burg, dem ein hartes Los droht: Auf Wilderei in den gräflichen Wäldern stehen empfindliche Strafen. Der Mann wird sofort in den Kerker geworfen, so dass Alienor kaum mit ihm in Berührung kommt. Nur seine entsetzlichen Schreie dringen gelegentlich an ihr Ohr. Erst an Weihnachten, sich auf ihre christlichen Pflichten der Nächstenliebe und des Erbarmens besinnend, erinnert sie sich seiner wieder. Sie sucht ihn im Kerker auf, um ihm Essen und einen Umhang zu bringen - und ist erschüttert von seinem Anblick. Von den Folterungen übel zugerichtet, dankt er ihr auf Französisch, der geliebten Sprache ihrer normannischen Mutter. Als Alienor dies ihren Vater wisssen läßt, beschließt er sofort, ihr den Gefangenen zu schenken. Er läßt ihn von seinem jüdischen Arzt Naphtali versorgen und präsentiert ihn seiner Tochter geschoren, mit dem Freigrafenwappen auf der Brust gebrandmarkt und mit einem Eisenring um den Hals. Allerdings stellt er die Bedingung, dass Alienor durch weibliche List in Erfahrung bringen möge, wer der geheimnisvolle "Barbar" in Wirklichkeit ist. Denn man weiß man nur, dass er Heide und offenbar guter Abstammung ist, doch seinen Namen wollte er selbst unter Folterqualen nicht verraten. Alienor ist dieser Mann unheimlich, doch sie überwindet ihr anfängliches Unbehagen...

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Die Waldgräfin

Alienor, eine Grafentochter, erhält von ihrem Vater einen gefangenen und übelst gefolterten Wilderer als Knecht. Doch in diesem steckt mehr als zunächst angenommen und, gebunden durch seinen Schwur ihr gegenüber, sieht er sich bald in einen Überfall auf die Burg hineingezogen. Bald sind ihrer beiden Schicksale fest miteinander verknüpft, trotz aller damit verbundenen Gefahren...

Das Buch hatte ich mir nur mal zum Reinlesen mitgenommen. Der Titel klang eigentlich eher abschreckend und der Inhalt eher nach historischer Liebesgeschichte. Aber ich hatte dunkel im Hinterkopf, irgendwo mal was gelesen zu haben, dass man bei einem Buch mit diesem Titel nicht danach gehen sollte.
Ich habe dann mal reingelesen, eigentlich nur, um zu entscheiden, dass es doch nichts für mich ist und es dann wieder wegzupacken. Tja, daraus wurde wohl nichts. Nach 50 rasch gelesenen Seiten habe ich kurzentschlossen noch mal von vorne angefangen, diesmal richtig und das Buch dann in einem Rutsch durchgelesen ;-)
Alienor ist weder eine typische reiche Grafentochter, noch die typische "untypische" Grafentochter, die alles kann und in allem weit ihrer Zeit voraus ist. Keineswegs. Sie ist eine selbstbewusste junge Frau, die aber auch ein Kind ihrer Zeit ist und dementsprechend in den damaligen Gebräuchen und dem Glauben verhaftet. Deshalb ist es angenehm realistisch und vor allem glaubhaft, dass sie einer ganzen Reihe von Ideen und Handlungen Eriks ablehnend oder entsetzt gegenübersteht, und sie, trotz der Entwicklung, die sie im Laufe des Buches durchmacht, nicht einfach von heute auf morgen ablegt.

Erik bringt mit seiner Wildheit und der nordischen Mythologie eine interessante Komponente hinein. Über lange Strecken hinweg weiß man nicht recht, was von ihm zu halten ist. Besonders sein Verhalten Alienor gegenüber ist spannend zu beobachten, weil er ihr einerseits immer näher kommt, sie aber andererseits diejenige ist, die ihn gefangen hält, und sei es nur durch seinen Schwur.

Einen Großteil der Handlung nimmt glücklicherweise nicht die Liebesgeschichte ein, sondern Angriffe, Intrigen, Machenschaften der Kirche und weiteres. Es gab eine ganze Reihe von interessanten Themen: So zum Beispiel die Nebenfigur von Alienors kranker Schwester, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Die Stellung der Kirche und ihr Verhalten den Menschen gegenüber. Die Position des jüdischen Arztes am Hof des Grafen, besonders auch, wie Alienor und andere mit ihm umgegangen sind. Und vor allem auch, mit welchen Folgen Alienor aufgrund ihrer Beziehung zu Erik zu kämpfen hat.

Dass sich zwischen den beiden natürlich doch etwas entwickelt, war natürlich abzusehen. Aber das geschieht auf durchaus nachvollziehbare Art und Weise, langsam und schrittweise, mit einigen Rückschlägen. Es ist sehr schön zu sehen, dass grundlegendes Misstrauen und extreme Unterschiede in Kultur und Glaube eben nicht einfach so zu überwinden sind.

Insgesamt war dieser Roman also eine ungemein positive Überraschung und ich denke, dass die Folgebände über kurz oder lang Einzug in mein Regal finden werden.

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"Die Waldgräfin" ist ein sehr schönes Erstlingswerk der Autorin Dagmar Trodler.

Eigentlich steht die Liebe zwischen Alienor, einer gläubigen Christin, und Erik, einem "heidnischen Barbaren", der an die fremden Götter des Nordens glaubt, im Vordergrund. Dahinter verstecken sich aber sehr viele interessante Informationen über nordische Sagen und Geschichten, die Erik Alienor erzählt. Erik selbst ist ein sehr faszinierender Mann mit strahlenden blauen Augen und einer sehr großen inneren Stärke, die ihn Demütigung, Gefangenschaft und Folter überstehen lassen. Die christliche Kirche kommt in diesem Buch nicht sehr gut weg (eine Tatsache, die manchen vielleicht stören mag - mir jedoch nochmals die menschenverachtende Geschichte "unserer" Kirche vor Augen geführt hat).

Sehr schön war auch, endlich einen historischen Roman zu lesen, der nicht nur vom englischen oder französischen Mittelalter handelt, obwohl er in der Zeit um 1066 spielt - die Zeit des großen Umbruchs nach der Schlacht von Hastings und der Eroberung Englands durch den normannischen König Wilhelm. Diese historische Figur wird jedoch nur am Rande erwähnt. Auch die Gestalt des Erik erscheint manchmal als zu übertrieben in ihrer Ausdauer, Schmerz und Krankheit erdulden - und überleben - zu können. Trotzdem: Fazit Empfehlenswert, wenn es auch nicht an die Komplexität eines Werkes von Ken Follett oder Rebecca Gablé herankommt.

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Ein wunderbares Buch, das ich bereits zum 3. Mal durchgelesen habe. Es ist in einer faszinierenden Zeit angesiedelt und spielt - was mir sehr angenehm aufgefallen ist - in Deutschland. Endlich mal eine Abwechslung, da die meisten historischen Romane ja gern in England angesiedelt werden. Spannend ist besonders die Gegenüberstellung des christlichen Glaubens (besonders anschaulich dargestellt zum Beispiel im Gottesurteil) und des "heidnischen" Glaubens. Vor allem Fans nordischer Sagen werden auf ihre Kosten kommen.

Und ich muss sagen, ich habe mich einfach in die Geschichte des rebellischen Mädchens und des unterdrückten, misshandelten Sklaven, der sich später als Edelmann entpuppt, verliebt!! Beide retten einander, um ihren eigenen Weg in die Unabhängigkeit zu finden .....

Natürlich mag manchens ein wenig übertrieben und klischeehaft sein, und bei der Beschreibung gewisser Lebensumstände und Verletzungen und deren Behandlung mag sich einem schon mal der Magen zusammenziehen ( aber gut, das ist halt das Mittelalter...), aber die Geschichte liest sich flüssig und in sich schlüssig. Keine unnötigen Weitschweifigkeiten und Langatmigkeiten, statt dessen gerade so viel Beschreibung der Personen und Charaktere, Schauplätze und Hintergründe, daß man sich ein gutes Bild machen kann, ohne von den Beschreibungen ermüdet zu werden. Denn nichts ist mir unangenehmer, als wenn sich in historischen Fakten verloren wird, so daß man die eigentliche Geschichte fast aus den Augen verliert.
Dies passiert Dagmar Trodler zum Glück nicht. Sehr schön jedoch, daß die in der Handlung genannten historischen Fakten korrekt sind (z.B. die Sonnenfinsternis des Jahres 1066).

Mein Fazit: wunderschönes historisches Buch mit ausreichend Herz, Schmerz, Dramatik, Religion und mittelalterlichem Alltag !! Lesen !!

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Das Buch "Die Waldgräfin" sowie die beiden Fortsetzungen "Freyas Töchter" und "Die Tage des Raben" sind für mich die besten Bücher, die ich je gelesen habe. Einmal angefangen, war es für mich unmöglich dieses Buch wieder aus der Hand zu legen. Niemals zuvor habe ich mit einer fiktiven Person so mitgelitten, geheult oder mich gefreut wie mit Alienor. Mag sein, dass die Handlung teilweise übertrieben ist aber das tut dem Buch keinen Abbruch, im Gegenteil. Diese unglaublich tiefe Liebe, die Alienor und Erik füreinander empfinden und die Stärke dieser Frau, alles zu erdulden und für ihre Familie zu kämpfen sind einfach faszinierend. Zudem kommt noch, dass dieses Buch sehr flißend geschrieben ist, ohne unnötigen Schnick-Schnack und dergleichen. Ich kann mir nicht helfen, aber für mich ist es ein absolut perfektes Meisterwerk!

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