Charlotte Lyne: Die zwölfte Nacht

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Charlotte Lyne: Die zwölfte Nacht
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442367177

Informationen zum Buch

Seiten
670

Sonstiges

Erster Satz
"Da kommt er! Der Ketzer Cranmer kommt!"

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England im 16. Jahrhundert. Die junge Catherine Parr hat zwei Herzenswünsche: Sie will eines Tages ein Buch schreiben - ein für eine Frau undenkbares Vorhaben! Und sie will Tom Seymour, ihren Freund aus Kindertagen, heiraten. Doch alles kommt ganz anders: Am Hof Heinrichs des VIII. geraten Catherine und ihr Liebster in den Strudel einer stürmischen Zeit. Freie Geister leben gefährlich in dieser Ära dramatischen Wandels, und so muss Catherine mit Klugheit und Geschick darum kämpfen, sich und Tom vor Kerker und Fallbeil zu bewahren.

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„Die zwölfte Nacht“ ist in erster Linie die Geschichte von Catherine Parr, ihrer lebenslangen, aber lange unerfüllten Liebe zu Thomas Seymour und ihrem gemeinsamen Streben nach einer Erneuerung der Kirche. Gleich zu Beginn sind mir meine rudimentären Kenntnisse der englischen Geschichte aufgefallen. Parr, Seymour, Boleyn: Namen die ich schon mal gehört hatte und die eine wichtige Rolle spielten, nur welche oder wann genau, hatte ich keine Ahnung. Von Heinrich VIII hatte ich eine Erinnerung an seine Figur bei Madame Tussaud und ich erinnerte mich auch an den Spruch: „Divorced, beheaded, died. Divorced, beheaded, survived“ über das Schicksal seiner Frauen.

Die Autorin hat das Buch in zwölf Kapitel aufgeteilt, die mit Zeilen aus dem englischen Weihnachtslied „The Twelve Days of Christmas“ überschrieben sind und lässt in jedem Kapitel anhand des „Twelfth Night“-Fests, einer Feier zum Ende der Weihnachtszeit, am Vorabend des Dreikönigstags, das jeweilige Jahr Revue passieren, eine Struktur, die mir sehr gut gefiel. Am Ende des Buches hat die Autorin ein Glossar und ein Verzeichnis der ja doch fast ausschließlich historisch verbürgten Personen angehängt und erläutert außerdem, in wie weit sie sich schriftstellerische Freiheiten genommen hat. Das spricht für einen sorgfältigen Umgang mit Geschichte, etwas, was mir bei historischen Romanen doch recht wichtig ist.

Die Hauptfigur Catherine konnte einem so manches Mal leidtun: immer wenn man glaubte, jetzt wendet sich endlich alles zum Guten, bekam sie den nächsten Schlag und aus einer glücklichen Beziehung wurde wieder nichts – auch wenn ich nicht wirklich nachvollziehen konnte, was so toll an diesem Thomas Seymour gewesen sein soll. Der Darstellung von Catherines Glauben wurde zwar einiges an Raum gegeben, aber die inneren Konflikte konnten mich nicht überzeugen, was aber auch an meiner fehlenden Gläubigkeit liegen kann. Das ganze hin und her, wer warum ein Ketzer ist oder nicht und welche Rituale gerade verboten sind, wurde jedenfalls deutlich genug beschrieben, interessant fand ich zu sehen, wie die einzelnen Parteien, auch über die Hochzeitspolitik Heinrich VIII, versuchten Einfluss auf ihn zu nehmen. Die für mich interessanteste Figur war allerdings die junge Elisabeth, die mein ganzes Mitgefühl und meine Sympathie hatte.

Charlotte Lyne hat mir jedenfalls einen ganz ordentlichen Überblick über die Regierungszeit Heinrich VIII verschafft und mich dabei gut unterhalten – was will man mehr?

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Catherine Parr ist ein unscheinbares, aber aufgewecktes Kind, das zur Regierungszeit von Heinrich VIII. als Tochter einer Adelsfamilie aufwächst. Von Kindheit an verbindet sie eine tiefe Freundschaft mit den Seymour-Geschwistern, besonders mit dem ungebärdigen Tom, den sie schon als kleines Mädchen eines Tages heiraten möchte. Mit weiblichen Spielchen hat Catherine wenig am Hut, dafür lernt sie umso begieriger lesen und schreiben, liebt gelehrte Diskurse und träumt davon, eines Tages ein Buch zu schreiben.

Standesgemäß wird sie mit einem jungen Adeligen verheiratet, sobald sie alt genug ist, aber der Platz in ihrem Herzen gehört einzig und allein dem rothaarigen Tom, der zu einem wahren Frauenhelden herangewachsen ist.

Die Jahre gehen ins Land, Heinrich versucht seine ungeliebte erste Ehefrau zugunsten Anne Boleyns loszuwerden, lässt diese hinrichten, heiratet Catherines Freundin Jane Seymour, die dann im Kindbett stirbt ... und eines Tages wird Cathie selbst die letzte Frau an der Seite des unberechenbaren Herrschers sein.

Heinrich und seine Frauen faszinieren schon Generationen von Lesern und Autoren. In diesem Buch rückt Charlotte Lyne eine Frau in den Mittelpunkt, die in vielen anderen Büchern hinter den anderen Frauen, besonders der tragischen Figur Katharina von Aragon und der schillernden Anne Boleyn, zurückstehen muss. Auch in diesem Roman ist sie äußerlich eher unauffällig und höfischem Getändel abgeneigt, verfügt jedoch über einen messerscharfen Verstand und großes Interesse an der Politik und ganz besonders an den religiösen Umwälzungen unter Heinrich VIII., der bald die Papisten und bald die Reformer verfolgen lässt.

Der Romantitel ist mit Bedacht gewählt, denn das Zwölfnachtsfest (heute Dreikönig) ist immer wieder Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, jene Nacht, in der sich die Machtverhältnisse umkehren und "erlaubt ist, was uns frommt" - und in zwölf Nächten wird die Erzählerin das Leben der Frau schildern, die den berüchtigten Heinrich am schließlich überlebt hat.

Stilistisch zeigt sich das Buch etwas eigenwillig mit ungewöhnlichen Metaphern und leicht altertümelnden Formulierungen. Die eine oder andere Liebesszene gerät ein wenig arg schwülstig, was zum Glück nicht häufig vorkommt und durch gelungene Charaktere ohne Weichzeichner und schlagfertige Dialoge wettgemacht wird, die oft durch schwarzen Humor glänzen.

Durchaus empfehlenswert.

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