Bewertungsdetails

Historische Romane 1680
Netter Roman mit einigen Schwächen
Gesamtbewertung 
 
3.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Die Geschichte von Marlene knüpft nahtlos an Honigtot an. Nachdem Marlene einen Bombenangriff in München überlebt hat, trifft sie in der Stadt auf Widerstandskämpfer und macht sich auf den Weg nach Warschau, um dort bei einem geplanten Aufstand mitzuwirken. Allein die Zugfahrt nach Warschau entpuppt sich als wahre Odyssee und sie ist froh, als sie mit einigen Tagen Verspätung in Warschau ankommt. Dort trifft sie direkt auf einen alten Bekannten, einen ehemaligen Liebhaber. Dieser weiß inzwischen, dass Marlene eine Widerstandskämpferin ist. Doch kann Marlene ihm trauen?

Dieser Roman schildert eindrücklich die Erlebnisse von Marlene in den letzten Monaten des 2. Weltkriegs. Man erlebt mit ihr, wie mutig sie sich gegen die Nazis stellt, wie sie schwer verletzt und in Gefangenschaft leidet. Wie sie die wahre Liebe erlebt und sich an kleinste Hoffnungen klammert. Und wie es nach Ende des Krieges doch erstmal alles nicht so toll ist.

Das Buch ist sehr schön aufgebaut. Zu Beginn jedes neuen Kapitels gibt es Zitate oder sog. "Kriegssplitter", in denen - aus heutiger Sicht teilweise absurde - Fakten dargestellt werden. Das Buch ist gut recherchiert und es hat sicherlich sehr viel Mühe gemacht, es zu schreiben.

Doch leider konnte es mich nicht überzeugen. Ich habe Honigtot geliebt, vor allem auch wegen der Botschaften, die das Buch übermittelt hat. Leider konnte Marlene damit nicht mithalten. Während die Botschaften in Honigtot autentisch und eindringlich wirkten, wirkten sie in Marlene als aufgesetzt. Als hätte man versucht, bestimmte Inhalte unbedingt unterzubringen und dafür nach passenden Stellen gesucht und nicht gefunden. Teilweise wurden den Charakteren Äußerungen und Vermutungen in den Mund gelegt, die meiner Meinung nach nicht in diese Zeit passten, sondern erst sehr viel später erkannt wurden.

Das Buch lässt sich gut weglesen, es ist nicht zu verschwurbelt geschrieben. Doch an manchen Stellen habe ich gestutzt - nutzte man in den 40ern wirklich die Worte "doof", "Naziärsche" und "Scheiße"?

Leider habe ich von Marlene mehr erwartet. Es ist ein netter Roman, der sicherlich autentisch das Geschehen und die Verbrechen der Nazizeit darstellt. Aber während der letzten 100 Seiten habe ich mir nur noch gewünscht, das Buch möge zu Ende gehen. Die auf den letzten Seiten geschilderten Erlebnisse waren für mich ziemlich unerheblich.

Von mir gibt es durchschnittliche 3 von 5 Sternen für einen Roman, der sich gut weglesen lässt, aber doch einige Schwächen aufweist.
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