Bewertungsdetails

Historische Romane 1722
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0
Im vornehmen Londoner Vorort wird in einem verheerenden Feuer das Anwesen des beliebten Doktors Shaw vernichtet. Das einzige Opfer ist seine Frau Clemency. Und obwohl in London ein geheimnisvoller Killer namens “Jack the Ripper” sein Unwesen treibt, wird Inspektor Thomas Pitt auf diesen Fall angesetzt - eine Entscheidung, die seinen Kollegen vor Ort gar nicht passt.

Schon bald steht fest, dass es sich um Brandstiftung gehandelt haben muss. Doch wer sollte das Opfer sein? Clemency Shaw sollte eigentlich am entsprechenden Abend gar nicht zu Hause sein, hat sich erst kurzfristig umentschieden. Und ihr Mann wurde spontan zu einem Krankenbesuch gerufen, auch etwas, was der Täter nicht vorhersehen konnte…

Pitt ist schnell davon überzeugt, dass der Anschlag nicht von einem Tagedieb oder Raubmörder ausgeführt worden ist, und vermutet den Täter im Bekanntenkreis des Paares. So vertieft er sich mit seinem Assistenten in das Beziehungsgeflecht der Shaws - Verwandte, Bekannte und Nachbarn werden penibelst unter die sprichwörtliche Lupe genommen. Dabei stößt er auf grundlegende Konflikte, wie sie schwerwiegender nicht sein könnten. So war Clemency in die Aufklärung von Mietwucher und schwerster Ausbeutung durch die reiche, hochstehende Londoner Gesellschaft verwickelt, während ihr Mann sich Freigeist und Verfechter von Rede- und Pressefreiheit ebenfalls viele Feinde gemacht hat.

Lange bohrt Pitt in seinen Verhören vergeblich, und erst als ein weiteres Haus abbrennt und ein weiteres Opfer zu beklagen ist, kommt Fahrt in die Ermittlungen. Außerdem mischt sich von anderer Seite auch wieder seine Frau in die Nachforschungen ein, wie bereits aus anderen Romanen der Serie bekannt. Diese kann dank ihrer Herkunft aus der “vornehmen Gesellschaft” mit Hilfe ihrer Schwester Quellen anzapfen, die Pitt verschlossen sind - und sie erfährt dabei Dinge, die dieser Gesellschaft zwar hochnotpeinlich sind, aber letztendlich einige entscheidende Hinweise geben.

Dieser Pitt-Krimi ist wieder nach dem bewährten Muster gestrickt: Ein Verbrechen spielt sich im Spannungsfeld zwischen den armen Massen und dem an seinen althergebrachten Rechten hängenden Adel ab, verbohrter Traditionalismus trifft auf Liberalismus. Die damit verbundene Sozialkritik ist auch hier wieder, wie in vielen ihrer Krimis, ein wesentliches Element des Plots. Anne Perry nimmt dieses viktorianische Milieu dabei sehr stilecht aufs Korn, die Charaktere, die dem Leser durch Pitts ruhige und hartnäckige Ermittlungsart nahegebracht werden, sind fein gezeichnet und wirken sehr lebensecht. Kaum eine Figur ist dabei nur gut oder nur böse; ihre Persönlichkeitsfacetten erzeugen z.B. bei aller Antipathie auch Mitleid, auch wenn klar ist, auf welcher Seite die Autorin letztendlich die “Guten” ansiedelt.
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