Kevin Baker: Dreamland

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Kevin Baker: Dreamland
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Dreamland
ISBN-13
9783795117290

Informationen zum Buch

Seiten
700

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Handlungsort

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1909: Auf den Decks der Überseedampfer drängen sich die europäischen Einwanderer, um einen Blick auf die Stadt der Verheißungen zu erhaschen: New York. Was sie aber zuerst sehen, ist der flammende Himmel über dem Vergnügungspark Dreamland. Auf einem dieser Schiffe kommt auch der kleine ukrainische Gangster Kid nach New York. Er verliebt sich in die Rabbinertochter Esther, die als Näherin arbeitet und von einer besseren Welt träumt. Und er begegnet Trick dem Zwerg, der für seine abgöttisch geliebte Carlotta eienn Zwergenpalast in Dreamland erbaut. Die Millionen von elektrischen Lichtern, die Dreamland taghell erstrahlen lassen, zeigen die Kuriositäten und monströsitäten des beginnenden technischen Zeitalters: Brutkästen als Jahrmarktattraktion, die ersten Geisterbahnen, der nachgespielte Burenkrieg und der tägliche Ausbruch des Vesuv - dazu wird das soeben erfundene Fast Food genossen. Als Dreamland dann wirklich in Flammen steht, wird dieses Feuer zur großen Parabel von Aufstieg und Fall, Erlösung und Untergang.

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New York um 1910: eine Zeit der rivalisierenden Gangsterbanden, der Korruption, der Huren, Monstrositätenshows und nicht zuletzt der Proteste in der Arbeitswelt.

Dreh- und Angelpunkt des Romans ist Dreamland, ein Vergnügungspark auf Coney Island, voller rasanter Fahrgeschäfte, Leckereien, exotischer Tiere und nicht zuletzt menschlicher "Kuriositäten". Man stellt in Vorführungen Naturkatastrophen und Kriege nach und hat gar eine Miniaturstadt gebaut, bevölkert von Kleinwüchsigen und "beherrscht" von Trick dem Zwerg und seiner verrückten Carlotta. Für die Befriedigung von Nervenkitzel, Schadenfreude und Sensationsgier ist also gesorgt.

Im politischen Leben New Yorks dominieren die Demokraten mit ihrer Zentrale „Tammany Hall“, hauptsächlich irischer Abstammung, die nach Lust und Laune Wahlen manipulieren und mit ihren Gangstertrupps für Ordnung sorgen, wobei es immer wieder zu Kämpfen mit verfeindeten Gangs kommt und in Hinterzimmern und Kellern neben Rattenkämpfen auch mal zum Spaß Menschen das Rückgrat gebrochen wird, von brutalen Gangstern wie Gyp the Blood, ehemals Lazar Abramowitz, in einer strenggläubigen jüdischen Familie aufgewachsen.

Dessen Schwester Esther wird schon als junges Mädchen zum Geldverdienen in eine Näherei geschickt, wo sie sechzehn Stunden am Tag unter miserablen Arbeitsbedingungen schuftet, aber auch eines Tages Clara kennenlernt, die Beziehungen zur Gewerkschaft hat und Esther und ihre Mitstreiterinnen eines Tages in den Streik führen wird.

Ein ungewöhnliches Panorama von New York entsteht hier, in den ersten Kapitel sehr verworren und bei den Geschichten aus dem Gangstermilieu sehr brutal und gewalttätig. Erst als Esthers Geschichte anfing, begann ich mich mit dem Buch wohler zu fühlen und hatte endlich einen Anknüpfungspunkt, eine Person, zu der ich eine Beziehung aufbauen konnte.

Die beengten Wohnverhältnisse, die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Nähereien, das aufgewühlte, schrille, unecht-fröhliche und dabei auch ein klein wenig abstoßende Ambiente des Vergnügungsparks werden so plastisch geschildert, dass man das Bratfett und die Zuckerwatte beinahe riechen und die unbarmherzige Schinderei in der Kleiderfabrik spüren kann, ein authentisches Gesamtbild.

Gestört haben mich die häufigen Perspektivenwechsel, die vor allem anfangs Lesefluss und -spaß nicht gerade fördern, und das Fehlen einer kurzen Einführung in die New Yorker Politik von damals. Es ist z.B. ständig von "Tammany" die Rede, ohne dass der Begriff jemals erläutert wird, die politischen Ränkespiele fand ich auch nicht so wahnsinnig interessant. Auch die zahlreichen eingestreuten Liedertexte auf englisch hätte ich in diesem Umfang nicht gebraucht.

Da ich anfangs mit dem Roman so meine Schwierigkeiten hatte und auch zwischendurch immer wieder auf Längen stieß, an anderer Stelle aber wieder sehr angetan war, lässt er sich gut mit einer Achterbahnfahrt vergleichen, was wiederum zum Titelthema passt. Insgesamt also guter Durchschnitt.

Dreamland und die zahlreichen merkwürdigen und oft auch geschmacklosen Attraktionen hat es übrigens bis zu einem verheerenden Brand, nach dem der Park nicht wieder aufgebaut wurde, tatsächlich gegeben.

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Kevin Baker verquickt so einige Lebensgeschichten miteinander. Da gibt es den Zwerg, der sich ein Leben außerhalb des Rummelplatzes und die wahre Liebe wünscht; die Arbeiterin und Gewerkschaftsaktivistin, die von guten Lebens- und Arbeitsbedingungen träumt und davon, dass ihr Vater der jüdische Ex-Rabbi ihre Bemühungen um die Familie endlich anerkennt; ihren vom Vater verstoßenen Bruder, den Spieler, Gangster und Zuhälter; sein "Mädchen" die Angst davor hat, bald zu alt und verbraucht zu sein für dieses Leben, noch einen Gangster, der sich wider Erwarten verliebt und den Politiker, der die Bedingungen ausnutzt und alle Schichten gegeneinander ausspielt.

Diese Figuren seinen Lesern nahe zu bringen gelingt Baker nur teilweise. Manche der Figuren sind einfach zu negativ oder auch nur zu "anders", als das man wirklich mit ihnen mitleiden könnte. Aus diesem Grund gab es im Buch immer wieder Abschnitte, die er meiner Meinung nach durchaus hätte weglassen können und die ich dann mehr überflog als wirklich las. Andere Geschichten waren aber doch zu spannend, bei denen wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht. Er beschreibt ein leider nur teilweise interessantes Bild von einem Leben, dass noch keine 100 Jahre her ist und uns doch völlig fremd ist.

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