Elisabeth Büchle: Himmel über fremdem Land

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Elisabeth Büchle: Himmel über fremdem Land
ET (D)
2013
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783865917508

Informationen zum Buch

Seiten
464

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Graue Regenwolken schoben sich vor den unvollkommenen Mond am nächtlichen Himmel.

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Handlungsort

Stadt
Kontinent
Handlungsorte
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Am Vorabend des Ersten Weltkrieges geht die Niederländerin Tilla van Campen eine arrangierte Ehe mit einem Berliner Industriellen ein. Ihre 13-jährige Schwester Demy begleitet sie nur widerwillig in die Großstadt. Für das lebhafte Mädchen ist der steife Lebensstil der Familie Meindorff und die strenge Erziehung durch eine Gouvernante die reinste Folter.

Die Kluft zwischen Arm und Reich und die Standesdünkel vertragen sich nicht mit Demys ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, und immer wieder eckt sie an. Nur Hannes, der sympathische jüngste Sohn des Hauses, scheint ihr wohlgesonnen. Doch dann beginnt sich die politische Lage in Berlin zuzuspitzen ...

Der erste Band einer großen Familiensaga, die die Leser in vergangene Zeiten und an spannende Schauplätze wie Berlin, St. Petersburg und Deutsch-Südwestafrika entführt.

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Erster Band der Meindorff-Saga

Die Niederländerin Tilla van Campen heiratet wenige Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Sohn eines erfolgreiche Berliner Industriellen Joseph von Meindorff. Von Anfang an wirkt die Ehe nicht sonderlich glücklich, die Meindorffs spekulieren auf Tillas Mitgift und sie selber scheint sich auch nicht viel von der Ehe zu erwarten. Immerhin darf sie ihre jüngere Schwester Demy als ihre Gesellschafterin mit nach Berlin nehmen. Das Mädchen ist wenig begeistert, dass es sein Zuhause und die geliebten kleinen Geschwister verlassen soll, aber Tilla lässt nicht mit sich reden und gibt Demy sogar für älter aus als sie ist, damit sie ihm Hause Meindorff eine Stelle erhält. Doch Demy ist eine wohlerzogene Gesellschafterin, sondern ein noch junges und ungestümes Mädchen. Mit dem strengen Familienoberhaupt, dem Rittmeister von Meindorff, gibt es so bald erste Zusammenstöße. Demy schleicht sich aus dem Haus, wann immer sie kann, und erkundet die ihr fremde Stadt Berlin. Schnell findet die sympathische junge Frau Freunde, wobei sie keine Grenze zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten zieht und sich auch mit einer jungen Frau aus der Arbeiterklasse anfreundet.

Neben Demys Geschichte gibt es noch zwei weitere Handlungsstränge. Einmal die Geschichte von Demys und Tillas Schwester Anki, die als Kindermädchen bei einer reichen adligen Familie in Sankt Petersburg lebt und arbeitet. Während die russische Gesellschaft auf den Abgrund zutaumelt, verbreitet insbesondere der unheimliche Leibarzt der Zarin, Rasputin, Angst und Schrecken bei der jungen niederländischen Frau. Ankis Geschichte wird in diesem Teil allerdings nur angerissen, sie bekommt im zweiten Band der Trilogie viel mehr Raum.

Der dritte Handlungsstrang des ersten Teils beschäftigt sich mit Philippe von Meindorff, einem Ziehsohn des Rittmeisters, der als schwarzes Schaf der Familie gilt. Während sich die anderen Meindorffs in fast allen Fragen vom Familienoberhaupt dirigieren und steuern lassen, geht Philippe seinen eigenen Weg. Er dient in Deutsch-Südwestafrika und verliebt sich dort in eine Schwarze, die er auch heiraten will. Eine skandalöse Vorstellung für die Familie in Berlin, aber Philippe kümmert sich nicht um deren Meinung und folgt seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen.

Insgesamt zeichnet die Autorin mit diesem Auftaktband ein fesselndes Stück deutscher Zeitgeschichte nach. Es gelingt ihr vortrefflich, die Stimmung dieser Jahre vor dem Krieg einzufangen, egal ob nun in Deutschland, Russland oder Afrika.
Mich persönlich haben am meisten die Abschnitte in Berlin gefesselt, ebenso wie die in Russland, wobei diese, wie schon erwähnt, hier noch eher knapp gehalten werden. Nicht ganz so begeistert war ich von dem Handlungsstrang um Philippe in Afrika, aber gerade hier wurden mir sehr viele neue Informationen vermittelt, mit diesem Teil der deutschen (Kolonial)Geschichte habe ich mich bisher eigentlich noch nie beschäftigt.

Den zweiten Teil "Sturmwolken am Horizont" hatte ich schon vorher gelesen, was ich zwar nicht unbedingt empfehlen würde, mir aber dennoch nicht den Spaß am Lesen des ersten Teils genommen hat. Ich hatte durch meine Kenntnis der späteren Ereignisse natürlich eine etwas andere Sicht auf manche Figuren und konnte deren Handlungen besser einordnen als es wohl ansonsten der Fall gewesen wäre. Auf jeden Fall freue ich mich nun schon sehr auf den Abschluss mit "Hoffnung eines neuen Tages", der im März 2014 erschienen ist.

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