George MacDonald Fraser: Flashman in Afghanistan

George MacDonald Fraser: Flashman in Afghanistan

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George MacDonald Fraser: Flashman in Afghanistan
Verlag
ET (D)
1971
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Flashman - From the Flashman Papers 1839-1842
ET (Original)
1969
ISBN-13
9783942270915

Informationen zum Buch

Seiten
383

Serieninfo

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Hughes hat sich in einer wichtigen Einzelheit geirrt.

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Der 17-jährige Harry Flashman wird in der Zeit des Viktorianischen Empire aus der Rugby School geworfen. Er startet eine erstaunliche Karriere beim Militär, die unverdient steil nach oben geht, denn er weiß: Bestimmte menschliche Fehler wie Dummheit, Arroganz und Engstirnigkeit sind militärische Vorzüge. Harry Flashman darf Elspeth, das größte Flittchen, das je eine Matratze abgenutzt hat heiraten (außerdem ist ihr Vater reich), doch wird er zu seinem Entsetzen nach Afghanistan versetzt. Beim Rückzug der Briten und verbündeten Inder aus Kabul überleben nur zwei Harry ist einer davon. Harry macht sich natürlich aus dem Staub und schlägt sich selbst durch. Das endet in höchsten militärischen Auszeichnungen als Held von Dschalalabad und bei den Afghanen wird er als Bloody Lance geachtet (aufgrund eines weiteren Missverständnisses).

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Flashman in Afghanistan

Ich mag ja Abenteuergeschichten und als mir Flashman als amüsante Abart des Genres ans Herz gelegt wurde, habe ich zugegriffen.

Harry Flashman ist ein junger Lebemann, der sich nur für die angenehmsten Seiten des Lebens interessiert. Dazu gehört auch der Alkohol, was dafür sorgt, dass er von seiner Schule geworfen wird. Das Militär scheint eine angemessene Zukunft für den jungen Mann und so landet er bei den leichten Dragonern. Gut reiten kann er schließlich und die Uniformen sind sehr ansehnlich. Dass er hinter allen Frauen her ist, die nicht schnell genug flüchten, führt zu einer ungewollten aber doch recht ansehnlichen Ehefrau. Allerdings leider zum Unmut seines Vorgesetzten, der kurzerhand für eine Versetzung nach Indien sorgt, von wo aus Flashman dann in Afghanistan landet.

Nein, Flashman ist nicht sympathisch. Sogar die an für sich sympathische Eigenschaft der Selbstkritik – er kennt seine schlechten Charakterzüge genau – nutzt da nichts, da er keinerlei Motivation hat, sich zu ändern. Stattdessen prügelt er seine Untergebenen und vögelt sich durch die Gegend und auch wenn er willige Frauen lieber hat, schreckt er nicht vor Vergewaltigung zurück. Flashman ist so ziemlich der egoistischste Held einer Buchreihe, der mir je begegnet ist. Wenn man allerdings bereit ist darüber hinwegzusehen bzw. sich so manches Mal darüber zu amüsieren, wie es ihm gelingt aus einer negativen Handlung seinen Vorteil zu ziehen, bekommt man eine extrem kritische Auseinandersetzung mit der britischen Kolonialpolitik in Afghanistan zu lesen. Dabei bescheinigt Flashman praktisch allen Vorgesetzten Unfähigkeit, selbst absichtlich sabotierend hätten sie kaum so viel Schaden anrichten können, wie sie es dadurch getan haben, dass sie nur wahrnahmen, was in ihr Weltbild passte und nicht die Realität. Ich finde es allerdings besonders faszinierend, dass Flashman sehr wohl erkennt, wie unfähig seine Vorgesetzten sind, diese aber nie merken, dass er (auch) nur ein Aufschneider ist.

So manches Mal war ich versucht das Buch zuzuklappen, wenn Flashmans Verhalten wieder jeglichen Anstand und Moral vermissen ließ, habe aber weitergelesen, weil mir klar war, dass die Figur mit Absicht mit diesen abstoßenden Zügen ausgestattet wurde, um den typischen strahlenden Helden zu persiflieren. Der Folgeband (in Deutschland spielend) liegt hier noch, aber ich glaube, dann habe ich genug von diesem Mistkerl.

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Harry Flashman ist 17 Jahre alt und verhält sich für einen englischen Gentleman der Viktorianischen Zeit mehr als unangemessen. Wegen Trunkenheit fliegt er von der Rugby School (eine der renommiertesten und ältesten Privatschulen des Landes), doch dank seines vermögenden Vaters, der ihm ein Offizierspatent kauft, wird er beim Militär aufgenommen. Eigentlich will er sich dort nur auf seiner eigenen Haut ausruhen und nur ja nicht in gefährliche Gebiete geschickt werden, doch als er seinem Trieb mal wieder nachgibt und die Kaufmannstochter Elspeth zuerst flachlegt und schließlich heiraten muss, wird er zu seinem Entsetzen nach Indien strafversetzt. Später führt ihn sein Weg sogar nach Afghanistan.

Mit mehr Glück und Überheblichkeit als Verstand ist dieser Harry Flashman gesegnet. Er stolpert unfreiwillig von einem Abenteuer in das nächste und nur der Tatsache, dass er ein ausgemachter Windbeutel ist, verdankt er mehr als einmal sein Überleben. Er lügt sich quer durch Indien und Afghanistan und selten erlebt man einen so erstaunlich feigen und unsympathischen Abenteurer als Hauptcharakter eines Buches. Geschickt weiß "Flashi" Mißverständnisse zu seinen Gunsten auszunutzen und so erlangt er im Laufe seiner Karriere militärische Ehre und Ruhm. Tja, was lässt sich noch von ihm sagen? Man könnte ihn auch als Hochstapler und Lebenskünstler vor dem Herrn bezeichnen, der immer die glücklichen Fügungen des Schicksals für sich zu nutzen weiß. Er fliegt wegen Suff von der Schule, schlägt Frauen und Diener und ist ein riesengroßer Feigling, der sich durchs Leben lügt. Warum könnte es also trotzdem Spaß machen, so ein Buch zu lesen?

Bei "Flashman in Afghanistan" handelt es sich wohl um das respektloseste Buch, das ich in den letzten Monaten gelesen habe. Schon alleine deshalb ist der Unterhaltungsfaktor sehr hoch. Der schottische Autor George MacDonald Fraser schrieb diesen ersten Teil der insgesamt zehn Bände umfassenden Reihe im Jahre 1969. Bei den sogenannten "Flashman Papers" handelt es sich um die fiktiven Memoiren von Brigadier-General Sir Harry Paget Flashman VC, KCB, KCIE (1822–1915), einem britischen Offizier im Ruhestand, der auf seine Militärkarriere im Dienst des britischen Empires und andere Abenteuer zwischen 1840 und 1890 zurückblickt. Es handelt sich bei den Büchern um eine Persiflage auf Abenteuerromane, in denen tapfere britische Offiziere heldenhaft nicht nur die Welt, sondern auch blonde Jungfrauen retten.

Trotz aller Schmunzelei kann der historisch interessierte Leser so manch interessantes Detail erfahren. Als Beispiel sei hier William George Keith Elphinstone ("Elphy Bey") genannt. Der britischer Generalmajor führte den verlustreichen Rückzug der Briten aus Kabul im Ersten Anglo-Afghanischen Krieg und Flashman weiß so einiges über diesen Herrn zu berichten:

"Aber nach wie vor behaupte ich ohne Zögern, dass an reiner, hilfloser Stupidität, an prachtvoller Unfähigkeit in der Befehlsführung, an Unwissenheit im Verein mit mangelndem Urteilsvermögen - kurz, an echter Begabung für Katastrophen - Elphy Bey einzigartig war. Andere mögen Kritik verdient haben, Elphy jedoch überglänzt sie alle als der größte Militäridiot unserer oder jeder beliebigen anderen Zeit."

Neben einer großen Portion Humor bietet dieser erste Teil der Flashman-Manuskripte vor allem eines: Zynismus und eine bitterböse Abrechnung mit dem Krieg und dem Militär. Ist man außerdem nicht empfindlich bezüglich gewisser - politisch völlig inkorrekter - Ausdrücke ("Nigger"), wird man dieses Buch sicherlich lieben und voller Begeisterung auf die nächsten Abenteuer dieses so ungewöhnlichen Helden warten.

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