George MacDonald Fraser: Flashman in Deutschland

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George MacDonald Fraser: Flashman in Deutschland
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Royal Flash
ET (Original)
1970
ISBN-13
9783942270922

Informationen zum Buch

Seiten
484

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Wäre ich der Held gewesen, für den mich jedermann hielt, oder auch nur ein halbwegs guter Soldat, dann hätte General Lee die Schlacht von Gettysburg gewonnen und wahrscheinlich Washington erobert.

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Handlungsort

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Flashman war bei der Niederlage der Briten am Chaiber-Pass (zwischen Afghanistan und Indien, heutePakistan) mit dabei, er ritt vorne mit beim berühmten Angriff der Leichten Brigade im Krim-Krieg, er war der einzige weiße Mann, der bei der letzten Schlacht am Little Big Horn von General Custer überlebte, er war Sklavenhändler, wurde selbst Sklave und kämpfte auf beiden Seiten des Amerikanischen Bürgerkrieges, um nur einige historische Ereignisse, die seinen Lebensweg kreuzten, zu nennen. Auf seinem Weg gelang es ihm trotz einer gewissen Feigheit durch Glück und Betrug nicht nur, hohe Ehren und Auszeichnungen zu erreichen, sondern auch mit jedem halbwegs willigen Weibsstück, ob Monarchin oder Sklavin, ein Techtelmechtel zu beginnen.

Selten sind die großen Akteure eines Zeitalters, ihre Statussymbole und die militärische Führung inklusive Rassismus und Militarismus derart spannend, zynisch und humorvoll demoliert worden.Wäre Lola Montez nicht gewesen, hätte Flashman Bismarck nicht kennengelernt - und Schleswig-Holstein wäre heute eine dänische Provinz. Aussicht auf Profit und Abenteuerlust locken Harry aus den Londoner Spielsälen nach Deutschland. Angst um sein teures Leben treibt ihn in einer dramatischen Folge von Fluchtversuchen, Verkleidungen und Amouren von Süden nach Norden und wieder zurück, während das Schicksal eines Kontinents auf seinen Schultern ruht. Der legendäre Frauenheld, Intrigant und Überlebenskünstler Flashman beweist hier von neuem seinen überlegenen Umgang mit Staatsmännern vom Kaliber Bismarcks, mit Kurtisanen, Duellanten, Kammerzofen und Damen der Gesellschaft.

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Charaktere 
 
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Royal Flash vs. Bismarck

Der grundsätzliche Plot ist wohlbekannt, ein recht unbedarfter Doppelgänger eines Prinzen o.ä. soll diesen zu politisch praktischen Zwecken zeitweilig ersetzen. Flashman ist in diesem Fall der Doppelgänger eines dänischen Prinzen, der die Erbin eines zwar kleinen, im Schleswig-Holstein-Streit zwischen Deutschland und Dänemark aber nicht unwichtigen Herzogtums, heiraten soll. Ausgedacht hat sich diese Scharade Bismarck, der sowieso noch eine Rechnung mit Flashman offen hatte. Die Vorgeschichte macht in etwa das erste Viertel des Buches aus, bis es nach einigen Jahren Pause (die in einem anderen Flashman-Roman beschrieben werden) weitergeht. Von einer nicht unerheblichen Geldsumme nach Deutschland gelockt, wird Flashman in die Doppelgängerrolle gepresst und findet sich schließlich im Hochzeitsbett der Herzogin wieder. Doch damit sind noch nicht die gefährlichsten Abenteuer überstanden.

„Royal Flash“ ist weniger famos („famos“ ist für mich typisches Flashman-Vokabular) als der erste Band der Reihe. Flashman muss eine Rolle spielen, die er sich nicht selbst ausgedacht hat und da man seine schlechten Grundeigenschaften bereits kennt, bietet der Roman nicht viel Neues. Flashmans Charakter hat sich seit dem letzten Roman natürlich kein bisschen gebessert. Er ist immer noch ein Aufschneider mit Nichts dahinter, voller Begeisterung für Wein, Weib und Gesang, rassistisch und sexistisch, … - kurz: ein verdammt unsympathischer Typ. Leider durchschauen ihn die Wenigsten, meist kann er die Fassade des heldenhaften Soldaten aufrechterhalten. Dabei manipuliert er seine Umgebung geschickt und verleitet sie (meist unauffällig) dazu, so zu handeln, wie es ihm am besten passt. Bismarck wird als recht erfolgreicher Gegner geschildert, da Flashman ihn aber nicht mag und das gesamte Buch aus seinem Blickwinkel geschrieben ist, fällt es schwer, seiner Meinung nicht zu folgen. Zudem agiert Bismarck meist aus dem Hintergrund und bietet dadurch keine wirkliche Gegenfigur, so dass man als Leser gezwungen ist, sich auf den Mistkerl Flashman zu konzentrieren.

Eine kleine Genugtuung hat man, Flashman geht nicht als strahlender Sieger aus diesem Abenteuer hervor, aber mir persönlich fällt es nicht schwer, mich nach diesem Buch aus Flashmans Leben zu verabschieden. Irgendwann mag man diesen Großtuern einfach nicht mehr zuhören und sie langweilen einen nur noch.

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Wiedersehen mit Harry Flashman

Harry Flashmans Leben wurde nach seinem ereignisreichen Einsatz in Afghanistan ruhiger. Einzig seine Eskapaden mit Frauen wurden nicht weniger und so ist auch dieses Mal wieder eine Frau ein der beginnende Misere schuld. Lola Montez, eine irische Tänzerin und wahre Schönheit, ist mit allen Wassern geschlagen und mindestens ebenso ein Schlitzohr wie Flashi selbst. Die spätere Geliebte König Ludwigs I. von Bayern und Gräfin Marie von Landsfeld stellt ihn schließlich sogar dem jungen Otto von Bismarck vor, der sich gerade in England aufhält. Die beiden Männer sind sich auf Anhieb unsympathisch. Als Flashman einige Zeit später von Lola nach Deutschland gelockt wird, hat er keine Ahnung, was für ein teuflischer Plan dahinter steckt.

Erneut schwindelt sich Harry Flashman durch sein Leben. Er ist ein Tunichtgut, Frauenheld, Lügner, Intrigant und Betrüger - immer, wirklich immer, auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Dennoch schafft es George MacDonald Fraser, auch mit "Flashman in Deutschland" und all den darin enthaltenen Unmengen an historischen Fakten mitzureißen. Ich gebe zu: Flashman wird mir sicherlich in diesem Leben nicht mehr sympathisch werden. Er ist ein furchtbarer Kerl und ich komme oft aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Umso mehr freue ich mich, wenn ihm endlich auch mal von anderen ein Schnippchen geschlagen wird und ich kann sagen: Dieses Mal bekommt er endlich sein Fett weg.

"Flashman in Deutschland" ist eine Persiflage auf Rudolf Rassendylls Der Gefangene von Zenda, in dem ein junger Engländer einem König sehr ähnlich sieht, was zu allerhand kuriosen Verwechslungen führt. Doch in der Geschichte steckt noch viel mehr! Nämlich alles, was das Abenteuerherz begehrt: eine dunkle Verschwörung, ein geretteter König und schöne Frauen. Interessant sind jedoch vor allem die historischen Fakten: Lola Montez war mir bisher unbekannt und MacDonald Fraser verleiht ihr fast das ganze Buch über eine Stimme. Otto von Bismarck lernte ich ebenfalls von einer ganz neuen Seite kennen und sowohl die Schleswig-Holstein-Frage als auch die Ereignisse rund um die Deutsche Revolution 1848 / 1849 hatte ich inzwischen fast erfolgreich verdrängt.

George MacDonald Fraser bietet auch in diesem zweiten Teil der Flashman-Manuskripte spannende Unterhaltung auf hohem Niveau. Sein Stil ist locker und immer wieder blitzen Momente der Ironie aus der Geschichte hervor - weshalb die historische Rahmenhandlung natürlich auch nicht immer ganz ernst zu nehmen ist. Leider ziehen sich manche Passagen ein bisschen in die Länge und ich dachte oft, dass Harry sich kein bisschen weiterentwickelt, was bei mir teilweise Ermüdungserscheinungen hervorrief.

Insgesamt ein gelungenes Hör- und Leseerlebnis - gerne mehr davon.

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