Charlotte Lyne: Glencoe

Hot
 
4.0 (2)
 
0.0 (0)
2149   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Charlotte Lyne: Glencoe
ET (D)
2010
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783431038194

Informationen zum Buch

Seiten
640

Sonstiges

Erster Satz
Glenlyon, so erzählten sich die Alten an den Feuern, war das schönste der Täler in Lochaber.

Community

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

1689. Im Streit um die englische Thronfolge ist das Hochland zutiefst gespalten. Die MacDonalds halten den Stuarts die Treue, die Campbells unterstützen den neuen König. Gegen den Willen ihrer Familien holt Sandy Og MacDonald die junge Sarah Campbell als seine Braut nach Glencoe. Zwischen ihnen ist es Liebe auf den ersten Blick. Als Sarah nach mehreren Totgeburten einen verkrüppelten Sohn zur Welt bringt, wird sie von den Frauen des Clans noch mehr verachtet. Sandy Og erntet ob seiner Sanftheit nichts als Hohn und Spott. Gleichzeitig spitzt sich der Zwist zwischen den MacDonalds und den Campbells zu. In einer eiskalten Winternacht kommt zu einem Blutbad, wie es das Hochland noch nicht gesehen hat. Können ausgerechnet Sarah und Sandy Og, die Außenseiter, ihren Clan vor dem Untergang retten?

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0  (2)
Charaktere 
 
4.0  (2)
Sprache & Stil 
 
4.0  (2)
Gesamtbewertung 
 
3.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Um dieses Buch bin ich herumgeschlichen, seit es im letzten Herbst heraus kam, aber irgendwie blieb es immer beim Durchblättern im Buchladen. Was mich an diesem Buch so fasziniert hat, kann ich nicht mal sagen, vielleicht war es das wunderschöne Cover, vielleicht auch der geheimnisvolle Titel: Glencoe – nur ein Wort, aber ein Wort, das Bilder im Kopf entstehen lässt. Als dann hier die Leserunde angeboten wurde, war es für mich gar keine Frage, dass ich dabei bin.

Die Sprache des Buches hat mich dann auch gleich in ihren Bann gezogen. Sie erscheint mir getragen, sperrig und manchmal etwas düster, was sehr gut zu der Geschichte passt, die hier erzählt wird. Es ist für mich kein Buch, bei dem das Lesen flutschte, ich musste es langsamer lesen als sonst, aber bis zum Schluss fand ich die Sprache außergewöhnlich gut.

Das Buch erzählt von dem „Massaker von Glencoe“, einer tatsächlichen Begebenheit, bzw. der Zeit davor. Historische Personen werden mit fiktiven Charakteren kombiniert, was eine ganz eigene Welt entstehen lässt. Im Anhang des Buches kann man dann auch sehen, welche der Personen im Roman tatsächlich gelebt haben. Ich bin keine Kennerin der schottisch-englischen Geschichte, aber ich bin sicher, dass das die historischen Ereignisse, wie sie im Buch dargestellt sind, bestens recherchiert sind.

Alle Hauptpersonen sind sehr tief und detailreich charakterisiert. Sie alle haben ihre guten und schlechten Seiten, es gibt also nicht nur schwarz oder nur weiß. Das macht die Geschichte und die handelnden Figuren sehr glaubwürdig. Man meint, die handelnden Personen schon lange zu kennen, und doch gelingt es der Autorin, auch am Ende der Geschichte noch Überraschungen einzubauen, mit denen zumindest ich nicht gerechnet hätte. Selten habe ich erlebt, dass die inneren Gedanken der Personen so gut dargestellt werden. Ich war zwar oft nicht einer Meinung mit den Figuren, aber ich habe immer schlüssig nachvollziehen können, warum sie genau das tun, was sie tun.

Mit den beiden Hauptpersonen hatte ich zunächst meine Probleme, sie erschienen mir in ihrem Verhalten zu – tja, wie soll ich das jetzt nennen? – störrisch. Sarah, die weibliche Hauptperson, entwickelte sich dann zu meiner Freude sehr positiv (für mich). Sie wächst an den Problemen, trifft selbstbewusste Entscheidungen und gewinnt immer mehr an Reife. Am Schluss der Geschichte mochte ich sie richtig gerne. Sandy Og dagegen, die männliche Hauptperson, blieb mir verschlossen und ich wurde mit ihm einfach nicht warm. Eine charakterliche Entwicklung zeichnet sich erst sehr spät am Ende des Buches ab, da war es für mich aber schon zu spät. Am allerbesten gefiel mir die Entwicklung „des MacIain“, Sandy Ogs Vater. Zunächst mochte ich ihn auch nicht so sehr, denn seine spöttischen Bemerkungen erschienen mir sehr grausam, doch als ihn einige Schicksalsschläge fast in die Knie zwingen, wandelte er sich doch sehr positiv und erscheint viel menschlicher als vorher.

Ich habe dieses Buch in einer tollen Leserunde gelesen, welche von der Autorin begleitet wurde und die unsere Fragen immer geduldig beantwortet hat. Das war ein ganz besonderes Erlebnis und ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch nicht schlechter bewerten würde, wenn ich es alleine für mich gelesen hätte.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Glencoe - seitdem ich das erste Mal die Berge dieses Tals bestaunen durfte, bin ich wie elektrisiert wenn ich diesen Namen lese. So war auch direkt klar, dass dieses Buch in meinen Bücherschrank gehörte. Ich habe bereits einmal ein Buch gelesen, das im Glencoe dieser Zeit spielte, aber das war eine seichte Liebesgeschichte ohne viel Tiefgang und konnte nicht lange im Gedächtnis bleiben. Von diesem Buch habe ich mir mehr erwartet und mehr habe ich bekommen.

Über dieses Buch könnte man so viele Dinge sagen, nur nicht das es eine einfache Geschichte erzählt, im Gegenteil. Man braucht schon Durchhaltevermögen für dieses Buch. Die Sprache ist flüssig zu lesen, aber dennoch komplex, sodass man mit Konzentration bei der Sache bleiben sollte. Die Geschichte ist gut erzählt, aber nicht so zerreißend spannend das man am Anfang das Buch nicht guten Gewissens auch mal aus der Hand legen könnte - bis man dann irgendwann spät an den Punkt ankommt wo man nur noch wissen will wie es mit den Charakteren weiter geht. Denn man selbst, der mit dem Namen Glencoe vertraut ist, sieht in der Ferne bereits jenes Unglück kommen, von denen die Charaktere noch nichts ahnen.

Auch die Charaktere im Buch sind alles andere als einfach. Charlotte Lyne lässt in diesem Buch viele ihrer Personen zu Wort kommen, sie beschreibt sie liebevoll und vielfältig. Ein jeder hat jedoch seine Macken, keiner ist perfekt, aber alle Handlungen ergeben sich schlüssig aus ihrem jeweiligen Wesen. Sie denken kluge Sachen, aber bringen sie doch nicht über die Lippen, wie Sandy Og und Sarah, die es so lange nicht schaffen sich zu sagen wie sehr sie sich lieben - nicht nur einmal hätte ich die zwei dafür durchschütteln mögen.

Oberflächlichkeit sucht man hier jedenfalls vergebens.

Charlotte Lyne versteht es zu erzählen. In ihren Worten wird das alte Schottland lebendig, seine Natur und seine Bewohner. Sie leben, lieben und sie führen Krieg. Man taucht ab in vergangene Zeiten und vermutlich bekomme nicht nur ich wieder Fernweh nach diesem wunderschönen Tal Glencoe.

Wer nur auf seichte, leicht zu lesende Geschichten oder von der ersten Seite an spannenden Thriller steht und ein hohes Erzähltempo mag, der ist mit diesem Buch nicht gut beraten. Wer sich aber auch auf ein langsameres Erzähltempo und eine komplexere Sprache einlassen will und/oder sich obendrein noch für die Thematik interessiert, der kann mit diesem Buch seine Freude haben.

Mein Fazit: Alles andere als einfach, aber dennoch gut.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue