Gloria Goldreich: Die Tochter des Malers

Gloria Goldreich: Die Tochter des Malers

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Gloria Goldreich: Die Tochter des Malers
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783746631820

Informationen zum Buch

Seiten
592

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ein Grauen erfasst sie, das sie nicht benennen kann, doch sie befindet sich in Gefahr, dessen ist sie gewiss.

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Ein Roman wie ein Gemälde von Marc Chagall: voller Poesie, Träume und Liebe Paris, 1935: Ida ist die behütete Tochter des Ausnahmekünstlers Marc Chagall und eines seiner Lieblingsmotive. Als sie sich in den Studenten Michel verliebt, steht die innige Beziehung zu ihrem Vater auf dem Spiel. Dann wird Frankreich von den Deutschen besetzt, und ihrer Familie droht tödliche Gefahr, was Chagall jedoch in blinder Hingabe an seine Kunst verleugnet. Schon bald muss Ida sich entscheiden – zwischen ihrem eigenen Lebensweg und der Rettung ihres Vaters. Bewegend, mitreißend, voller Tragik – und eine wahre Geschichte

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Starker Roman - irreführender Klappentext

Meine Güte, was für ein Buch! Es ist schon ein kleines Wunder, dass ich es beim Lesen nicht gegen die nächste Wand geworfen habe - nicht, weil es schlecht wäre, sondern weil es der Autorin Gloria Goldreich so gut gelingt, dem Menschen hinter Marc Chagalls farbenprächtigen Bildern ein Gesicht zu geben, und es ist kein sympathisches. 
Geschickt nutzt die Autorin die Perspektive des allwissenden Erzählers, denn auch wenn es Ida ist, "Die Tochter des Malers" , die der Leser bei ihrer Entwicklung vom ernsten, behüteten kleinen Mädchen bis hin zur erwachsenen Frau verfolgt, so ist sie ebenso wie ihr berühmter Vater keine Sympathieträgerin, in die man sich leicht hineinversetzen könnte.
Wie ein roter Faden durch sämtliche Lebensabschnitte Idas zieht sich die ungesunde Beziehung, die Marc und Ida Chagall miteinander verbindet - ungesund deshalb, weil sie selbst für ihren Vater nie Ida ist, sondern eben immer nur "Die Tochter des Malers", die ihm das Leben möglichst einfach und angenehm machen soll. Dies tut Ida bis als Erwachsene mit Begeisterung, ohne dabei die nötigen Grenzen um ihr eigenes Leben zu ziehen. Andere Menschen in ihrem Leben wie Student Michel müssen resigniert einsehen, dass sie neben dem großen Maler Marc Chagall immer nur eine Nebenrolle in Idas Leben spielen werden. 

Anfangs tat mir Ida Leid, da sich ihre Eltern Marc und Bella gerade während der immer ernster werdenden Bedrohung durch Faschisten und Nationalsozialisten nicht wie Erwachsene benehmen, und wie Eltern schon gar nicht. Da wird Ida moralisch erpresst und benutzt, um die eitlen und unsinnigen Wünsche ihrer Eltern zu erfüllen, die den Ernst der Lage nicht erkennen wollen.
Die Handlung während der Kriegsjahre macht allerdings nur einen sehr geringen Teil der Erzählung aus. Bald sind Chagalls in Sicherheit und bestimmen durch ihr Nörgeln und ihre überzogenen Wünsche wieder das Leben Idas, die immer noch nach ihrer Pfeife tanzt, selbst als verheiratete Frau. Auch die im Klappentext angesprochene Beziehung zwischen Ida und Michel nimmt bei Weitem nicht den Stellenwert ein, den der Klappentext suggeriert. 
"Die Tochter des Malers" ist keine Liebesgeschichte, sondern das Psychogramm einer problematischen Vater-Tochter-Beziehung. Ein stilistisch einwandfrei geschriebenes noch dazu, das farbige Städte und Landschaften vor Augen entstehen lässt, ohne sich in einer zu bildhaften Sprache zu verlieren.
Im Mittelteil des Buches dümpelte die Spannung ein wenig vor sich hin, um dann am Ende wieder an Tempo zuzulegen, als sich Marc Chagall und Ida in der russischen Hutmacherin Vava endlich einer ebenbürtigen Gegnerin gegenübersehen, die es mindestens ebenso gut versteht, ihre eigenen Ziele unerbittlich zu verfolgen. 

Fazit:
Ein faszinierender, farbenprächtiger Roman, der verdeutlicht, dass berühmte Künstler nicht automatisch auch besonders gute und liebenswerte Menschen sein müssen. Ich wie nicht, ob ich jemals wieder ein Bild von Marc Chagall ohne eine gewisse Antipathie anschauen kann, aber das bedeutet auch, dass es Gloria Goldreich gelungen ist, die Familie Chagall mit allen Ecken und Kanten vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen. Teilweise war ich beim Lesen so erbittert wie nicht mal über Menschen, die ich persönlich kenne!

Schade, dass der Verlag diese wuchtige Vater-Tochter-Geschichte in das Korsett einer biografischen Romanze pressen muss, doch dafür kann ja die Autorin nichts. 

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Das Leben der Künstlertochter...

Auf diesen Roman bin ich gestoßen, weil ich Paris sehr mag und mich die Zeit um 1935 brennend interessiert. Da ich von der Autorin noch nichts gelesen hatte, begann ich unvoreingenommen mit der Lektüre.

In der Geschichte geht es um Ida, die Tochter des Malers Marc Chagall. Ida ist der Liebling ihres Vaters und dient häufig als Malmotiv für ihn. Doch dann verliebt sie sich in einen Studenten und begeht einen folgenschweren Fehler. Welchen Weg wird sie nun gehen?

Der Roman basiert auf der Biografie der Künstlertochter und Gloria Goldreich hat sich laut eigener Aussage nur einige Erzählfreiheiten genommen.

Durch die Handlung führt uns ein beobachtender Erzähler und die Autorin bedient sich einer sehr detaillierten und bildhaften Sprache, so dass sich der Roman für mich wie ein kleines Kunstwerk anfühlte. Sprachlich konnte mich der Roman wirklich überzeugen.

Das Leben der Künstlertochter ist durchaus spannend dargestellt und man erfährt unheimlich viel über sie und ihren berühmten Vater. Ich fand, dass die Charaktere ausreichend dargestellt worden sind, um sich ein Bild von ihnen machen zu können. Es kam sehr gut rüber wie exzentrisch ein Künstler sein kann und dass das Leben mit so jemanden nicht gerade leicht ist. In Ida konnte ich mich ganz gut einfühlen, auch wenn ich manche ihrer Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen konnte. Vielleicht lag es einfach an der Zeit, dass Ida nicht so selbstsicher agieren konnte, wie ich es erwartet hätte. Als Figur wirkte sie auf mich sehr selbstbewusst und durchsetzungsstark, nur gegenüber ihrem Vater konnte sie das dann wohl doch nicht sein.

Die Schwäche des Romans liegt in meinen Augen ganz klar darin, dass dem Leser das Denken abgesprochen wird. Man wird als Rezipient in eine bestimmte Richtung gedrängt, was man zu glauben hat und das mag ich persönlich nicht. Mir ist es lieber, wenn ich mir das ein oder andere einfach selbst zusammen fantasieren darf. Für meinen Geschmack wurde zu viel wiederholt.

Fazit: Ein durchaus unterhaltsamer biografischer Roman mit der ein oder anderen Schwäche. Bedingt lesenswert!

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