Hans Meyer zu Düttingdorf: Unsere Seite des Himmels

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Hans Meyer zu Düttingdorf: Unsere Seite des Himmels
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
978-3746633794

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Küstrin, 1941: Schon als Kinder waren Henriette und Hans unzertrennlich, dann verlieben sie sich. Doch ihre Liebe muss geheim bleiben, denn Henriette ist Jüdin. Als die politische Lage sich zuspitzt, entschließt sich ihre Familie zur Flucht und wird auseinandergerissen. 

Jahrzehnte später kehrt Henriette zurück. Noch einmal möchte sie ihre alte Heimat sehen. Aber vor allem will sie eins: endlich Hans wiederfinden. 

Eine Rückkehr in die verlorene Heimat und eine hochemotionale Reise zu den Erinnerungen, die ein Leben prägen. 

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Rückkehr in die alte Heimat

Küstrin in Pommern, Anfang der 40er Jahre. Hans und Henriette waren bereits als Kinder unzertrennlich, später wurde es Liebe. Doch die Tatsache, dass Henriette jüdischen Glaubens ist, lässt sie ihre Liebe verheimlichen. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, beschließen Henriettes Eltern, ihre Tochter nach Argentinien zu schicken.

Viele, viele Jahre später möchte Henriette ihre alte Heimat wiedersehen und noch mehr - sie will endlich ihre erste große Liebe Hans wiedersehen. Mit Ende 90 reist Henriette mit Rachel, ihrer Enkelin, nach Berlin - unter dem Vorwand, den Abschluss Rachels zu feiern. Doch besteht nach so vielen Jahrzehnte tatsächlich noch eine realistische Chance, die Menschen von früher zu finden?
Die alte Dame, die Zeit ihres bisherigen Lebens nicht über ihre deutsche Vergangenheit gesprochen hat, wird mit einer regelrechten Flut von Erinnerungen konfrontiert. Vor allem an glückliche Kindertage - als sie gemeinsam mit ihren Freunden Hans, Charlotte und Karl eine ganze Menge erlebt hat...

Der Autor verwebt sehr gekonnt die unterschiedlichen Blickwinkel - zum einen die Erlebnisse von Rachel und Henriette, zum anderen die der jungen Henriette, die mit ihrer kleinen Bande eine unbeschwerte Kindheit hat und die der jungen Frau, die nach Argentinien fliehen muss und deren Familie zerbricht. Dadurch bleibt Raum für spannende Spekulationen und Hoffnungen - selbstverständlich alle im Rahmen der historischen Fakten, die Hans Meyer zu Düttingdorf als Rahmenhandlung einfließen lässt. Vor allem, weil der Autor diese auf die menschliche Ebene herunterbricht und so sehr einfühlsam von den menschlichen Veränderungen erzählt, die die schwärzeste Zeit des 20. Jahrhunderts quasi mit sich gebracht hat.

Allen voran hat mich Henriette bewegt. Eine mutige Frau, die viel zu viele Schicksalsschläge erleben musste. Alleine die Tatsache, völlig auf sich alleine gestellt in einem anderen Land, ja, sogar einem komplett anderen Kontinent zurecht kommen zu müssen. Ich konnte gut verstehen, dass sie - nachdem sie aus ihrem bisherigen Leben entrissen wurde - ihre Vergangenheit in ihrem Herzen verschlossen hatte. Es war vermutlich viel zu schwer für sie, darüber zu sprechen... Doch als alte Dame möchte sie noch einmal zum Anfang zurückkehren und vielleicht so etwas wie Frieden schließen - soweit so etwas überhaupt möglich ist.
Rachel hingegen ist in meinen Augen die junge Frau, die Henriette damals auch hätte sein können, wenn sie nicht derart entwurzelt worden wäre. Umso bemerkenswerter, dass Henriette trotz all dem nicht nur gerettet wurde, sondern ihren Weg gegangen ist - so gut es mit ihren Verlusten eben ging.

Für mich ist "Unsere Seite des Himmels" ein bemerkenswertes Gesamtpaket, weil es eben nicht nur eine alte Liebesgeschichte erzählt, sondern sehr emotional und berührend das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte beleuchtet - anhand der Auswirkungen auf unschuldige Menschen, deren Leben für immer geprägt wurde. Gerade die Romanfiguren - allen voran natürlich Henriette - sind derart liebenswert und authentisch gezeichnet, dass mich ihre Erlebnisse, ihre Veränderungen und ihr Schicksal sehr berührt hat.
Dieser Roman unterhält nicht nur blendend, sondern hält auch die Erinnerung an eine Zeit wach, die wir nie vergessen dürfen!

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Eine emotionale Lebensreise

Die fast 100-jährige Henriette reist mit ihrer Urenkelin Rachel vom uruguayischen Montevideo nach Berlin, um Rachels Abschluss zu feiern. Doch was Rachel nicht weiß, Henriette ist gebürtige Deutsche und stammt aus Küstrin. Sie wurde von ihren Eltern während des zweiten Weltkrieges allein nach Argentinien geschickt, um sie vor den Nazis zu retten, denn Henriettes Familie waren Juden. Henriette hat niemals über die damalige Zeit und ihre Familie gesprochen, es regelrecht geheim gehalten, so weiß ihre Familie nichts von ihren ehemaligen Wurzeln. Ihre Rückkehr nach 80 Jahren nach Deutschland setzen viele Erinnerungen in Henriette frei, vor allem an ihre alten Kinder- und Jugendfreunde, die sogenannte Kleeblattbande, die immer zusammen hielten und vielen miteinander erlebten. Ihr gehörten Charlotte, Karl und Hans an. Hans war Henriettes erste große Liebe. Ob sie ihn wohl doch noch wiederfindet?
Dr. Hans Meyer zu Düttingdorf hat mit seinem Buch „Unsere Seite des Himmels“ einen sehr ergreifenden, gefühlvollen und spannenden Roman vorgelegt, der wie ein Zeitzeugnis wirkt und ein wahrer Pageturner ist. Der Schreibstil ist flüssig, sehr realitätsnah und voller Emotionen. Der Roman wird aus der Sicht von Henriette in der dritten Person erzählt. Wechselnde Kapitel erzählen mal von den gegenwärtigen Reiseerlebnissen und Nachforschungen von Henriette und Rachel, mal von der Vergangenheit Henriettes zur Vorkriegszeit und den Zuständen während des 2. Weltkrieges. Der Spannungsbogen wird zuerst langsam aufgebaut, steigert sich während der Geschichte aber immer weiter in die Höhe, wobei der Leser genügend Raum für eigene Spekulationen und Gedanken hat, wie wohl alles enden wird. Der historische Hintergrund wurde vom Autor gut recherchiert und mit der Handlung verwebt. Die damalige Judenverfolgung in einem kleinen Ort wird ebenso thematisiert, wie die Entfremdung von ehemaligen Freunden und Nachbarn sowie die vereinzelten, die auf eigene Gefahr denen Hilfe leisteten, die geächtet wurden und zeigen eine gespaltene Gesellschaft auf, die sowohl Angst und Schrecken verbreitet, aber auch Hoffnung durchschimmern lässt.
Die Charaktere sind sehr liebevoll und individuell ausgestaltet worden. Sie wirken lebendig und sehr authentisch, der Leser durchlebt mit ihnen die gesamte Palette der Gefühle. Henriette ist eine sehr sympathische Frau, die ein sehr bewegtes Leben führte. Viele Schicksalsschläge musste sie durchleben und die Verleugnung ihrer wirklichen Identität hat sie ihr Leben lang begleitet. Doch am Ende ihres Lebens möchte sie mit einigen Dingen Frieden schließen und sich Gewissheit verschaffen. Der Leser lernt Henriette als junges Mädchen innerhalb ihrer Familie kennen und begleitet sie bis hin zur jungen Frau, die mutterseelenallein in einem fremden Land zurechtkommen muss. Sie ist eine zurückhaltenden, aber auch mutige Frau, die sich irgendwann auflehnt und Widerstand leistet, doch am Ende sich ein Leben lang aus Angst selbst verleugnet. Rachel ist eine junge Frau, die von dem Leben ihrer Urgroßmutter überhaupt keine Ahnung hat. Sie ist lebenslustig, fröhlich, dabei hilfsbereit und optimistisch. Charlotte, Karl und Hans sind Henriettes Freunde, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, verstehen sich die vier sehr gut und stehen füreinander ein. Auch die anderen Charaktere wie z.B. Frau Dr. Hehn oder auch Herr Rieger bleiben dem Leser im Gedächtnis aufgrund ihres Verhaltens und ihrer Einstellung. Sie alle machen die Geschichte rundum lebendig und sehr real.
„Unsere Seite des Himmels“ ist ein sehr fesselnder und emotionaler Roman über Deutschlands unrühmlichste Zeit der Geschichte. Gleichzeitig ist es eine Familien- und Liebesgeschichte, gespickt mit Geheimnissen und Gefühlen. Alle, die sich gern in andere Zeiten träumen und gefühlvolle Geschichten lieben, werden hier auf jeden Fall wunderbar unterhalten. Absolute Leseempfehlung für eine Entdeckung und ein wirkliches Highlight!!!

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