Kai Meyer: Herrin der Lüge

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Kai Meyer: Herrin der Lüge
ET (D)
2006
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783785722619

Informationen zum Buch

Seiten
824

Sonstiges

Erster Satz
Die Nacht war aus Asche, als der Maskierte einen Weg durch das brennende Konstantinopel suchte.

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Frühjahr 1210. Der Bürgerkrieg hat das Land verheert, und ein Raunen geistert durch Dörfer und Burgen: Eine neue Heilige predigt den Kreuzzug gegen die Ungläubigen - doch nur Frauen sollen ihr folgen, unberührt und jung. Die Menschen nennen sie die Magdalena, aber in Wahrheit steckt im Gewand der Predigerin die junge Gauklerin Saga. Von der skrupellosen Gräfin Violante von Lerch in diese Rolle gezwungen, besitzt Saga ein besonderes Talent: Sie ist die beste Lügnerin der Welt. Was immer sie behauptet - die Menschen müssen ihr glauben. Während Saga mit tausenden Anhängerinnen gen Jerusalem zieht, macht sich ihr Zwillingsbruder Faun auf, sie aus den Fängen der Gräfin zu befreien. Gemeinsam mit der Herumtreiberin Tiessa folgt er dem Kreuzzug der Jungfrauen durch ein verwüstetes Europa, über das Mittelmeer bis ins Heilige Land. Nicht nur Gräfin Violante, auch der mächtige Templerorden, Papst Innozenz und sogar der Kaiser - ein jeder hat eigene mitleidlose Gründe, den Krieg der Jungfrauen gegen die Ungläubigen zu entfachen. Und Saga erkennt: Wenn es ihr nicht gelingt, ihre eigene Schwäche zu besiegen, wird sie fünftausend Unschuldige geradewegs in die Hölle führen.

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Das war mal wieder ein richtiger Schmöker nach meinem Geschmack!

Kai Meyer entführt uns ins 13. Jahrhundert und überzeugt dabei mit seiner bewährten Mischung aus historischem Abenteuer und Phantastik - wobei der Phantastik-Anteil bei "Herrin der Lüge" erstaunlich gering ist im Vergleich zu früheren Romanen des Autors.

In zwei Handlungssträngen geht es auf die Reise ins Heilige Land; vorneweg reist Saga, die Gauklerin mit einem unwiderstehlichen Lügentalent, die als von Gott gesandte Anführerin einen Kreuzzug von 5000 Jungfrauen nach Jerusalem geleiten soll. Dicht auf den Fersen befindet sich ihr Zwillingsbruder Faun mit seiner geheimnisvollen Begleiterin Tiessa, die sich mehr schlecht als recht durch die unwegsame und gefährliche Gegend schlagen. Der Wechsel dieser beiden Stränge bringt viel Dynamik in die Geschichte, ein zeitweiliger 3. Handlungsstrang um den "Bethanier" bringt auch noch eine kleine Portion Horror mit ins Spiel.

Überhaupt sind die Spannung und das Tempo die große Stärke dieses Romans; da ständig etwas passiert, kommt nie Langweile auf und ich legte das Buch nur ungern aus der Hand. Die Handlung ist von Anfang an ziemlich ausgeklügelt und gut durchdacht, so dass am Ende alle Handlungsfäden sinnvoll miteinander verknüpft sind. Sehr gut gefallen haben mir die Schauplätze, die aufgrund der Reise durch halb Europa und noch weiter sehr unterschiedlich sind (z.B. die Via Mala, die Landstriche Italiens, griechische Inseln und Palästina); dadurch ist sehr viel Abwechslung geboten.

Die Charakterzeichnungen der Figuren finde ich auch sehr gelungen; vor allem Sagas innerer Konflikt bei ihrem Tun wird schön herausgearbeitet, während bei Faun und Tiessa eine hoffnungslose Liebe im Vordergrund steht. Auch die Nebenfiguren sind sehr interessant zu verfolgen, z.B. die Gräfin Violante, die den Kreuzzug ins Leben ruft, der Söldnerführer Zinder, der nach und nach zu meiner Lieblingsfigur wurde oder Karmesin, die geheimnisvolle Vertraute des Papstes. Die mittelalterliche Atmosphäre mit ihrer Heiligenverehrung, den rauen Sitten des einfachen Volkes, dem Machthunger der Herrschenden und nicht zuletzt dem Wahnsinn der Kreuzzüge stellt der Autor überzeugend und anschaulich dar.

"Herrin der Lüge" ist ein Roman, der mich begeistert, mitgerissen und berührt hat; und natürlich ist der brillante Schreibstil von Kai Meyer wie immer ein Genuss, so dass für mich keine Wünsche offen geblieben sind.

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Süddeutschland im 13. Jahrhundert. Auf Burg Lerch sind Gaukler zu Gast, um Burg- und Dorfbewohner zu unterhalten. Star der Truppe ist die siebzehnjährige Saga, die nicht nur einen glänzenden Hochseilakt hinlegen kann, sondern auch über eine ganz besondere Gabe verfügt, die sie den Lügengeist nennt. Sie ist imstande, jedem, der ihr glauben will, alles mögliche einzureden.

Diese Gabe will sich Gräfin Violante von Lerch zunutze machen. Einige Jahre zuvor ist ihr Mann Gahmuret nicht von einem Kreuzzug zurückgekehrt. Nun sieht sie es als ihre Mission an, selbst ins Heilige Land zu ziehen, um ihn wiederzufinden, und findet in Saga die perfekte Leitfigur für ihr Unterfangen. Aus Saga wird "die Magdalena", eine sagenumwobene Prophetin, die mit ihrem Tross gen Süden zieht und überall durch bildreiche Predigten junge Frauen und Mädchen für den "Kreuzzug der Jungfrauen" anwirbt.

Sagas Zwillingsbruder Faun gerät für eine Zeitlang in Kerkerhaft, weil er bei einem Diebstahl ertappt worden ist, und vermisst seine Schwester schmerzlich. Nachdem ihm die Flucht aus Burg Lerch gelungen ist, macht er sich auf die Suche nach Saga und trifft im Wald Tiessa, ein junges Mädchen, das ein Geheimnis hütet, was er aber erst viel später erfahren wird.

Unter Violantes Leitung sind bald fünftausend junge Frauen auf dem Weg ins Heilige Land, wobei sie sich einige Male auf gefährliches Terrain begeben müssen. Wird es wirklich möglich sein, mit einer Armee aus jungen Mädchen gegen die Sarazenen und Seldschuken zu kämpfen?

Kai Meyer ist mit der "Herrin der Lüge" ein spannender historischer Roman vor dem Hintergrund der Kreuzzüge gelungen. Diese stehen nicht so stark im Vordergrund, wie ich zunächst angenommen hatte, was dem Spaß an der Lektüre aber kaum Abbruch tat.

Die Charakterzeichnung ist nicht bei allen Figuren gleich sorgfältig. Manche wirken ein wenig einseitig dargestellt, wie der fiese Burgherr Achard von Rialt oder die rachsüchtige Violante, während andere plastisch herausgearbeitet sind, Stärken und Schwächen haben und gerade deshalb sympathisch wirken, wie Saga mit ihren Selbstzweifeln, Faun und Tiessa, der Söldner Zinder, die unglücklich verheiratete Adelige Jorinde von Rialt, die Papst-Geliebte Karmesin oder der leutselige Reliquienhändler Katervater.

Meyer schont seine Charaktere nicht, schickt sie in ein blutiges Gefecht nach dem anderen, mit recht detaillierten Schilderungen der Kämpfe und der resultierenden grässlichen Verletzungen oder gar Todesfälle. Einige Stellen sind nichts für schwache Nerven.

Die schroffen Schluchten und hohen Berge auf der Reise nach Süden, die langwierige Schiffahrt übers Mittelmeer und schließlich die öden Wüstenlandschaften im Nahen Osten - die wechselnden Schauplätze wurden allesamt vor meinem inneren Auge lebendig, und ich konnte das Buch gerade zum Ende hin kaum noch aus der Hand legen. Intrigen, Kämpfe, familiäre und amouröse Verstrickungen, Machtspiele und Verschwörungen - der Roman hat alles, was ein historischer Roman braucht und bietet gute Unterhaltung, wenn auch vielleicht nicht auf ganz so hohem Niveau wie eine Rebecca Gablé.

Die Ausstattung des Hardcovers ist nicht spektakulär, aber durchaus hübsch mit dickem rotem Vorsatzpapier und einigen großformatigen Zeichnungen. Sehr gut gefallen hat mir das anstelle eines Lesebändchens beiliegende Lesezeichen, auf dem die wichtigsten Personen der Handlung verzeichnet sind.

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