Rebecca Gablé: Hiobs Brüder

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Rebecca Gablé: Hiobs Brüder
ET (D)
2009
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783805208789

Informationen zum Buch

Seiten
553

Sonstiges

Erster Satz
"Sieh dich um, du Ausgeburt der Hölle", knurrte der Mönch.

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England 1147: Eingesperrt in einer verfallenen Inselfestung, fristen sie ein menschenunwürdiges Dasein, weil sie nicht zu den Kindern Gottes zählen: Simon hat die Fallsucht. Edmund hält sich für einen toten Märtyrerkönig. Regy ist ein Mörder und so gefährlich, dass er an einer Kette gehalten werden muss. Losian hat sein Gedächtnis und seine Vergangenheit verloren. Ausgerechnet Letzterem fällt die Führung dieser sonderbaren Gemeinschaft zu, als eine Laune der Natur ihnen den Weg in die Freiheit öffnet. Er bringt die kleine Schar zurück in die "wirkliche" Welt, wo Hunger, Not und Rechtlosigkeit herrschen. Auf ihrer Reise gelangt er zu erschreckenden Erkenntnissen über den Mann, der er einmal war. Und gerade als er einer Frau begegnet, mit der ein Neuanfang möglich scheint, beginnt Losian zu ahnen, dass er die Schuld an dem furchtbaren Krieg trägt, der England zugrunde zu richten droht...

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Ich traue der Autorin zu ordentlich recherchiert zu haben, aber an einigen Stellen waren mir die Handlungen nicht konform genug zu meinen Vorstellungen vom Mittelalter. Dass Könige mit einer Exkommunizierung durchaus einige Zeit leben können, war mir bekannt, die Reaktion die hier von der Umgebung eines Betroffenen gezeigt wurde, kam mir aber doch etwas zu locker vor. Die Darstellung der aufkommenden Beziehung zwischen Alienor und Henry entsprach ebenfalls nicht meinen Vorkenntnissen. Vermutlich hat die Autorin völlig recht mit ihrer Darstellung, ich habe da auch nichts nachrecherchiert, aber vom Gefühl her passt es einfach nicht. Es ist immer etwas blöd, wenn die historische Handlung nicht den Erwartungen entspricht, (sinnvoll herbeigeführte Überraschungen in der erzählten Geschichte sind natürlich immer willkommen) selbst wenn die Schuld bei einem selber und den falschen eigenen Erwartungen liegt.

Die Ausgangssituation ist eine sehr ungewöhnliche, die Helden hilflos auf einer Insel zu platzieren ergibt einen neuen Handlungsspielraum, allerdings ist das Buch dadurch auch sehr zweigeteilt. Man hätte das Buch sehr gut nach Überwindung einiger Schwierigkeiten damit enden lassen können, dass alle Personen eine Platz im Leben gefunden haben, andererseits kann man den Insel-Teil aber auch als reine Einleitung betrachten, der notwendig ist, um eine Kameradschaft unter so gegensätzlichen Personen zu ermöglichen, während das eigentliche Thema die Inthronisation Henrys ist. Die Autorin wählt einen Mittelweg, womit ich nicht ganz so glücklich bin, weil mir in gewisser Weise ein roter Faden fehlt, der sich durch das ganze Buch zieht.

Die Figuren gefielen mir zwar insgesamt ganz gut, aber es fehlte mir ein zentraler Held, mit dem ich mich hätte identifizieren können. Simon war am Anfang nur ein Jüngelchen und Losian war mir zu distanziert. Der Rest der Gruppe taugte erst recht nicht zum Helden, auch wenn so einige von ihnen ihre starken Momente hatten. Faszinierend war vor allem der Psychopath Regy, trotz seiner schrecklichen Taten gab es Momente in denen er wirklich sympathisch war und es tat einem Leid, dass für ihn anscheinend keine positive Zukunft möglich war. Im Laufe der Zeit entwickeln sich die Persönlichkeiten der beiden zentralen Helden zwar, man kommt ihnen aber trotzdem nicht nahe genug, um wirklich mit ihrem Schicksal mitzufiebern.

Letztendlich kann "Hiobs Brüder" von mir aber nur eine gute Bewertung bekommen, denn alle Kritikpunkte, von denen ich bei näherem Nachdenken vermutlich noch so einige finden würde, verblassen hinter der Tatsache, dass ich die 900 Seiten innerhalb von 2 Tagen verschlungen habe. Es ist zwar nicht Gablés bestes Buch, aber immer noch ein sehr schöner Historienschmöker.

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Auf einer kleinen Flussinsel hat man sie in einer halbverfallenen Befestigungsanlage eingesperrt: ein kleines Häuflein von Menschen, die an seelischen oder körperlichen Schäden leiden und darum in der Gesellschaft des 12. Jahrhunderts verstoßen wurden, die glaubt, dass nicht einmal Gott ihnen gewogen ist. Jüngster Neuzugang ist Simon, der junge Spross einer Adelsfamilie, den sein Onkel wegen seiner Fallsucht fortschaffen ließ. Unter seinen neuen Schicksalsgenossen sind der psychopathische Mörder Regy, der in Ketten so weit wie möglich von den anderen ferngehalten wird, der rätselhafte Losian, der sein Gedächtnis verloren hat, die siamesischen Zwillinge Godric und Wulfric, Oswald, der als Schwachkopf gilt (und dem man heute wohl das Down-Syndrom bescheinigen würde), Edmund, der sich für einen toten Heiligen hält, sowie einige andere Benachteiligte.

Die Versorgung mit Lebensmitteln ist miserabel, und glücklich kann sich derjenige schätzen, der es schafft, sich irgendwie ein winziges Dach überm Kopf zu verschaffen. Als ein Unwetter einen Teil der lidschäftigen Anlage vollends niederreißt und einige ihrer Bewohner das Leben kostet, wagt der Rest kühn die Flucht. Trotz ihrer verschiedenen Gebrechen und ihrer völlig unterschiedlichen Herkunft und Charaktere schweißt das wagemutige Unterfangen die Gefährten eng zusammen.

Das Machtpoker zwischen König Stephen und Kaiserin Maud um den englischen Thron beschäftigt derweil besonders die Adeligen im Lande und hat auch große Auswirkungen auf das Leben der kleinen Schicksalsgemeinschaft ...

Lang erwartet und heiß ersehnt wie immer - der Roman bietet all das, was man von Rebecca Gablé gewohnt ist: schöne historische Unterhaltung mit scharf gezeichneten Figuren, die durchaus ambivalent sein können, eingebettet in ein gut recherchiertes Bild der Handlungszeit mit ihren Gebräuchen und politischen Hintergründen.

Die Ausgangssituation, diese Insel der Ausgestoßenen, die sich zusammentun, um überleben zu können, fand ich ziemlich originell. Die Umstände, unter denen die Reise der Gefährten endet, sind schon ein sehr großer Zufall, aber der musste wohl sein, damit der ganze Kontext wieder passt. Dafür können sich Gablé-Kenner über eine hübsche Querverbindung zu einem ihrer anderen historischen Romane freuen.

Die politische Komponente erhält mit der Zeit immer mehr an Bedeutung, was auch die Spannung aufrechterhält, ohne trocken zu werden. Positiv fällt auch auf, dass der auftretende Arzt nicht durch die abgedroschenen Mittelalter-Ärzte-Klischees Starstechen und Aderlass in Erscheinung tritt.

Insgesamt ein solider, schöner historischer Roman mit außergewöhnlichen Protagonisten, abgerundet durch ein informatives Nachwort. Optisch fand ich diesmal die Umschlaggestaltung etwas langweilig, mit Lesebändchen, Landkarte und großformatigen Illustrationen am Anfang der drei großen Abschnitte des Buches ist die Ausgabe ansonsten aber durchaus schön ausgestattet.

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