Rebecca Abe: Im Labyrinth der Fugger

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Rebecca Abe: Im Labyrinth der Fugger
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783839211441

Informationen zum Buch

Seiten
466

Sonstiges

Erster Satz
Viele Male war sie dem Tod entkommen.

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Handlungsort

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Ein Renaissance-Thriller auf den Spuren von Anna Jakobäa Fugger, die sich von einer künstlerisch begabten Träumerin zu einer eigenwilligen, starken Frau entwickelt und ein verbrecherisches Komplott innerhalb der eigenen Familiendynastie aufdeckt. Beste Unterhaltung für Fans spannender Historienromane!Augsburg Ende des 16. Jahrhunderts. Nach dem Tod des mächtigen Anton Fugger wird dessen Millionenvermögen gleichmäßig auf alle Nachkommen verteilt. Christoph Fugger, ein Egoist und Frauenfeind, will die Kinder seines Bruders Georg Fugger ins Kloster bringen lassen, um die Zahl der Erben zu dezimieren. Dazu verbündet er sich mit dem Jesuiten Petrus Canisius. Nur Georg Fuggers Tochter Anna ahnt, welch perfides Spiel der Augsburger Domprediger treibt ...

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Rebecca Abe entführt den Leser nach Augsburg gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Die Familie Fugger hat überall in der Stadt ihre Spuren hinterlassen und ist eine angesehene und mächtige Familie. Nach dem Tod von Anton Fugger, wird das Erbe gleichmäßig auf seine drei Söhne verteilt und obwohl alles gerecht verteilt ist und keiner der Söhne wirkliches Interesse an der Weiterführung der Geschäfte interessiert ist, passieren merkwürdige Dinge im Hause von Georg Fugger, die anscheinend zum Ziel haben seine hohe Kinderschar zu dezimieren.

Einzig Anna, eine von Georgs Töchtern, ahnt, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, kann sich aber auch jahrelang nicht zur Wehr setzen.

Das Buch startet mit zwei Erzählsträngen: Zum einen begleitet der Leser Anna Fugger und nimmt teil an ihrem Leben und ihren Gedanken. Zum anderen erleben wir Augsburg durch die Sicht von Kellenbenz. Dieser präpariert Tiere, hat jedoch vor einigen Jahren seine Zunge eingebüßt, da er Gotteslästerungen von sich gegeben hatte und ist seitdem als Krimineller gebrandmarkt. Ohne es zu wollen werden er und seine kleine Tochter Bianka tief in das Komplott gegen die Familie von Georg Fugger mit hinein gezogen.

Während der gesamten Lektüre habe ich mich sehr schwer mit dem Buch getan. Bis heute kann ich es nicht richtig beziffern woran es liegt, aber ich möchte es hier versuchen:

Die Sprache ist der Sprache des ausgehenden 16. Jahrhundert angepasst, was ich als Pluspunkt ansehe. Jedoch verbinden sich Gedanken und Beschreibungen teilweise innerhalb eines Satzes und oft musste ich ganze Passagen nochmal lesen, um heraus filtern zu können, was jetzt Gedanken und was Beschreibungen waren.

Oft springen auch die Gedanken bzw. es werden Erkläuterungen weggelassen, da impliziert wird, dass die beiden Personen, die miteinander reden, ja wissen, worum es geht. Leider wusste ich als Leser aber nicht immer, worauf die Andeutung abzielte und wunderte mich daher, was mir die Andeutungen sagen möchten.

Daraus ergibt sich für mich einer meiner Kritikpunkte: Um das Buch wirklich zu verstehen, bedarf es, meiner Meinung nach, sehr viel Hintergrundwissen über die Familie Fugger, den Kirchenstreit in Augsburg zu der Zeit und auch zu einigen Hintergründen der Mutter von Anna Fugger und des Jesuiten Petrus Canisius. Dank der Leserunde habe ich viele dieser Informationen erhalten und so nachträglich einige Zusammenhänge begriffen. Hätte ich das Buch aber alleine gelesen, wäre ich nach dem ersten Drittel bereits vollkommen verwirrt gewesen.

Mein nächster Kritikpunkt bezieht sich auf die Charaktere. Anna Fugger blieb mir bis zum Ende fremd und viele ihre Taten und Handlungen konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Viele Dinge, die sie belasten und wegen denen sie so wird, wie sie ist, werden nur gestreift, angedeutet, aber für mich nicht so dargestellt, dass ich daraus ihr Verhalten ableiten konnte. Während sie zu Beginn in für mich nicht nachvollziehbare Wut- und Aggresionsanfälle versinkt, kapituliert sie irgendwann einfach so, ohne dass ich als Leser das wirklich verstehen konnte. Entsprechend erging es mir mit ihrer Mutter, ihrem Vater und noch einigen anderen handelnden Personen. Sie blieben mir fremd, ihr Verhalten, war für mich nicht nachvollziehbar und ich konnte daher auch leider nicht wirklich mit ihnen mitfühlen.

Enttäuscht war ich auch von der Figur des Jesuiten Petrus Canisius. Er stellt ebenfalls eine tatsächliche historische Figur dar, jedoch wurde für mich nicht klar, worin seine Überzeugungskraft wirklich gelegen hat.

Positiv ist zu erwähnen, dass der Roman sehr gründlich recherchiert wurde und sich doch sehr eng an die historischen Vorgaben und Charaktere gehalten hat.

Am Ende führt dann eine Handlung zur nächsten und in einem großen Showdown löst sich alles auf. Wobei nicht alles wirklich geklärt wird und das Ende mich v. a. wie betäubt zurück gelassen hat.

Da ich von der gründlichen Recherche sehr begeistert bin, mich aber leider mit dem Buch ziemlich schwer getan habe, fällt mir auch eine Bewertung entsprechend schwer. Das Buch ist auf erfrischende Weise anders als andere historische Romane, da sich sehr stark an der damaligen Sprache und den Begebenheiten orientiert wird. Jedoch finde ich den Roman sehr anstrengend zu lesen und ohne wirkliche Vorkenntnisse schwer zu verstehen. Meine Empfehlung ist, sich vor der Lektüre des Romans mit der Familie Fugger zu beschäftigen.

Trotz allem vergebe ich insgesamt noch 3 Ratten für die gründliche Recherche, die Idee und die enge Orientierung an historischen Begebenheiten.

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Vor der Kulisse des historischen Augsburg legt Rebecca Abe einen Roman über die Familie Fugger vor. Hierbei konzentriert sie sich besonders auf die Tochter Anna und lässt uns an deren bewegten Leben teilhaben. Sich auf eine Person der Großfamilie zu beschränken, fand ich sehr gelungen. Für mich als Leser ergab sich schnell eine Bindung zur Hauptprotagonistin und ich konnte aus ihrer Sicht das Ausmaß von Intrigen und Verbrechen der damaligen Zeit erfassen.

Oft ging es sehr brutal zu, jedoch wirkte der Roman dadurch realistisch. Die Grausamkeiten des 16. Jahrhunderts von Kirche und einflussreichen Personen wurden deutlich aufgezeigt.

Aber das Buch hat auch einen gewissen Anspruch. Es war für mich keine Lektüre, die ich so nebenbei lesen konnte. Es liegt wohl vorallem an der guten Recherche und der komplexen Handlung. Das sind natürlich keine Schwachpunkte, sondern erfordern einfach eine gewisse Konzentration. Und wenn ich auch nicht alle Einzelheiten sofort richtig verinnerlichen konnte, offenbarten viele im Laufe der Geschichte noch ihren Sinn.

Im Nachwort geht Rebecca Abe auf die historischen Fakten und ihre schriftstellerischen Freiheiten ein. Diese Details runden den Roman für mich sehr gut ab. Außerdem beinhaltet das Buch eine Karte von Augsburg und weitere kleine Illustrationen der Autorin, die sich prima in das Gesamtbild einfügen.

Insgesamt macht der Roman aus dem Gmeiner Verlag einen qualitativ guten Eindruck. Das sollte heutzutage auch mal lobend erwähnt werden.

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