Rebecca Michele: Im Schatten der Vergeltung

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Rebecca Michele: Im Schatten der Vergeltung
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783943121520

Informationen zum Buch

Seiten
600

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Maureen runzelte die Stirn, als es an der Tür klopfte.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Maureen, schottischer Abstammung, verheiratet mit einem einflussreichen englischen Landadligen und Mutter einer sechzehnjährigen Tochter, erfährt, dass ihre Mutter nach der Schlacht von Culloden (in Schottland) von drei englischen Offizieren vergewaltigt worden ist. Sie ist das Produkt dieser Gewalttat. Das erklärt Maureens freudlose Kindheit und Jugend, denn ihre Mutter konnte nie Liebe für sie empfinden. Maureens Ehemann fürchtet einen Skandal, wenn dies bekannt wird. Deshalb verstößt er Maureen und sagt der Tochter, die Mutter wäre gestorben. Um nicht zu zerbrechen, beschließt Maureen, die drei ehemaligen Offiziere zu finden. Der historische Roman spielt im England und Schottland um 1780 - 1782. Er behandelt die Auswirkungen der Niederschlagung des 2. Jakobitenaufstandes in Schottland nach der Schlacht von Culloden.

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Im Schatten der Vergeltung

Inhaltsangabe:

Cornwall, im Jahr 1780.
Maureen Trenance lebt mit ihrem Ehemann Philipp und ihrer fast erwachsenen Tochter Frederica auf einem großen Gut in Cornwall. Zwischen den Trenances und ihren Nachbarn herrscht freundschaftlicher Umgang, doch das war nicht immer so. Als Maureen, die aus einfachen Verhältnissen stammt und obendrein noch Schottin ist, von Philipp aus Edinburgh nach Cornwall gebracht wurde, wäre er fast enterbt worden und Maureen musste schwer um Anerkennung kämpfen. Inzwischen ist sie in die cornische Gesellschaft integriert, doch ein ankommender Brief stört das Familienleben. Der Brief stammt von Maureens Mutter Laura, und sie schreibt, dass Maureens Vater im Sterben liegt und sie gerne noch einmal sehen möchte. Sofort reist die Familie nach Edinburgh ab, doch sie kommen zu spät: Maureens Vater ist bereits tot. Laura ist schwer lungenkrank und Maureen will sich nun um sie kümmern, obwohl das Verhältnis zu ihrer Mutter immer schwierig und kühl war. Nun erfährt Maureen auch den Grund dafür: als junges Mädchen wurde Laura kurz nach der Schlacht von Culloden von drei englischen Offizieren vergewaltigt, und Maureen ist das Kind einer dieser Soldaten. Maureen ist von der Geschichte entsetzt, und sie will sich für Laura an den drei Männern, deren Namen sie noch nicht einmal kennt, rächen. Dafür entzweit sie sich auch mit ihrem Ehemann Philipp und nimmt in Kauf, dass sie ihre Tochter Frederica nie wieder sehen kann ...

Der erste Satz:

Maureen runzelte die Stirn, als es an die Tür klopfte.

Meine Meinung zum Buch:

Ich habe mich beim Lesen dieses Buches sehr gut unterhalten. Gleich nach den ersten paar Seiten konnte ich völlig in die Geschichte abtauchen, das war mir schon länger nicht mehr beim Lesen passiert und ist für mich ein ganz wichtiger Pluspunkt.

Die Geschichte ist spannend aufgebaut. Wir begleiten Maureen und ihre Familie durch eine schwierige Zeit, in der Abstammung und guter Ruf über allem stand und wichtiger als persönliches Glück oder Leistung war. Eine Zeit, in der Kriegsverbrechen per königlichem Erlass nicht verfolgt und die Täter nie bestraft wurden. Vor diesem Hintergrund rollen sich Maureens Erlebnisse vor unseren Augen ab, und obwohl sie mir nicht immer sympathisch blieb und ich manche ihrer Entscheidungen auch nicht gut heißen konnte, war sie mir doch immer persönlich nah.

Aber auch andere Figuren spielen in der Geschichte eine wichtige Rolle. Da ist Philipp, Maureens Ehemann, der sich für seine Liebe zu einer Schottin über gesellschaftliche Grenzen hinweggesetzt hatte. Oder Maureens Tochter Frederica, die gerade alle Höhen und Tiefen ihrer ersten Liebe erlebt. Besonders werden mir auch die Nachbarn Lady Edith und deren Ehemann David Linnley in Erinnerung bleiben, genauso wie Maureens Zofe Monja oder den geheimnisvollen Alan McLaud. Keine dieser Personen ist nur gut oder nur böse, jede zeigt Schattierungen, hat individuelle Eigenarten und ist als Person interessant und spannend beschrieben.

Die Geschichte folgt den Ereignissen überwiegend chronologisch, nur hin und wieder gibt es kurze Rückblenden in die Vergangenheit, die einzelne Geschehnisse aufklären und dem Verständnis helfen. Meistens wird aus Maureens Perspektive erzählt, aber wir erleben die Dinge teilweise auch aus anderen Augen, z. B. aus Philipps oder Fredericas.

Langweilig wurde mir beim Lesen nie.

Mein Fazit: Buchtipp!

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Der Rachefeldzug einer Frau

Die Schottin Maureen, verheiratet mit dem englischen Lord Trenance, reist 1780 mit ihrer Familie nach Edinburgh, um ihrer kranken Mutter Laura beizustehen, auch wenn Laura nichts mehr von ihrer Tochter wissen möchte, seit sie einen Engländer geheiratet hat. Dort erfährt Maureen von dem schockierenden Geheimnis ihrer Mutter, welches ihren Hass auf die Engländer erklärt. Als Maureen das Liebste genommen wird, beschließt sie, Rache an den Menschen zu nehmen, die für das Leid ihrer Mutter und schlußendlich ihrer Familie verantwortlich sind.

Ich muß gestehen, daß das Cover mir nicht besonders gefallen hat – wenn ich nicht bereits ein tolles Buch der Autorin gelesen hätte, hätte ich eher nicht zu diesem Buch gegriffen. Und das wäre sehr schade gewesen, denn dann hätte ich die spannende Geschichte um Maureen und ihrer Rache verpasst. Gespickt wird die Handlung durch zahlreiche historische Fakten, die die Handlung abrunden. Zudem bekommt der Leser einen guten Einblick in das damalige Gesellschaftsleben.

Maureen Trenance hat es nicht nur aufgrund ihrer schottischen Abstammung in Cornwall schwer, sondern sie stammt dazu noch aus einfachen Verhältnissen: ihre Heirat mit Philipp war eine Liebesheirat, bei der sich ihr Mann über sämtliche Konventionen hinweggesetzt hat. Sie liebt ihre neue Heimat, hat aber Probleme damit, sich immer und immer wieder der Etikette unterzuordnen. Besonders ihre Nachbarin Lady Esther, die sie bei ihrer Ankunft auf Trenance Cover damals unter ihre Fittiche genommen hat, läßt Maureen immer wieder ihren Stand in der Gesellschaft spüren.
Maureen ist sehr starrsinnig, und wenn man ihre Mutter Laura kennenlernt, weiß man, vom wem sie diese Eigenschaft geerbt hat. Als sich Maureen vornimmt, die Vergewaltiger ihrer Mutter zur Rechenschaft zu ziehen, wird sie blind vor Rache und übersieht beinahe, daß auch Unschuldige unter ihrem Tun leiden.

Maureens Ehe mit Philipp hat in den letzten Jahren unter dem Standesdünkel und dem Druck von außen gelitten: sie sind sich nicht mehr so nahe wie zu Beginn ihrer Beziehung. Dennoch hilft Philipp Maureen bei der Pflege ihrer todkranken Mutter. Als er jedoch von Maureens wahrer Herkunft erfährt, befürchtet er einen Skandal.

Frederica, die 16-jährige Tochter der Trenance, ist eine lebenslustige junge Frau, die unsterblich in den Sohn von Lady Esther verliebt ist. Sie macht in meinen Augen die bemerkenswerteste Entwicklung in diesem Buch durch und spielt am Ende dieses Buches eine wichtige Rolle.

Schön finde ich, daß die Charaktere nicht nur einseitig dargestellt werden, ebenso ist es spannend, wie die Täter von damals auf ihre Umgebung und Maureen wirken.

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Beurteile nie ein Buch nach seinem Umschlag

Die Engländer sagen: Never judge a book by its cover, und das trifft auch hier zu. Es handelt sich nicht, wie das Cover vermuten lässt, um einen trotzigen Teenager, sondern um eine Mittdreißigerin auf Rachefeldzug.

Inhalt:

England, Ende des 18. Jahrhunderts: Maureen Trenance lebt glücklich mit ihrem Mann Philipp und der gemeinsamen Tochter Frederica (16) auf Trenance Cove an der Küste Cornwalls.

Ein Brief ihrer Mutter, zu der sie seit ihrer Heirat keinen Kontakt gehabt hat, veranlasst sie, nach Schottland zu reisen.

Dort findet sie nach und nach heraus, dass sie das Produkt einer Vergewaltigung ist, die nach der Schlacht von Culloden stattfand. Sie macht sich auf, die Vergewaltiger ihrer Mutter zu finden und zur Strecke zu bringen.


Meine Meinung:

Das Buch ist flüssig geschrieben und liest sich gut. Es enthält alle Elemente die ein Unterhaltungsroman braucht: Verbrechen, Liebe, Verrat, Rache, Sühne.

Geschichtliche Fakten sind sehr gut recherchiert und sehr geschickt hineingewoben.

Manches kann man vermuten, aber es gibt immer wieder überraschende Wendungen mit denen man nicht gerechnet hätte, so dass der Roman an keiner Stelle langweilig ist; auch enthält er keine unnötigen Längen.

Manche Geschehnisse wirken aber etwas weit hergeholt und von daher unglaubwürdig, deswegen gibt es einen Stern Abzug.

Die Protagonistin ist übrigens nicht durch und durch sympathisch, was sie sehr menschlich macht; auch die Nebenfiguren machen Entwicklungen und Wandlungen durch, und nichts ist nur schwarz oder nur weiß.

Dieser Aspekt ist sehr überzeugend und ausgezeichnet gelungen.

Wer also auf der Suche nach einem Buch mit geschichtlichem Hintergrund und gutem Unterhaltungswert sucht, ist mit diesem Roman gut beraten.

Ich gebe dem Buch Vier Sterne.

PS: Es gibt ein paar kleine Fehler im Buch (deswegen der Punktabzug bei "Sprache und Stil"). Ich hoffe, der Verlag wird sie für die ebook Ausgabe und eventuelle zukünftige Auflagen verbessern.

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Wie Rache einen Menschen verändern kann

Schottland übt von jeher eine außerordentliche Faszination auf mich aus und so konnte ich nicht widerstehen, als mir das Buch angeboten wurde. Trotz des Covers, das mich so gar nicht anspricht. Im Buchladen wäre ich bestimmt daran vorbei gelaufen. Aber das sind ja nur Äußerlichkeiten.

Dies ist mein erstes Buch von Rebecca Michéle und das war ein weiterer Grund, denn ich lerne sehr gerne neue Autoren kennen. Der Schreibstil ist überaus angenehm, aber teilweise war er mir etwas zu modern. Kam einem jungen Mädchen zur damaligen Zeit ein trotziges „Bla bla bla“ über die Lippen? Ich erwarte keine historisch absolut korrekte Sprache, aber junge Menschen haben damals einfach anders geredet als heute. Zum Glück gab es nur sehr wenige dieser Ausrutscher.

Hauptthema ist der Rachefeldzug von Maureen und er nimmt erstaunliche Ausmaße an. Damit hat Rebecca Michele mich absolut überrascht. Ich hätte Maureen, so wie ich sie anfangs in der Geschichte kennen gelernt habe, nicht so viel Gerissenheit und auch Kälte zugetraut. Sie macht eine eindrucksvolle Wandlung durch, aber dass sie so ihren Charakter verändern kann, hätte ich nicht gedacht. Aber Hass ist etwas, das einen Menschen sehr verändern kann. Und so werde ich Zeuge, wie sie die Peiniger ihrer Mutter nacheinander jagt und keine Gnade walten lässt. Und zwar so heftig, dass sie streckenweise etwas befremdlich auf mich wirkte und ich schon fast Mitleid mit den „bösen Jungs“ hatte.

Die Personen sind allesamt sehr vielschichtig, das ist für mich ein großer Pluspunkt. Sie verändern sich zwar nicht so sehr wie Maureen, machen die Geschichte aber recht interessant. Die Schauplätze sind gut gewählt und der historische Hintergrund dient nicht nur als Kulisse. Aber ich hätte mir mehr schottisches Flair gewünscht. Der Konflikt zwischen den Schotten und den Engländern wurde sehr gut dargestellt und auch die Schlacht von Culloden spielte eine wichtige Rolle. Und dennoch fehlte mir etwas, um die Geschichte zu einem wirklichen Highlight werden zu lassen. Einige Längen zwischendurch und das irgendwann vorhersehbare Ende schmälerten meinen Lesegenuss ein wenig.

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