Ines Thorn: Das Glück am Ende des Ozeans

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Ines Thorn: Das Glück am Ende des Ozeans
ET (D)
2015
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783805250566

Informationen zum Buch

Seiten
432

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Handlungsort

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Eine farbenprächtige Auswanderer-Saga über drei Frauen und ihren Weg zum Glück in Amerika. Bremen, 1876: Drei Frauen gehen an Bord eines transatlantischen Dampfschiffes. Jede mit einem Traum im Herzen, jede in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Während der Überfahrt nach New York werden sie zu Freundinnen. Als die schwangere Susanne während einer stürmischen Nacht in Not gerät, eilen ihr die anderen zu Hilfe. Danach ist nichts mehr, wie es war - und ihre Schicksale sind für immer verbunden. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen, muss jede der Frauen lernen, dass man auch hier hart für seine Träume arbeiten muss. Dann taucht ein Fremder auf, der behauptet, ihr dunkles Geheimnis zu kennen. Und plötzlich steht alles, wofür sie gekämpft haben, auf dem Spiel …

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Tiefgang und Anspruch mit Leichtigkeit

Ines Thorn - Das Glück am Ende des Ozeans - Wunderlich

Bremen/ New York, 1876
Drei völlig verschiedene Frauen machen auf einem transatlantiischen Dampfer Bekanntschaft miteinander. Durch widrige Umstände kreuzen sich ihre Wege immer wieder. Eigentlich hatte Annett eine feine Kabine, die jedoch von einer alten Frau in Besitz genommen wurde und so blieb ihr nichts weiter übrig, als auf dem Zwischendeck mit all den anderen Auswanderen zu campieren. Wer einmal dort genächtigt hat, dem ist alles "menschliche" nicht mehr fern.
Die junge Annett hat das große Glück ihr technisches Geschick und Wissen bei dem Erbauer der legendären Brooklyn-Bridge weiterbilden zu dürfen. Die Roeblings bieten ihr, gemäß der Zeit, eine unübliche Chance. Annett erwartet eine aufregende Zeit, teilhaben an der Geschichte, lernen in Hörsäälen, sogar studieren. Keine größere Freiheit könnte sich eine Frau im heiratsfähigem Alter wohl erlauben..
Gottwitha soll verheiratet werden, ihr zukünftiger Mann und ihre neue amische Gemeinde erwarten sie. Gottwitha ist neugierig und tritt in jedes Fettnäpfchen, einmal zu laut gelacht und ihre Fahrkarte war gebucht, die kleine "sündige" Teufelsbrut wurde abgeschoben. Sie weiß nichts von der Welt, denn auf ein Verbot folgt das Nächste.
Susanne, ebenfalls frisch verschachert und schon schwanger hat ein böses Schicksal ereilt, ihr Mann tut ihr jede Nacht Gewalt an und prügelt sie trotz ihres Zustandes.
Als es wieder einmal soweit ist, kommen ihr Annett und Gottwitha zu Hilfe. Seit dieser Nacht ist nichts mehr so wie vorher, ein Geheimnis schweißt die drei jungen Frauen in Freundschaft aneinander. In New York jedoch, trennen sich ihre Wege, sie geben sich das Versprechen sich eines Tages wieder in den Armen zu halten, aber bis dahin erlebt jede ihr eigenes Abenteuer..
Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt, Kampf, Wissensdurst, Selbstständigkeit und auch Liebe. Eine perfekte Mischung! Tiefgang und Anspruch mit Leichtigkeit, spannend bis zum Schluss.
Ein wunderbarer Frauenroman!

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spannend und sehr unterhaltsam

„Das Glück am Ende des Ozeans“ von Ines Thron hat ein wunderschönes Cover, welches schon darauf hindeutet, dass es sich um einen Auswandererroman handelt. Drei junge Frauen mit sehr unterschiedlicher Vergangenheit lernen sich auf der Überfahrt ins ferne verheißungsvolle Amerika kennen. Ein Erlebnis an Bord schweißt sie über alle Standesgrenzen auf immer zusammen. In Amerika angekommen, versucht jede auf ihre Weise das Glück zu finden.
Annett, die Selbstbewusste der drei Frauen, wird als Assistentin beim Bau der Brooklyn Bridge engagiert und schafft es, sich in einer Männerwelt der Technik zu behaupten und ihren Platz zu finden, ohne von einem Mann abhängig zu sein.
Susanne überwindet ihre harte Vergangenheit und die Gewalttätigkeiten in ihrer ersten Ehe und findet trotz allem ihr Selbstbewusstsein wieder, zwischen anderen Frauen, die als Huren eigentlich am Rande der Gesellschaft leben und ohne Männer oft schutzlos Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt sind.
Gottwitha versucht derweilen sich in der Welt der Amish-People zurechtzufinden und droht dabei an der Kälte und Strenge des Ehemannes zu zerbrechen.
Alle drei Frauen kämpfen mit den damaligen Gesellschaftsstrukturen, in denen die Frauen ohne den Schutz eines Mannes gefährlich lebten und Gewalt und Ungerechtigkeit und Armut und Hunger ausgesetzt waren. Alle drei haben eine innere Stärke, die sie auch größte Schicksalsschläge überwinden lässt.
Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es zieht einen schnell in seinen Bann und dank der ständig wechselnden Handlungsstränge wird die Spannung hochgehalten und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Heldinnen waren mir sympathisch. Ich konnte mit ihnen mitfühlen und fand sie meist glaubwürdig. Und wie nebenbei erfährt man sehr viel über New York und den Brückenbau, über das harte Leben der männerlosen Frauen und über die Amish.
Es zwei, drei kleine Kunstgriffe, die ich als etwas unglaubwürdig empfand. Mit ihnen wurde entweder versucht, noch mehr Spannung zu erzeugen oder etwas zu erklären, was sonst den Lesefluss gestört hätte. Aber ich habe der Autorin dies schnell verziehen, da mir die Geschichte im Ganzen einfach zu gut gefallen hat und Ines Thorn sich Mühe gegeben hat, die damaligen Verhältnisse genau und farbenfroh zu erzählen. Ich finde, ein gutes historisches Buch darf sich auch mal ein paar Freiheiten nehmen, solange sie klein und unbedeutend bleiben.
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3 deutsche Frauen - 3 Schicksale in Amerika

Wir schreiben das Jahr 1867 und in Bremen legt ein Schiff ab in Richtung Amerika - Zielhafen New York. An Bord befinden sich 3 Frauen, auf dem Weg in ihr neues Leben.

Annett ist die Tochter eines Bergbauingenieurs und einer Mutter mit Hang zu Höherem. Sie hat eine gute Schulbildung genossen und ihre große Leidenschaft ist die Mathematik. Da sie als Frau in Deutschland niemals würde studieren dürfen, schicken ihre Eltern sie nach New York. Dort soll sie dem Ehepar Roebling als Sekretärin zur Hand gehen, die gerade mit dem Bau der Brooklin Bridge sehr großes Aufsehen erregen.

Aufgrund einer Überbuchung ist Annetts Kabine auf dem teuren Oberdeck schon besetzt und so sucht sie sich notgedrungen auf dem Zwischendeck eine Schlafmöglichkeit. Dort pferchen sich 400 Passagiere auf engstem Raum zusammen, gegenüber ca. 170 Personen auf dem Oberdeck. Entsprechend sind die hygienischen Zustände. Aber es hilft nix - Annett hat keine andere Wahl als sich dort ein Bett zu suchen.

Gottwitha kommt aus einer Amisch-Familie und ist gerade alt genug um verheiratet zu werden. Da sie in ihrer Gemeinde als tugendlos gilt, schickt der Vater sie nach Amerika. In Pennsilvania haben sich vor einigen Jahren einige Onkel von Gottwithas Vater in einer Amisch-Gemeinde angesiedelt und dort herrscht nun Frauenmangel. Die strenggläubige Gottwitha kommt mit den Zuständen auf dem Zwischendeck überhaupt nicht zurecht und sucht bei Annett Halt und Zuflucht.

Susannes Ehemann Michael Kraus möchte sich im Westen Amerikas dem Goldgräbertreck anschließen. Auch Susanne wurde von ihrem Vater zwangsvermählt und ihr Mann Michael ist ein versoffenes und prügelndes Stück Dreck ('tschuldigung, aber anders kann man ihn wirklich nicht beschreiben). Bei jeder sich bietenden Gelegenheit schlägt er Susanne, erniedrigt sie, taucht ihren Kopf ins Wasserfass und in der Nacht vergeht er sich an seiner schwangeren Frau.

Als eines Nachts Susanne auf dem Deck frische Luft schnappen möchte, wird sie - mal wieder - von ihrem Mann angegangen. Zufällig sind auch Annett und Gottwitha auf dem Deck und stellen sich schützend vor Susanne. In dieser Nacht werden die 3 zu Freundinnen ........

Nachdem die "Vineta" in New York angelegt hat, trennen sich die Wege der 3 Frauen. Sie versprechen sich, in Kontakt zu bleiben, aber außer Annett weiß niemand, wohin ihr Weg sie führen wird.

In den Kapiteln wird abwechselnd von einer außenstehenden Person die Geschichte von Annett, Susanne und Gottwitha erzählt.

Annett hat es wirklich am besten getroffen, denn sie ist als einzige der 3 Frauen freiwillig nach New York gekommen. Deswegen stürzt sie sich mit Feuereifer in ihr neues Leben und ihr Aufgabengebiet im Haus der Roeblings.

Gottwitha wird am Hafen in New York von ihrem zukünftigen Ehemann abgeholt. Nach 3 Tagesreisen kommen sie endlich in ihrem Amischdorf an, aber Gottwitha wird hier leider nicht mit offenen Armen empfangen. Ihr Tagesablauf ist bestimmt von den Dingen, die eine amische Frau zu tun hat. Montags Wäsche waschen, dienstags Butter herstellen, mittwochs Brot backen und so hatte jeder Tag seine Arbeit. Ansonsten musste sie gottgefällig und ihrem Manne zu Diensten sein. Der Sonntag hält dann jedoch eine ganz besondere Sache für sie bereit

"Nur einmal in der Woche, an jedem Sonntagabend, rollte er sich auf sie und vollzog den ehelichen Akt, der nicht länger als eine Minute dauerte und sich anfühlte, als führe man in einer schlechtgefederten Kutsche über Katzenkopfpflaster. (S. 207) "

So sehr sie sich auch bemüht, sie kann es niemandem im Dorf recht machen. Am wenigsten ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter.

Susanne, die in New York ohne Mann und nur mit Baby im Bauch an Bord geht, schließt sich einer Gruppe Huren an, um mit dem Planwagen Richtung Westen - Richtung Goldgräberstädte - zu fahren. Unterwegs bekommt sie ihr Kind und freundet sich mit den leichten Mädchen und Miss Joyce an. Als sie nach einer mühsamen Reise in Oak's Hill, einer kleinen Goldgräberstadt, ankommen, beschließt Susanne zu bleiben und sich dort einen Traum zu verwirklichen.

"Das Glück am Ende des Ozeans" fällt genau in mein Beuteschema. Ich liebe solche Auswanderer-Geschichten.

Die Autorin Ines Thorn hat hier sehr schön das Schicksal 3er Frauen aufgeschrieben. Jede der Figuren ist glaubhaft beschrieben und mich hat das Leben von Gottwitha in der Amisch-Gemeinde am meisten angesprochen. Für mich unvorstellbar, dass man - als Frau - so leben kann und mag. Aber damals war das nun mal so, dass man als Frau nix zu melden hatte und dem Manne untertan sein musste. Nach jedem Buch aus dem Bereich "historischer Roman" bin ich zutiefst dankbar, heute leben zu dürfen.

Ein ganz klein wenig mehr Spannung hätte dem Buch nicht geschadet und das, was Susanne zum Schluss passiert, hätte entweder ganz wegfallen dürfen oder ein paar Seiten mehr und größere Beachtung finden können.

Alles in allem aber ein schönes Buch, das mich über einige Stunden wirklich gut unterhalten hat.

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Leichte, oberflächliche Unterhaltung

Drei Frauen, Annett, Susanne und Gottwitha, machen sich eher unfreiwillig auf die Reise nach Amerika. Annett möchte studieren, was in Deutschland unmöglich ist, Susannes grober Ehemann hat für das Ehepaar beschlossen auszuwandern und Gottwithas Vater konnte im Dorf keinen Ehemann für seine Tochter gefunden und hat sie deshalb an einen Verwandten in Amerika vermittelt.

Nach der Überfahrt trennen sich die Wege der drei Frauen wieder. Annett nimmt ihre Arbeit auf, und sieht, dass es auch in Amerika für Frauen nicht selbstverständlich ist, sich bei der Arbeit zu behaupten. Susanne schließt sich einer Gruppe Huren an, die nach Westen zu den Goldgräbern reisen möchten. Aus der unterwürfigen Ehefrau wird sehr schnell, sogar etwas zu schnell, eine Powerfrau, die anpackt und helfen kann. Gottwitha kommt zu ihrem Ehemann bei den Amischen, wird in einer kurzen Zeremonie verheiratet und ist entsetzt über die Kälte und Lieblosigkeit, die sie ein Leben lang ertragen soll.

Schon ganz am Anfang der Geschichte haben mich kleine Ungereimtheiten gestört. Annett hat eine Kabine zweiter Klasse bezahlt, die bei ihrer Ankunft auf dem Schiff schon besetzt ist. Nach kurzem Nachfragen, Doppelbelegung, begibt sie sich ins Zwischendeck, wo die Menschen unter erbärmlichen Konditionen zusammengepfercht wurden und ein Ticket weniger als die Hälfte von dem kostete, was Annett für ihre Überfahrt bezahlt hat. Auch sonst kamen immer wieder Zufälle ins Spiel, die für den weiteren Verlauf der Geschichte ganz gelegen kamen, ansonsten allerdings ziemlich unwahrscheinlich waren.

Annettes Leben fand ich angefangen bei den Zeitungsausschnitten bis zu der Wahl vor die sie gestellt wurde, eher langweilig zu lesen. Die Reise von Susanne und ihr Leben war dagegen interessant. Mit sehr viel Verwunderung habe ich über die Amisch gelesen. Ich kenne mich mit dieser Religionsgemeinschaft nicht aus, aber ich habe den Eindruck, dass sie in dieser Geschichte extrem schlecht wegkommt.

Jede der drei Frauen hat im Buch ihr eigenes Schlusskapitel. Die Kapitel von Annett und Susanne waren passend zu ihrem Lebenslauf, das von Gottwitha dagegen komplett unglaublich und nicht nachvollziehbar.

"Das Glück am Ende des Ozeans" liest sich schnell und leicht, aber viel hinterfragen und überdenken sollte man die Schicksale der drei Frauen nicht. Es ist eine durchschnittliches Buch, das sehr schnell gelesen und genauso schnell wieder vergessen ist.

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