Ines Thorn: Die Strandräuberin

Ines Thorn: Die Strandräuberin

 
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Ines Thorn: Die Strandräuberin
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783352008986

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Es ist Herbst geworden.

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Handlungsort

Region
Kontinent
Handlungsorte
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Sylt im Jahr 1711: Jördis lebt mit ihrer Großmutter auf Sylt, doch sie bleibt eine Außenseiterin, die sich als Strandräuberin durchschlagen muss. Ihre Vorfahren stammen aus Island, deshalb hängt sie noch dem alten nordischen Glauben an. Ihre einzige Gefährtin ist ausgerechnet die Tochter des Pfarrers, der Jördis für eine Hexe hält. Doch dann verlieben ihre Freundin Inge und sie sich in denselben Mann – und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Es ist die Zeit der Walfänger und Strandräuber. Das Leben ist hart auf Sylt – besonders für Frauen, die sich alleine durchschlagen müssen. Seit dem Tod ihrer Eltern ist für Jördis die Kate ihrer Großmutter Etta in Rantum ihr karges Zuhause. Die beiden leben von Strandräuberei und davon, dass sie Syltern heimlich die Zukunft weissagen – mit ihrem Runenorakel, denn sie hängen dem alten nordischen Glauben an. Misstrauisch vom Pfarrer des Ortes beäugt, geht Jördis ausgerechnet mit dessen Tochter Inge eine Freundschaft ein. Als sie gesteht, dass sie in Arjen, den jungen Schmied, verliebt ist, zerbricht die Freundschaft, denn auch Inge hofft, dass Arjen ihr die Ehe anträgt. Doch der Schmied gesteht Jördis seine Liebe. Sie beschließen, vor dem nächsten Biikebrennen zu heiraten. Aber alles kommt anders, als in der Kirche ein Kreuz von der Decke fällt und ein heftiger Sturm die Insel heimsucht. Der Pfarrer findet sofort die Schuldigen: Jördis und ihre Großmutter sollen Hexen sein.

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Die Strandräuberin

Sylt 17711, hier lebt Jördis mit ihrer Großmutter zusammen in einer kleinen Kate, seit ihre Eltern gestorben sind. Das leben ist schwer für zwei Frauen und wenn Jördis nicht mit Strandräuberei das ein oder andere zu Geld machen könnte, würde es zum Lebensunterhalt nicht reichen. Jördis ist zwar auf Sylt geboren, dennoch stammt sie von einem Nordländer ab und hat deswegen nicht viele Freunde im Ort. Ihre einzige Freundin ist Inge, die Pfarrerstochter, die sich heimlich in Arjen verguckt hat.
Aber Arjen macht Jördis ein Geschenk zu ihrem 16. Geburtstag und möchte einen Kuss von ihr um kurz darauf um ihre Hand anzuhalten. Jördis hat nach dem ersten Kuss nur noch Augen für Arjen und ist sehr verliebt. Inge, die irgendwie nie wie eine richtige Freundin war, beginnt Jördis zu hassen und ist Neidisch auf das Liebesglück der beiden. Sie schmiedet böse Pläne und wer sie als Freundin hat, der braucht keine Feinde mehr.


Mit "Die Strandräuberin" hat Ines Thorn einen wirklich schönen Roman geschrieben, der sehr unterhaltsam war und die Atmosphäre von damals wirklich gut eingefangen hat. Am Anfang hatte ich zwar das Gefühl, das Jördis sehr Naiv in ihr Unglück rennt und es hat sich ein bisschen wie ein Märchen gelesen, aber dann habe ich mich an den Schreibstil gewöhnt und es hat mich einfach mitgerissen.
Es geht natürlich auch wieder ein bisschen um den Glauben, den Inges Vater der Pfarrer hat die beiden von Anfang an nicht leiden können, weil sie anders sind und eine Gefahr für seine Kirche.
Man sieht in dieser Geschichte wieder, wie schnell ein ganzes Dorf sich über Schuld einig ist, wenn sie etwas verloren haben. Einer der an der richtigen Stelle eine Intrige infädelt und schnell glauben alle an Hexerei.


Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen, ich konnte wirklich gut in der Geschichte versinken. Ich mochte Jördis und ihre Großmutter von Anfang an und habe mit den beiden sehr mitgezittert. Das Buch ist sehr gefühlvoll geschrieben und irgendwann hatte ich sogar Tränen in den Augen, so tief hat mich das ganze mitgezogen.


Komisch finde ich nur, das es zwei Bücher von ihr gibt, beide mit dem gleichen Cover und Titel. Die eine Geschichte geht um Jördis und die andere Geschichte geht um Sinja. Laut Klappentext haben die Geschichten auch sehr viel Ähnlichkeit?

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hartes Inselleben

1711 ist das Leben hart auf Sylt. Die Natur ist karstig und widersetzt sich allen Versuchen, dort etwas zum Essen zu kultivieren. Also leben die Menschen vor allem vom Fisch- und Walfang. Und ist der mal schlecht gelaufen, dann hungern die Sylter in ihren windschiefen, ärmlichen Hütten und hoffen auf besseres Wetter und bessere Fangausbeute. Besonders schlimm trifft es immer die Frauen, die ohne männliche Versorger überleben müssen. Auch Jördis und ihre Großmutter gehören zu diesen Überlebenskünstlerinnen, die sich vor allem mit dem Sammeln von Strandgut über Wasser halten und hi und da mal ein bisschen Geld für harmlose Runen-Orakel bekommen. Jördis freundet sich mit der Tochter des Pfarrers an, dem das Mädchen und seine Oma schon lange ein Dorn im Auge sind.

Dann verliebt Jördis sich in den Schmied Arjen – für den sich auch ihre Freundin interessiert - und möchte ihn heiraten. Da bricht ein Unwetter über der Insel herein und der Pfarrer sieht seine Chance gekommen das Unglück Menschen in die Schuhe zu schieben, die seiner Meinung nach den Missfallen Gottes heraufbeschworen haben.

Schon der Vorgängerroman von Ines Thorn, „Die Walfängerin“, hatte mich gefesselt. Und obwohl ich aus diesem bereits ein bisschen etwas vom damaligen Leben auf Sylt wusste, war ich doch wieder erschüttert unter welch unwirtlichen, ja meiner Meinung nach fast unmenschlich harten Bedingungen die Leute auf der Insel lebten. Die Vielzahl der Unbillen, die Einsamkeit, die Kälte, der Hunger und in diesem Buch auch der bigotte Pfarrer sind ein düsterer Rahmen für die Jugend zweier Mädchen und die erste Liebe, die sie leider für den selben Mann empfinden. Dieser Kontrast ist sehr ansprechend. Ebenso wie die eingestreuten Details über den alten Glauben an die Götterwelt der Asen und die Rituale und Bedeutungen der Runen. Das Buch ist eher schmal, aber die Geschichte so dicht und klar erzählt, dass sie mir ein ganz eigenes Bild vom Leben auf einer Insel gegeben hat und ich bei Bildern von Sylt jetzt immer an dieses kleine feine Buch denken werde.

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