Julie Leuze: Sturm über Rosefield Hall

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Julie Leuze: Sturm über Rosefield Hall
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442482146

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Er musste sie fortbringen.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Grafschaft Devon 1913: Ruby, die 18-jährige Tochter von Lord und Lady Compton, wächst sehr behütet auf dem elterlichen Herrensitz Rosefield Hall auf. Als der attraktive Cyril Brown aus London anreist, um den Sommer auf dem nahen Tamary Court zu verbringen, fühlen die beiden sich auf Anhieb zueinander hingezogen – und Ruby verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Doch Rubys Eltern sind strikt gegen eine Verbindung mit dem nicht adeligen jungen Mann. Außerdem scheint Cyril ein Geheimnis vor Ruby zu verbergen. Cyril stellt Rubys Leben auf den Kopf, doch plötzlich wendet er sich von ihr ab. Und dann ziehen dunkle Wolken am Horizont auf ...

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Ein selbstbestimmtes Leben

1913 im Südwesten Englands, genauer in Devon.

Die 18jährige Ruby wächst sehr behütet als Tochter von Lord und Lady Compton auf Rosefield Hall auf. Doch in diesen Tagen geschehen zwei sehr unerwartete wie aufregende Dinge: zum Einen wird Edward, Rubys Lieblingsbruder, auf dem Herrensitz erwartet. Endlich kann sich Ruby wieder verstanden fühlen, denn vor ihrem Bruder, der ganze zwei Jahre auf der Erdnussplantage der Familie in Gambia verbracht hat, hatte sie noch nie Geheimnisse. Zum Anderen begegnet ihr auf einem ihrer Ausritte, die ihr stets Freiheit bedeuten, ein attraktiver Mann, der sich ihr als Cyril Brown vorstellt. Und so verliebt sich Ruby erstmals in ihrem Leben...
Selbstverständlich ist Ruby klar, dass ihre konservativen Eltern niemals mit einem nicht-adeligen Mann für sie einverstanden wären.
Plötzlich spitzt sich die Lage bei den Comptons zu, denn Edward kehrt mit zwei schwarzen Angestellten auf das heimatliche Rosefield Hall zurück und kann dem Rassismus zuhause nicht zustimmen. Er besteht auf ein Gästezimmer für seine Begleitung und zieht auch sonst reichlich Ungemach an sich... So werden die Essensgespräche immer unangenehmer, zumal der älteste Sohn und zukünftige Erbe, Basil, mit seinen Ansichten zur Eugenik, den Frauen und seinem Rassismus ein wirklich unfassbar unsympathischer Kerl ist - selbst für seine Zeit. Und dann kommt eine noch größere Überraschung für Ruby: Cyril kommt zu ihren Eltern zu Besuch und sie begreift, dass sie ihn für jemand anderes gehalten hat, denn Cyril stammt aus London und leitet dort sehr erfolgreich ein Kaufhaus. Dennoch ist das kein Anlass zur Hoffnung, denn auch sogenannten "Geldadel" werden ihre Eltern nicht dulden. Und dann zieht sich Cyril auch noch zurück...
Immerhin findet Ruby in der Bediensteten Florence eine Freundin und findet wieder Zugang zu ihrem Bruder Edward, der anfänglich etwas zu fremdeln schien.
Doch natürlich haben ihre Eltern kein Verständnis für die modernen Ansichten ihrer Tochter. Gerade deshalb ist für Ruby der Kontakt zu Cyril, seiner Schwester Alice und zu Florence so wichtig. Durch Gespräche auf Tamary Court, wo Edward mit seiner Schwester und seiner Mutter untergekommen ist, erfahren Ruby und Florence von den neuesten politischen Entwicklungen und davon, dass nun auch Frauen für ihre Rechte kämpfen. Doch Ruby weiß, dass sie zuhause niemals mit den Ideen der Suffragetten anzukommen braucht. Außer bei Edward, von dem sie nun auch einige pikante Geheimnisse erfährt.
Ruby muss sich entscheiden - will sie ihr Leben in die Hand nehmen? Denn Edward wird nach Gambia zurückkehren und dann ist die auf Rosefield Hall wieder ganz auf sich gestellt...

Julie Leuze hat eine beeindruckende Leichtigkeit, mit der sie hier eine interessante Geschichte aus einer spannenden Zeit erzählt. Die Suffragetten haben viel geleistet, doch selbstverständlich war dieser Kampf zäh und langwierig und ging irgendwann - zumindest partiell - in Gewalt über. Aus heutiger Sicht bin ich diesen Frauen sehr dankbar!
Besonders authentisch wirkt die Handlung durch Perspektivwechsel, denn so erfährt man sowohl von den Gedanken und Emotionen der Angestellten Florence - ebenso wie zum Beispiel im Kontrast dazu die Sicht von Ruby, von der im Grunde nicht mehr erwartet wird, als adrett zu sein und sich keinesfalls in die Männerthemen oder gar die Angelegenheiten der arbeitenden Menschen auf Rosefield Hall einzumischen.
Aber auch die Figuren sind der Autorin wunderbar geglückt: allen voran natürlich die charakterstarke und mutige Ruby, aber auch ein beeindruckend klarer Edward, eine intelligente, mitfühlsame Florence, ein großartiger Cyril und eine tapfere Alice haben mich restlos überzeugt. Ich habe mit diesen Sympathieträgern mitgelitten und gehofft, dass für sie alle ein gutes Ende möglich ist.
So fliegen die Seiten nur so dahin und ich war fast schon ein bisschen traurig, als ich das Buch zuklappen musste und die mir lieb gewonnenen Charaktere zurücklassen musste.

Fazit: Eine wunderbare Lektüre, die nicht nur prächtig unterhält, sondern auch noch von einer wichtigen Epoche des Kampfes für Frauenrechte erzählt! Und dann mit einem sehr interessanten Nachwort der Autorin abgerundet wird. Eine Empfehlung!

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Gewitter am Horizont...

Dies war mein erster Roman der Autorin, wird aber wohl nicht der Letzte gewesen sein. In diesem Fall griff ich zum Buch, weil mich die Zeit ab 1913 einfach wahnsinnig interessiert und mich Klappentext und Cover direkt ansprachen.

Im Buch geht es um die 18 jährige Ruby, Tochter von Lord und Lady Compton. Bis zum Sommer 1913 wuchs sie überaus behütet auf und konnte ihre Freiheiten als Wildfang mit eigenem Kopf ausleben. Doch dann trifft sie auf den charismatischen Cyril und nichts ist mehr wie es war, denn sie verliebt sich Hals über Kopf in den jungen Mann. Wird ihre Liebe eine Chance haben?

Frau Leuze macht es einem als Leser leicht in die Geschichte zu finden, denn ihr Schreibstil verzaubert auf Anhieb. Ihr gelingt es hervorragend dem Leser die damalige Zeit bildlich vor Augen zu führen und somit eine kleine Zeitreise unternehmen zu können.

Die Handlung wird uns durch einen beobachtenden Erzähler näher gebracht. Mit diesem begleiten wir sowohl Ruby als auch Alice und Florence. Durch die unterschiedlichen Perspektiven kam zusätzlich Spannung auf.

Das Buch lebt vor allem durch die sehr präsenten und durchsetzungsstarken Charaktere, allen voran Ruby. Ich mag es, wenn vor allem weibliche Protagonisten ihrer Zeit voraus sind. Ruby ist als Akteurin einfach die beste Freundin, die man sich wünscht. Sie hat mich ein ums andere Mal an Sybil Crawley aus der TV-Serie Downton Abbey erinnert.

Der historische Roman liest sich vor allem aufgrund seiner recht kurzen Kapitel unheimlich schnell weg und man versinkt förmlich in der Handlung.

Fazit: Wer die perfekte Sommerlektüre noch nicht gefunden hat, der sollte zu diesem Buch greifen. Überaus lesenswert!

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Sturm über Rosefield Hall

Zum Inhalt:
Ruby ist achtzehn Jahre alt und die gut behütete Tochter von Lord und Lady Compton. Die Familie lebt auf dem Herrensitz Rosefield Hall und genießt ein Leben in Reichtum und ohne das es an etwas fehlt. Die Dienerschaft sorgt für alle Wünsche. Doch Ruby fühlt sich nicht immer wohl in ihrer Familie. Einiges stört die junge Frau. Doch erst als sie den Kaufhausbesitzer Cyril Brown kennen lernt, wird ihr nach und nach bewußt was sie stört und was sie gerne ändern würde.
Meine Meinung:
Der Roman spielt im Jahr 1913 und gibt sehr gut die Gegebenheiten dieser Zeit wieder. Eine Geschichte, die noch einmal verdeutlicht, wieviel sich in ca 100 Jahren verändert hat. Veränderungen die hart erkämpft wurden, und für die viele Menschen schreckliches durchlitten haben.
Ruby hat mir als eine der Hauptcharakteren sehr gut gefallen. Sie hat genau die richtige Einstellung zu vielem bewiesen und diese nach und nach auch durchgesetzt. Sie hat erkannt das in ihrer Familie und ihrem Umfeld vieles einfach nicht richtig ist und sich durch Weitsicht und Mitgefühl und ihrer lieben Art von den Familienmitgliedern abgehoben.
Der Schreibstil von Julie Leuze ist immer wieder gut zu lesen. Sie schreibt sehr flüssig und macht es dem Leser leicht durch die Seiten zu fliegen. Relativ kurze Kapitel laden dazu ein immer noch ein weiteres und noch eines und noch eines zu lesen. Obwohl dieser Roman ein dramtisches Stück Geschichte beschreibt, ist er nie anstrengend zu lesen. Sehr gut gefallen hat mir das Nachwort der Geschichte. Die Autorin erklärt dort noch einmal die geschichtlichen Hintergründe und hat mich in einigen Bereichen wirklich erstaunt.

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Rosefield Hall, Grafschaft Devon, 1913

Als Tochter von Lord und Lady Compton, müsste die 18jährige Ruby schon bald standesgemäß verheiratet werden. Die von ihrem Vater ausgesuchten Lords sagen Ruby jedoch so ganz und gar nicht zu.

Auf einem ihrer täglichen Ausritte – bei denen sie unerlaubterweise die Grenzen des elterlichen Landsitzes verlässt – scheut ihr Pferd und Ruby wird abgeworfen. Auf der Suche nach ihrem Pferd trifft sie im Wald einen jungen Mann: Cyril.

Cyril stammt aus London, lebt aber zu Zeit mit seiner Schwester Alice auf dem nahegelegenen Tamary Court. Aufgrund eines Traumas benötigt Alice einen ruhigen Platz, fernab von London, um ihre schlimmen Erlebnisse verarbeiten zu können.

Ruby fühlt sich zu Hause wie in einem goldenen Käfig. Frauen haben nichts anderes als höflich, nett und vorzeigbar zu sein, dürfen jedoch keine eigene Meinung haben und schon gar nicht über ihr Leben bzw. ihren Ehepartner selbst bestimmen. Ihr Bruder Basil steigert sich in seine eugenische Weltanschauung hinein, ihr Lieblingsbruder Edward wurde vom Vater nach Gambia geschickt um dort die Erdnuss-Plantage zu bewirtschaften und ihre Eltern haben nicht sehr viel übrig für Ruby mit ihren merkwürdigen Ansichten. So interessiert sich Ruby beispielsweise für das Wohlergehen ihrer Bediensteten. Was ihre Eltern von solch einer Verfehlung halten, dürfte klar sein.

In Cyril findet sie einen andersdenkenden jungen Mann, mit dem sie stundenlang diskutieren kann und beide fühlen sich schnell zueinander hingezogen. Als wohlhabender aber nicht adliger Kaufmann, findet Cyril jedoch keine Gnade vor den Augen von Rubys Eltern. Diese lehnen eine Verbindung zwischen Ruby und Cyril strikt ab.

Ruby wäre nicht Ruby, wenn sie sich von ihren Eltern verbieten lassen würde, dass sie sich weiterhin mit Cyril trifft. Sie lernt seine Schwester Alice und auch ihre Mutter Gwendolen kennen und erfährt nach und nach welchen Zielen diese sich verschrieben haben. Wird Ruby sich ihnen und ihrem Kampf anschließen?

„Sturm über Rosefield Hall“ von Julie Leuze ist ein historischer Roman, Anfang des 20. Jahrhunderts, der sich gleich mit mehreren Themen befasst.

So erfährt der Leser vom Kampf der Suffragetten, die mit Aktionen wie Hungerstreik, Störung offizieller Veranstaltungen, Brandanschlägen etc. massiv für das Frauenwahlrecht eintraten.

Rubys Bruder Basil hat sich ganz und gar der Eugenik verschrieben. Unter Eugenik wird die Lehre von der Verbesserung des biologischen Erbgutes des Menschen verstanden. Mir war überhaupt nicht bekannt, dass Eugenik schon vor der Zeit des Nationalsozialismus betrieben wurde.

Auch das Thema Rassismus wird in „Sturm über Rosefield Hall“ kurz gestreift, denn Edward, Rubys Lieblingsbruder, bewirtschaftet in Gambia die in Familienbesitz befindliche Erdnuss-Plantage. Zu seinem Besuch auf Rosefield Hall wird er von 2 seiner afrikanischen Plantagenarbeitern begleitet.

Das Buch wird aus der Perspektive mehrerer Personen geschildert, jedoch in Form eines Erzählers und nicht aus der Ich-Form. So bekommt der Leser Einblick in die Gedanken der einzelnen Protagonisten. Florence, das Hausmädchen, erzählt aus ihrer Sicht das Leben auf Rosefield Hall und wie gerne sie mit Ruby befreundet wäre, statt nur ihre Bedienstete zu sein.

Gerade diesen Perspektivwechsel finde ich sehr gelungen. Die Erzählung aus Sicht der Bediensteten im Gegensatz zur Sicht der Herrschaften.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass ich Bücher liebe in denen Wissen vermittelt wird. Geschichtsunterricht fand ich nie wirklich interessant und wenn ich dann in historischen Romanen etwas aus der Geschichte lernen kann, finde ich das toll. Im Nachwort verweist Julie Leuze auf einige Aspekte ihrer Recherchearbeit und die wirklichen Hintergründe der Charaktere.

Einziger Kritikpunkt ist, dass ich mir mehr Ecken und Kanten gewünscht hätte und die einzelnen Themen mehr Auswirkungen auf die Personen gehabt hätte. Bei einem Streit zwischen Ruby und ihren Eltern hätten gerne die Fetzen fliegen dürfen, das hätte die Geschichte gut vertragen.

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