Katherine Webb: Die Frauen am Fluss

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Katherine Webb: Die Frauen am Fluss
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Hiding Places
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783453292079

Informationen zum Buch

Seiten
496

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Am Morgen des Tages, mit dem alles begann, hielt Pudding kurz am oberen Treppenabsatz inne und erblickte durch das kleine Fenster ihre Mutter.

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England, 1922. Zuerst stellt die Ankunft der Londonerin Irene die Ordnung des idyllischen Dorfes Slaughterford auf eine harte Probe. Kurz darauf geschieht ein brutaler Mord. Der Tote ist ein angesehener Gutsherr – und Irenes Mann. Gemeinsam mit dem Stallmädchen Pudding begibt sich Irene auf die Suche nach der Wahrheit. Die Spuren führen das ungleiche Paar tief in die angrenzenden Wälder und zu einer Liebe, die nicht sein durfte und ein ganzes Dorf schuldig werden ließ.

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Zu Beginn zäh, aber Durchhaltevermögen wird belohnt

Ein Sommer im England des Jahres 1922. Die junge Irene ist noch neu in Slaughterford - nachdem sie einen gesellschaftlichen Skandal in London verursacht hatte, versucht sie alles hinter sich zu lassen und heiratet Alistair Hadleigh, einen angesehenen Mann des Dorfes, der sie im Wissen um den Skandal gewählt hat und ihr zudem den nötigen Raum lässt, um irgendwann zu ihm zu finden. In der vermeintlichen Dorfidylle angekommen, ist nicht das Getratsche über sie als Fremde Irenes Problem, sondern viel mehr die deutlich spürbare Ablehnung Nancys, der Tante Alistairs, die mit ihnen gemeinsam das Gut bewohnt.

Als Irenes Ehemann brutal ermordet wird, macht sie sich mit ihrer neuen Freundin Pudding, dem sechzehnjährigen Stallmädchen, auf die Suche nach dem Mörder. Denn ausgerechnet deren Bruder Donny, ein zutiefst von seinem Einsatz als Soldat im Ersten Weltkrieg erschütterter junger Mann, wird der Tat verdächtigt. Für Pudding ist von Anfang an klar, dass er zu einer solchen Gewalttat gar nicht in der Lage ist - und glücklicherweise findet sie in Irene eine Frau, die das schon bald ebenso sieht. Doch das ungleiche Paar muss sich mit seinen Fragen im Dorf und den sonstigen Erkundigungen beeilen - denn die Anklage Donnys und seine drohende Hinrichtung rücken immer näher…

Der Roman umfasst fast 500 Seiten - eine Tatsache, die mir bei Katherine Webb keine Sorgen bereitet. Eigentlich. Denn bei „Die Frauen am Fluss“ lässt sich die Autorin ziemlich viel Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Fast das erste Drittel des Buches befasst sich mit Beschreibungen der vermeintlichen Idylle in Slaughterford, beleuchtet das dörfliche Leben und vor allen Dingen die drei Frauen, die im Mittelpunkt stehen werden: die Außenseiterin Irene und die sture wie toughe Pudding, aber auch die stumme Clemmie, die sich unpassender kaum verlieben könnte.

Im Grunde mag ich es, wenn Autor*innen ihren Figuren Raum gewähren, sie mit Tiefe und charakterlichen Nuancen ausstatten - aber ich muss gestehen, dass es mir hier zu viel wurde. Katherine Webb ist hier bei allem zu ausufernd und ich hatte so meine Probleme, bei der Lektüre zu bleiben. Zwar wird dieses mit dem Mord an Alistair schlagartig anders, aber ich bin mir nicht sicher, ob zu diesem Zeitpunkt nicht doch schon ein Teil der Leserschaft bereits verabschiedet hat. Der Roman gewinnt mit der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Irene und Pudding - und mit ihren Fragen, die die Wahrheit über die dörfliche Gemeinschaft immer näher rücken lässt. Faul ist nicht nur die Kaltherzigkeit und die Eifersucht Nancys gegen die Ehefrau ihres Neffen, sondern auch noch so ein paar andere Dinge in Slaughterford… Sehr geschickt knüpft die Autorin ihre Geschichte, baut einige Kniffe ein - wovon ein, zwei wirklich überraschend sind - und erzeugt einen guten Sog - aber eben erst nach einem knappen Drittel. Für mich alles in allem einen Tick zu spät.

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Alte Schuld...

Dieser historische Roman von Katherine Webb, der den Leser ins England des Jahres 1922 bzw. 1872 entführt, gleicht einem dicht gewebten Teppich um eine alte Schuld und einem Verwirrspiel um einen Mord, der sehr unterhaltsam zu lesen ist und durch die atmosphärisch detaillierten Beschreibungen der Autorin punkten kann.


"England, 1922:
Zuerst stellt die Ankunft der Londonerin Irene die Ordnung des idyllischen Dorfes Slaughterford auf eine harte Probe. Kurz darauf geschieht ein brutaler Mord. Der Tote ist ein angesehener Gutsherr- und Irenes Mann. Gemeinsam mit dem Stallmädchen Pudding begibt sich Irene auf die Suche nach der Wahrheit. Die Spuren führen das ungleiche Paar tief in die angrenzenden Wälder zu einer Liebe, die nicht sein durfte und ein ganzes Dorf voller Schuld zurückließ.
(Quelle: Buchrückentext)

. Durch den eingängigen und detailreichen sowie sehr atmosphärischen wie dennoch klaren Schreibstil bleibt sich die Bestsellerautorin Katherine Webb auch in diesem Roman stilistisch treu: Die Figuren; allen voran Irene Hadleigh, die den Gutsherrn Alastair Hadleigh heiratet und ihm als Städterin durchaus mit gemischten Gefühlen aufs Land, nach Slaughterford in Wiltshire, folgt, sind sehr gut gezeichnet und Irene bemüht sich redlich, sich in die Dorfgemeinschaft einzufügen. Eine besondere Herausforderung stellt hier auch Alaistairs Tante Nancy dar, welche sie anfangs sehr ablehnend und provokant behandelt. Durch den Mord an Alastair arbeitet die Autorin sehr gut heraus, welche persönliche Weiterentwicklung die Hauptprotagonistin nun macht: Ihr en Plan, schnellstmöglich nach London zurückzukehren und ihr altes Leben wieder aufzunehmen, verwirft Irene und stellt nach und nach fest, dass ihr Platz im Gutshaus ist. Nur hier kann sie gemeinsam mit Pudding, dem Pferdemädchen, den Mord an ihrem Mann aufklären: Während alles auf die Familie Tanner hindeutet, der man im Dorf alles zutraut, allerdings nie etwas Gutes, versuchen nun beide, die Unschuld des kriegsversehrten Bruders von Pudding zu beweisen, den man des Mordes an Alastair anklagte...

Sowohl Eli Tanner als auch Clemmie, ein stummes Mädchen, das sich in Eli verliebt, wie auch Ma Tanner, Nancy, Pete Dempsey und Irene selbst sind sehr interessante Figuren, die den Verlauf des unterhaltsamen historischen Romans bestimmen. Auch ein Buch, das Pudding Pete zeigt, der bei der hiesigen Polizei ist und von ihr beauftragt wird, in den Akten nachzuforschen, spielt eine wichtige Rolle bei der Klärung des Falles und dem Finden des Mörders.

Ich stellte eine Verwobenheit der beiden Zeitebenen fest, die mir erst zum Romanende hin (durch die Namen) auffiel: Vielleicht lag es auch an der "Heißzeit", die hier herrschte, jedoch hat mich dies etwas verwirrt und ich hätte mir eine klarere Trennung der zeitlichen Abläufe gewünscht. Im letzten Drittel nimmt der Roman an Fahrt auf, was die Spannung betrifft und seine Stärken liegen im Detailreichtum, der atmosphärischen Beschreibungen und der feinen Figurenzeichnung, die mit Sympathie des Lesers rechnen kann. Mich hat der neue Roman von Katherine Webb gut unterhalten und auch die soziologischen Hintergründe dieser Zeit - der Standesdünkel und das Bürgertum, die Gutsbesitzer und die einfachen Menschen, die Armut - sind sehr gut dargestellt.

Fazit:

"Eine Geschichte voller Lügen, heimlicher Trauer und verborgener Eifersucht" (Zitat S. 492) beschreibt diesen lesenswerten Roman am besten. Ich vergebe 3,5 Sterne am Bücherfirmament und ein 'lesenswert' für Fans historischer Romane.

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