Kiera Brennan: Die Herren der Grünen Insel

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Kiera Brennan: Die Herren der Grünen Insel
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783764505592

Informationen zum Buch

Seiten
960

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ascall war sechs Jahre alt, als er zum ersten Mal tötete.

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Vier Familien, sechs Jahre Krieg und eine einzige Krone

Irland 1166: Die Grüne Insel ist in viele kleine Reiche zersplittert, die sich unerbittlich bekriegen. Könige fechten langjährige Fehden aus, und selbst die friedliebendsten Untertanen werden in den blutigen Machtkampf hineingezogen. Zugleich droht ein gemeinsamer Feind in Irland einzufallen: Henry Plantagenet will die Insel an sich reißen. Werden sich die Herren der Grünen Insel vereinen und sich gegen den König von England stellen? Und welche Rolle spielen der grausame Krieger Ascall und die von ihm entführte Caitlín in diesem Kampf um Macht und Blut?

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Frühe irische Geschichte, spannend verpackt

Ehrlicherweise muss ich vorab gestehen, dass ich mich in der irischen Geschichte nicht sonderlich gut auskenne - wenn überhaupt, dann erst ab dem Osteraufstand im Jahre 1916.
Der Roman "Die Herren der grünen Insel" spielt jedoch deutlich früher, nämlich im 12. Jahrhundert. Dennoch werden hier entscheidende Weichen für die weitere Geschichte Irlands gestellt - wenngleich auch keine erfreulichen, hegt man Sympathie für den Freiheitsgeist der Einwohner dieser Ecke der Erde.
Irland ist in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in viele Einflussbereiche eingeteilt. Mehrere Könige, die für ihre eigenen Interessen streiten und dann droht auch noch Ungemach von normannischen Invasoren, die ausschließlich die Interessen Henrys II. vertreten... Der Zeitraum von gut zwanzig Jahren begleitet die Erlebnisse und Geschicke verschiedener Familien, die allesamt für sich kämpfen (müssen). Dabei geht es manchmal um das schlichte Überleben, meist aber um Ansehen und Macht - und dabei geht keiner der Beteiligten zimperlich mit anderen um... Dabei muss ich gestehen, dass ich mich anfangs ganz schön konzentrieren musste, die unterschiedlichen Figuren fein säuberlich auseinander zu halten - haben sie für mich doch sehr ungewöhnliche Namen, die ich mir erst einmal einprägen musste. Hilfreich ist hierbei übrigens das Lesezeichen, auf dem die wichtigsten Charaktere festgehalten sind. Trotzdem ist dieser Roman ein Stück weit 'Arbeit', denn für mich war er nicht einfach so nebenbei zu lesen. Zu wichtig sind die politischen Taktierereien und kämpferischen Szenen, so dass ich mich auf die Protagonisten fokussieren musste, um ihre Beweggründe interpretieren zu können. Hilfreich ist hierbei jedoch der Stil der Autorin, der kapitelweise die Perspektive wechselt.

Bemerkenswert fand ich an diesem Buch mehrere Punkte:allen voran die enorme Leistung der Autorin, die historischen Fakten, denen mit Sicherheit eine enorme Recherchearbeit zugrunde liegt, in einem Roman einzubetten, der ihre eigene (Weiter-)Erzählung authentisch wirken lässt. Dabei spielen - und das ist ein weiterer Punkt, der mich komplett überzeugt hat - die Charaktere eine sehr wichtige Rolle. Diese sind kantig und entsprechen weder unseren heutigen moralischen und ethischen Grundsätzen auch nur im Ansatz, noch fügen sie sich dem Wunsch so manches Lesers oder so mancher Leserin nach gefälligen, sympathischen Figuren. Das mag dem ein oder der anderen Schwierigkeiten bereiten - vor allem, wenn eine Identifikation mit den Protagonisten wichtig für das Gefallen eines Romanes ist. Wenn man sich aber auf sie einlassen kann, sie akzeptieren kann, so wie sie in ihrer Zeit waren, dann ist die Lektüre ein echter Gewinn! So ist selbst der düsterste Mensch einer, der Facetten hat, die uns manchmal überraschen mögen.
Was ich in diesem Zusammenhang auch erwähnen möchte, ist, dass ich das Nachwort der Autorin, das Fiktion von realem Hintergrund oder Vorbild unterscheidet, sehr gut finde. Mich hat das nur noch neugieriger auf die irische Geschichte gemacht - ein toller Nebeneffekt.

Für mich ist dieser historische Roman ein echter Volltreffer! Nicht nur, dass mir eine interessante Epoche näher gebracht wurde, nein, ich habe die Figuren gerne auf ihrem beschwerlichen, teils harten und grausamen Wegen begleitet und mich von so mancher Entwicklung überraschen lassen. Es war bemerkenswert, wie ich die Beurteilungen des Geschehens und der Handelnden überdacht habe, wie ich auch der dunkelsten Seele etwas abgewinnen konnte. Vielleicht muss man als allererstes begreifen, was für ein schwieriges Leben die Menschen der damaligen Zeit führen mussten - bevor man sich gänzlich auf dieses Buch einlässt.

Fazit: Für alle, die einen gut recherchierten, authentischen historischen Roman schätzen, ein echter Gewinn!

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Gelungener historischer Roman über die düstere Vergangenheit von Irland

In ihrem historischem Epos "Die Herren der grünen Insel" entführt uns die Autorin Kiera Brennan nach Irland in die Jahre 1151 - 1172. Aus Sicht verschiedener Personen, unterschiedlichster Herkunft erlebt man als Leser hautnah die geschichtliche Entwicklung des Landes zu der Zeit, die durch unglaublich viele Kämpfe und politische Machtspiele gekennzeichnet war. Bis zu diesem Buch war mir die Geschichte Irlands in diesen Jahren noch völlig unbekannt und ich wusste auch nicht, wie hart es die Iren doch in dieser Zeit getroffen hat. Nach einem Machtkampf zwischen den verschiedenen Königen von Irland, macht sich der entmachtete König Diarmait auf den Weg nach England und sucht sich Unterstützung bei Henry II., der ihm diese auch in Form der Normannen gewährt. Diese reisen somit zuerst im Schlepptau von Diarmait zurück nach Irland, um ihm seine Krone zurück zu erobern, haben aber bald ganz eigene Ziele im Sinn und es beginnen viele blutige Schlachten, in denen oft vor keiner Gewalt zurückgeschreckt wird.

Diese politischen und kämpferischen Auseinandersetzungen verfolgt man als Leser durch die Brille von bis zu acht Figuren, die jeweils in eigenen Kapiteln zu Wort kommen. Dabei bleiben die Kapitel in der dritten Person, nur der Fokus verschiebt sich auf die jeweilige Hauptfigur. Durch diesen Kniff sieht man so einem gefürchteten Kriegsherren genauso wie einem gerissenen Kaufmann über die Schulter und hat eine schöne Mischung aus weiblichen und männlichen Protagonisten. Dabei sind die Figuren keinesfalls schwarz-weiß gezeichnet, sondern decken alle Charakter-Nuancen ab. Habe ich als Leser mir bei der Einführung einer Figur noch entsprechende Bilder von ihr gemacht, konnte ich mir sicher sein, dass ich sie spätestens, wenn die Figur beim zweiten Mal auftaucht, komplett über den Haufen werfen kann oder mit einer weiteren charakterlichen Eigenschaft konfrontiert werde, die ich vorher so nicht erwartet hätte. Die Figuren sind entsprechend ihrer Zeit gezeichnet und damit herrscht auch bei ihnen ein rauer Ton und eine oft harte Umgangsweise. Das führt dazu, dass mir keine Figur besonders ans Herz gewachsen ist, ich aber trotzdem mit einer gewissen Neugierde und Faszination alle Lebenswege der einzelnen Charaktere verfolgt habe. Möchte man eine Figur gerade noch verdammen, passiert ein paar Seiten später wieder etwas, was meine ursprüngliche Abneigung schnell in Sympathie oder Mitleid verwandelt und genauso kehrt sich das dann auch wieder um. Mich hat das fasziniert solche Figuren zu beobachten und zu verfolgen, jedoch muss man als Leser damit umgehen können, dass es einfach nicht einen Lieblingscharakter geben wird.

Man merkt dem Roman an, dass eine Menge Recherchearbeit hineingeflossen ist und die Autorin hat den Spagat geschafft eine spannende Geschichte zu schreiben und dem Leser dabei gleichzeitig viele Hintergründe rund um die Geschichte von Irland zu liefern. Dabei bleiben die Erklärungen immer so, dass ich gut folgen konnte und trotz der zum Teil schwierigen Namen und komplizierten Verhältnisse den Überblick behalten konnte. Die Zeitspanne ist leider keine besonders schöne für Irland und entsprechend gab es viele Niederlagen und brutale Schlachten, wobei in diesem Roman nur so viel Brutalität und Gewalt beschrieben wird, wie notwendig und nicht unnötig in Gewaltorgien geschwelgt wird. Ich finde, dass hier ein guter Mittelweg gefunden wurde.

Um die Übersicht über die auftauchenden Charaktere zu behalten, gibt es als Beilage ein sehr schön gestaltetes Lesezeichen auf dem die wichtigsten Figuren kurz aufgeführt sind und im Anhang ein ausführliches Namensverzeichnis. Gut gefällt mir auch, dass es am Ende noch ein ausführliches Personenregister gibt, eine historische Zeittafel und ein ausführliches Nachwort der Autorin, in dem sie explizit auf Wahrheit und Fiktion ihres Romans eingeht.

Alles in allem ist das Buch ein für mich sehr gelungener historischer Roman, der die Zeit so abbildet, wie sie vermutlich, geht man nach den Quellen, sich zugetragen hat und auf jegliches weich zeichnen und erzwungene Liebesgeschichten verzichtet. Die Liebe kommt auch vor, jedoch passend zu den Umständen und wer große romantische Gefühle erwartet, ist mit diesem Buch wohl schlecht beraten. Wer aber einen Einblick in das tägliche Leben der Iren zu der Zeit und die politischen Machtspiele gewinnen möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

Alles in allem vergebe ich dafür volle 5 von 5 Punkten! Mir hat das Buch insgesamt und je länger ich noch darüber nachdenke, sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den angekündigten zweiten Band!

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Historien-Epos für hartgesottene Leser

Vom Verlag beworben mit „George RR Martin trifft Diana Gabaldon“ – da war mir klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen will. Um das Fazit vorwegzunehmen, Diana Gabaldon habe ich weniger darin gefunden, der Vergleich mit Game of Thrones hingegen trifft es ganz gut. Viel Gewalt, viele Tote, viel Dreck und Blut – das ist definitiv kein historischer Roman für zartbesaitete Leser!

Auf knapp 1000 Seiten breitet Kiera Brennan (ein neues Pseudonym der Erfolgsautorin Julia Kröhn) die Geschichte Irlands zur Zeit der Eroberung durch die Normannen vor uns aus. Verschiedene Handlungsstränge schildern das Schicksal von ganz unterschiedlichen Personen und Familien.

Zum einen ist da Caitlín O'Bjólan, die von Ascall von Toora entführt und schließlich zur Frau genommen wird. Ihr Bruder Riacán schwört Rache. Gleichzeitig hat er mit seiner eigenen Frau, seiner Geliebten und seiner Rolle als Anführer seiner Männer, die ihn nicht wirklich respektieren, zu kämpfen. Sein Bruder Faolán ist Barde und ihm keine große Hilfe.
Ascall wird zu Beginn als wahres Monster dargestellt, doch schnell stellt sich heraus, dass die Wahrheit deutlich komplizierter ist. Eine wichtige Rolle spielt auch Ascalls jüngerer Bruder Ailillán

Parallel dazu lernen wir den Waffenhändler Pól kennen, der vom Wunsch des irischen Hochkönigs nach Frieden gar nicht begeistert ist und seine eigenen Pläne schmiedet. Gemeinsam mit seiner Tochter Róisín begibt er sich auf eine Reise, in deren Verlauf er den irischen König Diarmait dazu anstachelt, sich seine Krone zurückzuholen. Dessen Tochter Aoife wiederum entwickelt sich im Laufe der Handlung von einem unbedarften Mädchen zu einer eiskalt planenden und intrigierenden jungen Frau.

So weit in aller Kürze die Hauptfiguren. Wie man daraus wahrscheinlich schon erkennen kann, ist die Handlung ziemlich komplex. Ich hatte kurz davor ein anderes Buch gelesen, das die Eroberung Irlands durch die Normannen aus anderer Perspektive schildert, so dass ich die historischen Rahmendaten schon teilweise kannte. Dennoch sind die Fakten unglaublich kompliziert, auch wenn sie hier im Buch natürlich schon vereinfacht dargestellt werden.

Wer in einem Buch liebenswerte, sympathische Charaktere braucht, der wird hier wahrscheinlich Schwierigkeiten bekommen. Die Figuren sind genauso komplex wie die Handlung, sie leben in einer schwierigen Zeit und in einem harten Umfeld und dementsprechend agieren sie auch. Wer andere Bücher der Autorin kennt, weiß, dass ihre Figuren immer für Überraschungen gut sind, so ist es hier auch. Ich habe sie dadurch alle als ziemlich spannend empfunden, wirklich mögen konnte ich kaum einen von ihnen, das ist für mich aber auch keine Voraussetzung, um ein Buch gut zu finden.

Sprachlich unterscheidet sich das Buch auch deutlich von anderen Büchern der Autorin. Erst vor kurzem habe ich einen historischen Roman unter ihrem echten Namen Julia Kröhn gelesen, dort war die Sprache merklich weicher und weniger derb.

Die Handlung war mir an manchen Stellen etwas zu detailliert, ich kann mir aber vorstellen, dass das einfach nötig war, um den komplexen Sachverhalt, die ständig wechselnden Bündnisse und Parteien der damaligen Zeit auch nur ansatzweise darzustellen.

Eine Karte und ein Personenregister erleichtern den Durchblick dann aber doch wieder.

Ein zweiter Band ist in Arbeit, dieser erste Teil endet aber nicht mit einem gemeinen Cliffhanger, sondern ist ein guter Abschluss, so dass das Buch auch problemlos für sich allein stehen kann.

Fazit: eine komplexe historische Geschichte, detailreich und spannend aufgearbeitet, mit glaubwürdigen und interessanten Figuren, aber auch viel Gewalt und einer relativ derben Sprache, die aber ja auch wieder gut zur rauen Zeit damals passt!

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Ein historischer Roman mit Ecken und Kanten

Irland, eine Insel im Jahre 1166. Hier leben die Menschen noch nach alten Traditionen, es gibt viele kleine Herrschaftsbereiche, jeder mit seinem eigenen König. Aber dies soll sich nun ändern. Ein König, der sein Land verloren hat, holt sich Hilfe bei den Nachbarn aus England. So kommen die Normannen ins Land. Sie überziehen die Insel mit Krieg, Tod und Verwüstung.

Hier wird aber nicht die Geschichte der Eroberer erzählt, sondern die der Menschen, die auf dieser Insel lebten und nun mit der Kriegsführung eines anderen Volkes konfrontiert wurden. So zersplittert, wie Irland damals lebte, mit all seinen kleinen Herrschaftsgebieten, in dem jeder Herr sein eigener König sein wollte, so unterteilt ist auch die Geschichte der Herren der grünen Insel. Dies ist die Geschichte von Diarmait, dem König, der die Feinde ins Land holte, seiner Tochter Aoife, die selbst ihr Schicksal bestimmen wollte. Von Ascall und Ailillán, die schon als Jungen zu Kriegern erzogen wurden und nun kämpfen müssen, für alles, was ihnen lieb und teuer war. Von Caitlín, Éilís, Róisín, und Ceara, eben von den Frauen, die dieses Leid ertragen mussten und doch ihren Weg fanden, damit zu leben und zu lieben. Dies sind nur einige Protagonisten, es gibt noch so viele mehr, die für Irland in den Kampf gezogen sind und vielleicht doch nur die eigenen Interessen verfolgt haben.

Die Autorin hat sich dafür entschieden den wichtigsten Protagonisten jeweils einen eigenen Handlungsstrang zu geben und so werden hier die Geschichten von den Menschen erzählt, was sie antrieb und verband. Sie scheut nicht davor zurück, klar zu erzählen, was damals geschehen sein könnte. Mit der ganzen Härte, die Krieg nun einmal bedeutet. Es beginnt schon mit einem Prolog, der klar macht, manchmal ist man gezwungen Dinge zu tun, die man eigentlich nicht tun möchte, aber eben das Überleben sichern. Ascall ist noch ein Knabe, als er diese bittere Erfahrung machen musste, wie ein roter Faden zieht sich dieses Ereignis seiner Kindheit durch sein ganzes Leben. Immer wieder ist er gezwungen zu handeln, auf eine Weise, die er eigentlich nicht will. Nicht nur ihm geht es so auch einigen Anderen. Brennan hat es geschafft, die einzelnen Facetten ihrer Protagonisten so auszuarbeiten, dass sie lebendig und echt wirken. Mir hat es gut gefallen, wie hier die Menschen beschrieben wurden, wie sie lebten und dass sie eben nicht nur eindimensional beschrieben wurden. Sie hatten Ecken und Kanten und eine Menge auszuhalten. Viel Leid war darunter und dieses wird eben auch beschrieben, als Leser hat man hier schon einiges auszuhalten. Dafür wird man aber auch mit einer Geschichte belohnt, die spannend erzählt ist.

Der historische Hintergrund ist spürbar gut recherchiert und fließt hier geschickt mit ein. Gekonnt hat die Autorin historisch belegte Ereignisse und Charaktere mit ihren fiktiven Protagonisten verwoben. Es ist ein Bild entstanden, welches glaubhaft und echt wirkt.

Die Aufmachung dieses Buches ist dann auch sehr gut gelungen. Es gibt eine Karte von Irland, ein großes Personenregister, sogar mit Lautschrift, damit man die irischen und walisischen Namen richtig lesen kann. Dann ist eine Zeittafel vorhanden, hier kann man zusagen in Zeitraffer die wichtigsten Ereignisse nachlesen. Und ganz zum Schluss gibt es noch ein Nachwort, welches Fiktion und Wahrheit trennt. Das Cover zeigt eine wilde Landschaft, wild und schön. Mir gefällt es gut. Ein Lesebändchen vervollständigt dann auch noch das Gesamtbild. In meiner Hardcoverausgabe lag sogar noch ein extra Lesezeichen, auf dem noch mal die wichtigsten Personen aufgelistet sind. Für mich ist die Herren der grünen Insel ein tolles Leseerlebnis gewesen, ich habe jede der fast 1000 Seiten genossen und freue mich jetzt schon darauf mit einem zweiten Band wieder nach Irland zurückkehren zu dürfen.

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Religion und Machtgier - die ewigen Kriegstreiber

Inhalt:

Wir befinden uns im 12 Jahrhundert A.D. Irland, die 'Grüne Insel' ist zersplittert. Diverse kleine Könige kämpfen um Territorien und Macht, der Hochkönig kann sie nicht befrieden. Die alte und die neue Religion prallen genauso aufeinander wie die sehr verschiedenen Persönlichkeiten denen wir in diesem Roman begegnen. Egal ob Männlein oder Weiblein, jede/r hat so seine eigenen Motive und Ideen, da ist es für einen Feind von außen ein Leichtes, das Land zu unterwerfen.

Meine Meinung:

Als ich den Klappentext las, war ich sofort interessiert. Irland hat eine sehr wechselvolle Geschichte die bis zur Jetztzeit reicht; ein Teil der Insel ist schließlich immer noch von England annektiert. Mein Gefühl sagte mir, dass der Grundstein hierzu schon sehr früh gelegt wurde, und ich wollte mehr darüber erfahren.
Was die historischen Fakten anbelangt wurde ich nicht enttäuscht. Die Autorin hat sehr ausgiebig recherchiert und ihre Ergebnisse mal mehr, mal weniger gelungen einfließen lassen. Einerseits ist die Liebe zum Detail eine Bereicherung, da wir sowohl etwas über den Glauben, die Gebräuche, die Nahrung, Kleidung und überhaupt den Alltag erfahren.
Andererseits hat das Buch zum Teil deutliche Längen wenn es darum geht, die verzwickten politischen Zusammenhänge aufzuzeigen.
Insgesamt also lesenswert, trotzdem habe ich mich sehr schwer getan, das Buch bis zum Ende zu lesen. Das lag einerseits an den Charakteren, die zwar mehrschichtig sind, aber denen so vollkommen jegliche liebenswerte Eigenschaft fehlt. Das finde ich schade, denn wenn auch die äußeren Umstände sehr schwer waren, denke ich doch nicht, dass jeder nur vollkommen egoistisch war und sich nicht um seine Mitmenschen geschert hat. Im Buch hat jeder lediglich das eigene Überleben im Auge (was natürlich verständlich und nicht verwerflich ist), und sie alle gehen dafür über Leichen. Es kommt auf 950 Seiten fast überhaupt nicht vor, dass mal jemand einem Mitmenschen hilft ohne direkt auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Die Charaktere sind nicht nur äußerlich widerlich und hässlich, sondern auch innerlich.
Das fand ich schon schwer verdaulich, aber was mir das Lesen so erschwert hat, ist die Sprache. Diese ist ausschließlich von Gewalt geprägt, und fast alles hat eine sexuelle Komponente, wobei auch die Sexualität fast ausschließlich von Gewalt geprägt ist.
Ich habe versucht mich davon zu überzeugen, dass die Sprache der beschriebenen Situation angemessen ist, aber es ist mir nicht gelungen. Nein, ich weiß nicht wie die Menschen damals geredet haben, aber ich hatte das Gefühl, dass die Autorin hier viel zu dick aufgetragen hat und weit über das Ziel hinausgeschossen ist.
Für mich hat es den Lesegenuss entscheidend getrübt, und ich war froh, als ich das Buch nach Beendigung zuklappen konnte.
Diese Sprache, die in so ziemlich jedem Satz Gewalt ausdrückt, ist so gar nicht mein Ding, aber wer zum Beispiel Game of Thrones mag wird dieses Buch sicher lieben.

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Kampf um die irischen Inseln...

Da mich sowohl Irland als auch Familiengeschichten unheimlich faszinieren, schien dieses Buch genau das Richtige für mich zu sein. Von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gelesen, auch nicht unter ihrem eigentlichen Namen Julia Kröhn.

Wer diesen Roman liest, den verschlägt es nach Irland um 1166, einer stürmischen Zeit, in der erbittert um die Vorherrschaft im Land gekämpft wird. Doch nicht nur die Könige im Land bekämpfen sich, droht alsbald eine ganz andere Gefahr: der König von England will das Land an sich reißen. Werden sich die Iren zur Wehr setzen können?

Was mir sofort ins Auge stach, waren die unglaublich tollen Beschreibungen, die einem die Umgebung bildlich vor Augen führen. Man hat wirklich keinerlei Vorstellungsprobleme.

Die Zahl der dargestellten Charaktere ist nicht ganz ohne, aber bei einem Wälzer, der mit über 900 Seiten daherkommt, erwarte ich auch fast nichts anderes. Und hat man sich erst einmal eingelesen, so kann man sich die teilweise recht schweren Namen trotzdem irgendwie merken. Zudem gibt es ein Personenregister, was der Orientierung sehr zuträglich ist.

Gut gefallen hat mir, dass im Buch nicht nur die liebenswerten Charaktere beleuchtet werden, sondern eben auch die Schurken. So kann man sich in die einzelnen Darsteller gut hineinversetzen und auch mal mit einem Bösewicht mit fiebern.

Mit diesem Roman gelingt es der Autorin ein authentisches Bild von Irland in der damaligen Zeit zu zeichnen. Selten habe ich einen so seitenstarken Roman gelesen, denn ich als so kurzweilig empfand und gleichzeitig so viel für mich mitnehmen konnte.

Etwas erstaunt haben mich die teils recht brutalen Szenen, wo einiges an Blut fließt, aber das passt wohl eben auch in die dargestellte Zeit. Es ist nie abstoßend oder obszön geschildert, sondern einfach nur realitätsnah.

Fazit: Ein überzeugender Schmöker voller Intrigen und Machtspielchen, der mich unheimlich gut unterhalten hat. Die wenigen Längen werden durch den tollen Schreibstil regelrecht weggewischt. Uneingeschränkt lesenswert. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen.

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