Charlotte Lyne: Kinder des Meeres

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Charlotte Lyne: Kinder des Meeres
ET (D)
2014
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783431039061

Informationen zum Buch

Seiten
640

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Fenella galt nicht als Zeugin.

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England 1509. Die Werftkinder Fenella, Anthony und Sylvester wachsen gemeinsam in Portsmouth auf. Es ist die Zeit der Regentschaft Henrys VIII., eine Zeit des Umbruchs. Während Sylvester in den Verheißungen der neuen Zeit aufblüht, gerät der hochbegabte Anthony immer wieder in Schwierigkeiten. Freunde bleiben sie dennoch ? bis sie erkennen, dass sie beide Fenella innig lieben. Die Ereignisse spitzen sich zu, als die Franzosen den Hafen angreifen. Anthony und Sylvester befinden sich an Bord der Mary Rose, des Lieblingsschiffs des Königs. Es wird in dieser Schlacht untergehen, zusammen mit 700 Menschen, und nur einer der beiden Männer wird überleben.

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Werftkinder

Anfang des 16. Jahrhunderts wachsen die Kinder Fenella, Anthony und Sylvester gemeinsam in Portsmouth auf. Ihre Geschichte beginnt mit dem Stapellauf der Mary Rose, ein Kriegsschiff, dass nach der Schwester König Henry VIII benannt ist. Die Kinder sind Freunde und als Werftkinder stehen sie zueinander. Sie halten zusammen egal, was geschieht. Denn ein schwerer Schicksalsschlag steht am Anfang dieser Geschichte. Auch die Liebe kann sie nicht trennen. Ihrer dreier Schicksal ist unwiderruflich miteinander verknüpft.

Der Erzählstil von Charlotte Lyne ist bildhaft, facettenreich und dabei einfach nur schön zu lesen. Die Geschichte von Fenella und ihren Freunden ist nicht immer einfach oder unkompliziert, im Gegenteil, sie ist verzwickt und erzählt von Freundschaft, Liebe und Verrat. Aber genauso oft auch von Hoffnung und Zuversicht. Eingebettet ist das Leben dieser Drei in der Zeit des 16. Jahrhunderts. Henry der VIII regiert mit strenger Hand. So erfährt der Leser auch, wie dieser König lebte und regierte. Einen besonderen Platz in der Geschichte der Werftkinder Kinder hat dabei die Königin Anne Boleyn eingenommen. Mir haben diese Szenen besonders gut gefallen. Die Autorin schildert hier nicht nur das Leben der Menschen, sondern vor allem von der Freundschaft zueinander. Diese Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, und immer wenn man denkt, jetzt versteht man das Handeln der einzelnen Personen, gibt es eine unvorhergesehene Wendung. Diese Wechsel sorgen dafür, dass die Geschichte spannend bleibt. Die einzelnen Handlungsstränge der Protagonisten sind aufgeteilt und Titel über dem jeweiligen Kapitel sorgen dafür, dass der Leser immer weiß, bei wem er gerade ist.

Die Protagonisten zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Die Autorin hat es wunderbar verstanden sie so zu zeichnen und sie wachsen zu lassen, dass das Bild erst nach dem Lesen der letzten Seite vollständig zu sein scheint. Hat man sich erst mal darauf eingelassen den Weg mit Fenella, Anthony und Sylvester gemeinsam zu gehen, gibt es kein zurück. Man ist automatisch immer bei ihnen, leidet mit ihnen und liebt auch mit ihnen.

„Kinder des Meeres“ ist wieder ein wunderbarer, historischer Roman aus der Feder von Charlotte Lyne. Er ist nicht immer einfach zu lesen, dafür ist ihr Erzählstil einfach zu speziell, aber jede Seite ist ein Lesegenuss. Die gute Recherchearbeit ist in jedem Kapitel deutlich zu spüren und so gibt es nebenbei noch ein paar Einblicke in die Zeit von Henry VIII. Mir hat es wieder sehr gut gefallen, wie ich es auch nicht anders erwartet hatte.

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Fluch oder Segen? Eine besondere Freundschaft

Portsmouth, 1509. Der Stapellauf der "Mary Rose" steht bevor, des neuen Schiffes von König Henry VIII. Drei Kinder fiebern auf diesen besonderen Tag hin. Schon von kleinauf sind Anthony, Sylvester und Fenella unzertrennlich. Anthony hat ein verkrüppeltes Bein und wird daher in der Stadt von vielen schief angesehen, werden doch Behinderungen damals eine Strafe Gottes gedeutet, auch seine eigenen Eltern bevorzugen seinen Bruder. Doch für seine Freunde hat dies keinen Einfluss auf ihre Beziehung. Und auch, als an diesem besonderen Tag etwas Schreckliches geschieht, stehen sie unverbrüchlich weiter zu ihrem Freund. Die drei Werftkinder wachsen heran und bleiben eng verbunden. Zwischen Anthony und Fenella entwickelt sich eine tiefe Liebe, die aber immer wieder auf eine harte Probe gestellt wird. Anthony ist kein einfacher Charakter und ihn zu lieben ist nicht immer leicht. Mehr als einmal hätte ich Fenella gut verstanden, wenn sie gesagt hätte, es reicht. Aber sie liebt ihren Anthony und er sie. Sylvester ist zwar ebenfalls in Fenella verliebt, aber niemals würde er seinem Freund die Frau ausspannen, er ist immer für die beiden da und so der ruhende Pol, der Ankerpunkt in dieser sonderbaren Dreiecksfreundschaft.

Parallel zur Geschichte der drei Freunde erzählt die Autorin die bekannte Geschichte Henry VIII. Sein Leben und seine diversen Ehen wurden schon so oft beleuchtet und beschrieben, dennoch gelingt der Autorin ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge. Insbesondere Anne Boleyn gibt sie in ihrem Buch eine besondere Rolle und verknüpft sie mit dem Schicksal der drei Freunde. Auch die Geschichte der "Mary Rose", dieses für die Engländer so besondere Schiff, zieht sich durch die Handlung und wir kommen immer wieder auf sie zurück.

Es ist kein ganz einfacher Stoff, die Handlungen und Gefühle der Figuren sind stark und teilweise extrem, für mich nicht immer ganz nachvollziehbar, aber dennoch faszinierend. Immer wieder habe ich mich während der Lektüre gefragt, ob so eine Freundschaft ein Segen ist oder doch eher ein Fluch? Vielleicht ist es beides.

In jedem Fall war die Lektüre unglaublich fesselnd und faszinierend. Ich habe einen neuen Blickwinkel auf König Henry eröffnet bekommen und durfte Zeugin einer ganz besonderen Freundschaft werfen.

Wunderschön finde ich auch immer bei Charlotte Lyne die Darstellung der Nebenfiguren, von denen sich einige einfach klammheimlich ins Herz des Lesers schleichen und sich dort festsetzen.
Natürlich gibt es auch Figuren, die man nicht mag, aber auch diese sind so interessant charakterisiert, dass man sie nicht einfach als die "Bösen" abtun kann.

Der Schreibstil der Autorin begeistert mich immer wieder. Ich habe vor einigen Jahren "Glencoe" als erstes Buch von ihr gelesen und habe mich damals noch mit ihrem Stil schwergetan, aber inzwischen lese ich ihre Bücher unglaublich gerne und lasse mich einfach in ihre besondere Art, besondere Geschichten zu erzählen, hineinziehen und faszinieren.

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Geschichte einer großen Freundschaft

England zur Zeit Heinrich VIII
Wir lernen die "Werftkinder " Fenella, Anthony und Sylvester kennen. Diese werden zusammen erwachsen und entwickeln eine besondere Beziehung zu einander. Sie lieben sich und können nicht ohne einander leben, fast ein Wesen , das sich in drei Personen aufgeteilt hat.
Durch Verrat und Intrigen , Gefängnisstrafen und Krankheiten müssen sie sich immer wieder gegenseitig Kraft geben ,um ihr Leben zu meistern.
Sehr interessant sind die Schilderungen am Hofe des Königs und der Umbruch in der englischen Kirche.

Meine Meinung

Das Buch hat mich sehr beschäftigt. Die Autorin versteht es sehr gut, die historischen Ereignisse interessant und äußerst lebendig zu beschreiben. Gerade Anne Boleyn habe ich richtig lieb gewonnen.
Ferner ist es ein außergewöhnlicher Schreibstil mit besonderen Einfällen, vor allem bei den Kosenamen der Hauptpersonen.
Auch die Dialoge sind sehr modern geschrieben. Das Buch liest sich daher sehr schnell und man kann kaum aufhören.

Doch ich muss leider gestehen, dass mich die Hauptfiguren nicht immer überzeugt haben.
Einige Handlungen konnte ich einfach nicht nachvollziehen und so richtig liebgewonnen habe ich niemanden.
Aber die Nebenfiguren fand ich richtig toll.
Es ist ein Buch , das noch lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt.
Ein Buch über eine außergewöhnliche Freundschaft, Intrigen und Rache

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Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft

Charlotte Lyne schreibt so einzigartig und speziell, dass ich schon nach wenigen Sätzen wusste, dass ich ein „Charlie-Buch“ lese. Ich durfte wieder viele schöne Sätze genießen und habe mich treiben lassen auf den Wogen dieser unnachahmlichen Sprache. Sie erzählt die Geschichte einer bedingungslosen Freundschaft zwischen drei Menschen, die verschiedener nicht sein könnten. Fenella, die „nur“ ein Mädchen und somit nichts wert ist, bekommt die Anerkennung, die sie braucht, von Anthony und Sylvester. Sylvester ist der „Gute“ in der Geschichte, der Strahlende, der so unendlich viel Liebe in sich trägt. Anthony ist der Exot mit autistischen Zügen.

Ich begleite die drei Werftkinder, die zur Zeit von Henry VIII aufwachsen, insgesamt 33 Jahre, erlebe Höhen und Tiefen, Harmonie und Konflikte und sehr dramatische Szenen. Mein Lieblingskönig hat ein paar kurze „Auftritte“, die für mich kleine Highlights waren und auch Anne Boleyn, die Charlotte Lyne so beschreibt: „Sie war auf eine gewaltsame, nicht leicht erträgliche Art schön“ (S. 237), hat ihren Platz in der Geschichte. Die heimliche Hauptrolle spielt die Mary Rose.

Das Buch besteht aus fünf Teilen. Die einzelnen Kapitel sind unterschiedlichen Personen gewidmet und werden jeweils aus deren Sicht erzählt. Das hat mir sehr gut gefallen. So konnte ich das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Charlotte Lyne mutet ihren drei Werftkindern einiges zu, sie lässt sie leiden und lieben. Manche Stellen waren so wunderschön beschrieben, dass ich beim Lesen inne halten musste, um sie zu genießen. Von manchen Szenen ging ein Zauber aus, der mich ganz andächtig gemacht hat.

Leider macht die Geschichte im letzten Drittel eine Wendung, die mir persönlich nicht gefallen hat. Ich habe mich an der schönen Sprache weiterhin weiterhin erfreut, mich aber auch über das Verhalten der Werftkinder mehr als gewundert. Da war zu viel Gefühlsduselei, die ich nicht so mag. Auch kam mir der historische Hintergrund ein wenig zu kurz. Im Vordergrund stehen die Probleme, die so eine innige Freundschaft zwischen drei Menschenkindern nun mal mit sich bringt.

Und so habe ich das Buch mit etwas gemischten Gefühlen beendet. Ich liebe es für seine wunderschöne und intensive Sprache. Aber die Geschichte konnte mich leider nicht hundertprozentig überzeugen.

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