Isabel Beto: Korallenfeuer

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Isabel Beto: Korallenfeuer
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783499267222

Informationen zum Buch

Seiten
544

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Schlagworte
Erster Satz
Sie wusste noch, dass sie gespielt hatte.

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Handlungsort

Handlungsorte
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«Du gehörst mir. Weil du der wichtigste Mensch für mich bist.» Nichts wünscht sich Noëlle sehnlicher, als einmal diese Worte zu hören. Doch jemand anderem zu gehören, ist für sie grausame Wirklichkeit: Sie ist Sklavin auf der Seychellen-Insel Mahé. Als Heilerin hat Noëlle sich Respekt erworben, aber Nähe spürt sie nur zu ihrem geliebten Onkel. Als dieser schwer verletzt wird, ist Noëlle verzweifelt. Ihre einzige Hoffnung: der Schiffsarzt der Fregatte, die gerade vor Mahé ankert. Dieser Mann löst etwas aus in Noëlle – etwas Tiefes und Dunkles. Sie ahnt nicht, was er verbirgt. Was ihn zwingt, ein Leben ohne Vergangenheit zu führen.

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Paradies für die einen...

Seychellen, Anfang des 19. Jahrhunderts.
Die Seychellen Insel Mahé ist das Paradies auf Erden. Zumindest für die weißen Herren der Insel, die französischen Kolonialmächte. Weniger paradiesisch gestaltet sich das Leben der Plantagenarbeiter und Sklaven. Noëlle ist ein Mischlingskind, von ihren Eltern offensichtlich nicht gewollt, und gehört damit weder ganz zur einen noch zur anderen Seite. Sie gehört den Hodouls und hat es für eine Sklavin gar nicht so schlecht, wird anständig behandelt, aufgrund ihrer Kochkünste und ihrer Schönheit geschätzt und darf nebenbei dem Inselarzt Poupinel als Helferin bei der Behandlung von Kranken und Verletzten zur Seite stehen. Dennoch fehlt in ihrem Leben jemand, zu dem sie sich wirklich zugehörig fühlen kann.

Eines Tages ankert eine franzöische Fregatte vor der Insel und neben der übrigen Besatzung kommt der junge Schiffsarzt Thierry Carnot an Land. Im Gegensatz zu Poupinel scheint ihm sehr viel an seinen Patienten zu liegen und er bemüht sich sehr um sie. Bald schon steht Noëlle auch ihm hilfreich zur Seite und die beiden fühlen sich unerklärlicherweise zueinander hingezogen. Doch sie bleibt eine schwarze Sklavin und Thierry verbirgt ein großes Geheimnis – haben sie trotz alldem eine Chance auf ein gemeinsames Glück?

„Korallenfeuer“ versetzt den Leser direkt auf die paradiesische Insel Mahé. Die Landschaft und das entspannte Lebensgefühl auf der Insel werden großartig beschrieben, so entstehen beim Lesen direkt wunderbare Bilder vor dem inneren Auge. Nebenbei lernt man einiges über die Geschichte der Seychellen, denn die Autorin Isabel Beto alias Sabine Wassermann verknüpft geschickt die fiktive Liebesgeschichte zwischen Thierry und Noëlle mit realhistorischen Ereignissen und Personen, wie zum Beispiel dem Gouverneur der Insel, de Quincy, der seine Insel mit viel Verstand und auch Pragmatismus regiert und dafür von den Einwohnern sehr geschätzt wird.

Ungerechtigkeit und Härte des Sklavendaseins werden aber auch erwähnt und zeigen die Schattenseiten des Paradieses. Schwarze galten als wenig mehr als Tiere und wurden bei Fehlverhalten entsprechend behandelt.

Erst die Übernahme der Inseln durch die Briten und die Abschaffung der Sklaverei brachte hier Besserung.

Ein tolles Buch mit einer schönen Liebesgeschichte vor traumhafter Kulisse!

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Dunkle Zeiten im Paradies

Ein neues Buch von Isabel Beto/ Sabine Wassermann? Keine Frage, da wird nicht auf Klappentext oder sonstigen Schnickschnack gelinst, das Buch muss ins heimische Bücherregal und zeitnah gelesen werden. So habe ich mich also gerne überraschen lassen, wo es dieses Mal hingeht und konnte mich mit den Seychellen wirklich gut anfreunden. Ohne jemals dort gewesen zu sein: es gibt vermutlich schlechtere Orte. Denkt man. Und dann beginnt die Geschichte…
Noëlle ist noch sehr jung als sie der Schürhaken mit dem Zeichen ihres Besitzers trifft: wie Vieh wird das Mädchen als Sklavin gebrandmarkt und ihr Leben scheint vorgezeichnet - zum Glück gehört sie sympathischen Menschen und nicht irgendwelchen brutalen Ausbeutern. Doch alles beginnt sich zu ändern als sie Jahre später dem Schiffsarzt Thierry begegnet, einem Mann mit einem schwerwiegenden Geheimnis, der auf einem französischen Schiff dient, zu einer Zeit, als es um den Frieden mit England nicht allzu gut bestellt ist. Er ist ihre letzte Hoffnung, denn sie ist mit ihrem Heilwissen am Ende, während ihr Onkel, die einzige Familie, die sie hat, einen schwere Verletzung am Arm hat. Während sein Schiff im Hafen liegt rettet Thierry Hugos Leben durch eine gewagte Amputation und hilft der Bevölkerung Mahés auch sonst wo er nur kann. Besonders geschätzt wird seine Kenntnis beim Entfernen von Harnsteinen, einem nicht gerade seltenen Männerleiden, das größte Schmerzen mit sich bringt. Mit dem Zusammentreffen Thierrys und Noëlles überschlagen sich aber schon bald die Ereignisse auf der Insel und es wird eine gefährliche Spirale in Gang gesetzt, deren Ausmaß kaum jemand erahnen konnte…

Isabel Beto ist wieder einmal ein schöner Roman gelungen, der einen in die Welt der Seychellen-Insel Mahé eintauchen und die schwierige Situation für die Menschen dort greifbar werden lässt. Dabei sind vor allem auch die Figuren das größte Pfand der Geschichte: Noëlle und Thierry sind wirklich toll gezeichnet und haben sich sofort meine Sympathie verdient - nicht aus Mitleid, sondern weil sie in meinen Augen einfach liebenswert sind. So leidet man natürlich auch mit, denn während die junge Sklavin sich unschuldig von einer schwierigen Situation in eine ausweglose manövriert, hat Thierry an seiner Vergangenheit schwer zu knabbern…
Auch wenn die Geschichte für die Autorin ungewöhnlich ruhig losgeht, nimmt sie dann kontinuierlich an Dramatik zu und vor allem die Beschreibungen von Land, Leuten und ihrer Lebenssituation sind dafür umso großartiger! Nicht zu vergessen: die detaillierten Schilderungen der Arbeit der Steinschneider sind mehr als interessant, auch wenn man an der ein oder anderen Stelle vielleicht nicht unbedingt sehr zimperlich sein darf…
So fliegen die Seiten nur so dahin, denn mit jeder einzelnen steigert sich die Spannung, die sich erst am Ende nach ein, zwei überraschenden Wendungen in einem sehr runden Ende auflöst: nach einigen sehr unterhaltsamen Stunden Lektüre! Eine unbedingte Empfehlung für historisch-spannende, atmosphärische Lesestunden!

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Korallenfeuer

Inhalt:
Noelle lebt auf der Seychellen-Insel Mahe. Sie ist zwar eine Sklavin, doch ist sie auch eine Heilerin und wird somit respektvoller behandelt.
Aber trotzdem fühlt sie sich sehr alleine und hat nur ihren über alles geliebten Onkel.
Als dieser eines Tages schwer verletzt wird, hofft Noelle auf den Schiffsarzt Seth, der gerade auf der Insel angekommen ist.
Doch merkt sie sehr schnell, dass er ein Geheimnis hat.....

Meine Meinung:
Wie in den beiden anderen Romanen der Autorin, bekommt der Leser auch hier wieder wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, die einem das Gefühl vermitteln, sich selber gerade dort zu befinden.
Auch die Charaktere fand ich wieder sehr ansprechend.
Noelle war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist eine Mischlingssklavin und genießt als Heilerin einen gewissen Ruf. Sie vergißt aber manchmal trotzdem ihr Sklavendasein, nimmt sich ziemlich viel heraus und ist daher bei manchem nicht immer gern gesehen.
Auch Seth mochte ich wegen seiner warmherzigen Art sehr gerne.
Für ihn sind als Arzt alle gleich angesehen, egal ob Sklave oder höhere Herrschaft. Das hat ihn sofort für mich eingenommen.
Doch leider zwingt ihn seine Vergangenheit eine andere Identität anzunehmen.
Seth und Noelle befinden sich oft in ausweglosen Situationen und man ist gespannt, ob und wie sie sich aus der Misere befreien können.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und flüssig. Es dauert zwar etwas, bevor die Handlung in Schwung kommt, was aber überhaupt nichts macht, denn die tollen Beschreibungen von Land und Leuten versetzen einen in Urlaubsstimmung.
Ab der Hälfte jedoch, steigert sich die Spannung ständig, man kann das Buch nicht mehr weglegen und will nur noch wissen, wie die Geschichte ausgeht.
Das Ende war für mich gut durchdacht und hat mir sehr gut gefallen.
Ich vergebe 5/5 Sternen und freue mich schon auf ein neues Buch der Autorin.

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Mahé – ist das Paradies eine Insel ?

Noëlle wächst als Sklavin auf der Seychellen-Insel Mahé auf. Grundsätzlich ging es den Sklaven im Jahr 1811 auf Mahé nicht schlecht, aber Noëlle ging es ein kleines bisschen besser als allen anderen Sklaven. Sie arbeitete als Köchin der Familie Hodoul und durch ihre Arbeit als Heilerin im Hospital der Insel genießt sie ein klein wenig mehr Respekt als man Sklaven üblicherweise zukommen lässt.

Der Inselarzt, Emmanuel Poupinel, genießt leider nicht das uneingeschränkte Vertrauen seiner Insulaner. Also Hugo, der Onkel von Noëlle, schwer verletzt wird und Poupinel keine andere Möglichkeit sieht als den Arm zu amputieren, wagt Noëlle sich auf das französische Schiff, das gerade vor Mahé geankert hat um den Schiffsarzt um Hilfe für ihren Onkel zu bitten.

Thierry Carnot geht auf ihr Hilfegesuch ein und operiert Hugo. In der Zeit in der sein Schiff vor Mahé vor Anker liegt, übernimmt Carnot einige ärztliche Pflichten und durch die Zusammenarbeit mit Noëlle wird dieser klar, daß Thierry Carnot ein dunkles Geheimnis umgibt......

Mein Fazit:

Das Cover des Buches ist sehr ansprechend und der Sonnenuntergang über dem Meer erweckt leichtes Fernweh in mir.

Der Roman spielt Anfang des 19. Jahrhunderts. Sowohl die Sprache als auch die Beschreibung der damaligen Mode und die Umstände die zu dieser Zeit geherrscht haben passen für mich zum Inhalt des Buches.

Die Protagonisten werden alle sehr bildhaft beschrieben und nicht alle sind von Isabel Beto erfunden wie z. B. Jean Baptiste Quéau de Quincy, der zur Zeit des 7jährigen Krieges zwischen Frankreich und Großbritannien als Französischer Administrator das Kommando über die Insel Mahé hatte sowie Kaptain Beaver und der Marineleutnant Bartholomew Sullivan, deren Aufgabe es war 1811 die Bedingungen der Kapitulation zu überwachen.

Daß es zwischen dem französischen Schiffsarzt Thierry Carnot und der Sklavin Noëlle knistert, bemerkt der Leser recht schnell – es müssen jedoch einige Hürden überwunden werden und da ist dann noch das Geheimnis um Thierry das gelöst werden will. Finden die Beiden am Ende Ihr Glück ??

„Korallenfeuer“ ist ein Buch das genau in mein Beuteschema fällt. Liebe, Herzschmerz, andere Länder und so ganz nebenbei erfährt man noch etwas über die Geschichte des Landes und über die damaligen Operationspraktiken, die ja mit denen der heutigen Zeit absolut nicht mehr zu vergleichen sind.

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(Aktualisiert: 08 Mai 2014)
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Spannende Abenteuer im indischen Ozean!

Ich muss zugeben, der Klappentext klingt etwas kitschig, aber dadurch ließ ich mich nicht davon abhalten, dieses Buch zu lesen. Und ich habe es nicht bereut. Nach einem kurzen Prolog finde ich mich in England um 1790 wieder. Dort treffe ich den 10-jährigen Seth, der sich als Gehilfe eines Steinschneiders verdingt. Da musste ich heftig schlucken, denn Isabel Beto schildert doch sehr anschaulich, wie dieses Männerleiden behoben wird. Es wird auch da schon sehr dramatisch, denn Seth und der Doktor werden zwangsrekrutiert und müssen von nun an zur See fahren. Dann gibt es einen Zeitsprung von ca. 20 Jahren. Seth nennt sich mittlerweile Thierry und lernt auf der Seychellen-Insel Mahé das Sklavenmädchen Noëlle kennen. Und schon überschlagen sich die Ereignisse. Denn auch dieses Paradies hat seine Schattenseiten, die ich sehr bald kennen lerne.

Isabel Beto hat mich von Anfang an mit ihrem anschaulichen und spannenden Schreibstil gefesselt. Sie hat mir viel über Land und Leute erzählt und manchmal war es so intensiv, dass ich die exotischen Düfte in der Nase hatte und das Meeresrauschen in den Ohren. Mit Noëlle und Seth hat sie zwei faszinierende Charaktere geschaffen und es hat einfach Spaß gemacht, die Beiden zu beobachten. Isabel Beto legt ihnen viele Steine in den Weg und beide müssen einiges aushalten. Und das hat die Geschichte für mich sehr interessant gemacht. Die historischen Hintergründe waren für mich das I-Tüpfelchen. Denn neben Noëlle und Seth lerne ich einige Personen kennen, die tatsächlich damals auf Mahé gelebt haben und einiges zur Dramatik beigetragen haben. Das große Geheimnis von Seth wird am Ende gelüftet und auch bei Noëlle ist nicht alles so, wie es scheint. Isabel Beto hat der Geschichte bis zum Ende immer neue Wendungen gegeben.

Fazit: Ein spannendes historisches Abenteuer auf einer paradiesisch anmutenden Insel im indischen Ozean!

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