Maiken Nielsen: Und unter uns die Welt

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Maiken Nielsen: Und unter uns die Welt
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783805251082

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Es sah wie ein riesiger Fisch aus, nur dass es in dem Luftmeer über ihm schwamm.

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Handlungsort

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Schon als kleiner Junge auf Sylt will Christian Nielsen nur eins: fliegen lernen. Aber die Nielsens sind arme Inselbewohner, und als sein Vater im Ersten Weltkrieg fällt, ist der Traum vom Fliegen vollends unerreichbar. Immerhin kann er auf der Yacht eines amerikanischen Millionärs anheuern und mit ihm auf Weltreise gehen.

Die junge Lil Kimming will in New York Karriere als Journalistin machen und über die erste Weltumrundung mit dem Luftschiff schreiben. Die Amerikaner sind begeistert von der Erfindung des deutschen Zeppelins. Also klappert sie die Redaktionen der großen New Yorker Zeitungen ab. Auf der Straße stolpert sie und wird gerade noch von einem jungen, fremden Matrosen aufgefangen. Sie haben keine Zeit, sich miteinander bekannt zu machen, aber Lil kann ihn nicht vergessen.

Dann bricht die Börse an der Wall Street zusammen, die größte Wirtschaftskrise der Geschichte beginnt, und es scheint, als hätten sich Christian und Lil für immer verloren. Aber Christians Traum geht doch noch in Erfüllung: er wird Luftschiff-Offizier – und kann wieder nach Amerika reisen. Im Mai 1937 bricht er als Navigator auf der "Hindenburg" nach Lakehurst bei New York auf, um seine Lil wiederzusehen. Doch dann geht der Zeppelin in Flammen auf...

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Ein Lesehighlight 2016

Christian Nielsen, von Familie und Freunden auch Kische genannt, wächst mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester Erika auf Sylt auf. 1914 erblickt er als kleiner Junge einen Zeppelin am Himmel und es ist um ihn geschehen: sein größter Traum seit diesem Anblick ist es, irgendwann selbst mit einem Luftschiff zu fahren.

Zur gleichen Zeit rund 11.500 km Luftlinie von Sylt entfernt, wächst Lil Kimming auf Hawaii auf. Aus New York City stammend, liebt das kleine, aufgeweckte Mädchen die Südseeinsel und ihre Natur. Doch auch sie hat schon früh einen großen Traum: sie möchte Journalistin werden - ein Wunsch, der für Frauen der damaligen Zeit schier undenkbar war.

Kische und Lil müssen Kompromisse machen und Umwege gehen, ehe sich ihre Lebensträume erfüllen: Kische wird als Matrose zur See fahren und Lil verlässt für ihren Traum Hawaii und zieht nach New York. Dort möchte sie über die erste Weltumrundung mit einem Zeppelin schreiben und muss schnell lernen, dass diese Arbeit eine fast unanfechtbare Männerdomäne ist. Vor einem Drugstore stolpert sie eines Tages in die Arme eines deutschen Matrosen, den sie ab diesem Zeitpunkt nicht mehr vergessen kann - ebenso wie der junge Deutsche, der fortan an Lil denkt, ohne ihren Namen zu kennen...

Dann kommt der Black Thursday und die Welt gerät dank der darauffolgenden Weltwirtschaftskrise aus den Fugen. Und Kische und Lil scheinen sich für alle Zeit verloren zu haben. Doch die Zukunft meint es gut mit den beiden - sowohl was ein Wiedersehen als auch die Erfüllung ihrer Berufswünsche angeht! Doch mit dem erhofften Leben rückt auch der 6. Mai 1937 näher, der Tag, an dem das Luftschiff LZ 129, besser bekannt unter dem Namen Hindenburg, in Lakehurst, New Jersey in Flammen aufgeht...

Was für ein wunderbarer Roman! Die Autorin Maiken Nielsen hat die Lebensgeschichte ihres Großvaters Christian Nielsen ebenso wie einen großen Teil der Geschichte der Luftschifffahrt erzählt. Sie spannt den Bogen zwischen zwei Leben, die getrennt von unzähligen Kilometern begannen und durch einen kurzen Moment, einen Blickkontakt, miteinander verknüpft wurden. Sozusagen eine Liebe auf den ersten Blick, die nahezu aussichtslos erscheint und die zwei Menschen dennoch über Jahre nicht vergessen können. Diese Verbindung ist stark und überdauert selbst die Tatsache, dass sich die beiden in New York nicht einmal im Entferntesten kennengelernt haben. Durch einen Zufall treffen sich die beiden später dann doch noch - nur um anschließend wieder getrennt zu werden... All das erzählt Maiken Nielsen ohne auch nur den geringsten Anflug von Kitsch oder Gefühlsduselei. Die Gefühle von Kische und Lil sind glaubhaft und für mich schlicht und ergreifend nachvollziehbar. Auch wenn nur die wenigsten Menschen von einer solchen Liebe erzählen können, so denke ich doch, dass es sie gibt. Ich habe die Sehnsüchte und Hoffnungen der beiden greifen können und stets mit ihnen mitgefühlt.

Aber das Buch ist so viel mehr! Es erzählt davon, dass es sich immer lohnt, für seine Träume zu kämpfen - selbst wenn sie in weite Ferne gerückt sind. Und dass es sich lohnt, neugierig und mutig zu sein, denn sowohl Kische als auch Lil sind Menschen, die ihren Horizont stets erweitern und niemals auf der Stelle stehen bleiben. Auch die Menschen in ihrem Umfeld sind weltoffen, der erste Flug eines Luftschiffes um den Globus zeugt auch nach dem Ersten Weltkrieg von Hoffnung auf Frieden und Völkerverständigung - im Gegensatz zu den Entwicklungen der 30er Jahre in Deutschland ein herber Kontrast. Dies herauszuarbeiten ist der Autorin äußerst gut gelungen!
Schlussendlich ist "Und unter uns die Welt" ein wundervoller Roman, der mit großartigen Figuren, einer interessanten Entwicklung der beiden liebenswerten Hauptfiguren, ihren Gefühlen zueinander, und jede Menge Wissen um die Luftschifffahrt aufwartet - ohne die Zeichen der Zeit jemals zu vernachlässigen.
Nicht häufig kommt mir ein solch runder Roman zwischen die Finger, der sowohl Zeitgeschichte und Wissenswertes als auch eine packende, atmosphärische dichte Geschichte mit viel Gefühl erzählt...

Kurzum: Für mich ist "Und unter uns die Welt" ein absolutes Lesehighlight in diesem Jahr! Ich hoffe sehr, dass dieser Roman viele, viele LeserInnen findet.

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Die Faszination der Zeppeline

Der Sylter Christian Nielsen träumt bereits als kleiner Junge vom Fliegen, besonders die Zeppeline haben es ihm angetan. Aber dieser Traum muss aus finanziellen Gründen warten, wenigstens kann er auf der Yacht eines amerikanischen Millionärs anheuern und mit ihm auf Weltreise gehen. Die Amerikanerin Lil Kemming träumt von einer Karriere als Journalistin, auch sie ist von den Luftschiffen fasziniert. Als sie in New York auf der Straße stolpert und von Christian aufgefangen wird, ist es Liebe auf den ersten Blick. Die beiden verlieren sich zwar sofort wieder aus den Augen, aber können sich nicht vergessen. Bis das Schicksal sie wieder zusammenführt.

Mit diesem Buch erzählt Maiken Nielsen die faszinierende Geschichte der Zeppeline, aber auch die Lebensgeschichte ihres Großvaters Christian Nielsen, der das Unglück der „Hindenburg“ in Lakehurst überlebt hat.

Es ist mein erstes Buch der Autorin, aber nicht das Letzte, denn ihre mitreissende Art zu schreiben und damit den Leser in die damalige Zeit und verschiedenen Stimmungen zu versetzen, hat mich begeistert. So sind die Beschreibungen des Zusammenbruchs der Wall Street und dessen wirtschaftlichen Folgen für die Menschen sehr eindrücklich und bedrückend. Bei der Weltreise mit dem Zeppelin wurden die Eindrücke der Reisenden so gut beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst von oben auf die Welt zu schauen. Und dem Zusammensein von Christian und Lil wohnt ein ganz besonderer Zauber inne. Auch wenn hier das ein oder andere Mal ein glücklicher Zufall beteiligt ist, fand ich die Handlung zwischen den beiden nicht konstruiert, sondern machte eben den Reiz der Geschichte aus.

Besonders authentisch wurden bestimmte Erlebnisse, wenn sie gleichzeitig aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurden oder historische Charaktere einen kurzen Auftritt hatten.

Christian Nielsen ist ein sympathischer junger Mann, der entgegen der wirtschaftlichen Widerstände an seinem Traum vom Fliegen festhält, ohne sich dabei zu sehr von politischen Ideologien einspannen zu lassen. Mir hat auch gefallen, dass er so zuverlässig ist.

Lil Kemming ist ebenfalls sehr ehrgeizig, was ihren Beruf als Journalistin angeht, jedoch wird schnell klar, dass sie als weibliche Journalistin zur damaligen Zeit ständig benachteiligt wurde. Außerdem möchte sie über die gleichen Themen wie ihre männlichen Kollegen berichten und nicht nur über Hochzeiten u.ä.

Ein weiterer interessanter Charakter ist Amy, eine lebenslustige Frau, für die das Leben in den 1920er Jahren bis zum Börsencrash eine reine Party und für Lil eine sehr gute Freundin ist.
Aber auch die Nebenfiguren konnten mich mit ihrer differenzierten Charakterisierung überzeugen.

Ein weiterer Höhepunkt des Buches ist natürlich die letzte Reise der „Hindenburg“, die 1937 bei ihrer Landung in Lakehurst in Flammen aufgegangen ist. Das Ende des Romans ist für meinen Geschmack perfekt gewählt. Ein wirklich wunderbares Buch, welches die Faszination der Zeppeline aufleben lässt.

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Eine große Liebe

Als ich Kind war, war ich immer begeistert, wenn ich einen dieser „Zeppeline“ am Himmel beobachten konnte. Obwohl ich einige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg geboren bin, war so ein Luftschiff in meiner Kindheit hin und wieder am Himmel zu sehen. Daher musste ich dieses Buch einfach lesen, egal welche Geschichte dahinterstecken würde und dann hat mich dieses Buch gepackt.
Christian Nielsen wächst auf Sylt auf und sieht 1914 eines dieser Luftschiffe über der Insel und er weiß sofort, dass er einmal auf einem solchen Luftschiff mitfahren möchte. Doch so einfach ist das nicht und er muss Umwege in Kauf nehmen. Zunächst macht er das, was die meisten Jungen machen, die am Meer leben: Er wird Matrose. Aber ehrgeizig verfolgt er sein Ziel weiter und schafft es sogar, Ausbildungen zu machen, obwohl er nicht in die Partei eingetreten ist.
Lil Kimming lebt seit einigen Jahren mit ihren Eltern auf Hawaii. Auch sie hat einen Traum. Sie möchte Journalistin werden, doch das scheint undenkbar, denn es ist eine reine Männerdomäne. Sie versucht es in New York und erlebt doch den Börsencrash an der Wallstreet. Aber auch die Zeppeline haben es ihr angetan und sie will darüber berichten. In New York lernt sie Amy kennen. Die beiden werden gute Freundinnen und sie genießen das Nachtleben der Stadt, müssen aber auch oft hungern.
In New York haben Christian und Lil ein kurzen Blickkontakt und sind sofort in den anderen verliebt. Doch es wird dauern, bis sie sich zufällig auf Hawaii begegnen. Es ist eine große Liebe, aber immer wieder werden Christian und Lil getrennt.
Die Autorin hat rund um die Biographie ihres Großvaters eine Geschichte gesponnen. Sie verknüpft reale Personen mit fiktiven und hat daraus eine wunderbare Geschichte geschaffen. Lil und Christian sind so liebenswerte Personen, das man mit ihnen fiebert. Man spürt ihren Schmerz und ihr Glück. Aber neben diesen Hauptprotagonisten haben die Luftschiffe ihre Hauptrolle. Wir erleben mit Hugo Eckener die Umrundung der Erde, die seinerzeit ein Riesenspektakel war. Ich hatte dabei das Gefühl, dass ich mich selbst in diesem Luftschiff befinde und auf die Erde hinabschaue.
Ich möchte nicht mehr zu dieser Geschichte sagen, denn der Klappentext verrät schon viel zu viel und die Geschichte der „Hindenburg“ ist hinlänglich bekannt. Aber ich kann das Buch nur empfehlen, denn ich bin restlos begeistert.
Dieses Buch ist mein absolutes Highlight 2016.

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