Tanja Kinkel: Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin

Tanja Kinkel: Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin

Hot
 
5.0 (2)
 
5.0 (4)
1884   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Tanja Kinkel: Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783426199664

Informationen zum Buch

Seiten
592

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Am Tag, ehe sie zur Welt kam, half ihre Mutter Bribsun noch bei der Geburt eines Kamelfohlens.

Community

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Asien im 15. Jahrhundert: In einer Zeit der Männer greifen zwei Frauen nach der Macht.

Die Geschichte Chinas und der Mongolei wurde durch sie geprägt: Manduchai, Königin der Mongolen, Wan, die wahre Herrscherin auf dem Drachenthron.

Sie sind die mächtigsten Herrscherinnen ihrer Zeit - zu einem hohen Preis:
Manduchai muss sich gegen ungeheure Widerstände bis an die Spitze der Mongolenheere kämpfen. Ihr gefährlichster Rivale dabei ist ausgerechnet ihre große Liebe. Doch es gelingt ihr, und sie kann das Volk Dschingis Khans noch einmal zur alten Größe führen.
Wan war zunächst die Kinderfrau des chinesischen Kaisers, dann seine Geliebte, ehe sie in den Rang der kaiserlichen Konkubine aufstieg und zur wahren Herrscherin Chinas wurde. Trotzdem musste sie tagtäglich um die Gunst des Kaisers gegen Eunuchen, Minister, Kriegsherren und junge schöne Rivalinnen kämpfen. Doch erst in Manduchai erkennt sie die ebenbürtige Gegnerin, die ihr gerade geformtes Reich gefährdet. So gibt sie den Neubau der total verfallenen großen Mauer in Auftrag.
Als sich die Frauen nach Jahren der Intrigen und Kriege, nach Jahren des Mordens gegenüberstehen, wissen sie, dass es in ihren Händen liegt, ob das Töten weitergeht ...

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (2)
Charaktere 
 
5.0  (2)
Sprache & Stil 
 
5.0  (2)
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Porträt zweier faszinierender Frauen

Die Mongolei im 15. Jahrhundert. Manduchai wächst als Tochter eines einflussreichen Stammesführers auf. Die Mongolen leben seit Jahrhunderten wir ihre Vorfahren zu Zeiten des Urvaters Dschingis Khan, doch ihr Volk ist nicht mehr dasselbe wie zu dessen Zeiten.
Als junge Frau wird Manduchai als Zweitfrau mit dem amtierenden Khan verheiratet, doch schnell erkennt sie, dass ihre Ehemann keine wirkliche Macht ausübt, sondern der Titel des Khans nur noch ein Ehrentitel ist. Die Entscheidungen werden vom obersten Kriegsherren getroffen, doch es herrscht selten Einigkeit unter den verschiedenen Stämmen und so zersplittern die „Kinder des Ewigen Blauen Himmels“ in zahlreiche Grüppchen, in denen jeder nach dem eigenen größtmöglichen Vorteil strebt. Manduchai ist jedoch eine kluge Frau, die jahrelang Zeit hat, sich in all diese Ränkespiele hineinzudenken und einen Ausweg zu ersinnen, der ihrem Volk die Einigkeit zurückbringen soll.

Parallel zu Manduchai kommt auch in China eine ganz besondere Frau an die Macht. Die Kinderfrau Wan entwickelt ehrgeizige Pläne, um ihren Schützling, den Sohn des Kaisers, an die Macht zu bringen und an seiner Seite zu bleiben. Sie geht hierbei sehr ungewöhnliche Wege, vor allem im Hinblick auf die starren Strukturen, die das Reich der Mitte eigentlich beherrschen. Umso erstaunlicher ist die Position, die Wan im Lauf der Zeit für sich erkämpft und jahrelang innehat.

Anhand dieser beiden ungewöhnlichen und beeindruckenden Frauengestalten erzählt Autorin Tanja Kinkel die Geschichte der Mongolen und Chinesen im 15. Jahrhundert. Faszinierend fand ich bei beiden Frauen ihre Fähigkeit, vorauszudenken, ihre Umgebung und Gegner richtig einzuschätzen und ihnen immer mehrere Schritte vorauszuplanen, aber auch ungewöhnliche Dinge zu tun und ihre Gegner somit in die Irre zu führen.

Auch wenn der Buchtitel Manduchai gehört, spielt Wan ebenfalls eine große Rolle. Verbunden werden die beiden historischen Figuren im Buch durch den fiktiven Ma Jing, einen chinesischen Eunuchen, der von Manduchais Vater als Kriegsgefangener genommen wurde und jahrelang als Manduchais „Kindermädchen“ und später als ihr Vertrauter fungiert.

Zu Beginn musste ich mich erst ein bisschen in den Stil hineinfinden, aber nach einigen Seiten fand ich ihn absolut passend für Zeit und Ort dieser Geschichte. Es ist kein Buch, das man mal eben nebenher liest, denn die vielen Verknüpfungen und Verwicklungen der Figuren untereinander, die Pläne und Gedankenspiele und der geschichtliche Hintergrund erfordern einiges an Aufmerksamkeit. Ich habe durch das Buch aber auch wirklich viel gelernt. Ich wundere mich, dass ich vorher noch nie von Manduchai oder auch Wan gehört habe. Asiatische Geschichte wird bei uns anscheinend eher vernachlässigt. Es ist ein besonderer historischer Zufall, dass damals in eigentlich von Männern geprägten Gesellschaften zwei Frauen so mächtig wurden. Man merkt dem Buch die intensive Recherche an und so ergibt sich ein spannendes Bild zweier faszinierender Frauen und ich bin wirklich froh, durch das Buch mehr über sie erfahren zu haben.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Die Geschichte zweier starker Frauen in Asien

Mit diesem historischen Roman entführt die Autorin den Leser in die Mongolei und nach China des 15. Jahrhunderts. Ungefähr zur gleichen Zeit kommen in beiden Reichen zwei Frauen an die Macht, deren Lebenslinien nicht nur ähnlich verlaufen, sondern sich auch immer wieder begegnen. Beide Reiche verbindet eine lange Feindschaft, noch tief sitzt in China die Schmach, daß vor gut 100 Jahren die Mongolen Nordchina in ihrer Gewalt hatten.
Aber auch unter den Mongolen gibt es immer wieder Konflikte: seit Dschingis Khan gab es keinen Khan mehr, der es wie der große Urvater schaffte, die Stämme zu einigen und damit innerlich zu stärken.

Die junge Manduchai, die die zweite Frau des amtierenden Khans wird, ist sich dieser inneren Schwächung der Mongolen bewußt und versucht mit den ihr zur Verfügung stehenden Mittel, über ihren Mann Einfluss auf die Politik zu nehmen. Leider sind diese Mittel als Frau sehr begrenzt und sie muß auf ihre große Chance warten.
Manduchai hat mir mit ihrer Klugheit, Weisheit und Voraussicht imponiert, sie weiß genau, wie sie die Menschen auf ihre Seite ziehen kann; nicht mit Gewalt und Härte, sondern mit Gerechtigkeit und Anerkennung.

In China erlebt der Leser den Aufstieg der Dame Wan Zhen'er von der Kinderfrau eines abgeschobenen Kronprinzen zu Konkubine des Kaisers von China, die für den jungen Kaiser die Fäden der Macht in der Hand hält. Wie Manduchai verfügt sie über Voraussicht und Klugheit, bedient sich aber auch der einen oder anderen List oder Intrige, um ihr Ziel zu erreichen.

Ich habe mir Manduchai und Wan wie zwei exzellente Schachspielerinnen vorgestellt, die das königliche Spiel perfekt beherrschen.

Eine der stärksten Nebenfiguren ist für mich Manduchais Vater: Tsorokbai-Temur ist die rechte Hand des amtierenden Taidschis, einem einflussreichen Kriegsherrn. Er ist absolut loyal und wird dadurch in einen Gewissenskonflikt gestürzt. Wie seine Tochter ist er ein guter Menschenkenner und zum Zeitpunkt seiner schlimmsten Erniedrigung zeigt er wahre Größe, schluckt seinen persönlichen Stolz runter, um die Seinen zu schützen.

Eine wichtige Schlüsselfigur ist der Chinese Ma Jing, das Murmeltier: er kommt als Kriegsgeisel zu den Mongolen und übernimmt dort die Aufsicht und Erziehung von Manduchai. Nach Jahren bei den Mongolen erkennt er, daß sie nicht nur mehr Feinde für ihn sind, mit Manduchai verbindet ihn eine tiefe Freundschaft, aber auch sein Verhältnis zu Tsorokbai-Temur ist besonders.
Dennoch hängt sein Herz auch an seiner alten Heimat, aber er weiß, daß er wegen seines Verrats an seinen Landsleuten niemals mehr zurückkehren kann. Aber immer kommt er als Verbindung zwischen Manduchai und Wan ins Spiel.

Die dritte Figur, die mich stark beeindruckt hat, ist der mongolische General Önbolod, einer der wenigen Männer, die sich mit Manduchai auf Augenhöhe befinden. Er wird ihr loyaler Freund und Vertrauter, bis ein schrecklicher Verdacht ihre Beziehung zu vergiften droht.

Die Sprache des Buches ist der asiatischen Sprachweise angepasst, mit all seinen bildhaften Be- und Umschreibungen, ich habe ein paar Seiten gebraucht, damit vertraut zu werden, aber danach habe ich diese schöne Sprache einfach nur genossen.
Das Buch ist in fünf Teile unterteilt, die die verschiedenen Lebensabschnitte von Manduchai und der Dame Wan beleuchten. Neben dem Leben der beiden Frauen erfährt der Leser auch viel über die Geschichte und Kultur der Mongolen und Chinesen.

Mich konnte die Geschichte über all die Seiten faszinieren und doch hat die Autorin es geschafft, im letzten Teil der Handlung noch die Krone aufzusetzen mit einer ganz starken Szene, auf die ich nicht näher eingehen werde, um nichts zu verraten.

Ein tolles Buch – und ich habe mich am Ende gefragt, warum ich bisher nur ein einziges Buch von der Autorin gelesen habe.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

4 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (4)
Charaktere 
 
5.0  (4)
Sprache & Stil 
 
5.0  (4)
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Toller historischer Schmöker

Inhalt:

Wir befinden uns im 15. Jahrhundert an der Grenze zwischen der Mongolei und China. Fast zur selben Zeit gelangen zwei Frauen in der Hierarchie ihres Landes auf ähnliche Weise ganz weit nach oben.

Da ist einmal Manduchai, die Tochter eines mongolischen Stammesfürsten. Schon in jungen Jahren ist sie klüger als ihre gleichaltrigen Spielgefährten und man ahnt schnell, dass hier eine ungewöhnliche Frau heranwächst. Als ihr der Kriegsgefangene Ma Jing als aufmerksamer Wächter und Lehrer zur Seite gestellt wird, erhält sie die Möglichkeit auch die positiven Seiten der chinesischen Kultur zu erfahren und den Feind auf ganz besondere Weise kennen zu lernen. Schließlich wird sie dem Khan zur Zweitfrau gegeben und verlässt ihre Familie. Ihre Weitsicht und ihr kluges strategisches Talent werden hier geschult und immer mehr entwickelt sie sich zu einer Führungspersönlichkeit, die auch politische Ränke und persönliche Gefühle nicht von ihrem Weg abbringen können. Ihr Ziel ist die Einheit des mongolischen Volkes unter einem starken gütigen Khan. Als ihr Mann stirbt kümmert sie sich mit Hingabe um den einzigen legitimen Nachfolger, einen ungeliebten kleinen Knaben.

Zum anderen gibt es die Kinderfrau Wan, die eigentlich nur den Sohn des chinesischen Kaisers hüten soll aber über ein ausgeprägtes Talent zu Intrige und Manipulation verfügt und die mit List und Schläue ihre Position verbessert, ausweitet und festigt, bis sie nach Jahren zur Geliebten des Kaisers aufsteigt.

Schließlich stehen sich Manduchai und Wan als Gegnerinnen gegenüber.

Meine Meinung:

Von der ersten Seite an hat mich das Buch „Manduchai – die letzte Kriegerfürstin“ gefesselt. Tanja Kinkel schaffte es, mich in eine fremde, exotische Welt zu entführen, in der mongolische Kleinkinder auf Ponys durch die raue Steppe reiten, während andernorts kleinen chinesische Mädchen die Zehen gebrochen und die Füße zu winzigen Deformationen gebunden werden. Eine Welt von Filz-Jurten und chinesischen Palästen, von Eunuchen und Vielweiberei, von Kampf, Kriegskunst und strategischen Machtspielen. Dabei habe ich nicht nur einen Schatz historischer Fakten gefunden, verpackt in eine spannende und glaubwürdige Geschichte, sondern vor allem sind mir die Personen sehr schnell ans Herz gewachsen und ich war fasziniert davon, wie eindringlich und schillernd sie beschrieben wurden. Ihre Erlebnisse haben mich zum Lachen gebracht und auch zum Weinen, haben mich erschüttert und überrascht.

Hervorheben möchte ich unbedingt, wie gut mir die Wortduelle gefallen haben, die in wundervollen Dialogen geführt wurden und die ebenso feinsinnig und trickreich waren, wie sie unterhaltsam und lebensnah rüberkamen.

Der anspruchsvolle Erzählstil hat mich restlos überzeugt und selten hat mir ein historischer Roman so viel Spaß gemacht. Definitiv eines meiner Jahreshighlights und von mir die volle Punktzahl.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Ein großartiger Roman über eine großartige Frau

Die Geschichte Asiens finde ich so interessant und faszinierend und bin deshalb immer auf der Suche nach Romanen, die mich in das vergangene Asien entführen. Tanja Kinkel hat im letzten Jahr anlässlich einer Lesung ein bisschen über dieses Buch erzählt und da stand für mich schon fest, dass ich es unbedingt lesen möchte.

Anfangs musste ich mich etwas an den Schreibstil gewöhnen, denn Tanja Kinkel hat eine ganz besondere Sprache. Sie erzählt sehr „dicht“ und hat zwischen den Zeilen viele kleine Kostbarkeiten versteckt. So habe ich sehr langsam gelesen, weil ich nichts davon verpassen und diese wunderbare Art zu erzählen ganz bewusst genießen wollte.

Die Mongolei ist für mich historisches Neuland und so war es wahnsinnig fesselnd, so viel über dieses Volk und seine ganz eigene Lebensart zu erfahren.

Die Geschichte beginnt mit der kleinen Manduchai und das kleine Mädchen hat sich mit ihrer Klugheit und ihrem Humor schnell einen Platz in meinem Herzen erobert. Schon als Kind begegnet sie der Dame Wan und auf eine besondere Weise ähneln sich die Lebenswege der beiden „großen“ Frauen. Ich darf sie einige Jahre begleiten und miterleben, wie sie sich zu einer großartigen Persönlichkeit entwickelt, die an ihren Aufgaben wächst und so viel Gutes für ihr Volk tut.
Tanja Kinkel beschreibt so intensiv und mit so viel Feingefühl, ich bin regelrecht eingetaucht in diese mir so fremde Welt. Es gibt viele Szenen, die auf eine einzigartige Weise emotional sind. Es gibt so viele Szenen, die so atemraubend spannend sind. Und es gibt so viele Szenen, die mich staunen und lächeln lassen. Ich erfahre so viel, so viel erstaunliches, so viele Feinheiten und Kleinigkeiten, die aber diese Geschichte so besonders machen. Ich habe den Text regelrecht aufgesaugt und die Bilder in meinem Kopf genossen. Ich habe mir einige Weisheiten aufschreiben müssen, damit ich sie nach Lust und Laune immer wieder lesen kann: „Wer alle seine Ziele erreicht, hat sie wahrscheinlich zu niedrig gewählt, doch nur ein Narr tut, was er nicht lassen kann, wo der Weise lässt, was er nicht tun kann“ (S. 150). Nicht nur die Chinesen verstanden sich auf das Schmieden von Worten, Tanja Kinkel schreibt so kluge und kunstvolle Sätze, ich musste immer wieder inne halten, um sie zu verinnerlichen und zu genießen.

Es ist ein bisschen schade, dass so großartige Persönlichkeiten wie Manduchai hier kaum bekannt sind. Um so glücklicher bin ich über dieses fantastische Buch, mit dem Tanja Kinkel Manduchai ein würdiges Denkmal gesetzt hat!

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Hervorragender historischer Roman über zwei starke Frauen

Inhalt:

Im fünfzehnten Jahrhundert beschließen zwei völlig unterschiedliche Frauen ihr Leben und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wan lebt in der chinesischen verbotenen Stadt als Kinderfrau des Thronfolgers. Als dieser plötzlich seinen Platz in der Hierarchie verliert, geht es sowohl für sie als auch für ihren Schützling um alles. Sie nützt von an skrupellos die bis her in ihr schlummernde Talente, bis sie letztendlich als Geliebte des Kaisers zur mächtigsten und gleichzeitig gefährlichsten Frau Chinas aufsteigt.

Manduchai wächst unbeschwert als geliebte Tochter eines großen Mongolengenerals in der Jurte ihrer Eltern auf. Als sie mit dem Khan ihres Volkes verheiratet wird, ändert sich für sie alles. Schnell erkennt sie, dass ihr Gatte nur noch dem Namen nach der Herrscher ihres Volkes ist. Langsam und vorsichtig beginnt sie selbst die Zügel in die Hände zu nehmen, um viele Missstände beseitigen und gleichzeitig die unterschiedlichen Sippen endlich wieder vereinen zu können.

Meine Meinung:

Tanja Kinkel verpackt in diesen spannenden, hervorragend geschriebenen historischen Roman die packende Geschichte zweier wirklich existierender Frauen. Man kann von Anfang an ohne Schwierigkeiten in diese für europäische Leser fremde Welt eintauchen. Die Protagonisten mit all ihren Stärken und Schwächen sind sehr gut herausgearbeitet und ihre Charakterentwicklung immer nachvollziehbar. So ist es kein Wunder, dass sie einem schnell ans Herz wachsen und man mit ihnen mitfiebert, leidet und hofft.

Der Schreibstil ist wunderbar bildhaft und passt perfekt zur beschriebenen Zeit und Örtlichkeit. Viele auch unangenehme Fakten werden beim Lesen wie nebenbei mitgenommen. Man erfährt von Vielweiberei, die Stellung der Eunuchen am Hof und in der Gesellschaft, über die Praxis der gebundenen Füße, aber auch über den Ablauf einer Teezeremonie. Eine genaue und intensive Recherche ist spürbar, aber übertüncht nie unangenehm das Lesevergnügen.

Fazit: Ein hervorragendes Buch über zwei starke Frauen in einer auch im asiatischen Raum frauenfeindlicher Zeit.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Starke Frauen

Unter Dschingis Khan waren die Mongolen ein großes Volk. Nun, ungefähr zweihundert Jahre später, ist davon nicht viel geblieben. Stammesfehden haben zur Zersplitterung geführt. Manduchai von der Choros-Sippe kämpft sich in einer Männerwelt an die Spitze und sorgt dafür, dass die vereinten Stämme noch einmal mächtig werden.
Ihre Gegenspielerin im nahen China ist Wan, die von der Kinderfrau zur mächtigen kaiserlichen Konkubine wird. Auch sie muss sich gegen viele Gegner durchsetzen.
Der Werdegang der beiden Frauen könnte unterschiedlicher nicht sein, dennoch haben sie Gemeinsamkeiten. Sie sind beide klug, ehrgeizig und vorausschauend in ihren Bemühungen. Als sich die beiden Frauen nach langen Jahren des Kämpfens und Tötens gegenüberstehen, wissen sie, dass es an ihnen liegt, ob der Krieg weitergeht, der ihnen so viel abverlangt hat.
Ich liebe historische Romane, ganz besonders jene, die uns nicht nur in eine andere Zeit, sondern auch noch in fremde Länder entführen. Dieser Roman um zwei ungewöhnlich und sehr beeindruckende Frauen hat mich begeistert. Tanja Kinkel gelingt es wunderbar, historische Personen mit fiktiven Figuren zu verbinden und eine interessante und spannende Geschichte daraus zu bilden. Wir erfahren sehr viel über die Tradition und Kultur der Völker und erleben uns sehr fremde Sitten und Gebräuche.
Alle Charaktere wirken sehr lebendig und glaubhaft. Besonders aber imponieren Manduchai und Wan, die sich in einer Männerwelt zu behaupten wissen und mit Geschick und Beharrlichkeit an die Macht bringen. Eine wichtige Figur ist der Chinese Ma Jing, der als Geisel zu den Mongolen kommt und Lehrer für Manduchai wird. Doch er sitzt zwischen zwei Stühlen. Einerseits ist da die Freundschaft zu Manduchai und ihrem Vater Tsorokbai-Temur, andererseits liebt er seine Heimat und fühlt sich ihr verbunden. Er wird zum Bindeglied zwischen Manduchai und Wan.
An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen; mit seiner bildhaften Sprache passt er allerdings sehr gut zu der asiatischen Geschichte.
Dieses Buch ist ein absolutes Highlight und ich kann es nur empfehlen.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue