Maria W. Peter: Die Küste der Freiheit

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Maria W. Peter: Die Küste der Freiheit
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783404167357

Informationen zum Buch

Seiten
880

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ein erbärmliches Wimmern erfüllte die stickige Luft in der Hütte, deren Fenster lediglich mit schmutzigen Stofffetzen verhangen waren.

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1775: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen anderen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit ...

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Von Liebe und Freiheit spannend erzählt

Alles beginnt im Jahre 1775 in Hessen. Hier lebt Anna Hochstetter gemeinsam mit ihrem Vater in einem kleinen Dorf. Die Dorfgemeinschaft gehört den sogenannten Wiedertäufern an. Sie sind streng im Glauben und dulden kein abweichen. Für Anna eine schwierige Situation. Sie kennt sich mit Heilkräutern aus und hilft den Kranken und Bedürftigen, sehr zum Missfallen der Dorfgemeinschaft. Dann wird Anna überfallen und fast vergewaltigt, nur dem Freiherrn Lorenz von Tannau hat sie es zu verdanken, dass sie mit dem Schrecken davon gekommen ist. Anschließend stirbt ihr Vater und Anna steht ganz allein da, ausgestoßen aus der Gemeinschaft beschließt sie, sich auf den Weg nach Amerika zu machen. Sie weiß, dass auch der Freiherr, der im Militär dient, auf dem Weg dorthin ist. Getrieben von der Hoffnung ihn wiederzusehen und vielleicht mit ihm eine Zukunft zu haben, beginnt ihr beschwerlicher Weg in eine neue Welt. Anna ahnt nicht, dass sie mitten in einen Krieg geraten wird und sie einige Hürden zu meistern hat.

Der angenehme Erzählstil der Autorin zieht einen sofort in die Geschichte. Schon der Einstieg in dem kleinen Dorf und das Kennenlernen von Anna und Lorenz ist spannend geschildert. Irgendwie nimmt man sofort Anteil an der Geschichte von Anna, man ist direkt bei ihr und hofft und bangt mit ihr. Deutlich entstehen Bilder, die Anna auf ihrer beschwerlichen Reise nach Amerika zeigen und dann dort von ihrem Schicksal erzählen. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt von Lorenz, von seinen Gefühlen zu Anna und von seinem Leben. Die Kriegshandlungen werden ebenso geschildert wie das schwierige Leben in diesen Tagen. Der Kampf um die Freiheit ist allgegenwärtig, zumal Anna sich ja als Schuldmagd verkauft hat und so auch das harte Leben als Magd erlebt. Sie muss feststellen, dass sie fast nicht mehr wert ist als eine Sklavin. Die Autorin hat es gut verstanden, das Schicksal von Anna, sowie von den Protagonisten, die sie auf ihrem Weg begleiten, zu verbinden.
Die beiden Handlungsstränge laufen eine ganz Zeit lang nebeneinander her und schildern mal von Lorenz und mal von Anna. Bis sie dann zum Ende hin zusammenlaufen. Es ist eine glaubhafte Lebensgeschichte entstanden, die einiges an Spannung enthält.

Anna wird als eine tief gläubige Protagonistin geschildert und so erfährt man eben auch, wie die Mennoniten in Amerika lebten und wie sie mit den Wiedertäufern verbunden waren. Hier gibt es ein paar interessante Details. Allerdings erwähnt Maria W. Peters den Glauben relativ oft und zwischendurch war es mir schon fast zu viel. Anna versucht ihren Glauben zu bewahren und auch danach zu leben, was in Kriegszeiten verbunden mit der Sklaverei im 18. Jahrhundert eben nicht so einfach war und so kommt es natürlich zu Gewissenskonflikten, die aber dann wiederum gut gelöst wurden. Man spürt deutlich, wie aus der etwas naiven Anna eine Frau wird, die lernt sich durchzusetzen.

Lorenz stammt aus einer ganz andern Familie, er ist adlig geboren und Papist. Er handelt danach, aber er hinterfragt auch so langsam die Gewohnheiten der Familie, zumal er sich in Anna verliebt hat. Haben sie überhaupt eine Chance? Sie kommen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten und haben einen unterschiedlichen Glauben, kann das überhaupt funktionieren? So wird der Freiheitskampf der Amerikaner auch sein Kampf für seine und Annas Freiheit und ihre Zukunft. Diese Liebesgeschichte vor dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg hat mir gut gefallen. Der historische Hintergrund ist gut recherchiert und mit den fiktiven Protagonisten verwoben, auch wenn es vielleicht den einen oder anderen Zufall zu viel gegeben haben mag, macht es doch Spaß, diese Geschichte zu lesen und mit Anna und Lorenz mitzufiebern, zu hoffen und zu bangen.

Ein ausführliches Nachwort beschließt das Buch, es ist sehr interessant zu lesen. Zudem gibt es auch noch ein Glossar der fremden Begriffe so wie ein Personenregister für die historisch belegten Protagonisten, leider wurden die fiktiven Charaktere nicht aufgezählt. Und wer mag, bekommt sogar noch einige Reise und Stöbertips. „Die Küste der Freiheit“ ist ein Auswandererroman mit Protagonisten, die ans Herz gehen, mit einer spannenden Grundgeschichte, interessanten Hintergrundinformationen zum Unabhängigkeitskrieg sowie einer wunderschönen Liebesgeschichte.

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Der Katholik und die Täuferin

Anna gehörte zu der Glaubensgemeinschaft der Wiedertäufer. Sie hatte sich der Heilung und Hilfe von allen Kranken verschrieben, doch war das in der Gemeinschaft nicht von allen gern gesehen….
Auf dem Rückweg zu ihrem Dorf wurde sie von einem Mann überfallen, doch ein zweiter konnte sie im letzten Moment aus dessen Händen retten…. Und das musste er später büßen…
Lorenz von Tannau hatte lediglich eine Bestrafung des Übeltäters erreicht. Und daher sann dieser auf Rache….
Da Anna Lorenz halb tot im Wald fand, nahm sie ihn – gegen die Gesetze ihrer Glaubensgemeinschaft – in ihrer Hütte auf um ihn zu heilen…. Doch das kam bei dieser sehr schlecht an….
Als Annas Vater dann starb, musste sie die Gemeinschaft verlassen, da Lorenz immer noch bei ihr wohnte, und einer der Wiedertäufer einen falschen Eindruck bekam…..
Eines Tages musste Lorenz mit seiner Einheit für den englischen König nach Amerika in den Krieg ziehen….
In Amerika war Anna als Schuldmagd nicht mehr als eine bessere Sklavin. Sie musste sehr auf sich aufpassen…..
Keinem der beiden war zu diesem Zeitpunkt klar, dass er sich in den anderen verliebt hatte….
Und dann gab es da natürlich auch noch den Deserteur, der bestraft und aus der Armee ausgestoßen worden war…..
Warum war es nicht gerne gesehen, dass Anna allen Kranken helfen wollte? Wer war Annas Retter? Wieso musste er das später büßen? Wie wollte der Übeltäter sich rächen? Warum hätte sie den schwer verletzten nicht in ihre Hütte bringen dürfen? Was tat die Glaubensgemeinschaft dagegen? Wieso bekam einer der Wiedertäufer einen falschen Eindruck? Wieso musste Lorenz als Hesse in den amerikanischen Krieg ziehen? Warum war Anna nur eine Schuldmagd in Amerika? Was ist eine Schuldmagd? Und warum musste sie auf sich aufpassen? Warum war der Deserteur nicht härter bestraft worden? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Der Schreibstil der Autorin ist unkompliziert, es tauchen keine Fragen nach dem Sinn oder Zweck eines Wortes oder gar ganzen Satzes auf. Anna tat mir leid, hatte der Mann sie doch nur getröstet. Und dann diese Anschuldigung, und das ohne Beweis, denn nur er hatte die beiden gesehen! Sie tat mir leid, dass sie sich als Schuldmagd praktisch verkaufen musste. Dieser Tabakpflanzer konnte sich ja auch alles rausnehmen, so was Dreckiges! Und seine Mutter war keinen Deut besser! Auf jeden Fall habe ich um Anna und Lorenz gezittert. Wenn ich mir überlege, wie oft er dem Tod von der Schippe gesprungen ist! Allerdings habe ich Anna nicht verstanden als sie wieder mit diesem Kerl mitging. Sie wusste doch schon vorher, dass sie mit ihm nicht glücklich werden würde! Bestimmt hätte sie in Philadelphia bei dieser Familie bleiben können. Na gut, dann wäre das Buch ein bisschen dünner ausgefallen, aber gar nicht so sehr. Die Spannung war in diesem Buch auch von Anfang an da, auch wenn sie zwischendurch hie und da etwas nachließ, so zog sie aber immer wieder an. Es hat mir sehr gut gefallen und ich spreche gerne eine Lese-/Kaufempfehlung aus.

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"Leben, Freiheit und das Bestreben nach Glückseligkeit"

Vom Jahre 1775 bis zum Ende des Jahres 1783 begleitet der Leser dieses gewaltigen Epos die junge Mennonitin Anna auf ihrem Weg vom hessischen Waldeck über den Atlantik bis zur Ostküste der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika.
Es ist die Suche nach Freiheit, nach einem selbstbestimmten Leben in Würde, frei von Verfolgungen aller Art, die Anna antreibt, - eine von vielen der frühen Auswanderer, die freiwillig oder gezwungenermaßen ihre Heimat verließen, alle vereint in der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Immer wieder kreuzt sich Annas Weg schicksalhaft mit dem des jungen adligen Offiziers Lorenz aus Cassel, der mit seiner Einheit den verbündeten Engländern bei deren Kampf gegen die aufrührerischen amerikanischen Patrioten im Unabhängigkeitskrieg zu Hilfe kommt.
Doch im gelobten Land müssen die beiden Liebenden Lorenz und Anna, die Welten voneinander trennen, erkennen und vielfach schmerzlich erfahren, dass Freiheit nur ein Wort ist!
Und dennoch etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt.
Vor allem Anna erfährt die Knechtschaft der weniger Privilegierten am eigenen Leib, als sie, die durch unglückliche Umstände gezwungen war, sich als Schuldmagd zu verdingen, das Los der farbigen Sklaven unter der erbarmungslosen Herrschaft eines grausamen Plantagenbesitzers und dessen nicht weniger grausamen Aufsehers teilen muss!
Derweil sieht sich Lorenz mit den Schrecken und der blutigen Realität des Krieges konfrontiert und beginnt, auch dank des Einflusses der aufrechten und unbeugsamen Anna, die nach Gottes Geboten zu leben bestrebt ist, die Werte in Frage zu stellen, die ihm durch seine Herkunft und Erziehung vermittelt wurden....
Für den Leser stellt sich bald schon die Frage, ob der Traum von Freiheit für Anna und Lorenz wahr werden wird, und ob die Liebe, die die beiden verbindet, stark genug ist, um alle Gefahren, Erniedrigungen und Widerstände, die sich auch aus den Standesunterschieden ergeben, zu überwinden und hoffnungsvoll in eine gemeinsame Zukunft gehen zu können.

Jeder Versuch, ein so umfang- und facettenreiches Buch in wenigen Sätzen zusammenfassen zu wollen, muss zum Scheitern verurteilt sein!
Der Roman ist so überreich an Geschehnissen, an Schicksalsschlägen und schier unerträglichen Leidenswegen, so voller Dramatik vor dem historischen Hintergrund der 70er und 80er Jahre des 18. Jahrhunderts, dass man ihm nur in Ansätzen gerecht werden kann.
Gerade die geschichtlichen Informationen, die die Autorin dem Leser mit profunder Kenntnis und großer Sorgfalt nahebringt und geschickt in ihren Roman flicht, verdienten hier eigentlich ein eigenes Kapitel und ein großes Lob sowieso!
Denn selten nur habe ich eine so interessante, spannende, lebendige "Geschichtsstunde" erlebt, wie diejenige, die Maria W. Peters auf vorbildliche Art abhält.

Was an dem Buch aber ganz besonders besticht, sind seine unvergesslichen, grandios gezeichneten Charaktere, die auf ihrer Suche nach der ersehnten Freiheit eine wahre Odyssee an leidvollen Erfahrungen durchlaufen müssen - und dennoch niemals sich selbst dabei verlieren.
Im Gegenteil! Mit aufmerksamem Blick nehmen sie die himmelschreienden Ungerechtigkeiten um sich herum wahr, stellen sich ihnen, lassen sich von ihnen ergreifen, beeindrucken - und ganz allmählich verändern.
Allen voran die Handlungsträger, Anna und Lorenz, deren Liebe zueinander so stark ist, dass sie nicht nur allen Unbillen widersteht sondern daran sogar noch wächst.

Aber es sind auch die vielen menschlich überzeugenden und zutiefst glaubhaften Nebenfiguren, gute wie böse, die Anna und Lorenz begleiten und unterstützen, die ihnen wohlgesonnen sind oder sie mit ihrem unversöhnlichen Hass verfolgen, die den auch sprachlich makellosen Roman zu einem Leseerlebnis der ganz besonderen Art machen.
Außer Gwen Bristows berühmter Louisiana-Trilogie habe ich noch niemals einen historischen, im noch jungen Amerika angesiedelten, mich so anrührenden Roman wie diesen gelesen, bei dem die Spannung bis zum Ende konsequent durchgehalten wird und dessen roter Faden, die Suche nach der Freiheit, nie abreißt, bei dem ich von der ersten Seite an mitfieberte und oft bis an die Grenze des Erträglichen mit den Charakteren bangte!
Ein Roman der Superlative, fürwahr, an dem man nicht vorübergehen sollte!

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