Micaela Jary: Die Villa am Meer

Micaela Jary: Die Villa am Meer

 
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Micaela Jary: Die Villa am Meer
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
978-3442485956

Informationen zum Buch

Seiten
510

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Auf dem Kirchplatz von Warnemünde hatten sich kleine Gruppen von Schaulustigen gebildet, die der Ankunft der Braut entgegenfieberten.

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Rostock-Warnemünde 1897: Katharinas Hochzeit mit dem verwitweten, wesentlich älteren Manufakturbesitzer und Korbmacher Olaf Borchers steht unter einem schlechten Stern: Nicht nur, dass ihr Herz einem anderen gehört, Borchers halbwüchsiger Sohn ist nicht einverstanden mit der neuen Frau seines Vaters und torpediert die Ehe von Anfang an. Dennoch tut Katharina ihr Bestes, um mit ihrem Mann glücklich zu werden. Doch das ändert sich an dem Tag, an dem sie Pläne für ein eigenes Geschäft macht – einen Strandkorbverleih an der Ostsee ...

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Eine Frau will Eigenständigkeit

Rostock-Warnemünde um 1900: Katharina ist heimlich mit Joachim verlobt, doch er will es zu etwas bringen, bevor er um ihre Hand anhält. Dafür muss er auf einem Schiff anheuern und ist damit für zwei Jahre unterwegs. Katharina kann sich ihr Leben als Kapitänsfrau nicht vorstellen und geht eine Ehe mit dem verwitweten Olaf Borchers ein, der sehr viel älter ist als sie. Aber er bietet ihr damit Ansehen und ein sicheres Leben. Katharina hatte sich ein ruhiges Leben an der Seite ihres Mannes erwartet, aber nach einigen Jahren ist ihr das doch zu wenig. Doch ihr Mann hält nichts von ihren Plänen, die in seiner Werkstatt hergestellten Strandkörbe am Strand zu vermieten.
Unterdessen hat auch Joachim geheiratet. Seine Frau Greta stammt aus einer verarmten Familie und erwartet, dass ihr Ansehen an Joachims Seite wieder steigt. Aber es kommt anders als erwartet. Während sie gerade ihr Kind zur Welt bringt, erfährt sie, dass ihr Mann schwer verunglückt ist.
Der Schreibstil von Micaela Jary gefällt mir sehr. Ich fühlte mich gleich an die Ostseeküste und in jene Zeit versetzt. Die Charaktere sind sehr gut und authentisch dargestellt. Sie sind nicht vollkommen, sondern habe alle ihre kleinen Schwächen.
Katharina ist ihrer Zeit voraus. Ein Leben als Hausfrau und Mutter von zwei Söhnen reicht ihr nicht, zumal ihr Mann eine Geliebte hat. Sie kämpft dafür, ihre Pläne Wirklichkeit werden zu lassen und der Strandkorbverleih ist ein Erfolg. Aber ihr Mann hat anderen Vorstellungen von seiner Ehefrau und so driften die beiden immer mehr auseinander.
Greta hatte auch ganz andere Vorstellungen von ihrer Ehe. Der Unfall von Joachim hat ihre Hoffnungen auf den Wiederaufstieg in die Gesellschaft zunichte gemacht. Dann arbeitet Joachim für Katharina. Greta weiß, dass die beiden eine Beziehung hatten und ihr ständiges Misstrauen belastet auch ihre Ehe.
Dies ist ein Buch über starke Frauen, die ihre Männer recht schwach wirken lassen. Sowohl Katharina als auch Greta wissen, was sie wollen. Katharina schafft es auf eine beharrliche Weise, sich ihr Leben einzurichten, auch gegen den Widerstand ihres Mann und die Regeln der Gesellschaft. Greta wird von dem Wunsch getrieben, in der Gesellschaft angesehen zu sein. Aber ihre Eifersucht und ihr Hass auf Katharina stehen ihr oft im Weg. Für beiden Frauen verläuft das Leben nicht gradlinig, immer wieder gibt es auch Tiefschläge. Ich konnte mit beiden Frauen fühlen, auch wenn mir Greta das oft nicht einfach machte.
Eine wunderbare und gefühlvolle Geschichte. Das Buch hat mir sehr gut gefallen hat.

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Macht Lust auf Urlaub an der Nordsee

Die Villa am Meer ist die Geschichte zweier unterschiedlicher Frauen in der Zeit von 1897 bis 1918.
Katharina löst die Verlobung mit ihrer großen Liebe Joachim, da sie sich ein Leben an der Seite eines Kapitänes nicht vorstellen kann.
Sie sehnt sich nach Sicherheit und heiratet den 20 Jahre älteren Korbmacher Olaf Borchers.
Die beiden bekommen 2 Söhne und Katharina lebt ein ruhiges, aber unerfülltes Leben.
Auch Joachim heiratet. Greta kommt aus einfachen Verhältnissen, hat aber große Ambitionen. Als Frau eines Kapitänes erhofft sie sich gesellschaftlichen Aufstieg.
Aber alles kommt anders!
Katharinas Pläne, sich mit einem Strandkorb-Verleih zu verwirklichen, wird von Olaf zuerst kategorisch abgelehnt. Auch hat er mittlerweile eine Affäre gegen die Kathrina nichts unternehmen kann. Bei einer Scheidung würde sie ihre Söhne verlieren. Also schweigt sie.
Joachim und Greta haben eine Tochter, leben aber ansonsten nebeneinander her. Und nach einem tragischen Unfall verliert Joachim seine Arbeit, was zu einem sozialen Abstieg führt!
Als Katharina Olaf einen Strandkorb-Verleih abtrotzen kann, muss sie einen Geschäftsführer einstellen: Joachim!
Greta ahnt, dass zwischen ihrem Mann und "der Borchers" eine besondere Beziehung besteht und zu ihrer Unzufriedenheit kommt noch Hass auf die vermeintliche Konkurrentin.
Für beide Frauen läuft das Leben nicht nach ihren Vorstellungen....

Katharina und Greta sind sehr unterschiedliche Frauen, haben aber etwas gemeinsam: Sie sind beide extrem willensstark.
Katharina muss sich gegen ihren dominanten Ehemann behaupten und kämpft dabei auch immer mit den gesellschaftlichen Konventionen.
Greta will "dazugehören". Ihr Kampf um Anerkennung treibt sie immer weiter an.

Katharina hat auf ihre ruhige Art einen Weg gefunden ihr Leben, trotz diverser Widrigkeiten und Rückschläge, nach ihren Vorstellungen zu gestalten.
Für Greta hatte ich verblüffenderweise Sympathie, auch wenn sie eigentlich "die Böse" war. Oft hat sie es sich selber unnötig schwer gemacht. Sie tat mir eigentlich die meiste Zeit über sehr leid.

Leider kommen die Männer hier nicht so gut weg. Joachim und Olaf kommen in meinen Augen beide eher schwach rüber.

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges dominiert die Handlung nicht, was auch nicht gepasst hätte, da der Fokus der Geschichte anders lag.

Die "nächste Generation", also Katharinas Söhne Christian und Ulrich, sowie Gretas Tochter Friederike, sind nur Nebenfiguren, haben aber Potential für mehr. Eine Fortsetzung mit ihnen würde mich sehr freuen!

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ort und Zeit der Handlung fand ich sehr interessant. Vieles was die beiden Frauen getan, oder eben nicht getan haben, ist aus heutiger Sicht zwar kaum nachvollziehbar, aber im Zeitrahmen der Geschichte absolut stimmig.
Die Beschreibungen z.B. von Warnemünde mit Vorder-und Hinterreihe, waren sehr schön und machen Lust auf einen Ostsee-Urlaub!

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