Micaela Jary: Sterne über der Alster

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Micaela Jary: Sterne über der Alster
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492306973

Informationen zum Buch

Seiten
432

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Villa besaß definitiv zu viele Türen.

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Handlungsort

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Die Revolution von 1918/19 bringt nicht nur Chaos in das geordnete Leben der Hamburger Reederfamilie Dornhain, sondern auch der Dienstboten: Der Patriarch nimmt sich das Leben, sein Chauffeur gerät unter Mordanklage und Nele Dornhain erwartet ein Kind vom Mann ihrer kleinen Schwester. Indes kämpft die älteste Tochter Ellinor um das wirtschaftliche Überleben des Familienunternehmens und auch um ihr eigenes Lebensglück, dessen Zukunft in den Sternen über der Alster geschrieben steht ...

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Ein Unterhaltungsroman par excellence

Hamburg, Winterhude. Kaum haben die Dornhains den Ersten Weltkrieg halbwegs gut überstanden, schon stehen die nächsten gesellschaftlichen Umwälzungen an: vor allem der Spartakusaufstand bringt auch in der Hansestadt Arbeiter- und Soldatenräte an die Macht und bringt vor allem für die betuchtere Gesellschaft wie die hier im Fokus stehende Reederfamilie in unsichere Zeiten. Zumal auch die Siegermächte ihre Reparationszahlungen fordern und dabei nicht vor dem Hamburger Hafen halt machen... In diesen unsicheren Zeiten nimmt sich der Patriarch, Viktor Dornhain, für alle unerwartet das Leben. Während die älteste Tochter, Ellinor, um das väterliche Unternehmen kämpft und als plötzliches Familienoberhaupt ihre beiden anderen Schwestern nachhause zu holen versucht, wird die Lage nicht einfacher: der Morgenmann und Chauffeur der Dornhains gerät unter Mordverdacht, Nele, die mittlere der Dornhain'schen Töchter erwartet ein Kind vom Mann ihrer Schwester und Livi, die Jüngste des Hauses, macht einmal wieder nur, was ihr in den Sinn kommt.

"Sterne über der Alster" ist die Fortsetzung von "Das Haus am Alsterufer" - wobei ich denke, dass man den Vorgänger nicht gelesen haben muss. Die Autorin Micaela Jary schafft es perfekt, die wichtigsten Fakten aus dem ersten Roman zusammenzufassen und beinahe beiläufig einfließen zu lassen, so dass man auch wenn man diesen gelesen hat, nicht das Gefühl hat, alles noch einmal lesen zu müssen.

Bemerkenswert ist vor allem der historische Kontext, den die Autorin hier spielend leicht einbaut und der die Lektüre für mich authentisch und nur noch spannender gemacht hat! Nicht nur, dass mir Ellinor, Nele und Klara immer weiter ans Herz gewachsen sind und ich mit ihnen gebangt und gelitten habe - nein, für mich haben sie Wege genommen, die realistisch waren und mir immer die Hoffnung gelassen haben, dass sich für die jungen Frauen ein guter Weg finden wird.

In meinen Augen ist Micaela Jary hier die perfekte Fortsetzung gelungen! Zugegebenermaßen habe ich mich sehr darauf gefreut - aber nun kann ich sagen, dass meine Vorfreude in keinster Weise enttäuscht wurde. Im Gegenteil, mir hat der zweite Band noch einen Tick besser gefallen als der erste. Das mag zum einen an der - für mich - sehr spannenden Zeit liegen, zum anderen aber schlicht und ergreifend daran, dass die Autorin mit ihrem flüssigen, mitreißenden Erzählstil und den glaubhaften, Emotionen auslösenden Figuren einfach an ihrer tollen Art der Unterhaltung festgehalten hat. Ich habe wirklich keine Ahnung, was man bei einem solchen Roman besser machen könnte - für mich ist das Lesevergnügen par excellence.

Kurzum: Lesen! Und im Anschluß (wie ich) hoffen, dass es mit den Dornhains weitergeht!

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Dornhains Erbinnen

Hamburg 1918. Als sich Viktor Dornhain, der Patriach und das Familienoberhaupt der Reederfamilie Dornhain in der schwierigen Nachkriegszeit das Leben nimmt, hinterlässt er seiner ältesten Tochter Ellionor neben dem Erbe, die Reederei zu leiten, einen Brief mit brisantem Inhalt. Großmutter Charlotte, die ebenfalls vom Inhalt des Briefes weiß, möchte mit allen Mitteln verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt und überredet Ellionor, Stillschweigen zu wahren. Während Ellionor sich mit den vielen Schwierigkeiten der Reederei vertraut macht, die durch die andauernden politischen Unruhen und die Regressansprüche der Siegermächte entstanden sind, erhält sie Unterstützung durch ihren alten Jugendfreund Christian, der davon überzeugt ist, sie bald zu heiraten. Aber auch ihr Schwager Konrad, der zwar mit Ellionors jüngsten Schwester Lavinia verheiratet, doch mit Schwester Nele in wilder Ehe zusammen ist, reist aus der Schweiz an und greift ihr ebenfalls unter die Arme. Nele verheimlicht ihrer Familie etwas, solange die Beziehung zwischen Konrad und ihrer Schwester Lavinia nicht geklärt ist. Als Lavinia endlich vom Kriegsdienst nach Hamburg zurückkehrt, werden die Karten auf den Tisch gelegt. Was hat Viktor verheimlicht?

Micaela Jary hat mit ihrem Buch „Die Sterne über der Alster“ den Nachfolgeband zu ihrem Roman „Das Haus am Alsterufer“ vorgelegt und lässt die Leserschaft am weiteren Verlauf des Lebens der Reederfamilie Dornhain teilnehmen. Der Schreibstil ist herrlich flüssig zu lesen, dabei unterhaltsam und fesselnd, der Leser findet sich schon mit den ersten Seiten im Dornhainschen Haushalt wieder, sowohl in der Belle Etage als auch bei den Dienstboten im Souterrain. Der Spannungsbogen wird gut aufgebaut und zieht sich wie ein Faden durch die Familiengeschichte. Der geschichtliche Hintergrund zeigt die Unruhen nach dem ersten Weltkrieg auf mit allen Sorgen und Nöten der Menschen, deren Land zerrissen ist und nach einer neuen Richtung sucht, damit es endlich wieder aufgebaut und man zur Normalität zurückkehren kann. Die politischen Querelen und die damit verbundenen Schwierigkeiten zur damaligen Zeit wurden von der Autorin sehr schön in die Handlung mit eingeflochten und verdeutlichen einmal mehr die Schwierigkeiten der Nachkriegszeit. Die Charaktere sind sehr verschieden angelegt, dabei liebevoll, authentisch und detailliert skizziert und lassen dem Leser freien Lauf, seine Sympathien zu verteilen. Ellionor ist die Vernünftige, auf deren Schultern nun das Erbe der Reederei ruht. Sie ist eine eher nachdenkliche und pragmatische Frau, die sich für den Fortschritt interessiert und auch ihre Familienangehörigen möglichst schonend auf Veränderungen vorbereiten will. Nele sitzt in einer Zwickmühle, da sie mit dem Ehemann ihrer jüngsten Schwester in wilder Ehe lebt und kann diesen Zustand kaum mehr ertragen, ist sie doch auf das Wohlwollen von Lavinia abhängig, um endlich ein normales Leben zu führen. Lavinia ist das Nesthäkchen, sie ist egoistisch und selbstsüchtig, hängt ihr Fähnchen nach dem Wind. Doch in schwierigen Situationen zeigt sie ihre praktische und zupackende Seite, die man ihr gar nicht zutrauen mag. Großmutter Charlotte ist eine Matrone erster Güte, die nur darauf achtet, dass der Ruf der Familie keinen Schaden nimmt, dabei ist es ihr letztendlich egal, wen sie damit verletzt.

Mit „Die Sterne über der Alster“ ist Micaela Jary ein würdiger Nachfolgeroman gelungen, der ebenso spannend wie unterhaltsam ist. Die Familiengeschichte der Dornhains lässt den Leser nicht los, und so muss man einfach hoffen, dass es noch ein drittes Buch gibt, um die Protagonisten noch einmal begleiten zu dürfen. Absolute Leseempfehlung!

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Überzeugende Fortsetzung mit Suchtpotenzial...

Nachdem mir "Das Haus am Alsterufer" unheimlich gut gefallen hatte, wollte ich unbedingt wissen wie es mit Familie Dornhain weiter geht. Mit großen Erwartungen und voller Vorfreude begann ich mit der Lektüre und wurde vollends zufrieden gestellt.

Dieser zweite Band startet genau da, wo der erste endete, denn der Familienvater Victor Dornhain hat sich das Leben genommen und seine Familie muss nun mit seinem Tod klar kommen. Was wird das Jahr 1918 der Familie bringen und wird Hausmädchen Klara endlich die Wahrheit über ihre Herkunft erfahren?

Bereits auf den ersten Seiten gelang es Micaela Jary mir die Erinnerung zum ersten Band wieder ins Gedächtnis zu rufen und ich war sofort wieder mitten in der Familie.

Die Autorin beleuchtet auch hier wieder sowohl die Reederfamilie Dornhain als auch dessen Angestellte im Haus, die mit den Umbrüchen der damaligen Zeit zurechtkommen müssen. Besonders Tochter Ellinor hat es hart getroffen, denn sie soll für den Fortbestand der Reederei sorgen. Am meisten gefangen genommen haben mich die Zwistigkeiten zwischen dem Dreiergespann Nele, Lavinia und Konrad. Diese Konstellation ist schon etwas Besonderes und das Hin und Her war schon sehr spannend, denn ich war mir wirklich nicht sicher, wer am Ende das Paar sein wird. Und Lavinia war wieder einmal der Knaller. Bei ihr wusste ich oft nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Auch Klara habe ich wieder sehr gern begleitet, sie ist einfach eine Figur, die man gern haben muss.

Frau Jary hat es wieder einmal geschafft einen spannenden Teil der Geschichte Deutschlands dem Leser zu vermitteln. Gerade die politischen Veränderungen waren im Hintergrund stets spürbar.

Fazit: Eine würdige Weiterführung der Geschichte um die Reederfamilie, die förmlich nach einem dritten Band schreit. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen und ich würde mich sehr über einen weiteren Band freuen. Lesenswert!

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Hamburg nach Kriegsende 1918/1919

Mit der Abdankung Kaiser Wilhelm II findet die Monarchie in Deutschland ein Ende. Die Republik wird ausgerufen und eine parlamentarische Demokratie entsteht. Mitten in dieser Revolution nimmt sich Victor Dornhain das Leben, weil er dem Druck nicht mehr standhalten kann. Er hinterlässt einen Abschiedsbrief, von dem nur seine Tochter Ellinor und seine Mutter Charlotte Kenntnis erhalten und dessen brisanter Inhalt am besten niemand anderem zugänglich wird. Um keinen Skandal aufkommen zu lassen, hat Charlotte Dornhain die Dienstboten und den Haushalt fest im Griff.

Die älteste Tochter Ellinor steht schon lange als Nachfolgerin des Reeders fest, aber ihre Aufgabe ist nicht leicht, denn die Schiffe der Reederei fallen als Reparaturzahlungen an die Siegermächte und Ellinor steht quasi vor dem Nichts. Ihr zur Seite steht ihr Jugendfreund und Verlobter Christian Schulte-Stollberg.

Victor Dornhain war kein schlechter Geschäftsmann, denn er hat vor seinem Tod weit über den Tellerrand geblickt, was wahrscheinlich auf lange Sicht das Unternehmen Dornhain vor dem Untergang retten wird.

Lavinia ist an der Front in Spa/Belgien als Telefonistin des Nachrichtenkorps eingesetzt während ihr Ehemann mit ihrer Schwester Helena (genannt Nele), die ein Kind von Konrad erwartet, in der Schweiz weilt.

Anlässlich des Todes von Victor Dornhain rufen Ellinor und Charlotte die Schwestern nach Hause, in das Haus am Alsterufer, zurück.

Bei der Testamentseröffnung können Ellinor und Charlotte das Geheimnis von Victor Dornhain nicht mehr unter den Tisch kehren.

"Sterne über der Alster" ist das 2. Buch der Autorin Micaela Jary, das sich mit der Familiengeschichte der Reederfamilie Dornhain beschäftigt. Das Buch kann durchaus alleine gelesen werden, es empfiehlt sich jedoch, den 1. Teil "Das Haus am Alsterufer" gelesen zu haben, um die persönlichen Hintergründe der Charaktere wirklich verstehen zu können.

Nach kurzer Eingewöhnung war ich sehr schnell wieder im Haus Dornhain angelangt und treffe dort auf liebe und vertraute Menschen wie die Hausangestellte Klara, die seit 7 Jahren in den Diensten der Dornhains steht und noch immer nicht weiß, wer ihre leibliche Mutter ist. Die Köchin Ida, der Morgenmann Richter ... und all die dienstbaren Geister, die sich um die Familie Dornhain kümmern.

Auf der ältesten Tochter Ellinor liegt die größte Last, denn sie tritt das Erbe ihres Vaters Victor Dornhain an. Sie ist aber von allen 3 Schwestern tatsächlich diejenige, die diesem Job am ehesten gerecht werden wird, denn sie handelt überlegt, denkt vernunftgesteuert und besitzt den notwendigen Ernst und das Wissen, die Reederei zu leiten. Dass sie in Punkto Abschiedsbrief ihres Vaters mit ihrer Großmutter Charlotte gemeinsame Sache macht, hätte ich nicht von ihr erwartet.

Da das Leben sich nicht immer an die Spielregeln hält, vermute ich mal, dass Christian Schulte-Stollberg nicht ihr Ehemann werden wird. Hier ist ausreichend Platz für Spekulationen des Lesers.

Nele ist schwanger vom Mann ihrer Schwester und sie ist zurückhaltend, abwartend und eher introvertiert und zudem eifersüchtig. Ihr Verhalten ist einerseits, aufgrund ihrer persönlichen Situation, verständlich, andererseits dürfte sie ihre Schwester auch gerne mal auf den Pott setzen, denn Lavinia liebt Konrad nicht und hat ihn nie geliebt und eine Scheidung würde allen Beteiligten das Leben erleichtern.

Lavinia ist hier, wie auch im 1. Teil, das egoistische und selbstverliebte Weibchen, das wirklich an nicht viel anderes denken kann als an sich selbst und ihren persönlichen Vorteil. Sie lernt einen Mann kennen der sich für sie interessiert und schon ist es "die große Liebe". Aber auch eine Lavinia Dornhain muss feststellen, dass das Leben ungerecht sein kann.

Auch wenn Lavinia wirklich ein unausstehliches Ding ist, hat mir ihr Handlungsstrang auf vielen Seiten am besten gefallen. Im Gegensatz zu den eher ernsten Strängen von Ellinor und Nele, musste ich bei Lavinia oftmals grinsen (ja, manchmal auch aus Schadenfreude) oder den Kopf schütteln. Da Lavinia zu keinen tieferen Gefühlen fähig ist, kommt man wahrscheinlich nicht in die Verlegenheit mit ihr befreundet zu sein.

Charlotte Dornhain regiert in der Villa am Alsterufer mit harter Hand und es gäbe für sie nichts schlimmeres als einen Skandal um die Familie. Für den Selbstmord ihres Sohnes hat sie nur Verachtung übrig und Trauer sucht man bei ihr vergebens. Das Geheimnis Victor Dornhains hebt sein Ansehen bei seiner Mutter nicht, ganz im Gegenteil.

Konrad kann einem einfach nur leid tun. Lavinia gibt ihn nicht frei und Nele erwartet ein Kind von ihm. Zur damaligen Zeit nicht unbedingt eine glückliche Fügung des Schicksals. Aber Konrad geht seinen Weg. Ein überaus sympathischer Charakter.

Hervorheben möchte ich, wie perfekt die Autorin Micaela Jary die damalige Situation in Deutschland, den politische Umbruch nach dem Waffenstillstand und dem Rücktritt des Kaisers Wilhelm II. in die Handlung ihres Romans hat einfließen lassen.

Alles in allem hat mich "Sterne über der Alster" sehr gut unterhalten und ich würde mich freuen, wenn es irgendwann in naher Zukunft noch einen 3. Teil zur Familiengeschichte der Dornhains gibt. Stoff für eine Fortsetzung ist auf jeden Fall ausreichend vorhanden.

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Gelungene Fortsetzung von "Das Haus am Alsterufer"

Mit "Sterne über der Alster" hat die Autorin Micaela Jary einen gelungenen Nachfolger von "Das Haus am Alsterufer" geschrieben. Die Handlung dieser Fortsetzung knüpft genau dort an, wo der Vorgänger endete.
Man begegnet vielen Figuren, die bereits aus dem 1. Band bekannt sind. Sehr schnell sind dem Leser die Charaktereigenschaften der jeweiligen Figuren wieder vertraut. Der Leser braucht keine Angst vor Erinnerungslücken an Band 1 zu haben. An den notwendigen Stellen gibt Micaela Jary eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse, so dass die beschriebenen Ereignisse sehr schnell wieder präsent sind und man mitten im aktuellen Geschehen ist.
Micaela Jary schreibt wieder sehr flüssig, unterhaltsam und fesselnd. Wie bereits in ihren anderen Romanen, gelingt es ihr auch in "Sterne über der Alster" wieder sehr gut und detailliert das politische Geschehen in ihre Geschichte einzubetten. So ist Politik auch für mich sehr interessant und lebhaft dargestellt. Neben der Politik beschreibt Jary aber auch die tlw. schwierigen Lebensumstände aller Bevölkerungsschichten kurz nach dem Ende des 1. Weltkriegs sehr detailliert und anschaulich. Wieder fühlte ich mich teilweise direkt selbst am Ort der Handlung anwesend.
Die Figuren stellt die Autorin sehr authentisch und lebhaft, aber vor allem sehr liebevoll dar. Man kann sie sich sehr gut vorstellen und entwickelt auch Gefühle für einzelne Personen. So konnte ich selbst z.B. über Lavinias Art immer wieder genervt den Kopf schütteln. Mit anderen Figuren leidet man, oder fiebert mit.
Insgesamt hat mir der 1. Band etwas besser gefallen. Am Ende von "Sterne über der Alster" ging es mir doch etwas zu schnell bzw. fehlte mir etwas Handlung.
Das Ende lässt dem Leser noch sehr viel Raum für Spekulationen, da doch recht viele Fragen ungeklärt bleiben.
Da ich persönlich es nicht so gerne mag, mit offenen Fragen und Spekulationen ein Buch zu beenden, habe ich eine große Bitte: Es muss noch eine weitere Fortsetzung um die Reedersfamilie Dornhain geben :-)

Ich ziehe eine halben Stern ab, weil es mir wie bereits erwähnt am Ende alles etwas zu schnell ging und mir zu viele Fragen ungeklärt bleiben. Insgesamt vergebe ich also 4,5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung :-)

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Die Familiensaga geht weiter

Am Ende des ersten Weltkriegs erschießt sich der Hamburger Reeder Victor Dornhain in seinem Arbeitszimmer. Seine älteste Tochter Ellinor muss nun in dieser unsicheren Zeit um das Überleben des Familienunternehmens kämpfen und gleichzeitig ein großes Geheimnis wahren.

Micaela Jary legt hier den Nachfolgeband ihres Familienromans „Das Haus am Alsterufer“ vor. Die Fortsetzung kann sehr gut eigenständig gelesen werden, die Kenntnis des ersten Buchs hilft aber natürlich beim Verständnis der verschiedenen Charaktere. Leider konnte mich dieser Roman nicht begeistern. Zu seifenopernartig verlief die Geschichte. Der Hauptaugenmerk lag an den persönlichen Befindlichkeiten der weiblichen Protagonistinnen, eine charakterliche Weiterentwicklung auch in Bezug auf den ersten Band gesehen fehlt vollkommen. Anstatt sich auf den wirtschaftlichen Überlebenskampf und die politischen Unruhen zu konzentrieren, wird ein stereotypischer Feind der Familie bemüht, um einen Spannungsbogen zu kreieren. Der Roman liest sich flott und weiß zu unterhalten, meine Erwartungen gingen allerdings in eine andere Richtung und wurden nicht getroffen. Nicht einmal das Finale wusste zu überzeugen. Die zwei Problemfelder – das große Geheimnis der Familie und eine uneheliche Schwangerschaft – wurden groß aufgebaut und dann abrupt fallen gelassen. Die Reaktionen der betroffenen Charaktere konnte man sich bestenfalls vorstellen – erfahren hat man sie nicht. Das offene Ende lässt auf eine Fortsetzung schließen. Ob ich der Familie Dornhain noch einen weiteren Besuch abstatten werde, bleibt fraglich.

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