Michael Peinkofer: Der Wind und die Wahrheit

Michael Peinkofer: Der Wind und die Wahrheit

 
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Michael Peinkofer: Der Wind und die Wahrheit
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783431039528

Informationen zum Buch

Seiten
464

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Es war erst später Nachmittag, aber das Unwetter, das über der Stadt tobte, hatte den Himmel verfinstert.

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Handlungsort

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Er ist El-Rih, der Wind. Als türkischer Janitschar kämpft er auf Seiten der Muslime.
Sie ist Alyssia, eine venezianische Christin, die einer Intrige zum Opfer fällt und in Kairo zur Sklavin wird. Ihr Name: Haqiqa, die Wahrheit.
Das Schicksal sorgt dafür, dass ihre Wege zueinander führen - doch welche Chance hat ihre Liebe in einer Zeit, in der dunkle Mächte einen neuen Krieg zwischen Christentum und Islam heraufbeschwören und die Reliquien eines Heiligen zum Zündstein eines mörderischen Konflikts werden? Die Entscheidung fällt in Alexandria ...

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Ein überzeugender Schmöker…

Als Fan historischer Romane ist mir der Autorenname Michael Peinkofer natürlich ein Begriff, hat er mich doch mit dem Roman „Das Vermächtnis der Runen“ bereits fesseln können. Das überaus hübsche Cover seines neusten Werkes hat mich nun zusätzlich animiert einen Blick in das Buch zu werfen. Gespannt begann ich mit der Lektüre.

Wir schreiben das Jahr 1362 und es geht um zwei Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten, leben sie doch in gänzlich anderen Kulturkreisen. El-Rih ist osmanischer Elitesoldat und kämpft mit voller Hingabe für sein Land und seinen Herren. Dafür lebt er und würde auch dafür sterben. Auf der anderen Seite lebt in Venedig der gleichen Zeit die Kaufmannstochter Alyssia, die ein tolles Leben führt aufgrund der Reichtümer ihres Vaters. Doch dann ziehen dunkle Wolken am Himmel auf. Wie werden die beiden unterschiedlichen Protagonisten ihr Leben meistern?

Peinkofer hat mit diesem Roman einen herrlichen Schmöker geschaffen, der nicht nur gut unterhält, sondern vor allem auch aufzeigt wie unterschiedlich die jeweilige Kultur der Protagonisten ist und dass es dennoch Gemeinsamkeiten gibt. Das passt in meinen Augen auch sehr gut in die heutige Zeit, wo Regierenden Macht über alles geht und nicht vor Intrigen zurückschrecken. Auch der Zugang zu anderen Kulturen spielt in unserem heutigen Leben eine große Rolle.

Die Handlung erleben wir aus zwei Sichten, denn auf der einen Seite begleiten wir El- Rih, auf der anderen Alyssia. Gerade dadurch hat man für meinen Geschmack mehr Nähe zu den Figuren. Der Wechsel erfolgt kapitelweise, was für Spannungszuwachs sorgt. Ich empfand diese Unterbrechungen jedenfalls als willkommen und nicht als Störung.

Zu Beginn der Handlung wird man erst einmal von einer enormen Anzahl an Namen und Orten überschüttet, die man erst einmal auf die Reihe bekommen muss. Doch hat man sich erst einmal eingelesen, gewöhnt man sich daran. Ich fand es vor allem sehr authentisch, dass sich der Autor den jeweils kulturell unterschiedlichen Namen bedient hat, so heißt Alexandria mal Alexandria wie wir es kennen und mal Al-Iskandariya.

Sowohl El- Rih als auch Alyssia sind interessante Charaktere, die man so schnell nicht mehr vergisst. Mir lag vor allem Alyssia am Herzen, weil ich mich als Frau eher in sie und ihre prekäre Lage einfühlen konnte. Die Charaktere entwickeln sich im Verlauf der Geschichte und auch die zahlreichen Nebendarsteller sind gut gezeichnet.

Ich habe mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten gefühlt und den Eindruck noch einiges an Geschichtswissen mitgenommen zu haben.

Fazit: Ein unheimlich ergreifender Schmöker, der mich gut unterhalten hat. Man sollte Peinkofer also nicht nur den Stempel Fantasy aufdrücken, denn historische Romane kann er ebenfalls schreiben.

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Intrigen zweier Weltreiche

Inhalt
1362: El-Rih, der Wind, ist ein osmanischer Janitschar. Sein ganzes Leben schon ist er Elitesoldat, einzig und allein dafür ausgebildet, Menschen zu töten und bei Bedarf sein eigenes Leben für seine Herren zu opfern. Diesmal begleitet sein Trupp den Gesandten Omar ben Adil nach Al-Qahira (Cairo), wo El-Rih schnell zum persönlichen Leibwächter aufsteigt. In Omar findet er schon bald einen väterlichen Freund, welcher ihn in die Kunst der Diplomatie einführt und ihm zudem einen Auftrag erteilt: El-Rih soll das Vertrauen des Kindsultans erlangen, dem zukünftigen Herrscher über das mamlukische Reich.

Zeitgleich in Venedig: Die Kaufmannstochter Alyssia Bertrano lebt ein relativ unbeschwertes Leben. Ihr Vater handelt mit Waren aus dem fernen Konstantinopel, die Geschäfte laufen gut. Doch dann werden mehrere Handelsschiffe mit Bertranos Waren von Piraten überfallen und der Händler stürzt sich in Schulden, um sein Kontor zu retten. Als Gegenleistung muss er Alyssias Hand vergeben. Doch dies ist erst der Beginn einer Intrige, die sich unaufhaltsam um die Familie Bertrano schlingt und deren eigentliches Ziel der Fall einer der bedeutendsten Handelsstädte ihrer Zeit ist: Al-Iskandariya, Alexandria.

Meine Meinung
Wie man meiner Inhaltsbeschreibung vielleicht entnehmen kann, hat man es in diesem Buch mit jeder Menge Namen und Personen zu tun. Es hat etwas gedauert, bis ich mich orientiert hatte, zumal vor allem Städte oder Orte je nach Handlungsstrang unterschiedlich bezeichnet werden (siehe z.B. Al-Iskandariya / Alexandria). Im Nachhinein finde ich das eigentlich ganz gut, da es authentischer wirkt, aber anfangs hatte ich meine Probleme damit. Die Vielzahl an Personen war weniger problematisch, sie werden Stück für Stück eingeführt, so dass man gut den Überblick über die Charaktere behält.

Die Handlung ist in zwei Stränge eingeteilt: einerseits die Erlebnisse von El-Rih und andererseits die Geschichte rund um Alyssia. Diese wechseln sich von Kapitel zu Kapitel ab. Wirklich gestört hat mich das nicht, da die Kapitel aber meist recht kurz sind, hatte ich manchmal ein leicht gehetztes Gefühl. Beide Geschichten für sich hätten wahrscheinlich genug Stoff für jeweils ein Buch hergegeben, so dass ich auch dadurch den Eindruck hatte, dass eher an der Oberfläche der Handlung gekratzt wurde. Meiner Meinung nach wäre ein 2-Teiler eine gute Wahl gewesen, um der ganzen Geschichte mehr Raum zu lassen und eine wirkliche Entfaltung der Charaktere zu ermöglichen.

Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten. Die Gegenüberstellung der zwei so unterschiedlichen Reiche hat natürlich jede Menge Potential, welche Peinkofer durchaus nutzt. Und dass sie sich in manchen Belangen gar nicht so sehr unterscheiden, wird dem Leser auch schnell klar: Intrigen gibt es überall, der Kampf um die Macht steht im Zentrum und Verluste werden auf beiden Seiten bewusst mit eingeplant. El-Rih und Alyssia sind für meinen Geschmack etwas zu perfekt, aber die Charaktere um sie herum halten einige Überraschungen bereit. Sie entwickeln sich, machen Veränderungen durch und sind nicht nur schwarz-weiß gezeichnet.

Zum Ende habe ich eigentlich nicht viel zu sagen. Es ist ziemlich kitschig und vorhersehbar. Plötzlich geht allen, bei denen es wichtig ist, ein Licht auf und die Zufälle häufen sich ... naja, nicht besonders elegant.

Insgesamt hatte ich mir etwas mehr Tiefgang erhofft. Nachdem ich mich damit abgefunden hatte, dass dieser hier eher weniger zu finden ist, habe ich mich einfach von der Geschichte treiben lassen. Unterhalten kann das Buch durchaus, es ist spannend und abwechslungsreich ... einfach ein schöner Schmöker für entspannende Stunden. Und mehr muss es eigentlich gar nicht sein.

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