Irving Stone: Michelangelo - Inferno und Extase

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Irving Stone: Michelangelo - Inferno und Extase
Verlag
ET (D)
1963
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Agony and the Ecstasy
ET (Original)
1961
ISBN-13
9783499222290

Informationen zum Buch

Seiten
806

Sonstiges

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Florenz war 1475 der geistige und künstlerische Mittelpunkt der italienischen Renaissance. In diesen vor Vitalität berstenden, von Lorenzo de Medici, dem Förderer der schönen Künste, regierten Stadtstaat wurde eines der universellsten Genies der Menschheitsgeschichte hineingeboren - Michelangelo Buonarroti, Bildhauer, Maler, Dichter, Baumeister und Ingenieur.

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Ein Buch wie ein Gemälde ...

Der Petersdom, die Pietà, die Gemälde der Sixtinischen Kapelle in Rom, der berühmte David in Florenz - lauter Kunstwerke, die auch Menschen, die sich nicht übermäßig für die Materie interessieren, ein Begriff sind, ebenso wie der Name ihres Schöpfers: Michelangelo.

Doch wer war der Mensch eigentlich, der all dies geschaffen hat? Irving Stone geht in seinem umfangreichen Roman dieser Frage nach und porträtiert Michelangelo Buonarroti auf seinem kompletten Lebensweg. Geboren als einer von fünf Söhnen eines nicht besonders erfolgreichen Kaufmanns, wächst er in Florenz auf und zeigt zum Entsetzen seines Vaters, der einen "handwerklichen" Beruf für einen gesellschaftlichen Abstieg hält, Interesse an der Kunst. Gegen den Willen des Vaters geht er bei dem Maler Ghirlandajo in die Lehre, entdeckt seine große Liebe zur Bildhauerei und hat schließlich das große Glück, dass Lorenzo de' Medici in seinem Bildhauergarten auf den jungen Künstler aufmerksam wird, der oft einen Marmorblock nur anzusehen braucht, um darin eine Statue zu entdecken, die es aus dem Stein zu "befreien" gilt.

Ein ruhiges Leben an Lorenzos Hof, der ein großer Förderer der Wissenschaften und der Künste ist, bleibt jedoch ein Traum. Nach Lorenzos Tod kommt dessen unfähiger Sohn an die Macht. Der Prediger Savonarola zieht durchs Land und wiegelt die Menschen mit seinen Brandreden gegen die Herrschenden, gegen die Kirche und Prachtentfaltung aller Art, und es kommt in Florenz zu blutigen Auseinandersetzungen. Michelangelo findet sich plötzlich mitten in diesem Chaos wieder, obwohl er sich aus der Politik immer herausgehalten hat.

Sein weiterer Weg führt ihn nach Bologna und schließlich nach Rom, ins Umfeld des Vatikans, aus dessen Dunstkreis er sich nie mehr komplett lösen wird - vom einen Papst gefördert, vom nächsten kaltgestellt, von wieder einem anderen zurückgeholt. Ein Auftrag, den er eigentlich gar nicht wollte, wird schließlich eines seiner größten Lebenswerke: die Ausmalung der Sixtinischen Kapelle.

Michelangelo ist ein Genie, ein Perfektionist und Pionier, dem man schließlich sogar halb bewundernd, halb tadelnd vorwirft, er habe so vollkommene Werke geschaffen, dass den Künstlern nach ihm kein Raum für eine Steigerung bleibt. Irving Stones farbenprächtige, detaillierte Schilderungen entführen uns in die Zeit der Renaissance und lassen uns förmlich dem Meister über die Schulter blicken, wie er mit Einfallsreichtum und Herzblut an die Arbeit geht oder auch, wie er sich mit ungeliebten "Brotjobs" quält, diesen Aufträgen, von denen er sich geknebelt und in seiner Kreativität eingeschränkt fühlt, kosten sie doch wertvolle Zeit, die er viel lieber für die Werke aufwenden würde, an denen sein Herz hängt.

Doch nicht nur von der künstlerischen Warte her lernen wir Michelangelo Buonarroti kennen, er wird auch als Mensch richtig lebendig. Zeitlebens kann er sich nie so ganz von seiner nichtsnutzigen Familie lösen. Für seinen Vater und seine Brüder ist er oft genug die Melkkuh, die ihnen aus jeder finanziellen Patsche hilft, und bringt es deswegen auch nie zu erwähnenswertem persönlichem Reichtum. Der bedeutet ihm wenig, so lange er nur arbeiten kann. Die Arbeit ist für ihn kein notwendiges Übel, sondern praktisch sein einziger Lebensinhalt, seine Quelle der Freude. Kein Wunder, dass er kein geschickter Geschäftsmann ist.

Ich hatte ein bisschen Bammel vor diesem dicken, klein gedruckten Schmöker, zumal ich mittlerweile nicht mehr übermäßig gerne Historisches lese, und war auf den ersten hundert Seiten auch nicht so sicher, ob ich das Buch mag, weil mir der Stil häufig etwas zu blumig und altertümelnd vorkam. Das waren aber nur leichte Startschwierigkeiten, denn sobald ich mich einmal richtig eingelesen hatte, war ich äußerst angetan von dieser Romanbiographie. Es gibt sehr viele Personen, sehr viele Details über diese Zeit voller Umbrüche in der Kunst und auch im Christentum, doch es wurde mir nie zu viel. Im Gegenteil, ich hätte sogar noch mehr lesen mögen über Michelangelos bewegtes Leben, weil es mir zum Schluss hin fast ein bisschen zu schnell ging.

Unbedingte Empfehlung für alle, die anspruchsvolle historische Romane mögen und sich ein bisschen für Kunst und Geschichte der italienischen Renaissance interessieren.

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