Brigitte Riebe: Palast der blauen Delphine

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Brigitte Riebe: Palast der blauen Delphine
Verlag
ET (D)
1994
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492222747

Informationen zum Buch

Seiten
493

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Es ist geweissagt worden, daß nur Asterios, der Sohn der als Göttin verehrten kretischen Königin Pasiphae und eines geheimnisvollen Stiertänzers, Kreta vor dem Untergang retten kann. So wird Asterios zum ersten männlichen Priester der Insel, doch die unglückselige Liebe zu Ariadne, seiner Halbschwester, stürzt ihn ins Unglück. Der Roman erzählt nicht zuletzt auch vom Ende einer Epoche: Die Bronzezeit weicht der Eisenzeit, das Matriarchat dem Patriarchat, und die Festlandgriechen erobern die Vormachtstellung im Mittelmeerraum, die Kreta so lange innehatte.

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Mir hat "Der Palast der blauen Delphine" sehr gut gefallen. Ich finde es sehr gekonnt, wie Brigitte Riebe hier einem Mythos menschliche Gesichter verleiht und eine spannende Geschichte daraus webt. Denn ehrlich gesagt, bin ich in der griechischen Mythologie nun nicht gerade die Bewandertste; deswegen hab ich mir zuvor auch die Geschichte um den Minotaurus und Theseus zu Gemüte geführt und mich gefragt, wie man aus diesem Stoff einen Roman machen kann, ohne dabei ins Phantastische abzugleiten. Umso überraschter war ich, dass Brigitte Riebe genau dies gelungen ist. Die mythischen, für mich kaum greifbaren Gestalten sind mit einem menschlichen Gesicht versehen worden und die mehr symbolhaft verschlüsselte Botschaft des Ausgangsmythos wird zu einer klar strukturierten Handlung.

Das Grundthema ist dabei der Kampf um die Ablösung des kretischen Matriarchats durch ein Patriarchat - ein spannender Stoff! Ich fand es überaus interessant zu verfolgen, wie sich eine Gesellschaft verhält, in der die Frauen die absolute Macht haben und die Männer vornehmlich eine passive Rolle einnehmen. Dass es hier zu Konflikten und revolutionären Ansätzen kommt, ist vorprogrammiert. Brigitte Riebe hat sich in ihrer typischen gründlichen, aber auch behutsamen Art an das Thema herangewagt und die Denkweise beider Parteien so herausgearbeitet, dass sich der Leser auch auf beide Seiten einlassen und ihre Beweggründe verstehen kann. Dazu dient vor allem die Hauptfigur Asterios, der eine Sonderstellung einnimmt, da er als Mann inmitten von Frauen gleichberechtigt ist und in seiner Priesterrolle sowohl eine männlichen als auch einen weiblichen Anteil repräsentiert. Eine wunderbarer Charakter, dessen Innenleben durch seine Stellung und auch durch eine unglückliche Liebe sehr vielschichtig gestaltet ist.

Die übrigen Figuren verkörpern sehr schön die Gesellschaftsschichten dieser damaligen Kultur und bieten Einblicke in das Gedankengut der Kreterinnen. Wunderbar bildhaft werden die Orte und Landschaften geschildert, die die Kulisse für den Roman bilden. Ein besonderer Augenmerk gilt den Palästen und Prachtbauten, in denen große Teile der Handlung stattfinden. Dass der Ausgang der Geschichte tragisch ist, ist wohl keine große Überraschung; aber trotz einiger niederschmetternder Szenen habe ich mit diesem Buch sehr wohl gefühlt und konnte richtig tief darin eintauchen. Eine echte Buchperle!

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Der Einstieg in diese Geschichte fiel mir nicht so leicht, wie bei anderen Büchern der Autorin. Vielleicht musste ich mich erst etwas auf diese für meine Verhältnisse sehr südlich gelegene Geschichte einstellen, auf Wärme und jugendliche Unbeschwertheit. Zudem haben mich anfangs die vielen Figuren verwirrt, auch wenn mir das Verzeichnis der Personen am Anfang des Buches sehr geholfen hat. Aber je mehr ich las, desto mehr faszinierte mich dieses Buch, in dem der bekannte Mythos um das kretische Labyrinth aus der Sicht der “Verlierer” erzählt wird.

Die Figuren wirken auf mich sehr menschlich mit ihren Stärken und Schwächen. Die Bandbreite der Charaktere war dabei sehr groß - es gab z.B. sympathische, machtgierige, geheimnisvolle, etwas nervende und auch wissbegierige Personen. Die vielschichtige Darstellung des Asterios hat mir sehr gefallen, ich hatte das Gefühl ihn wirklich zu kennen und bei seiner Entwicklung zu begleiten. Die Prüfungen fand ich dabei ebenso interessant wie seine seherischen Fähigkeiten, die Verbundenheit mit Merope und seine Freundschaft zu Ikaros. Dieser hat mich übrigens sehr berührt, seine Gespräche mit Asterios habe ich wirklich genossen. Auch wenn mir bei dem Namen natürlich klar war, dass ihm kein gutes Ende bevorsteht. Dummerweise habe ich ihn natürlich trotzdem sehr ins Herz geschlossen, ich scheine wirklich eine Schwäche für tragische Figuren zu entwickeln.

Die Landschaften, Orte, Personen und Ereignisse werden detailreich und ohne Hektik beschrieben. Angesichts dieser Zeit der Veränderung und der späteren Atmosphäre von Gefahr wirkt diese ruhige Erzählweise auf mich wie ein letztes Schwelgen in einer Kultur, die dem Untergang geweiht ist. Trotz der Zerstörung gelang es der Autorin aber, mich am Ende mit einem Gefühl von Hoffnung und Zuversicht zurückzulassen. Neben vielen anderen Emotionen, durch die ich noch länger in dieser wunderbaren Geschichte verweilen konnte...

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Als Kind habe ich sehr viele Bücher mit griechischen Sagen und Mythen verschlungen und war immer wieder begeistert davon. Wenn ich irgendwann einmal nach Kreta reisen sollte, dann weiß ich, das dieses Buch mit Sicherheit in mein Reisegepäck gehört oder im Vorfeld gelesen wird. Denn es stimmt herrlich auf dieses Land mit seinen unvergänglichen Mythen ein. Es macht die Geschichte des Landes lebendig, lässt Mythologien wahr werden. Was mir Schwierigkeiten bereitet hat, waren die vielen Namen der Gestalten, die in diesem Buch eine Rolle spielten. Eine Liebesgeschichte muss natürlich dabei sein – sie stört auch nicht weiter sondern lockert das ganze etwas auf.

Sprachlich gesehen ist es ein Buch was fesseln und mitreißen kann – längst nicht jedes Buch kann das – und so manche Schilderungen sind sehr ausdrucksvoll. Inwieweit die geschilderten Geschehnisse historisch korrekt sind mag ich nicht beurteilen – das sollen andere tun. Ich konnte einige Zeit in Kreta sein, konnte in die Geschichte eintauchen und wurde gut unterhalten. Was will ich mehr.

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