Pamela Hartshorne: Die Mitternachtsstunde

Pamela Hartshorne: Die Mitternachtsstunde

 
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Pamela Hartshorne: Die Mitternachtsstunde
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Memory of Midnight
ET (Original)
2013
ISBN-13
9783442479566

Informationen zum Buch

Seiten
480

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Sie musste sich verstecken.

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Handlungsort

Handlungsorte
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York 1561: Bei einem harmlosen Spiel mit ihrem Liebsten Tom fällt die junge Nell Appleby Toms älterem Bruder auf. Von da an wird der böswillige Ralph, der den beiden ihre Liebe missgönnt, Nell nicht mehr vergessen und alles dafür tun, um sie ganz für sich zu haben. Mehr als viereinhalb Jahrhunderte später zieht es die Historikerin Tess ins englische York. Zuflucht findet die junge Mutter mit ihrem kleinen Sohn im Haus eines Freundes, gelegen in der malerischen Altstadt. Doch zur Ruhe kommt Tess dort nicht. Immer öfter hat sie seltsame Träume, in denen sie in die elisabethanische Zeit und in das Leben einer anderen jungen Frau abtaucht: Nell. Je mehr Tess über Nells Schicksal erfährt, desto sicherer ist sie: Nur wenn sie Nells Geschichte entschlüsselt, kann auch sie selbst ihr Glück finden ...

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Zwei Zeitebenen und ein ordentlicher Schuss Übersinnlichtkeit

"Die Mitternachtsstunde" erzählt von zwei Frauen, die mehr miteinander gemeinsam haben, als es die Zeit, die zwischen ihnen liegt, vermuten lässt.

Nell Appleby wächst im 16. Jahrhundert in York, im Norden Englands, auf. Sie ist von klein an mit Tom, dem Sprössling einer angesehenen Familie, befreundet und beschließt schon früh, dass sie nur ihn einmal heiraten wird. Und auch Tom, der von seinem strengen Vater auf das europäische Festland geschickt wird, verspricht, dass er mit ihr zusammen sein will.
Mehr als 450 Jahre später hat sich Tess, eine junge Frau und Mutter, endlich von ihrem Mann Martin, der in der Ehe zu einem regelrechten Despoten wurde, getrennt und ist mit ihrem kleinen Sohn Oscar in ihr altes Heimatstädtchen York gezogen. Dort ist sie in der Wohnung eines alten Freundes und Mentors untergekommen, der für einige Zeit durch seine Lehrtätigkeit an einem anderen Ort wohnt. Doch kaum ist Tess in der Wohnung zur Ruhe gekommen, erlebt sie ungewöhnliche Dinge, hört seltsame Geräusche und hat immer öfter eine Art von Flashbacks, die sie in eine längst vergangene Zeit katapultieren...
Zum Anfang schiebt sie diese Momente auf den Stress in ihrer Beziehung und fürchtet, dass Martin ihren Aufenthaltsort ausfindig gemacht hat - zumal sie selbst von ihrer eigenen Mutter keine Unterstützung erfährt. Im Gegenteil, diese ist so geblendet vom Schein des bisherigen Schwiegersohnes, dass sie nicht begreifen will, was er ihrer Tochter angetan hat. Zum Glück gibt es noch Luke, Tess' ehemaligen Freund aus Jugendzeiten, dem sie zufällig begegnet und der Verständnis für sie zeigt. Und dann begreift Tess schließlich auch, dass sie das Leben einer anderen Frau erlebt. Das Leben von Nell...

Vor allem mit den Hauptfiguren Nell und Tess wurde ich sehr warm, aber auch Tom und Luke mochte ich gerne. Beide Frauen haben kein einfaches Leben, auch wenn sich die Zeichen der Zeit natürlich sehr verändert haben. Aber genau das ist der Autorin Pamela Hartshorne sehr gut gelungen: sowohl das Leben im 16. Jahrhundert als auch heute hat sie sehr gut eingefangen. Für mich waren die Figuren vielleicht einen Tick zu einfach gezeichnet, da sie kaum Schattierungen haben, sondern recht deutlich zu verorten sind, aber dennoch sind sie - erst einmal gut oder böse - authentisch und mit dem nötigem Tiefgang ausgestattet. Ebenso sind die Lebensumstände und Probleme der jeweiligen Zeit sind in meinen Augen realistisch geschildert. Nell ist viel mehr den Entscheidungen der "höher" angesiedelten Menschen ausgeliefert, während Tess vor allem zu kämpfen hat, weil sie erst einmal ziemlich alleine mit ihren Problemen dasteht und selbst ihre Mutter lieber dem Geltungsbedürfnis frönt als ihrer Tochter zur Seite zu stehen.

Doch das Sujet der Autorin ist - da kann man kaum darum herum reden - übernatürlicher Natur. So wenig klar mir das Genre hier selbst nach Beendigung der Lektüre ist, diese Tatsache sollte man vielleicht vorher kennen. Der Roman ist weder ein wirklich historischer, noch ein Zeitreiseroman - auch wenn Elemente enthalten sind und noch andere hinzukommen. Ohne ein verbindendes, übersinnliches Element wäre die Geschichte nicht halbwegs plausibel erzählbar...

So muss ich gestehen, dass ich mich - obwohl mir Esoterisches vollkommen abgeht - ziemlich gut unterhalten gefühlt habe. Auch wenn die Autorin ihre Figuren nicht gerade mit Samthandschuhen anfasst, haben mich vor allem die beiden Hauptfiguren, die Atmosphäre der Geschichte und die Schilderungen aus zwei schwierigen Frauenleben durchaus in ihren Bann gezogen. Über das recht offene Ende kann man vermutlich diskutieren, aber ich muss gestehen, dass ich nicht unzufrieden bin.

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Ein wunderschönes Buch mit Überraschungseffekt

Inhalt:

Als Tess sich von ihrem besitzergreifenden Mann Martin trennt, beschließt sie wieder in ihren Heimatort York zu ziehen. Als Historikerin arbeitet und lebt sie in der Wohnung ihres Universitätsprofessors. Schon bald merkt sie, dass die Wohnung eine eigenartige Atmosphäre hat. Auf ungewöhnliche Art und Weise findet sie heraus, dass in diesem Haus im 16. Jahrhundert Nell gelebt hat, die ihr ähnlicher ist als sie erst wahr haben will.

Meine Meinung:

Als ich zu lesen begonnen habe, war mir nicht ganz klar, auf welches Genre ich mich hier einlasse. Erwartet habe ich einen modernen Roman, der in Rückblicken Geschehnisse aus dem 16. Jahrhundert wiedergibt. Auch nach Beendigung des Buches kann ich den Roman nicht wirklich einem Genre zuordnen. Neben dem Leben von Tess in der heutigen Zeit erfahren wir auch viel über Nell und dem Leben im 16. Jahrhundert. Dazu kommt etwas, was ich nicht genau definieren kann. Man könnte es Übernatürliches nennen, oder es als eine Art Zeitreise bezeichnen. Aber ich möchte hier nicht zu viel verraten. Jedenfalls sollte man nicht erklärbaren Dingen gegenüber etwas aufgeschlossen sein. Im Groben kann man sagen, dass das Buch von Liebe und dem Weg zur wahren Liebe handelt, aber leider beinhaltet dies auch oft Schmerz, Trennung, Gewalt und ähnliches.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich konnte mich sehr schnell in die Charaktere hineinfühlen, sowohl Tess als auch Nell waren mir von Anfang an sympathisch. Aber auch alle anderen Charaktere in der Gegenwart und Vergangenheit werden sehr gut und authentisch dargestellt. Zu den historischen Details kann ich nicht viel sagen, da ich mich da leider nicht auskenne. Aber zumindest erschien alles plausibel.

Ich war sofort in der Geschichte gefangen und konnte mir jede Szene bildlich vorstellen, weil alles derart gut beschrieben wird - allerdings ohne dass langweilige Beschreibungen vorkommen würden. Das bedeutet aber auch, dass etwas grausamere Szenen, die durchaus vorkommen, auch sehr detailliert geschildert werden. Das ist vielleicht nichts für schwache Nerven, mich hat es nicht gestört.

Für das Ende muss ich einen halben Punkt abziehen, da für mich nicht alle Fragen geklärt wurden.

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Zwei Frauen, zwei Jahrhunderte und ein Schicksal das verbindet

Tess hat es endlich geschafft sich von ihrem kontrollsüchtigen und tyrannischen Ehemann zu trennen und ist mit ihrem kleinen Sohn Oscar nach York in die Wohnung eines Freundes gezogen. Jedoch schon kurz nach dem Umzug hat Tess seltsame Erlebnisse und immer wieder Blackouts, in denen sie sich als Nell in York im 16. Jahrhundert wiederfindet und Nell's Lebensgeschichte miterlebt.
Tess ist von diesen Blackouts zuerst geängstigt, dann immer mehr verwirrt und ahnt dabei gar nicht, wie eng ihre und Nell's Lebensgeschichte miteinander verbunden sind.

Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Zum einen kann man als Leser Tess in der Gegenwart begleiten und mit ihr mitfiebern, dass sie endlich aus ihrer zermürbenden Ehe entkommt. Zum anderen verfolgt man Nell in der Vergangenheit und erlebt ihre tragische Lebensgeschichte, die doch so positiv beginnt.

Von den Charakteren war mir dabei Nell sogar noch sympathischer als Tess, da sie niemals aufgibt und ihr dann doch sehr hartes Los immer noch tapfer und mit Blick nach vorne erträgt. Tess braucht das gesamte Buch, um endlich ihre Ängste und Dämonen zu überwinden und auch mit Hilfe von Nell sich aus ihrem Schneckenhaus hinaus zu entwickeln. Etwas schade ist, dass die Charaktere relativ stark schwarz-weiß gezeichnet werden und die Bösen wirklich böse sind, während die Guten wirklich gut sind.

Spannend ist die etwas esoterische Auslegung, die die Autorin in das Buch verpackt hat und die bis zum Ende nicht genau geklärt wird. Ich habe vieles hinein interpretiert und für mich gab das einen schlüssigen Ausgang, jedoch wird tatsächlich gerade am Ende einiges offen gelassen.

Das Ende insgesamt war ganz schön brutal und obwohl ich mich schon während des Lesens auf Schlimmes gefasst gemacht hatte, war ich dann doch nicht auf diese furchtbaren Szenen vorbereitet. Die Autorin geht wirklich nicht zimperlich mit ihren Figuren um und als Leser muss man sich schon auf einiges gefasst machen.

Alles in allem habe ich das Buch aber regelrecht verschlungen und war sehr schnell in seinen Bann gezogen. Auch wenn es mit wirklich heftigen Szenen aufwartet und mir doch auch schlaflose Nächte beschert hat, habe ich es sehr gerne gelesen und und konnte mich seiner Sogwirkung nicht entziehen.

Dafür vergebe ich vier Sterne.

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Zwei Frauen über Jahrhunderte vereint...

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Roman aus der Feder der Autorin, jedoch um den ersten, den ich von ihr gelesen habe.

In der Geschichte geht es um zwei starke Frauen, die ihren Mann stehen müssen. Während Magd Nell dies im York des 16. Jahrhunderts tut, ist Tess in der Gegenwart dabei ihr Leben neu aufzubauen. Nach der Trennung von ihrem Mann Martin versucht Tess neu Fuß zu fassen, doch Martin lässt sie einfach nicht. Doch nicht nur das, wird sie auch von unheimlichen Träumen heimgesucht, die die Historikerin in das Leben von Nell eintauchen lassen. Wird es den Frauen gelingen den Fängen der Männer zu entkommen?

Die Ereignisse spielen auf zwei Zeitebenen, die dicht miteinander verwoben sind. Durch die Geschehnisse führt uns ein beobachtender Erzähler.

Gleich zu Beginn bekommt der Leser eine Karte von York gereicht, was für eine bessere Übersicht sorgt.

Die Handlung um Tess nimmt einen größeren Raum ein, tut dem Unterhaltungswert des Romans aber keinen Abbruch. Beide Frauen haben ihre Schicksalspäckchen zu tragen und gehen recht unterschiedlich damit um. In Tess konnte ich mich mehr einfühlen, weil ich mich ihr einfach näher fühlte. Ansonsten sind die Charaktere durchweg gut gezeichnet, so dass man sich ein gutes Bild von ihnen machen konnte.

Leider nicht so gut gefallen hat mir, dass die Verbindung zwischen den Frauen auf eine Art Reinkarnation beruht, etwas an das ich einfach nicht glauben kann. Ich bin wirklich ein Fan von Zeitreisen, aber mit Wiedergeburt und Co habe ich dann doch so meine Probleme, dafür bin ich dann doch zu sehr Realist.

Während mir der Start der Geschichte noch unheimlich gut gefiel, nimmt das Thema "Reinkarnation" einen immer größeren Raum ein, was mir weniger gefiel. Zudem glaubte ich einen historisch angehauchten Roman in den Händen zu halten, doch dem war nur teilweise so.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen und konnte mich wirklich sehr fesseln. Mit ihrer bildhaften Sprache gelang er ihr mir ein detailliertes Bild von Tess und Co vor Augen zu zaubern.

Das Ende des Buches war ein absoluter Showdown, der mich teilweise ein wenig geschockt hat, denn das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Leider wird am Schluss nicht geklärt, wo die Verbindung zwischen den beiden Frauen genau bestand, hier ist der Leser also selbst gefordert.

Fazit: Für Reinkarnationsfans ein absolutes Must- Read würde ich mal sagen, für alle anderen ein solider Unterhaltungsroman. Ich empfehle ihn bedingt weiter!

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