Petra Durst-Benning: Bella Clara

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Petra Durst-Benning: Bella Clara
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783471350591

Informationen zum Buch

Seiten
560

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Luft in dem Berliner Gerichtssaal war zum Schneiden dick.

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Handlungsort

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Clara Gropius kann die Herrschsucht ihres Mannes nicht mehr ertragen und lässt sich scheiden. Sie verliert alles, vor allem das Sorgerecht für ihre Kinder. Mittellos versucht sie, an ihre Ausbildung in der Apotheke ihrer Eltern anzuknüpfen. Doch als geschiedene Frau ist sie ein Skandal. Niemand will sie einstellen, sie wird wie eine Ausgestoßene behandelt. Nur ihre Freundinnen Josephine und Isabelle stehen ihr bei. Und tapfer hält Clara an ihren Träumen fest, sie zieht an den Bodensee und baut sich dort ein neues Leben auf. Mit einer selbstgemachten Creme beginnt es, ihre Schönheitsrezepte finden großen Anklang, schließlich revolutioniert Claras Naturkosmetik die Gewohnheiten ihrer Kundinnen. Aber zu keinem Zeitpunkt trösten Erfolg, Ruhm und die Aufmerksamkeit der Männer sie über den großen Verlust in ihrem Leben hinweg: Clara sehnt sich nach ihren Kindern.

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Clara und ihre Freundinnen

1906, Bella Clara ist der dritte Band der Jahrhundertwindtrilogie und diesmal steht Clara im Mittelpunkt. Sie kann endlich aus ihrer ungeliebten Ehe mit Gerhard Gropius ausbrechen. Leider verliert sie mit ihrer Scheidung auch die Kinder, sie werden ihrem Mann zugesprochen. Das Erbe ihrer Eltern ist ebenfalls verloren und so steht sie zunächst mittellos da. Doch dann hat die Freundin Josefine die Idee, Clara könnte an den Bodensee zu einer weiteren Freundin ziehen. (Lilo hat ein gut gehendes Hotel und kann Clara helfen.) Für Clara beginnt ein ganz neues Leben.

Der Erzählstil von Petra Durst-Benning ist leicht und flüssig zu lesen und so fliegen die Seiten nur so dahin. In diesem dritten Teil ist nun Clara die Hauptfigur, sie muss jetzt ihr Leben selbst in die Hand nehmen und stellt sich den Herausforderungen. Auch wenn dies hier der dritte Band ist, man könnte die Bücher auch durchaus einzeln lesen, denn jede Erfolgsgeschichte ist in sich abgeschlossen. Die Autorin hat ihren Charakter der Clara hier weiter ausgearbeitet und sie zu einer Frau werden lassen, die ihr Leben meistern kann. Auch wenn die Schicksale dieser Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts schon etwas ungewöhnlich sind, so sind sie doch wunderbar zu lesen. Gleichzeitig erfährt der Leser so einiges über das Recht der Frau zu dieser Zeit. Eine Scheidung war eben damals nicht alltäglich und Clara bekommt deutlich zu spüren, was die Menschen in ihrer Umgebung davon hielten. Der Prozess zu beginn liest sich wie ein Strafverfahren eines schweren Verbrechens.

Das Hauptaugenmerk von Clara liegt auf der Schönheitspflege der Frauen. Durch sie erfährt der Leser so einiges zu diesem Thema und vor allem darüber, wie schwer es in dieser Zeit gerade für Frauen war, vor allem wenn sie allein und unverheiratet waren. Die Autorin hat mit ihren Protagonisten glaubwürdige Charaktere geschaffen, die von dem Schicksal der Frauen erzählen. Es fällt leicht, mit Clara zu gehen. Auch wenn es einiges gab, was ihr vielleicht ein wenig zu leicht von der Hand ging, für Clara gab es immer eine Lösung und auch Hilfe. Ihre Freundinnen standen ihr zur Seite und waren für sie da. Die Gefühlswelt Claras ist deutlich spürbar, ihre Not, weil sie die Kinder nicht mehr sehen kann, ihre Ängste, weil ihr Geschäftsvorhaben vielleicht nicht klappen könnte, aber vor allem auch ihr starker Wille der dafür sorgt, dass sie vorwärtskommt. Alles zusammen macht die Geschichte zu einem Lesevergnügen. Nicht zuletzt aber auch die Freundschaft der Frauen macht diese Bücher so liebenswert. Diese Freundschaft zeigt, was Freundschaft alles schaffen kann und wie wichtig sie sind, damals wie heute.

Ein kleines Nachwort klärt noch kurz wo die Idee zu diesem Buch herstammt. Es zeigt auch auf, dass es sehr wohl Frauen gab, die so handelten wie Clara in ihrer Geschichte oder es zu mindestens getan haben könnten. Es macht einfach Spaß, die Geschichten der Jahrhundertwindtrilogie zu lesen.

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Ein Neubeginn am Bodensee

Clara Cropius griff zu einem ungewöhnlichen Mittel damit sie von ihrem Mann geschieden wurde. Sie täuschte einen mehrfachen Seitensprung vor, und ließ sich mit dem Schauspieler, den sie dafür engagiert hatte von ihrem Mann in Gegenwart eines wichtigen Mannes erwischen. Doch sie hatte sich die Scheidung anders vorgestellt…
Dass Clara zu einem solchen Mittel greifen musste, um praktisch eine Scheidung von ihrem Mann Gerhard zu erzwingen, hat mich erschüttert. Damals konnte nur ein Mann die Scheidung einreichen, von Claras Willen dazu hätte er keine Notiz genommen. Doch sie konnte mit dem Mann der sie bei jeder Gelegenheit schlug, nicht mehr zusammenleben.
Allein und jedes Pfennigs beraubt reiste sie letztendlich zu einer Freundin an den Bodensee. In Meersburg baute sie sich eine neue Existenz auf. Mit Seifen, Salben und Cremes für die Schönheit der Frau begann sie im kleinen Stil. Doch das Geschäft wurde immer größer. Zunächst – zumindest in ihren Augen – selbstlos, half ihr Stefano, der eigentlich Roberto hieß…
Am schlimmsten war es für Clara von Anfang an, dass sie ihre Kinder nicht mehr sehen durfte. Obwohl Sophie ihr zugesprochen worden war, wollte das Mädchen beim Vater bleiben, der sie mit einigen Sachen geködert hatte…
Dass Clara zu einem solchen Mittel greifen musste, um praktisch eine Scheidung von ihrem Mann Gerhard zu erzwingen, hat mich erschüttert. Damals konnte nur ein Mann die Scheidung einreichen, von Claras Willen dazu hätte er keine Notiz genommen. Doch sie konnte mit dem Mann der sie bei jeder Gelegenheit schlug, nicht mehr zusammenleben.
Wieso war Clara nach der Scheidung mittellos, hatte sie doch die Apotheke von Ihren Eltern geerbt? Zum Glück hatte sie Freundinnen, sie sie nicht im Stich ließen. Und was war das mit Roberto, der sich plötzlich Stefano nannte, war er ein Betrüger? Womit hatte der Vater Sophie geködert, damit sie bei ihm blieb? Alle diese Fragen werden in diesem Hörbuch beantwortet.
Dies ist der dritte Band der Jahrhundertwind-Trilogie von Petra Durst Benning. Schon nach der Leseprobe wusste ich, dass ich dieses Buch haben wollte, denn sie war sehr vielversprechend. Und es hat mich nicht enttäuscht. Es fing spannend an, und es ging spannend weiter. Der Schreibstil Petra Durst-Bennings hat mir wieder sehr zugesagt, denn er ist wunderbar unkompliziert. In der Geschichte war ich schnell drin, auch wenn es schon lange her ist, dass ich die Champagnerkönigin, den zweiten Band der Trilogie gelesen habe. Wie schon bei diesem Buch habe ich auch hier festgestellt, dass man die Bücher sehr gut unabhängig voneinander lesen kann. Auch konnte ich mich in die Protagonisten sehr gut hineinversetzen. Ich litt mit Clara wegen des Verlustes ihrer Kinder, und ich freute mich wenn es ihr gutging. An Stefano hatte ich von Anfang an meine Zweifel. Er war mir suspekt. Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen und bekommt von mir fünf Sterne.

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Claras Aufstieg in die Schönheitswelt

Berlin 1906. Clara Gropius weiß keinen anderen Ausweg, ihrem gewalttätigen Ehemann Dr. Gerhard Gropius und einer lieblosen Ehe zu entkommen, als einen mehrfachen Seitensprung vorzutäuschen, um endlich geschieden zu werden. Aber die Scheidung wird ein Alptraum für Clara, denn sie verliert nicht nur die von ihren Eltern geerbte Apotheke, sondern auch das Sorgerecht für ihren Sohn. Obwohl ihre Tochter ihr zugestanden wird, verhindert ihr Exmann Gerhard dies und verbietet ihr jeden Kontakt. Clara ist auf einmal mittellos und bekommt in Berlin kein Bein mehr an die Erde, doch wenigstens ihre Freundinnen Josefine und Isabella geben ihr den nötigen Halt in dieser schweren Zeit. Clara verlässt Berlin, um in Meersburg am Bodensee ein neues Leben zu beginnen. Sie findet eine Anstellung in einer Apotheke und gewinnt schnell Ansehen und das Vertrauen ihrer Kunden. Nebenher beginnt sie mit der Herstellung von Cremes und Schönheitsmitteln, die ihr rasch den erhofften Erfolg bringen und ihr die Möglichkeit geben, damit ein Unternehmen aufzubauen. Auch die Liebe zieht wieder in Claras Leben ein, denn sie findet in dem Italiener Stefano einen liebevollen Partner und zweiten Ehemann. Doch leider kommt doch alles ganz anders, als gedacht…
Petra Durst-Benning hat mit ihrem Roman „Bella Clara“ den dritten Band ihrer historischen Jahrhundertwind-Trilogie vorgelegt. Der Schreibstil ist herrlich flüssig und nimmt den Leser ab der ersten Seite mit in eine vergangene Zeit. Die Landschaftsbeschreibungen waren wieder wunderbar bildhaft und farbenfroh geschildert, so dass man sich alles vor dem inneren Auge lebhaft vorstellen konnte. Die Autorin hat wieder hervorragend recherchiert und spickt ihre Geschichte mit den Details über die damaligen technischen Entwicklungen, die einem einmal mehr vor Augen halten, wie aufregend die vergangene Zeit war und wie selbstverständlich wir diese Errungenschaften heutzutage nutzen ohne darüber nachzudenken, dass sie damals eine Revolution darstellten. Die Spannung wird sehr schnell aufgebaut, schon der Scheidungsprozess war Höhepunkt zu Beginn, und zieht sich wie ein Faden durch das ganze Buch. Die Charaktere sind sehr detailliert und liebevoll skizziert, dabei bleiben sie authentisch und lebensecht. Clara ist eine mutige Frau, die sich den Herausforderungen stellt und sich aus einer unliebsamen und gewalttätigen Ehe befreit mit der einzigen Möglichkeit, die ihr die Freiheit verspricht. Die Folgen waren für sie verheerend und nicht absehbar, doch sie verlor dabei nicht ihren Mut, noch einmal etwas Neues zu wagen und sich ihr Leben nach ihren Vorstellungen einzurichten. Die nötige Unterstützung bekommt sie durch ihre wunderbaren Freundinnen Isabelle und Josephine, die sie in ihren Vorstellungen und Träumen bestärken. Der Roman macht einmal mehr deutlich, wie sehr Frauen damals für ihr Recht kämpfen mussten, um nicht nur als schmückendes Beiwerk eines Mannes zu gelten, sondern ihre eigene Meinung zu haben und auch ihre Träume zu verwirklichen.
Petra Durst-Benning ist mit „Bella Clara“ ein weiteres Kleinod gelungen und ein würdiger Abschluss ihrer Jahrhundertwind-Trilogie nach „Solang die Welt noch schläft“ und „Die Champagnerkönigin“. „Bella Clara“ ist ein absolutes Muss für jeden Liebhaber ausgezeichnet recherchierter historischer Romane und Bücher über starke und mutige Frauen, die sich dem Leben stellen. Eine absolute Leseempfehlung!

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Eine Frau geht ihren Weg

Berlin im Jahr 1906: Clara Gropius, die mit einem angesehenen Arzt verheiratet ist, wird von ihrem Mann seit Anfang ihrer Ehe geschlagen und gedemütigt. Eine Scheidung ist nur möglich, wenn der Mann sie will, also inszeniert Clara einen Seitensprung, bei dem sie von ihrem Mann überrascht wird. Die Rechnung geht auf: ihr Mann reicht die Scheidung ein. Leider trifft sie auf einen harten Richter, der ihrem Mann nicht nur Claras Erbe, sondern auch den Sohn zuspricht. Die Tochter darf laut Urteil bei Clara bleiben, aber der Vater schafft es mit Tricks, dass auch das Mädchen bei ihm bleibt.

Clara bleibt nichts, keine Kinder, kein Geld, keine Arbeit - dafür aber zwei gute Freundinnen, Josefine und Isabelle. Da Clara in Berlin durch die Berichterstattung in der Zeitung zur persona non grata geworden ist, zieht sie zu einer Freundin von Josefine nach Meersburg am Bodensee. Lilo ist auch geschieden und hat ihr Leben selbst in die Hand genommen, daher versteht sie es, Clara zu motivieren, dasselbe zu tun.

Clara hat von ihrem Vater, einem Apotheker, in ihrer Jugend viel über die Herstellung von Seifen und anderen Kosmetika gelernt. Dieses Wissen wendet sie nun an und macht sich schnell mit einem kleinen Laden in Meersburg selbstständig. Sie weiß, dass Kosmetik nicht nur gut für die Haut, sondern auch für die Seele der Frauen ist, und mit dieser für ihre Zeit ungewöhnlichen Verkaufspsychologie, zusammen mit ihren guten Produkten, macht sie sich schnell einen Namen und hofft, dass sie, sobald sie etwas Geld und einen guten Ruf als Geschäftsfrau hat, auch ihre Kinder wiedersehen wird…

Die ersten Kapitel haben mich oft sehr betroffen gemacht: wie Clara von dem Scheidungsrichter und später von der ganzen Gesellschaft behandelt wird, ist heute einfach nicht mehr nachvollziehbar. Die Autorin versteht es sehr gut, dem Leser Claras Schicksal nahezubringen und zu zeigen, wie wichtig ihre Freundinnen in dieser Situation sind.

Auch Claras Ankunft in Meersburg und ihre Anfangszeit dort sind so schön beschrieben, dass ich am liebsten sofort hinfahren wollte, um alles mit eigenen Augen zu sehen, und ich fand es sehr interessant, wie Clara dazu kam, wieder mit der Seifen- und Kosmetikherstellung zu beginnen und ihr kleines Geschäft zu eröffnen. Doch danach ging mir plötzlich alles etwas zu schnell. Anhand der Zeitangaben über den einzelnen Kapiteln habe ich versucht, den Verlauf von Claras Karriere nachzuvollziehen, aber es war fast unmöglich. Sobald Clara ihr Geschäft eröffnet hatte, gefiel mir das Buch nicht mehr so gut wie vorher. Alles schien sehr überstürzt und unglaubwürdig.

Natürlich treten auch wieder Männer in Claras Leben und natürlich entscheidet sie sich wieder für den falschen und merkt es zu spät. Aber in dem Fall ist die Geschichte einfach zu konstruiert und man weiß genau, wie es enden wird und dass es am Ende ein Happy End geben wird.

Petra Durst-Benning ist eine routinierte Autorin. Sie schreibt gut und weiß, was ihre Leserinnen möchten, daher ist "Bella Clara" ein gut zu lesender, unterhaltsamer Roman, wie alle Bücher der Autorin. Die erste Hälfte des Buches hat mich auch berührt und mitgerissen, aber in der zweiten Hälfte wurde es mir zu seicht und zu vorhersehbar.

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