Robert Harris: Pompeji

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Robert Harris: Pompeji
Verlag
ET (D)
2004
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Pompeii
ET (Original)
2003
ISBN-13
9783453877481

Informationen zum Buch

Seiten
340

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Sie verließen den Aquädukt zwei Stunden vor Sonnenaufgang und erklommen bei Mondschein die Berge oberhalb des Hafens - sechs Männer, einer hinter dem anderen, mit dem Wasserbaumeister an der Spitze.

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Im Sommer des Jahres 79 kommen wie eh und je die Reichen und Schönen aus Rom an den Golf von Neapel, um in ihren Villen am Meer Feste zu feiern und Intrigen zu spinnen. Doch dann bebt die Erde und der mächte Aquädukt Aqua Augusta, der das Wasser von den Hängen des Vesuv zu den Küstenstädten führt, versiegt. Die Vorboten einer ungeheuren Katastrophe legen sich wie ein Schatten über die Idylle. Attilius, aus Rom entsandter neuer Wasserbaumeister, muss die Augusta reparieren. Die Zeit drängt. Wasser bedeutet nicht nur Leben, sondern für den skrupellosen Ampliatus vor allem Geld und Macht. Ausgerechnet dessen Tochter Corelia deckt eine Verschwörung auf und bitte Attilius um Hilfe. Die beiden werden eingeschüchtert und bedroht, aber die wahre Bedrohung können sie sich so wenig ausmalen wie Millionen andere Küstenbewohner. Attilius eilt nach Pompeji, einer Apokalypse entgegen.

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79 n.Chr.: Der junge Römer Marcus Attilius wird als "Aquarius", als Verantwortlicher für Bau und Instandhaltung der Wasserversorgung, nach Süditalien entsandt, nachdem sein Amtsvorgänger spurlos verschwunden ist. Seine Untergebenen begegnen ihm größtenteils feindselig, es dauert ein wenig, bis er sich durchsetzen kann.

Er begegnet den Reichen und Mächtigen aus Pompeji und den umliegenden Städten, verliebt sich in Corelia, die Tochter eines freigelassenen Sklaven, der zu großem Reichtum aufgestiegen ist - und deckt mit ihrer Hilfe eine Verschwörung auf.

Währenddessen rumort der Vesuv ... wir wissen natürlich warum, er wird ausbrechen und Pompeji und Herculaneum zerstören.

"Vaterland" von Harris fand ich ziemlich genial, doch dieses hier war maximal Mittelmaß. Attilius ist ein sympathischer Protagonist, und die Einblicke in das für damalige Zeit hochentwickelte Wasserversorgungssystem sowie die Begegnung mit echten historischen Figuren wie Plinius gefielen mir gut.

Die Verschwörung dagegen war eher halbherzig gezeichnet, und der Grund für das Verschwinden des Exomnius, Attilius' Vorgänger, hat mich nicht sonderlich überzeugt.

Die Schilderung des Vulkanausbruchs fand ich ganz okay, aber auch nicht so packend, wie sie hätte sein können.

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Der Bau der Aquädukte, mit denen die römischen Metropolen mit Frischwasser versorgt wurden, war eine der großen architektonischen und kulturellen Leistungen des Römischen Reiches. Wasserbaumeister waren hochangesehene Leute und unverzichtbar für den römischen Lebensstil mit seinen Brunnen, öffentlichen Bädern und Kanalisationen.

In dieser Tradition steht auch der junge Attilius, schon seine Vorväter hatten sich seit mehreren Generationen als Wasserbaumeister einen Namen gemacht. Sein erster großer Posten führt ihn nach Misenum, in die Gegend rund um den Vesuv, und zur Aufsicht der “Aqua Augusta” - dem Aquädukt, das Pompeji und die Nachbarstädte an der ansonsten knochentrockenen Küste versorgt.

Da sein Vorgänger spurlos verschwunden ist, hat er nicht viel Zeit, um sich einzugewöhnen; eine lange Trockenheit macht der Region ohnehin zu schaffen, und als wenige Tage nach seiner Ankunft die lebenswichtige Wasserleitung beschädigt wird und in Misenum das Wasser ausbleibt, muss er schnell handeln. In der Folge hat er sich mit unwilligen Untergebenen, unkooperativen Patriziern und einer Bevölkerung kurz vor dem Aufruhr herumzuschlagen. Einige der Männer auf deren Hilfe er angewiesen ist agieren allerdings besonders merkwürdig und wecken so seinen Argwohn - vor allem der ehemalige Sklave Ampliatus, dessen sagenhafter Reichtum ihm ganze Städte gefügig macht und der zur Vermehrung seines Ruhms und seines Reichtums scheinbar auch über Leichen geht.

Neben all diesen Vorgängen, die auf Korruption und Betrug in höchsten Kreisen hinweisen, gibt es aber auch Besorgnis erregende Zeichen der Natur, die auf eine bevorstehende Katastrophe zu deuten scheinen. Tiere verhalten sich ungewöhnlich, geheimnisvolle Sichtungen versetzen die Menschen in Angst und Schrecken, und die Herkunft des Schwefels, der das Wasser vergiftet, ist ebenfalls ungeklärt. Attilius muss all diesen Spuren nachgehen, um den Lösungen zu so einigen Rätseln auf die Spur zu kommen - und um letztendlich sich selbst und eine ganz besondere junge Frau zu retten…

Dieser Roman hat eine Eigenschaft, die gleichzeitig Stärke und Schwäche ist: Man weiß von Anfang an, welche Katastrophe am Ende wartet. Der Ausbruch des Vesuv und die Zerstörung Pompejis ist dank der archäologischen Befunde so gut belegt, dass sie einen wohlbekannten und interessanten Hintergrund für eine spannende Handlung abgibt. Statt mühsam auf ein actionreiches Schreckensszenario hinzuarbeiten, hat der Autor so die Möglichkeit, sich ganz auf die menschlichen Schicksale, Intrigen und Beziehungsgeschichten zu konzentrieren, die sich vor dieser Bedrohung abspielen. Genau das hat Harris versucht - gelungen ist es ihm allerdings nur mit Abstrichen.

Die Charaktere sind plastisch und interessant beschrieben, Figuren wie Attilius (aus dessen Perspektive auch berichtet wird), Ampliatus, Corelia oder Plinius erscheinen lebendig und realistisch. Das Intrigenspiel um einen verschwundenen Beamten, Bestechung und Machtmissbrauch ist in sich schlüssig und wird langsam vor dem Leser enthüllt. Allerdings schafft Harris es nicht, die Spannungskurve bis zum Ende zu halten; in dem Maße, in dem die Natur (bekanntermaßen) die Oberhand gewinnt und die Figuren nur noch reagieren, statt zu agieren, lässt die Motivation zum Weiterlesen nach. Gegen Ende wartet man nur noch auf einige ohnehin vorhersagbare Auflösungen; die Guten kommen davon, die Bösen gehen im Ascheregen unter.

Insgesamt solide Lesekost für Liebhaber nicht ganz so epischer historischer Romane, schnörkellos und schnell weggelesen - allerdings auch kaum lange in Erinnerung bleibend.

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Bereits im Jahre 62 kündigte sich mit einem heftigen Erdbeben die spätere Katastrophe an, doch Pompeji, das fast zerstört war, wurde langsam wieder aufgebaut. 17 Jahre später vollendete die Natur das, was sie vorher begonnen hatte: Der 9 km von Pompeji entfernt liegende Berg "Vesuv" spuckte gegen 10.00 Uhr Bimssteine, Phosphordämpfe und Felsbrocken aus, Erdstöße erschütterten die Stadt, Dächer stürzten ein und schließlich ergoss sich Lava talwärts. Zahllose Menschen starben einen Sekundentod und die Lava, die sich über sie ergoss, ließ sie für die Nachwelt erstarren. Heute ist Pompeji eine Touristenattraktion.

Robert Harris beschreibt die letzten drei Tage einer sterbenden Stadt. Das erste Anzeichen für die nahende Katastrophe zeigt sich in einem Bruch der Auqa Augusta, dem Aquädukt, das mehrere umliegende Städte mit Wasser versorgt. Als das Wasser versiegt, macht sich der Wasserbaumeister Attilus auf den Weg, den Schaden zu reparieren. Dabei kommt er dem Freigelassenen Ampliatus in die Quere, der den ehrlichen Aquarius vergeblich zu bestechen versucht. Doch die Bruchstelle ist in der Nähe des "Vesuv" - und die Reparatur gefährlich.

Robert Harris erwähnte in einem Interview, dass "Pompeji" nicht nur eine Geschichte über den Untergang Pompejis sei, sondern auch "eine Erinnerung an die Verletzbarkeit von Großmächten". Luxus wohin man blickt und kein Gedanke an die Zukunft. Doch plötzlich kann die heile Welt in sich zusammenbrechen. Ich muss zugeben, dass ich keine Parallelen zwischen der Supermacht USA und dem Römischen Reich erkennen konnte - zumindest so lange nicht, wie ich anhand des Interviews mit der Nase darauf gstoßen wurde. Der Autor wollte diese Botschaft vielleicht vermitteln - erfolglos.

Bei "Pompeji" handelt es sich nur um einen mäßig spannenden historischen Roman, der zu sehr an die heutige Sprache angepasst wurde, um einigermaßen authentisch zuwirken. Ausdrücke wie "Titten" und "ein guter Fick", sowie die obszöne Geste des ausgestreckten Mittelfingers hemmen im Lesefluss und haben meiner Meinung nach nicht mal etwas im "Mund" der Bösewichte eines historischen Romanes zu suchen.

Der Ausbruch des Vesuv wird allerdings sehr eindringlich und greifbar beschrieben. Auch die Recherche ansich scheint von Harris ordentlich durchgeführt worden zu sein - was diese Naturgewalten betrifft. Insgesamt also ein Buch, mit dem man gerne ein bis zwei Tage verbringen kann, das man aber nicht unbedingt gelesen haben muss.

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Der Untergang einer dekadenten Gesellschaft - Pompeji

Historische Begebenheiten faszinieren seit jeher und wecken die kindliche Neugier in uns Nachkommen. Die Faszination nimmt zu, je einschneidender das Ereignis auf die Existenz der damals Lebenden ist. Der Untergang der Titanic und kürzlich der Kampf um Troja zeigen: Untergangsgeschichten haben großes Publikum. So liegt das Anfang 2004 erschienene Buch von Robert Harris “Pompeji” genau im Zeitgeist.

Die letzten Augusttage des Jahres 79 n.Chr. brechen an. Es ist heiß, und nur das Wasser in den öffentlichen Bädern lindert die quälende Hitze. Attilius, der neue Wasserbaumeister des Aquädukts Aqua Augusta kommt aus Rom nach Misenum an den Golf von Neapel, um die Nachfolge des verschwundenen Exomnius anzutreten. Das Unheil kündigt sich an. Zahlreiche Brunnen und Bäder verströmen einen penetranten, für Fische tödlichen Schwefelgestank. Nur wenige Stunden später kommt die Nachricht, dass in zahlreichen Städten rund um den Vesuv das Wasser nicht mehr fließt. Wasser bedeutet Leben und vor allem Macht. Wasser ist Ausdruck der Zivilisation im Römischen Reich, denn nur dieses verfügt zu jener Zeit über derart ausgeklügelte Systeme der Wasserversorgung und der Bäderkultur.

Attilius bricht auf, um die undichte Stelle in der Aqua Augusta zu finden. In Pompeji trifft er Ampliatus, einen ehemaligen Sklaven, der durch illegalen Immobilienhandel reich geworden ist und sein Vermögen mit privaten Bädern (und Wasser!) mehren will. Ampliatus bietet Attilius an, zusammenzuarbeiten und das öffentlich zugängliche Wasser der Aqua Augusta zu Geld zu machen. Attilius lehnt ab und wird so zum Feind nicht nur von Ampliatus, sondern auch habgieriger Politiker in Pompeji, die die lebensbedrohende Gefahr, die vom Vesuv ausgeht, nicht wahrhaben wollen.

Das Buch “Pompeji” schildert die Suche Attilius und seiner Helfer nach dem Leck im Aquädukt. Vor allem befasst sich der Roman aber mit dem sündigen, leichtlebigen Pompeji mit seinen Bordellen, Sex-Orgien und selbstredend der heraufziehenden Katastrophe. Der Vulkan bricht aus und unter Steinhagel und Lava wird Pompeji verschüttet.

Der Bestsellerautor Harris zeigt in knappen Worten die Dekadenz der pompejanischen Gesellschaft und die blühende Korruption auf. Holzschnittartig schildert Harris die Charaktere der Figuren, überlässt dem Leser und seiner Phantasie die Feinzeichnung. Die Hauptfiguren sind neben Attilius und Ampliatus, dessen Tochter Corelia, die ihr Herz für Attilius entdeckt, Corax, der Widersacher und Intrigant und Plinius, der Universalgelehrte, der noch in seinem Untergang die Details des Vulkanausbruchs akademisch analysiert.

Der britische Autor ist ein guter Handwerker, er webt in den Anfang der Kapitel Zitate aus Werken der Vulkan-Forschung ein und hat sorgfältig historische Details in seinen Roman aufgenommen. Einen Großteil der Faszination bezieht das Buch jedoch aus der heraufziehenden Apokalypse, dem Wissen um das Schicksal von 20.000 Menschen. Für uns ist der Ausbruch des Vesuvs ein Glücksfall, da wir durch die von Stein umgebenen Körper und Häuser heute wissen, wie die Pompejaner lebten und - starben.

Es ist ein runder, lockerer Roman geworden, in seiner Sprache einfach und zugänglich. Wer “Pompeji” liest, muss jedoch auf eine großartige literarische Leistung verzichten, darum ging es Harris wohl auch nicht. Eine gute Lektüre ist das Buch trotzdem allemal durch die spannende Geschichte um Korruption und die historisch korrekten Details aus dem Leben der Pompejaner. “Pompeji” ist absolut urlaubs- und wochenendgeeignet.

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