Rebecca Maly: Die Schwestern vom Eisfluss

Rebecca Maly: Die Schwestern vom Eisfluss

 
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Rebecca Maly: Die Schwestern vom Eisfluss
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783499272547

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Der Rhythmus war tief und regelmäßig.

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Ein Drama um zwei ungleiche Schwestern: dicht, atmosphärisch, bewegend.

Mitten im Winter verliert die junge Magd Jorun ihre Anstellung und muss zurück zum elterlichen Hof, dabei wollte sie ihre spröde Schwester nie wiedersehen. Doch bald entdeckt sie ein wohlgehütetes Geheimnis: In einer abgelegenen Hütte versorgt Salbjörg den schwer verletzten Erlendur, den sie bewusstlos und beinahe erfroren im Gestrüpp fand. Der Nachbarssohn wird des Mordes beschuldigt und überall gesucht – ihm selbst fehlt jedoch jede Erinnerung an das, was geschehen ist. Jorun beginnt, ihr Herz an Erlendur zu verlieren, an den Mann mit den eisblauen Augen. Auf keinen Fall darf Salbjörg davon erfahren, da diese ihn auf geradezu fanatische Art begehrt …

Die karge Landschaft Islands im Winter und die bittere Armut der Bauern bilden einen beeindruckenden Hintergrund für diesen Roman.

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Perfekte Winterlektüre

Jorun hat den elterlichen Hof vor vielen Jahren kurz nach der Hochzeit ihrer Schwester Salbjörg mit dem grobschlächtigen Mann Torger verlassen. Nun ist sie gezwungen zurückzukehren, denn im Winter herrscht Not an allem in Island und der Gutsherr kann die Magd nicht mehr bezahlen. Der Weg in die alte Heimat zehrt an ihren Kräften, doch unterwegs findet sie immer wieder Hilfe in Form von wenig Essen und der Möglichkeit im Stall zu übernachten. Währenddessen findet die spröde Salbjörg weit entfernt den schwer verletzten Erlendur. Ihr Nachbar wird wegen Mordes gesucht, doch er selbst kann sich an das Geschehen nicht mehr erinnern. Kurzerhand versteckt und pflegt Salbjörg ihn, ohne es Torger zu verraten. Ihr Geheimnis wird aber kurz nach ihrer Ankunft von Jorun gelüftet.

Schnell fühlen sich Jorun und Erlendur zueinander hingezogen, während Salbjörg sich immer mehr in einer Obsession verliert. Mit Torger ist sie schon lange nicht mehr glücklich. Schon kurz nach der Hochzeit zeigte er sein wahres, brutales Gesicht und obwohl sie es ihm immer recht machen wollte, reichte das nie aus. Anders Jorun: Sie war schon als Kind stürmisch und unangepasst. Dieses Wesen konnte sie sich auch bewahren, obwohl sie inzwischen wenigstens im Haushalt gute Dienste leistet.

In "Die Schwestern vom Eisfluss" prallen vier sehr gegensätzliche Figuren aufeinander und Rebecca Maly erschafft mit dem Schauplatz Island eine frostige, wilde und unbändige Atmosphäre. Tatsächlich ist auch vor allem die Insel mit den wuscheligen, kleinen Pferden und ihren knorrigen Einwohnern die Hauptdarstellerin des Romans. Die Romanze zwischen Jorun und Erlendur wird zügig abgehandelt, fast etwas zu schnell und nicht ganz nachvollziehbar. Allerdings fokussiert sich die Autorin nicht zu sehr auf die Liebesgeschichte und vermeidet Kitsch aller Art.

Das Rätselraten rund um Erlendurs Schicksal ist ein weiterer roter Faden, der erst am Ende zufriedenstellen aufgelöst wird. Rebecca Maly schont ihre Figuren nicht und so wird ihnen manch unerwartetes Schicksal zuteil.

Ursprünglich hatte die Autorin das Buch anders geplant. Es sollte in einer anderen Zeit und in einem anderen Land spielen. Eine genaue Erklärung, warum sich das schließlich geändert hat, gibt sie im Anhang des Buches. Ich bin froh, dass Island der Schauplatz wurde, aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich das Buch im Winter gelesen habe. Am besten kann man es mit einer dampfenden Tasse Tee, eingekuschelt in eine weiche Decke auf der Couch genießen. Draußen Sturm oder Schneefall. Perfektes Lesewetter für diesen Roman.

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Winterlich fesselnd

Island, im 19. Jahrhundert. Jorun verliert ihre Stelle als Magd und wird von ihren bisherigen Arbeitgebern mitten im tiefsten Winter auf die Straße gesetzt. In dieser harten Zeit kann keiner etwas entbehren oder einen zusätzlichen Esser durchfüttern und so bleibt Jorun nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zurück zu ihrem elterlichen Hof zu machen, der inzwischen von ihrer Schwester Salbjörg und deren Mann Torger bewirtschaftet wird, obwohl Jorun dorthin niemals zurückkehren wollte.

Gleichzeitig findet Salbjörg einen verletzten jungen Mann. Sie kümmert sich heimlich um ihn, um den Zorn ihres gewalttätigen Ehemanns nicht heraufzubeschwören und nach und nach entwickelt sie Gefühle für Erlendur. Doch erwidert er ihre Gefühle? Und was ist ihm überhaupt zugestoßen? Er kann sich nicht mehr erinnern, er weiß nur noch, dass er in einer schrecklichen Situation schwerverletzt zu sich gekommen ist und neben ihm zwei Tote lagen. Ist er ein Mörder?

Die Figuren sind gut aufgebaut und glaubwürdig dargestellt. Insbesondere die beiden Schwestern waren für mich wirklich interessante Charaktere, jede auf ihre Art. Natürlich fiebert man auch mit Erlendur mit, was die Auflösung seiner Gedächtnislücke und die daraus entstehenden möglichen Konsequenzen betrifft.

Im Nachwort schildert die Autorin, dass dieser Roman eigentlich in einer ganz anderen Zeit und einem anderen Land spielen sollte und wie es dazu kam, dass die Handlung nun in Island im 19. Jahrhundert stattfindet. Meiner Meinung nach passt die Geschichte dort aber auch wunderbar hin. Die Beschreibungen des kargen und harten Lebens, aber auch der Schönheit der dortigen Landschaft werden anschaulich dargestellt und mehr als einmal hat es mich beim Lesen regelrecht gefröstelt!

Eine tolle Geschichte mit genau der richtigen Portion Dramatik, Spannung und Liebe für winterlich-fesselnde Lesestunden!

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Spannend von Anfang an

Inhaltsangabe:
Nach der Hochzeit ihrer Schwester wurde Jorun vom Hof vertrieben und hat sich geschworen, nie mehr nach Hause zurückzukehren. Doch da verliert sie ausgerechnet in der schwierigsten Zeit ihre Anstellung und ihr bleibt nichts anderes übrig, als wieder zurückzugehen.
Daher ist das Wiedersehen der beiden Schwestern auch alles andere als harmonisch.
Doch auch Salbjörg hat mit ihrer Heirat nicht das große Glück gefunden, denn ihre Ehe blieb kinderlos und ihr Ehemann ist mittlerweile ziemlich gewalttätig geworden.
Dann entdeckt Jorun auch noch Salbjörgs Geheimnis. Sie versteckt den Nachbarsjungen Erlendur, der als Mörder gesucht wird.....

Meine Meinung:
Die Geschichte gefiel mir von Anfang an. Sie begann bereits sehr spannend und dies zog sich durch bis zum Ende.
Die Charaktere wirkten alle sehr lebendig und konnten mich emotional berühren.
Torger war der Teufel in Person und Erlendur läßt die Frauenherzen höher schlagen. Bei den beiden Schwestern war mir mal die eine, mal die andere lieber. Aber sehr schnell wird klar, dass jede ihr eigenes Schicksal durchstehen mußte.
Man darf auch nicht zu zart besaitet sein, denn Rebecca Maly beschreibt sehr bildhaft. Wobei auch mal grausamere Szenen wie z.B. das Ausschneiden einer brandigen Wunde genauer beschrieben wird. Was aber sehr gut zur Geschichte paßt, denn die Grundstimmung ist eher etwas düster.
Dafür wird man aber mit wunderschönen Landschaftsbeschreibungen und dem Leben der Bauern zur damaligen Zeit belohnt.

Das Ende ist etwas offen gehalten, was hier aber perfekt zur Geschichte paßt. So kann sich jeder Leser selber ausdenken, wie er den Ausgang gerne hätte.

Für diese rundum gelungene Geschichte gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Die Schwestern vom Steinurshof

Obwohl Jorun vor vielen Jahren den Entschluss gefasst hatte, niemals mehr wieder auf den elterlichen Hof zurückzukehren, bleibt ihr momentan keine andere Möglichkeit. Zum Ende des Winters verliert sie ihre Anstellung als Magd und es ist gewiss, dass sie auf keinem anderen Hof eine Anstellung finden wird. Die Bauern haben selbst nicht genug für sich und ihr Vieh und so macht sich Jorun auf den Weg zum Steinurshof, der seit der Hochzeit von ihrer Schwester Salbjörg und deren gewalttätigem Ehemann Torger geführt wird. Während Torger über das unerwartete Auftauchen seiner Schwägerin nicht ganz unglücklich ist, wird Jorun von ihrer Schwester eher kühl und distanziert in Empfang genommen. Das Verhältnis zwischen den beiden Schwestern wird kurz darauf dann richtig auf die Probe gestellt, als Jorun herausfindet, dass Salbjörg den verletzten Erlendur in einer abgelegenen Hütte versteckt hält um ihn gesund zu pflegen. Dieser steht im dringenden Verdacht, 2 Menschen getötet zu haben.

Hat Erlendur die Atlisson- Brüder tatsächlich getötet?

Der Roman „Die Schwestern vom Eisfluss“ ist nicht der erste historische Roman, den ich von Rebecca Maly gelesen habe. Bisher haben sich die Schauplätze jedoch immer in wärmeren Gefilden befunden, so dass ich zum 1. Mal mit der Autorin im kalten Island unterwegs war. Zu Beginn des Buches empfand ich auch den Schreibstil der Autorin etwas kühler als gewohnt, was mir den Einstieg nicht ganz so leicht gemacht hat, wie bei ihren vorherigen Büchern. Aber nach wenigen Seiten hat sich dieses Gefühl dann auch schon wieder gelegt.

Die Geschichte, die im Island des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist, wird aus der Sicht von 3 Personen erzählt: Jorun, Salbjörg und Erlendur. Auf diese Art und Weise ist der Leser immer nah an den einzelnen Protagonisten dran und man kann die Gefühle, Gedanken und Vorgehensweisen der Personen schön mitverfolgen.

Von den beiden Schwestern kann ich am ehesten mit Jorun mitgehen, denn sie ist nicht ganz so verbittert wie Salbjörg, die unter der Herrschsucht und Schlagfreudigkeit ihres Mannes Torger leidet. Jorun hat zwar kein einfaches aber ein deutlich besseres Leben als ihre Schwester, letztendlich haben jedoch beide ihr Päckchen zu tragen.

Erlendur ist ein stattlicher junger Mann, der die Hilfe und das Versteck von Salbjörg nicht ausschlagen kann, da es ihm so dreckig geht, dass er keine andere Wahl hat. Sein größtes Problem ist, dass er sich überhaupt nicht an ein Zusammentreffen mit den Atlisson-Brüder erinnern kann – aber ihm wird der Tod der Beiden angelastet und er wird gesucht.

Der Schreibstil von Rebecca Maly ist, wie gewohnt, gut zu lesen. Abgerundet wird die Geschichte durch Landschaftsbeschreibungen, die dem Leser ein Bild des Settings vor Augen entstehen lassen und durch die wechselnden Erzähler, wird die Spannung sehr schön von Abschnitt zu Abschnitt transportiert. Alle Charaktere wurden realistisch angelegt und entwickeln sich im Laufe des Romans weiter – und wieder einmal bin ich froh, im Hier und Heute leben zu dürfen. Die Verbundenheit der Autorin mit dem Land Island ist deutlich spürbar.

„Die Schwestern vom Eisfluss“ ist ein gut recherchierter historischer Roman, den es sich zu lesen lohnt.

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