Sabine Ebert: Schwert und Krone. Der junge Falke

 
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Sabine Ebert: Schwert und Krone. Der junge Falke
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783426654132

Informationen zum Buch

Seiten
640

Sonstiges

Erster Satz
Ungeduldig starrte die junge Burgherrin ihrem Gemahl nach, der mit zwei Dutzend Begleitern und einer kläffenden Hundemeute durch das Tor ritt, um in den Wäldern zu jagen.

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Anfang 1147 sorgen Hungersnot und Weltuntergangspropheten in deutschen Landen für Verzweiflung. Fast alle großen Adelshäuser rüsten für zwei Kreuzzüge. Unter König Konrad wollen Zehntausende ins Heilige Land, während die östlichen Fürsten planen, mit ihrem „Wendenkreuzzug“ slawische Gebiete an Elbe, Havel und Küste zu erobern. Bevor sie aufbrechen, werden strategische Ehen geschlossen. Friedrich von Staufen, der Neffe des Königs und künftige Barbarossa, heiratet die von ihm ungeliebte Adela von Vohburg, der Meißner Markgrafensohn Dietrich eine gefühlskalte polnische Herzogstochter. Fast alle Männer ziehen in den Krieg – und die Frauen müssen allein mit Hungersnot, Missernten und Angriffen fertig werden.

Auf dem Weg ins Heilige Land macht sich der junge Friedrich einen Namen als militärischer Anführer. Doch der Kreuzzug scheitert katastrophal. Nur wenige kehren heim. Zu den Heimkehrenden gehört der schwer erkrankte König Konrad von Staufen. Die nie erloschenen Machtkämpfe entflammen von neuem. Konrad stirbt wenige Tage vor der Wahl und Krönung seines erst achtjährigen Sohnes zum Mitregenten.
Das ist der Moment, in dem Friedrich von Staufen entschlossen nach der Krone greift. Er will das Reich umgestalten - und eine neue Frau, eine bessere Partie als Adela.

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„Der junge Falke“ ist der zweite Band, der aus dem Leben Kaiser Friedrich I. erzählt. Er schließt direkt an den Vorgänger „Meister der Täuschung“ an und es empfiehlt sich, Band 1 gelesen zu haben. Chronologisch schildert Frau Ebert die Ereignisse der Jahre 1147 – 1152. Sie lässt dabei kein noch so kleines Detail aus. Die Kreuzzüge werden geschildert, aber auch der Wendenkreuzzug hat seinen Weg in dieses Buch gefunden. Ereignisse die von der Macht der Kirche schildern genauso wie Streitereien unter den Adligen des Landes.

Die Autorin erzählt in einigen unterschiedlichen Handlungssträngen, mal von Friedrich als junger Herzog von Schwaben, mal von Heinrich dem Löwen oder Albrecht dem Bären, um nur einige aufzuzählen. Es sind noch etliche mehr. Somit bekommt man einen schönen Überblick über die Ereignisse im Reich. Damit der Leser hier nicht den Überblick verliert, hat Ebert vor jedem Kapitel die Geschichtszahl, den Ort und um wen es sich gerade handelt, als Überschriften gewählt. Sicher ist es manchmal schwierig überhaupt den Überblick über all die Protagonisten zu behalten, zu viele Namen sind gleich, es wimmelt geradezu von lauter Heinrichs, Friedrichs und co., aber Sabine Ebert führt ihre Leser souverän durch die Geschichte. In einem ausführlichen Anhang findet der Leser ein Personenregister und ausführliche Stammbäume der großen Familien dieser Zeit. Sogar eine Karte, auf der man die Wege nachverfolgen kann, die die Heere genommen haben, ist vorhanden.

Im ersten Band hat mich noch ein wenig gestört, dass es eigentlich keinen Charakter gibt, mit dem ich mitfiebern und bangen konnte. Jetzt im zweiten Teil stört es mich überhaupt nicht mehr, im Gegenteil. Ich fand es einfach nur faszinierend zu lesen, wie Friedrich sich weiter entwickelt. Wie er es langsam schafft vom Herzog immer beliebter zu werden und so nach und nach in seine Rolle hineinwächst. Seine Beziehungen zu seinen Freunden, allen voran Welf VI., oder zu seiner Frau, waren spannend zu beobachten.

Intrigen haben das Reich bestimmt. Jeder wollte Macht und vor allem Reichtum. Frau Ebert hat genau dies alles geschildert und dabei ein Stück deutscher Geschichte erzählt. Am Ende habe ich meinen Helden in diesem Buch gefunden und warte nun gespannt auf den nächsten Teil. Wie mag es wohl weitergehen mit Friedrich und dem Reich? Die Antwort kennen wir, schon klar, aber der Weg bis ganz nach oben ist ein weiter und voller Gefahren. Ich bin neugierig darauf zu erfahren, was für Details die Autorin bei ihre Recherche noch gefunden hat. Hier hat sie viele kleine Geschichten erzählt, die kaum zu glauben waren, aber doch historisch belegt sind. Ich habe so einiges gelesen, was mir so gar nicht bewusst war. Es war ein Geschichtsunterricht der Spaß gemacht hat. Jetzt heißt es warten auf Band 3, hoffentlich nicht zu lange.

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