Tereza Vanek: Das sprechende Kreuz

Tereza Vanek: Das sprechende Kreuz

 
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Tereza Vanek: Das sprechende Kreuz
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783956690402

Informationen zum Buch

Seiten
464

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Johanna erwachte beim ersten Schlag der Glocken der Iglesia de Santa Lucia und zog das Moskitonetz an ihrem Bett zur Seite.

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Johanna Schneiders Familie kam mit dem Kaiser Maximilian nach Mexiko und hat sich 1865 in Valladolid in Yucatan niedergelassen, wo sie einen Eisenwarenladen betreiben. Dort trifft Johanna Carlos Mendez, den Sohn eines wohlhabenden Plantagenbesitzers, der sich in sie verliebt und sich heimlich mit ihr verlobt. Doch sein Vater offenbart ihm ein lang gehütetes Geheimnis, das Carlos veranlasst, die Stadt fluchartig zu verlassen und zu den aufständischen Indios nach Yucatan zu fliehen. Johanna folgt ihm verzweifelt mit ihrer indianischen Dienerin Maruch und findet ihn krank in der Stadt Tulum, die von einer gefährlichen Frau beherrscht wird, María Uicab, die sowohl hohe Priesterin als auch ungekrönte Königin der Mayas ist. Sie zelebriert das Ritual des sprechenden Kreuzes, wodurch sie Weisungen von den Göttern empfängt. Da die Mayas jedoch einen Aufstand planen, weil das göttliche Orakel durch das sprechende Kreuz einen Angriff auf die weißen Eroberer befiehlt, geraten Johanna und Carlos in Lebensgefahr …

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Das sprechende Kreuz

1871 Yucatán/Mexiko, hier lebt die österreichische Familie Schneider in der Stadt Valldolid . Die zwei Töchter des Hauses, Johanna und Kornelia leiten den kleinen Delikatessenladen der Familie. Doch dann verliebt sich Johanna in Carlos Mendez. Er ist der Sohn eines der reichsten Familien der Stadt. Ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Der Vater von Carlos ist mit seiner Wahl nicht einverstanden, es kommt zum Streit und Carlos flieht in die Wälder. Johanna folgt ihm. So geraten beide in den Aufstand der Rebellen. Plötzlich müssen sie um ihr Leben fürchten. Während dieser Zeit wächst die eher schüchterne Kornelia über sich hinaus. Sie versucht ihrer Schwester zu helfen, gilt diese doch als entführt und bedarf der Rettung. Auch für Kornelia beginnt eine schwere Zeit.

Tereza Vanek nimmt ihre Leser mit auf eine Reise nach Mexiko, zur Zeit der Aufstände der Maya. Anschaulich schildert sie von dem Leben dieser Zeit an diesem Ort. Ihr Erzählstil ist dabei leicht zu lesen und lässt einen dabei aber auch nicht mehr los. Die Seiten fliegen quasi nur so dahin. Die Familie Schneider ist eine Einwanderungsfamilie, die es nicht immer leicht hatte. Hier wird erzählt, wie sie mit ihrem neuen Leben zurecht kamen. Erst als es richtig schwierig wird, fangen vor allem die Mädchen an, dieses Land ein wenig zu verstehen und vor allem ihre Ureinwohner besser kennenzulernen. Vanek hat dies sehr schön in Szene gesetzt. Auch die Kultur dieser Menschen versucht sie näher zu bringen. Mir war die Verehrung des sprechenden Kreuzes nicht bekannt und so war gerade dieser Teil sehr spannend zu lesen. Die Mischung aus Fiktion und historischem Hintergrund ist hier gut gelungen. Wobei beide Seiten der Bevölkerung dargestellt werden. Hier stehen die reichen, Großgrundbesitzer auf der einen Seite und die einheimische Bevölkerung, eben die Nachfahren der Maya auf der anderen Seite. Ihr Konflikt wird gut erzählt und anschaulich umgesetzt. Die Liebe zwischen Carlos und Johanna wird geschildert und zeigt, wie wichtig Toleranz anderen Menschen und Kulturen gegenüber ist. Aber auch Kornelia macht hier eine interessante Wendung durch. Sie wird vom schüchternen Mädchen, welches sich eigentlich für die Welt nicht interessiert, zu einer verantwortungsbewussten jungen Frau, die ihr eigenes Schicksal in die Hände nimmt und den Leser zum Ende hin noch mal in Erstaunen versetzt.

Am Ende steht ein kurzes Nachwort, welches Fiktion und Wahrheit trennt und eine kleine Zeittafel fasst noch einmal die wichtigsten Daten dieser Zeit zusammen. Das sprechende Kreuz ist ein schöner historischer Liebesroman, der neben der Liebe einige interessante Informationen zu Mexiko bereithält. Genau richtig zum schmökern und darin versinken. Ich hatte angenehme Lesestunden.

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(Aktualisiert: 07 Januar 2016)
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Das sprechende Kreuz

Inhaltsangabe:

Im 19. Jahrhundert wandert die österreichische Familie Schneider nach Mexiko aus. Einige Jahre nach ihrer Ankunft sind sie in Yucatan sesshaft geworden und führen einen kleinen Lebensmittelladen. Die beiden inzwischen erwachsenen Töchter Johanna und Kornelia arrangieren sich auf unterschiedliche Weise mit ihrem neuen Leben: Während die pragmatische Johanna den Laden fast alleine führt und sich in Mexiko heimisch fühlt, trauert die jüngere Kornelia ihrer alten Heimat hinterher und wünscht sich sehnlich, zurückzukehren. Als Carlos Mendez, der Sohn eines Plantagenbesitzers, in Johannas Leben tritt, ändert sich für die Schwestern jedoch alles. Zunächst erscheint die Verbindung der beiden jungen Leute aussichtslos, denn für die reiche Familie Mendez sind die Schneiders keine standesgemäße Partie. Doch eines Tages verschwindet Carlos in den Urwald und Johanna macht sich auf die Suche nach ihm. Dabei gerät sie in Gefangenschaft von Maria Uicab, der Anführerin einer Gruppe von Rebellen. Während Johanna um ihre Freiheit und um Carlos kämpft, wird die zuhause wartende Kornelia von einem gut aussehenden, jungen Mann aus der städtischen Oberschicht umworben – doch der Verdacht, dass Kornelia eher Mittel zum Zweck ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Doch welcher Zweck liegt hinter den Ereignissen und wie hängen die Geschichten von Johanna und Kornelia zusammen?

Der erste Satz:

„Johanna erwachte beim ersten Schlag der Glocken der Iglesia de Santa Lucia und zog das Moskitonetz an ihrem Bett zur Seite.“

Meine Meinung zum Buch:

Mit diesem Buch schenkt uns die Autorin Tereza Vanek wieder eine sehr spannende Geschichte.

Gut gefallen haben mir die starken Frauenfiguren. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Johanna, die praktisch denkende Tochter, und ihre Anstrengungen, ihre Liebe zu Carlos zur Erfüllung zu bringen. Dabei scheut sie nicht vor Gefahren und Unbequemlichkeiten zurück. Wenn sie das alles alleine unternehmen würde, wäre die Geschichte vielleicht nicht ganz glaubwürdig, aber die Autorin stellt Johanna eine Einheimische zur Seite: Maruch, ein Indio-Dienstmädchen, das sich sowohl im Urwald als auch in der mexikanischen Gesellschaft auskennt. Die beiden entwickeln sich zu einem sehr guten Team, das viel erreichen kann. Aber auch Kornelia, die jüngere und etwas naive Schwester von Johanna, bekommt in der zweiten Hälfte des Buches eine größere Rolle. Im Verlauf der Geschichte wächst Kornelia an den Schwierigkeiten, die das Leben ihr macht, und am Ende hat sie mich mit einer weitreichenden Entscheidung überrascht. Kornelia mochte ich von Anfang an fast lieber als Johanna.

Positiv fiel mir auch auf, dass keine der Figuren so ganz eindeutig gut oder schlecht ist. In allen Personen waren beide Seiten zu finden und auch die Figuren, die am Anfang eher unsympathisch geschildert waren, zeigen am Ende vorsichtig ein paar gute Seiten.

Interessant war auch das Bild der mexikanischen Gesellschaft der damaligen Zeit. Die Verhältnisse zwischen den neueren europäischen Einwanderern, der kreolischen Oberschicht und den rechtlosen Indios werden sehr deutlich, und auch das chaotische Gegeneinander der verschiedenen Gruppen. Unterstützung und Verrat liegen hier sehr dicht beieinander.

Zu lesen war das Buch wie immer angenehm. Das mexikanische Leben, sowohl Reichtum als auch Elend erscheint in bunten Bildern vor Augen. Und auch wie immer habe ich ganz nebenher viele spannende Dinge über Mexiko und seine Geschichte gelernt. Insgesamt habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen.

Mein Fazit: Buchtipp!

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Mexico, ein fernes Land

Das sprechende Kreuz von Tereza Vanek ist das dritte Buch, das ich nun von ihr gelesen habe. Sie schaft es immer wieder, mich in ein fernes fremdes Land mitzunehmen, so das ich mir das Land und die Leute dort wirklich vorstellen kann. Die Charaktere sind sind so lebensecht beschrieben, das man wirklich glaubt die Protagonisten sehr gut zu kennen. Hier geht es hauptsächlich um die beiden Schwestern Johanna und Kornelia Schneider aus Österreich, die im 19. Jahrhundert nach Mexiko ausgewandert sind. Johanna ist mir sofort ans Herz gewachsen, auch wenn sie nicht immer das tut, was vielleicht besser gewesen wäre. Sie steht im Leben und traut sich auch mal was. Ihre Schwester Kornelia ist das genaue Gegenteil, sie ist zwar wirklich hübsch mit ihren blonden Haaren, aber sie lässt sich so leicht manipulieren und dreht sich oft schneller wie der Wind.
Wie nebenbei fließt in die Geschichte der Aufstand der rebellischen Mayas und der religöse Kult des sprechenden Kreuzes in das Geschehen mit ein. Es ist Tereza also wirklich gelungen bis zum Schluss, die Spannung zu halten und uns die Geschichte Mexikos näher zu bringen. Stets wird Unrecht mit Unrecht bekämpft und immer bleibt jemand dabei auf der Strecke, eine sehr bewegende Zeit finde ich.
Manches lief mir zwar immer ein bisschen zu Glatt und konstruiert ab, aber die Geschichte selbst verändert sich immer wieder so schnell, das ich gar nicht genügend Zeit hatte über manches länger nachzudenken.
Ich kann das Buch jeden weiter empfehlen, es hat mir wirklich Spaß gemacht die Geschichte zu lesen. Das wird auch nicht mein letztes Buch von ihr sein. Da lese ich gerne mehr davon.
Aber der Verlag sollte sich mal darüber Gedanken machen, das Buch mit weniger Rechtschreibfehler auf den Markt zu bringen, denn so lässt er eine wirklich gute Autorin doch etwas billig dastehen.

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Das sprechende Kreuz

Johanna und Kornelia sind mit ihrem Vater 1865 aus Österreich nach Mexico ausgewandert. Dort versuchen sie sich mit einem Gemischtwarenladen eine gute Existenz aufzubauen. Johanna verliebt sich in Carlos, den Sohne eines Plantagenbesitzers. Als dessen Vater davon erfährt, verstößt er den Sohn, der daraufhin in den Urwald flieht und bei den indianischen Rebellen landet. Johanna macht sich auf die Suche nach ihm. Währenddessen schmiedet Carlos‘ ehemaliger Freund Miguel ganz eigene böse Pläne.

Johanna ist eine sympathische Hauptfigur. Sie ist klug, uneitel und mutig genug, um für ihre Liebe und ihr Glück zu kämpfen. Ihre Schwester Kornelia ist da ganz anders. Sie ist eher die naive Person, liebt schöne Kleider und ist auch Miguel gegenüber mehr als vertrauensselig. Gut gefallen hat mir vor allem die Entwicklung von Carlos vom verwöhnten gedankenlosen Sohn aus reichem Hause zu einem tapferen jungen Mann, der Johanna wirklich liebt und mehr als einmal über seinen Schatten springt.

Der dunkle Charakter in dieser Geschichte ist Miguel. Allerdings waren dessen Handlungen für mich nicht immer nachvollziehbar und seine Ziele und Motivationen haben sich mir nicht erschlossen. Überhaupt gab es ein paar Situationen, wo die Entscheidungen der Darsteller bei mir ein großes Kopfschütteln hervorgerufen haben. Und mehr als einmal haben vor allem die Frauen mehr Glück als Verstand, um gefährlichen Situationen heil zu entgehen.

Neben der fiktiven Handlung hat Tereza Vanek versucht, dem Leser die damaligen Unruhen zwischen den indianischen Ureinwohnern und den spanischen Eroberern näherzubringen. Der damals aufgekommene Kult der Indianer um das sprechende Kreuz war sehr ungewöhnlich und es tauchen einige historisch belegte Persönlichkeiten in der Geschichte auf. Die genaueren Fakten werden in einem Nachwort erklärt. Hier erfährt man auch, was Tatsache und was Fiktion in diesem Buch war.

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