James A. Michener: Texas

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James A. Michener: Texas
Verlag
ET (D)
1986
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Texas
ET (Original)
1985
ISBN-13
9783426601143

Informationen zum Buch

Seiten
896

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
An einem dunstigen Novembertag des Jahres 1535 trieb ein stämmiger Junge im mexikanischen Hafen Vera Cruz seine Maultiere zum Ufer, wo Schleppkähne Güter von vor Anker liegenden Frachtschiffen an Land brachten, und wieder zurück.

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Viereinhalb Jahrhunderte texanischer Geschichte, von der Ankunft der spanischen Eroberer 1527 bis zur computergesteuerten Gegenwart, nehmen vor den Augen des Lesers Gestalt an. Wieder ist es die gekonnte Kombination aus historischen Fakten und fiktiven persönlichen Schicksalen, mit der Michener Geschichte zu neuem Leben erweckt. Wir nehmen teil an den Existenzkämpfen der ersten Siedler; ihren Auseinandersetzungen mit den Indianern; dem heroischen Ringen um Fort Alamo; den Heldentaten der Texas-Rangers; der Befreiung von spanisch-mexikanischer Vorherrschaft; der epochemachenden Entdeckung des Erdöls und anderen Meilensteinen der Historie des flächengrößten und reichsten Bundesstaates der USA.

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(Aktualisiert: 21 November 2013)
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Texas

Eigentlich habe ich Michener immer ganz gerne gelesen, aber ich muß feststellen, daß ich mittlerweile so meine Probleme mit ihm bekomme. Konnte ich das bei seinem Südafrika-Roman Verheißene Erde noch (zumindest in Teilen) auf den Veröffentlichungszeitpunkt schieben, so ist das hier nicht gut möglich. Und es gibt einige Dinge, die mir ziemlich sauer aufgestoßen sind. Es ist sicher nicht notwendig, die Indianer in bester Winnetou-Manier samt und sonders zu edlen Wilden zu verklären, aber mit welcher Leichtigkeit Michener über die Ausrottung bzw. Vertreibung der Indianer aus Texas hinweggeht und vor allem die Grausamkeiten herausstellt, die diese begangen haben, aber jene verschweigt, die den Indianern angetan wurden, das war schon arg. Ähnliches gilt auch für die Mexikaner im Land. Zwar darf anfänglich sogar der mexikanisch-stämmiger Professor Garza in diesem obskuren „Sonderstab“ das Wort ergreifen, aber er verschwindet dann klammheimlich und taucht spätestens ab der Hälfte, vielleicht war's auch schon eher, gar nicht mehr auf – einfach totgeschwiegen, wie mancher es mit spanisch-mexikanischen Einfluß insgesamt wohl gerne täte.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Aspekte, bei denen ich nicht einmal mit viel gutem Willen eine Kritik Micheners herauslesen kann. Dabei hätte es davon eine ganze Reihe gegeben:

- Die Einstellung der eingewanderten Südstaatler zur Sklaverei bzw. der Umgang mit den Afro-Amerikanern nach dem Bürgerkrieg: Es gibt zwar ein paar Sklaven, die fliehen, aber ausgerechnet die Cobbs sind natürlich die Kategorie Wir-behandeln-unsere-Sklaven-ganz-toll-Pflanzer. Ein Verbrecher, der in der Nachbürgerkriegszeit umhergeht und Schwarze erschießt, bleibt so lange unbehelligt, bis er auch einen Weißen umbringt, erst das ist das Hängen wert. Letzteres mag zwar der historischen Realität entsprechen, aber trotzdem kann man das ja deutlich kritisieren.

- Das Verhalten der Texas Rangers: Als inoffizielle Polizeitruppe oder Miliz mögen sie eine Zeitlang eine wichtige Funktion erfüllt haben, und bestimmt gab es darunter auch eine Anzahl anständiger Menschen. Aber selbst ein größeres Massaker im Zuge des Bürgerkriegs wird nicht klar verurteilt, genausowenig wie die „Strafaktionen“ gegen Mexikaner, deren einziges „Verbrechen“ es ist, ihr Vieh auf der „falschen“ Seite des Rio Grande zu weiden – zu einem Zeitpunkt, als die Grenze noch gar nicht genau festgelegt ist.

- Wahlbetrügereien: Ausführlich werden die Verhältnisse in einem grenznahen Wahlbezirk geschildert, bei dem betrogen und geschoben wird, was das Zeug hält. Von demokratischen oder rechtsstaatlichen Verfahren weit und breit keine Spur und das im 20. Jahrhundert. Auch dies nimmt Michener eher schulterzuckend hin.

- Der Ku-Klux-Klan: Er tritt gleichfalls in Erscheinung, um „Ordnung“ herzustellen und „Sitte und Moral“ hochzuhalten, mit einigen Auswüchsen, die gleichfalls eher reportagenhaft präsentiert werden, ohne das eine klare Verurteilung stattfindet.


Es ließen sich noch einige weitere Punkte dieser Art finden (vor allem, wo es um Religion geht), aber das soll reichen. Stattdessen kommt doch eine Bewunderung für zwei Sachen durch Da ist zum einen Geld. Wer Geld hat und damit noch mehr Geld macht, der ist auf jeden Fall und ungeschränkt zu bewundern und Fehler macht er per definitionem nicht. Kann man so sehen, muß man aber nicht, vor allem dann nicht, wenn man vorher gelesen hat, wie Michener die jeweiligen Leute an ihr Geld hat kommen lassen. Da wird betrogen und übers Ohr gehauen, daß es eine Art hat. Zum anderen ist es Durchsetzungsfähigkeit um jeden Preis (und jeden meint hier wirklich jeden bis zum Mord) und die Fähigkeit, immer wieder aufzustehen, wenn man am Boden liegt. Letzteres ist nicht per se eine schlechte Charaktereigenschaft, in Verbindung mit der ersten wurde es mir aber doch unheimlich. Es mag sein, daß Michener damit insgesamt nur wiedergibt, was ein amerikanisches Publikum (für das dieser Roman schließlich in erster Linie geschrieben wurde) in Verbindung mit Texas lesen will und in diesem Staat sieht, aber mir hat das zugegebenermaßen nicht viel Freude bereitet, es hat mich vor allem zum Ende hin sogar ausgesprochen genervt. Abgesehen davon bestätigt es perfekt alle Vorurteile, die man hierzulande über den amerikanischen Westen und seine Bewohner haben kann – wobei ich mich jetzt schon frage, ob es vielleicht doch gar keine Vorurteile sind ...

Ich glaube, meine Michener-Zeit ist einfach vorbei, was ich noch von ihm im Regal hatte, habe ich gerade schon aussortiert, vorerst ist mir die Lust auf seine Romane recht gründlich vergangen.

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