Frank Schätzing: Tod und Teufel

Frank Schätzing: Tod und Teufel

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Frank Schätzing: Tod und Teufel
Verlag
ET (D)
1995
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442455317

Informationen zum Buch

Seiten
508

Sonstiges

Erster Satz
Der Wolf stand auf der Anhöhe und fixierte den goldbeschienenen Ring der großen Mauer.

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Köln im Jahr 1260: Jacop der Fuchs, ein liebenswerter Dieb und Herumtreiber, wird unfreiwillig Zeuge eines Mordes. Er sieht, wie eine düstere Gestalt den Kölner Dombaumeister vom Gerüst in den Tod stößt. Aber er selbst muss auch gesehen worden sein. Denn jeder, dem Jacop diese Geschichte erzählt, ist kurze Zeit später tot. Dem jungen Mann wird schnell klar, dass er nur eine Chance hat, seine Haut zu retten. Er muss den Täter entlarven, bevor auch er zu seinem Opfer wird ...

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Köln im Jahr 1260: Der Dieb und Herumtreiber Jacop beobachtet, wie der Dombaumeister von einem Unbekannten vom Gerüst des Doms gestoßen wird.Unmittelbar vor seinem Tod kann der Baumeister Jacop noch einige Worte zuflüstern. Dann muss Jacop vor dem Mörder fliehen. Kaum hat er ein Versteck gefunden, hört er, dass es weitere Zeugen des Sturzes gegeben hat. Die behaupten jedoch, gesehen zu haben, wie der Baumeister einen unglücklichen Schritt auf dem Gerüst gemacht und sich daraufhin zu Tode gestürzt hat. Als dann noch zwei Freunde, denen Jacop erzählt hat, was wirklich passiert ist, umgebracht werden, wird ihm klar, dass auch er selbst in großer Gefahr ist. In dieser Situation findet Jacop jedoch neue Verbündete, mit deren Hilfe er den Grund des Mordes aufdecken kann. Doch dahinter steckt eine Verschwörung der höchsten Bewohner der Stadt, die noch viel schlimmere Dinge vorhaben.

Beim Lesen des Romans fällt vor allem die Wortwahl von Schätzing auf. Er kreiert Umschreibungen für gewöhnliche Geschehnisse und Situationen, so dass mich diese Sprache und Ausdrucksweise wirklich beeindruckt hat. Dem Leser entgehen auch nicht die vielen Fakten und Details, die der Autor bei den wirklich umfassenden Recherchen zu dem Roman zusammengetragen hat. Schätzing näht diese Fakten über die damaligen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse spielend in den Fluss der Handlung ein. So wird der Leser scheinbar nebenbei in die momentane Situation der Menschen im 13. Jahrhundert eingeführt. In der Geschichte verknüpft Schätzing wahre Geschehnisse mit Fiktion. Durch diesen Umstand lebt die Geschichte auf, man erkennt, "so könnte es damals wirklich geschehen sein". Der Roman liest sich flüssig, es wird kontinuierlich Spannung erzeugt, Längen gab es meiner Meinung nach keine. Die Charaktere werden lebendig dargestellt und so dem Leser nahe gebracht. Es werden viele lateinische Begriffe und Zitate erwähnt, diese werden jedoch alle - genauso wie unbekannte historische Ausdrucksweisen - am Ende in einem Glossar übersetzt und erklärt.

Dieses Buch hat in seinem Genre nach meiner Ansicht volle Punktzahl verdient. Gut recherchiert, bestens umgesetzt, das Lesen macht von der ersten bis zur letzten Seite Spaß.

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Frank Schätzing erzählt in dieser Mischung aus historischem Roman und Kriminalgeschichte von einer Verschwörung der Kölner Patrizier gegen der Erzbischof Konrad von Hochstaden im Jahre 1260, personifiziert an dem Vagabund und Fötenspieler Jacop “der Fuchs”, dem Dechanten Jasper Rodenkirchen, der Färberstochter Richmodis und der Patrizierfamilie der Overstolzen. Es gibt rätselhafte und geplante Tode, einen als Mörder gedungenen früheren Kreuzritter und jede Menge Wissenswertes aus der Zeit um die Mitte des 13. Jahrhunderts bis hin zur berühmten Schlacht von Worringen 1288, deren Folgen Europa seinerzeit in den Grundfesten erschütterte.

Schnell wird klar, das Frank Schätzing als studierter Kommunikationswissenschaftler und Journalist sein Handwerk der genauen und sorgfältigen Recherche gelernt hat. Man wird bei Lesen immer wieder überrascht vom Kenntnisreichtum des Autors. Das aber macht noch keine gute Geschichte aus. Schätzing hat hier einen spannenden Plot entworfen, der genug Überraschungen bietet, um den Leser bei Laune zu halten. Was das Buch aber wirklich lesenswert macht, ist Schätzings Umgang mit seinen Figuren und seine Erzählweise.

Die einzelnen Protagonisten schildert Schätzing mit einem genauen Blick auf Psyche und Gefühle. Sie entwickeln sich im Laufe der Handlung glaubwürdig, ihre Sichtweise der Welt, ihre Motive zum Handeln und ihre Konflikte werden sichtbar und sie nehmen den Leser mitten hinein in ihre Welt. Schätzings Sprache hilft dabei, sie ist knapp, vom Journalismus geschult, manchmal schon lakonisch kurz und von erfreulicher Präzision. Der Autor versucht erst gar nicht, ihr einen mittelalterlichen Sound zu verpassen und das ist dank der Überzeugungskraft seiner Figuren auch nicht nötig. Auch hier fällt der genau Bleick auf, den Schätzing für die Sprache hat, selbst Alltagsdinge kann er oft verblüffend neuartig schildern. Durch die geschickte Verknüpfung der Erzählstränge entsteht zu jeder Zeit Spannung, die zum Weiterlesen verführt und selbst die für die eigentliche Handlung nicht notwendigen Rahmenschilderungen wirken nicht langweilig.

Inzwischen ist Frank Schätzing einer der großen Beststeller-Autoren in Deutschland. Schon in diesem Erstling lässt sich klar erkennen, warum.

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Ein Buch, welches es schafft, mich vom PC wegzulocken und für das ich Nachtschichten bis 3:00 Uhr morgens einlege, obwohl ich hundemüde bin, das muss etwas besonderes sein!!!

Ich habe "Tod und Teufel" verschlungen! Die Bezeichnung "höllisch gut und teuflisch spannend" vom Kölner Stadtanzeiger trifft es ganz genau auf den Punkt!!

Zuerst war ich noch ein wenig unschlüssig, weil man von Anfang an hin und her wechselt zwischen dem eigentlichen Protagonisten Jacop und dem Mörder und seinen Auftraggebern, so dass man als Leser eigentlich schon eine Menge über den Mörder erfährt. Anfangs wusste ich nicht, ob mir das gefällt, aber die Geschichte, die sich daraus entwickelt, konnte ich wirklich nicht vorhersehen. Der Schreibstil ist toll, man wird ins mittelalterliche Köln eingeführt, und ich konnte mich wunderbar mit den Hauptfiguren identifizieren. Auch die ungewöhnlichen Kapitelüberschriften haben mir sehr gut gefallen. Ganz anders als bei den meisten Büchern sind die Kapitel nicht durchnummeriert, sondern tragen die Namen von den Schauplätzen, an denen sie spielen, oder die Namen der Personen, die in den Kapiteln die Hauptrolle spielen.

Das hat zur Folge, dass es z.B. einige Kapitel mit dem Titel "Jacop" oder "Filzengraben" gibt, aber ich fand die Idee wirklich toll!

Jetzt werde ich wohl jedes Mal, wenn ich den Kölner Dom betrete, eine Gänsehaut bekommen und etwas genauer in alle Ecken gucken!

Fazit: tolles Buch, mehr davon!!

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INHALT

Köln Anno Domini 1260. Jacop, seiner roten Haare wegen »der Fuchs« genannt, ist ein Vagabund, ein Dieb und Flötenspieler. Als er eines Abends in einen Apfelbaum in der Nähe der Dombaustelle klettert, um sich sein Abendessen zusammenzustehlen, wird er Zeuge eines Mordes. Gerhard Morart, der Dombaumeister, wird von einem Unbekannten vom Baugerüst gestoßen und stürzt zu Tode. Auch Jacop, dem der Schreck in den Knochen sitzt, fällt vom Baum und findet sich unvermittelt am Boden neben dem Sterbenden nieder. Der flüstert ihm etwas ins Ohr, bevor er sein Leben aushaucht. Das wiederum wird von dem Mörder beobachtet und von dieser Minute an ist Jacops Leben in Gefahr, denn Gerhard Morart wurde wegen einer Verschwörung ermordet, bei der Kölner Bürger aus den höchsten Kreisen beteiligt sind.

Der dämonische Unbekannte, der Gerhard Morart ermordet hat, heftet sich auf Jacops Spuren und tötet jeden, mit dem der Vagabund Kontakt hatte, denn es könnte ja sein, dass dieser die letzten Worte des Dombaumeisters weitererzählt hat – und möglicherweise hat jener die Namen der Verschwörer verraten. Als Jacop merkt, dass er verfolgt wird, sucht er Zuflucht bei der Färberstochter Richmodis. Der Dechant Jaspar Rodenkirchen, ein Saufbruder von Richmodis’ Vater, ansonsten aber ein heller Kopf, hilft Jacop bei der Enträtselung des Falles. Doch Urquhart, der Mörder, und seine Auftraggeber bemerken schnell, dass und von wem Jacop Hilfe erhalten hat. Wieder bringt der Vagabund seine Freunde in tödliche Gefahr. Wer mögen die Verschwörer sein? Der Mord am Dombaumeister diente nur dem Zweck, einen lästigen Mitwisser zu beseitigen. Was also haben die Verschwörer überhaupt vor und was sind ihre Motive?

KRINGELS MEINUNG

Es mag sein, dass die in diesem Roman beschriebenen Verhältnisse in Köln Mitte des 13. Jahrhunderts gut recherchiert sind, dass die Geschichte auf realen Ereignissen basiert oder an sie anknüpft und dass das Buch deshalb für einen Kölner wegen des Lokalkolorits einen gewissen Unterhaltungswert hat. Wer allerdings einen guten historischen Roman erwartet oder wenigstens einen spannenden Krimi lesen möchte, der sollte lieber zu irgend einem anderen Buch greifen, aber nicht zu diesem Machwerk, das ich so unerträglich fand, dass ich mich immer nur kapitelweise in langen Abständen hindurchkämpfen konnte (ich lese grundsätzlich jedes Buch zu Ende, mit dem ich erstmal angefangen habe)!

Als historischer Roman taugt dieses Buch meiner Ansicht nach nichts. Das fängt schon mit der Sprechweise aller Personen an: Die Menschen des 13. Jahrhunderts haben wohl kaum so cool-flapsig dahergeplappert wie Jacop, Richmodis und Jaspar. Und sie haben mit Sicherheit keine Amerikanismen wie zum Beispiel die Redewendung »nicht wirklich« und ähnliche andere, die im Text immer wieder vorkommen, verwendet. Durch die Sprechweise aller Figuren wird jegliche mittelalterliche Atmosphäre von Anfang an zerstört. Überhaupt sind die Charaktere viel zu »modern« angelegt. Man kommt nicht umhin zu denken, die Handlung könne ebenso gut auch heute stattfinden. Hinzu kommen einige Recherchefehler und Klischees. Es wird beispielsweise immer wieder von Hexenverbrennungen und so weiter gefaselt. Die hat es in der Handlungszeit, soweit ich weiß, zwar durchaus schon gegeben, aber das waren ganz vereinzelte Fälle und noch keineswegs ein solch fanatisch blindes Wüten, wie es im Roman behauptet wird.

Diese ganzen Schwächen versucht der Autor durch lange Passagen auszugleichen, in denen jemand (meist Jaspar) irgendwelche historischen Ereignisse herunterbetet. Nur leider tragen die sehr wenig (wenn überhaupt) zur Handlung bei und sind eigentlich nur langweilig. Endlose schulmeisterliche Belehrungen dieser Art haben in einem Roman nichts verloren – wenigstens sollte man sich dabei kurz fassen und sie aufs Notwendigste beschränken, denn sie bremsen die Handlung einfach nur aus.

Ebenso langweilig, unglaubwürdig und unbefriedigend ist die Kriminalgeschichte an sich. Die Bedrohung durch Urquhart verpufft wirkungslos, weil er es einfach nicht schafft, Jacop und seine Freunde um die Ecke zu bringen. Die Art und Weise, wie er stattdessen immer wieder ausgetrickst oder sogar verletzt wird, ist am Ende nur noch lächerlich. Ebenso lächerlich ist der ganze »Showdown« und die Leichtigkeit, mit der sich nach dem Ende des Bösewichts alles in Wohlgefallen auflöst. Sorry, aber dieses Buch ist für mich ein einziges Ärgernis.

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