Silvia Stolzenburg: Töchter der Lagune

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Silvia Stolzenburg: Töchter der Lagune

Autor

Biografie & Bibliografie von
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783937357607

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Im Norden Italiens - zwischen Alpen und Adria - liegt die reiche Ebene Venetiens - einst entstanden durch fruchtbaren Mutterboden aus den Bergen, der von reißenden Bächen in die Täler hinabgetragen wurde.

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Venedig anno 1570: Das geordnete Leben der jungen Desdemona Brabantio gerät aus den Fugen, als sie den temperamentvollen General Christoforo Moro kennenlernt. Trotz eines erheblichen Altersunterschieds verlieben sie sich ineinander. Das ungleiche Paar lässt sich vom Strudel der Gefühle mitreißen und schmiedet einen riskanten Plan: Nach einer heimlichen Hochzeit soll Desdemona ihrem Gemahl nach Zypern folgen. Der schlachterprobte General muss die strategisch wichtige Insel vor den osmanischen Angreifern retten. Doch Moro hat einen Feind, der sie verrät und eine tödliche Intrige entfacht.

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Gelungene Adaption des "Othello"-Stoffes


Mit ihrem Roman "Töchter der Lagune" hat Silvia Stolzenburg eine neue Adaption von "Othello" geliefert. Dabei hat sie das Drama in seinen tatsächlichen historischen Kontext eingebettet und den Figuren viel Tiefe und Lebendigkeit eingehaucht. Die junge Venzianerin Desdemona und der maurische General Christoforo Moro verlieben sich unsterblich ineinander. Da eine Einwilligung zur Hochzeit seitens Desdemonas Vater nie gegeben werden würde, planen sie heimlich zu heiraten. Jedoch hat Moro einen Feind, der ihm sein Glück nicht gönnt. Gleichzeitig erfährt der Leser zusammen mit der jungen Elissa, wie das Leben als Haremsdame am Hof von Sultan Selim II ausgesehen haben könnte.

Wie bereits in ihrem Roman "Die Heilerin des Sultans" hat Silvia Stolzenburg es wieder geschafft, dass auch dieses Buch mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Die Erzählstränge um Desdemona und Elissa verlaufen parallel und die kurzen Kapitel springen immer wieder von einem Erzählstrang zum anderen. Das hat es mir teilweise gar nicht mehr möglich gemacht, das Buch aus der Hand legen zu können, da ich wissen musste, wie es weitergeht. Denn sowohl das Schicksal von Desdemona und ihrer Schwester Angelina, als auch das Los von Elissa waren sehr spannend zu lesen und haben mich beide stark mitzittern lassen.

Die Figuren sind dabei lebensecht gezeichnet und ich konnte sie alle bildlich vor mir sehen. Auch ihre Charakterzüge wurden gut dargestellt und gerade die Wandlung von Moro war gut nachvollziehbar. Ebenfalls sehr detailliert wurde die Schlacht in Zypern, aber auch das Leben am Hofe Sultan Selims beschrieben. Zu jederzeit konnte ich mir die Umgebung und Schauplätze sehr gut vor meinem inneren Auge vorstellen.

Das Ende ist dann doch nicht so verhersehbar, wie ich zu Beginn gedacht hätte und hat mir sehr gut gefallen. Ein großer Pluspunkt ist auch noch das ausführliche Nachwort der Autorin am Ende, in dem sie genau aufzeigt, was Fiktion und was historische Tatsachen sind und auch noch Bezug auf Shakespeare's "Othello" nimmt.

Alles in allem ein sehr gelungener historischer Schmöker, dessen extrem kurze Kapitel, mir nur teilweise dann doch zu kurz waren. Auch wenn es die Spannung extrem gesteigert hat, hätte ich mir manchmal doch ausführlichere Kapitel gewünscht. Trotz allem ein tolles Buch und für mich eine gelungene Adaption des "Othello"-Stoffes.

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So war Othello wirklich

Dieser starke Roman orientiert sich an der Figur des Othello, allerdings an der echten historischen Figur des venezianischen Feldherren Cristoforo il Moro. Die Geschichte ist, wie bei allen Romanen von Silvia Stolzenburg, hervorragend recherchiert und noch besser geschrieben. Ihre Spezialität, die schnellen Szenenwechsel, nehmen den Leser in ein atemlos spannendes Liebesabenteuer mit, bei dem man bis zur letzten Sekunde nicht sicher ist, wie das Ende aussehen wird - wie bei Shakespeare oder doch ganz anders. Das wird nicht verraten. Ein ganz ganz toller Roman!

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Intrigen und Leidenschaft

Ich mag schöne Sprache, aber ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher noch nichts von Shakespeare gelesen habe. Und so bin ich auch ziemlich unvoreingenommen an die Othello-Adaption von Silvia Stolzenburg heran gegangen. Sie hat ihre Geschichte in sehr viele sehr kurze Kapitel unterteilt. So springe ich als Leser immer hin und her zwischen den Orten des Geschehens und ich reise von Venedig nach Zypern und auch nach Konstantinopel. Während Desdemona und ihr heimlich angetrauter Gemahl, der General Christoforo Moro nach Zypern aufbrechen um die Insel vor den osmanischen Angreifern zu verteidigen, verschlägt es die andere „Lagunentochter“ Elissa unfreiwillig von Venedig nach Konstantinopel, wo sie von Piraten an den Sultan Selim II verkauft wird.

Silvia Stolzenburg zelebriert Sprache und das hat mir sehr gut gefallen. Das ging anfangs vielleicht ein wenig auf Kosten der Spannung, aber das nehme ich gerne in Kauf. Sie hat wunderschöne Sätze kreiert … manchmal musste ich inne halten und langsamer lesen, um die wundervollen Passagen zu genießen.

Nachdem ich mich an ihre Art zu schreiben gewöhnt hatte, konnte ich eintauchen in eine Geschichte voller Intrigen und Leidenschaft. Der Strang von Elissa war von Anfang sehr tragisch und die Zustände im Harem ließen mich frösteln. Aber auch auf Zypern kam die Dramatik nicht zu kurz, denn der intrigante Major Jago schreckt vor keiner Gemeinheit zurück, um Desdemona und Moro auseinander zu bringen und Unfrieden zu stiften.

Silvia Stolzenburg kann hervorragend erzählen und da spielt es keine Rolle, ob es sich um eine gefühlvolle Liebesszene, actionreiche Kampfsequenzen oder um eine grauenhafte Folterszene handelt. Sie findet stets die richtigen Worte um zu berühren und … was mir sehr gefallen hat … sie bleibt immer ästhetisch in ihrer Wortwahl. Gerade in Kriegsszenen oder auch bei Folterszenen passieren abscheuliche Dinge, aber diese hat sie gekonnt beschrieben. Im krassen Gegensatz dazu stehen die leidenschaftlichen Szenarien und auch hier hat Silvia Stolzenburg das richtige Fingerspitzengefühl, um solche Szenen nicht kitschig werden zu lassen. Das war für mich ein besonderer Genuss.

Fazit: Dramatische Intrigen vor historischer Kulisse - ein Buch für Liebhaber schöner Sprache!

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