Ulrike Renk: Das Lied der Störche

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Ulrike Renk: Das Lied der Störche
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783746632469

Informationen zum Buch

Seiten
512

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
In der Nacht, in der Frederikes Großvater starb, hatte das Wolfsrudel auf dem Nachbargut geheult.

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Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kindheit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem großen Krieg verloren gegangen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre Freundinnen sich in Berlin vergnügen und ihre Jugend genießen, fühlt sich Frederike ausgeschlossen. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit des Gutsbesitzers Ax von Stieglitz. Wäre da nur nicht das beunruhigende Gefühl, dass den deutlich älteren Mann ein dunkles Geheimnis umgibt ...

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Basierend auf einer wahren Geschichte

Frederikes Vater ist gestorben, als sie noch sehr klein war. Ihre Mutter hat wieder geheiratet, aus ihrer zweiten Ehe stammen Frederikes beiden Halbgeschwister. Doch auch dieser Mann stirbt früh und so heiratet ihre Mutter Stefanie ein drittes Mal (den Vetter ihres zweiten Mannes) und zieht mit ihren 3 Kindern auf das Gut ihres neuen Gatten in Ostpreußen. Dort wachsen Freddy und ihre Geschwister nun auf. Zuerst ist das Leben auf dem Land für die Stadtkinder ungewohnt und fremd und sie tun sich etwas schwer damit, doch schnell lernen sie auch die schönen Dinge auf dem Gut kennen und schätzen.

Freddy ist zwar bei dem Umzug noch recht jung, noch keine 12 Jahre alt, aber sie wirkt schon sehr erwachsen und reif für ihr Alter. Als Älteste hat sie auch immer eine besondere Verantwortung für ihre Geschwister. Ihre Rolle in der Familie ist für sie selbst etwas unsicher. Ihre Geschwister werden durch die verwandtschaftliche Beziehung zwischen ihrem Vater und Stiefvater einmal das Gut erben, doch Freddy ist ja aus der ersten Ehe ihrer Mutter und somit in dieser Hinsicht außen vor. Früh wird ihr klar, dass ihr Lebensweg entweder aus dem Erlernen und Ausüben eines Berufes oder einer vorteilhaften Ehe bestehen wird. Ihre Mutter zielt klar auf die zweite Option ab und als Freddy älter wird, steht auch bald der passende Kandidat fest. Gegen Ax von Stieglitz hätte Freddy auch gar nichts, schwärmt sie doch schon seit Jugendtagen für den Freund der Familie, auch wenn dieser deutlich älter ist als sie und es ein paar Ungereimtheiten in Bezug auf ihn gibt.

Wer die Bücher der Autorin kennt (zum Beispiel die Australien-Saga), der erwartet hier keinen Spannungsroman voller unerwarteter Wendungen und Überraschungen. Wie auch schon bei ihren vorherigen historischen Romanen, stützt sich die Autorin auch hier auf eine wahre Lebensgeschichte, auch wenn sie einige Details ändert und verfremdet, um die Privatsphäre noch lebender Nachkommen zu wahren. Dennoch ist die Geschichte im Großen und Ganze so passiert und das macht sie für mich umso lesenswerter.

Einige Details haben mich zwar auch gestört, so die ständig wiederholten Redewendungen der Köchin im Dialekt, aber insgesamt fand ich Handlung und Figuren interessant und vor allem unterhaltsam.

Ostpreußen als Schauplatz kommt mir ein wenig zu kurz, die Geschichte konzentriert sich auf wenige Handlungsorte, hauptsächlich das Gut der Familie und der historische Kontext bleibt bis auf wenige Erwähnungen eher außen vor. Aber es ist ja auch ein Roman und kein Geschichtsbuch!

Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger und einer bösen Überraschung für Freddy! Wer wissen will, wie es für sie weiterging, kann sich aber schon auf Oktober freuen, denn da erscheint „Die Jahre der Schwalben“.

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Ein Volltreffer

Ostpreußen, 1920. Die fast zwölfjährige Frederike, von alle Freddy genannt, kommt mit ihrer Mutter und ihren beiden jüngeren Halbgeschwistern von Potsdam auf das Gut Fennhusen. Ihre Mutter hat nach dem Verlust ihrer beiden ersten Ehemänner den Bruder ihres letzten Mannes und gleichzeitigen Gutsherren geheiratet.
Freddy kennt Fennhusen von ihren sommerlichen Besuchen, dennoch ist es anfangs nicht ganz leicht, sich an das gänzlich unvertraute Alltagsleben auf dem Land zu gewöhnen. Doch neben gewissen strengen Regeln hält das neue Leben auch reichlich Freiheiten bereit: ein eigenes Pony, geschwisterliche Streiftouren durch Wiesen und Felder, spontane Planschereien im nahegelegenen Teich und die Verlockungen, die die Köchin stets bereithält...
Doch die heranwachsende Freddy begreift zunehmend, dass sie sich auch selbst um ihre Zukunft kümmern muss: ihr zweiter Stiefvater behandelt sie herzensgut, aber sie hat als Einzige in der Familie, die keine von Fennhusen ist, keinerlei Rechte auf ein ansehnliches Erbe. Aber dann ist da ein guter Freund der Familie, Ax von Stieglitz. Ein Mann, den Freddy schon als junges Mädchen interessant findet - wenngleich er auch deutlich älter als sie ist.

Ulrike Renk erzählt hier eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert - wie auch schon mit ihrer Australien-Saga. Dabei schafft es die Autorin mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit die damalige Zeit aufleben zu lassen. Ich hatte regelrecht den Eindruck, dass ich gemeinsam mit Freddy, Fritz und Gerta die Ländereien erkunde, bei ihren ersten Reitstunden zuschaue oder aber gemeinsam mit Freddy die Erwachsenen geschickt belausche...
Ganz nebenbei fließen die damaligen Strukturen und Gepflogenheiten eines Gutes ein - ebenso wie die historischen Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Reise durch den polnischen Korridor, so dass ich ein gutes Gefühl für die damalige Zeit und das Leben in Ostpreußen bekommen konnte. Gefallen hat mir dabei im Übrigen, dass die Familie selbst anpackt und die Kinder das Gut von der Pike auf lernen müssen - was durchaus mit Arbeit verbunden ist und nichts mit einem durchweg angenehmen Leben, in dem die vielen Bediensteten und Saisonarbeiter die ganze Arbeit leisten.
Freddy wird erwachsen und lernt Verantwortung zu übernehmen, doch ihre eigene Zukunft hat sich nach dem Verlust des finanziellen Erbes von ihrem Vater beileibe nicht gebessert...

"Das Lied der Störche" ist der Auftakt einer Saga, in deren Mittelpunkt Freddy steht. Alleine die nun folgende schwere Zeit wird reichlich Konsequenzen für Freddy und ihre Lieben haben - und ich kann es kaum erwarten, ihre Geschichte weiter zu verfolgen.
Mit dem ersten Band liegt kein Pageturner im eigentlichen Sinne vor, aber mit der brillanten Recherche der Autorin, den glaubhaften, liebevoll gezeichneten Charakteren, den authentischen Beschreibungen vom Leben mit Tieren und Bediensteten auf dem Land und den kleinen Details, wie zum Beispiel das Ostpreußeln der Köchin, hat dieser Roman einen wahren Sog auf mich ausgeübt. Ich bin nur zu gerne in die Lektüre eingetaucht...

Chapeau, dieser Roman ist große Unterhaltungskunst, die nicht nur Spaß macht, sondern auch die damalige Zeit und die Lebensumstände aufleben lässt.

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Eine bewegende Reise in die Vergangenheit

"Das Lied der Störche" ist das erste Buch, das ich von der Autorin Ulrike Renk gelesen habe. Und ich war und bin immer noch total begeistert. Die Autorin entführt uns nach Ostpreußen.

Hier befinden wir uns im Jahr 1920. Frederike verbringt auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz eine glückliche und unbeschwerte Kindeheit. Doch das sie ja eine von Weidenfels ist und aus der ersten Ehe ihrer Mutter stammt, hat sie keinen Anspruch auf den Familienbesitz und ihre Zukunft ist ungewiss. Denn ihr ganzes Erbe ist nach dem Krieg verlorengegangen. Während ihre Freundinnen in Berlin ihre Jugend genießen, besucht Frederike eine Gartenschule um für die Zukunft als Gutleiterin bestens vorbereitet zu sein. Doch da ist der Gutsbesitzer Ax von Sieglitz, den Frederike schon immer bewundert. Doch irgendwie scheint Ax von einem dunklen Geheimnis umgeben.

Ich bin sofort eingetaucht in die Geschichte und habe mich auf dem Gut von Onkel Eric wohlgefühlt. Der Schreibstil der Autorin ist etwas ganz besonderes. Man lebt die Geschichte direkt mit. Ich habe meine Zeit bei Frederike sehr genossen. So ein Leben auf dem Gut war zu dieser Zeit schon etwas ganz besonderes. Frederike und ihre Geschwister hatten zwar gewisse Freiheiten und Onkel Eric hat sie wie seine eigenen Kinder behandelt, aber sie mußten auch die Arbeitsabläufe auf dem Gut kennenlernen und das fand ich total in Ordnung. Gerne hätte ich auch meine Runden in dem tollen Schwimmteich gedreht. Und die Stallungen waren ja herrlich. Und auch die Gesellschaften waren ein besonderes Highlight für die Bewohner des Gutes. Ich sehe die nette Köchin vor mir und dann Tante Edel. Frederikes Mutter hat es ja am Anfang auch nicht leicht gehabt. Aber ihr Mann hat ihr immer Rüchhalt gegeben und sie ist eine hervorragende Gutsherrin geworden. Und dann Ax, der viele Tage auf dem Gut verbracht hat und den Frederike kennt seit sie 11 Jahre alt ist. Ich fand es auch toll, die Entwicklung von Frederike zu beoachten. Sie ist jetzt eine junge Frau, die ihren Weg geht.

Ein absolutes Traumbuch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gegeistert hat. Ein herausragende Familiensaga, die auf wahren Begebenheiten berührt. Das Cover ist für mich auch ein echter Hingucker. Genau so habe ich mir das Guthaus vorgestellt. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne und freue mich schon riesig auf die Fortsetzung.

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Eine empfehlenswerte Familiengeschichte

Nachdem Frederikes Mutter bereits zweimal verwitwet ist, heiratet sie Erik von Fennhusen und zieht mit ihren Kindern auf Eriks Gut. Vorher hatte Stefanie mit ihren Kindern in Potsdam gelebt und nun müssen sie sich an das eintönige Landleben gewöhnen. Frederike ahnt schon sehr früh, dass sie auf Gut Fennhusen keine Zukunft haben wird. Ihr Stiefvater wird immer wieder von Ax von Stieglitz besucht und Freddy fühlt sich gleich zu ihm hingezogen.
Von Anfang an hat mich diese Geschichte gefangen genommen. Der wundervolle Schreibstil trägt genauso dazu bei wie liebevolle Darstellung von Land und Leuten. Hin und wieder gibt es ein wenig ostpreußischen Dialekt, was alles noch authentischer macht.
Die politischen Verhältnisse in jener Zeit sind nicht einfach. Wollte man aus Ostpreußen nach Berlin, musste man durch den polnischen Korridor. Die Züge wurden dafür verplombt und oft auch verdunkelt. Zunehmend wird auch die wirtschaftliche Lage schwieriger.
Freddy ist 11 Jahre alt als sie mit ihrer Mutter und den Halbgeschwistern auf das Gut kommt. Für alle ist es nicht einfach, sich dort zurecht zu finden. Stefanie ist nun Gutsfrau und muss erst lernen, wie man so ein Gut führt. Dabei eckt sie bei „den Leuten“, wie man die Bediensteten nennt, auch an. Die Kinder haben ein unbeschwertes Leben, auch wenn sie Regeln beachten und Pflichten übernehmen müssen. Stefanie ist eine gute Mutter, die für ihre Kinder das Beste will, aber sie plant manchmal so generalstabsmäßig, dass sie gefühllos wirkt. Erik ist ein sehr liebevoller Vater auch für seine Stiefkinder. Die verantwortungsvolle Frederike kümmert sich um ihre Geschwister und ist sehr wissbegierig. Mit den Angestellten kommt sie gut zurecht. Aber sie weiß auch, dass sie nicht die Ansprüche geltend machen kann wie ihre Geschwister. Daher ist sie schon früh besorgt, was die Zukunft ihr bringen wird. Sie freut sich immer, wenn Ax auf dem Gut auftaucht. Wie Freddy ist auch er fasziniert von Wölfen. Doch den jungen Mann umgibt auch ein Geheimnis.
Aber auch die Nebencharaktere sind interessant und sehr individuell dargestellt. Ganz besonders hat es mir die warmherzige Köchin angetan, aber auch Hans, der nicht nur ein Herz für die Tiere hat.
Ich habe mich sehr wohlgefühlt auf Gut Fennhusen und bin schon gespannt, wie es mit Frederike weitergeht.

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Stimmiger Auftakt

INHALT
Ostpreußen um 1920: Die 11-jährige Frederike von Weidenfels und ihre Stiefgeschwister Fritz und Gerta von Fennhusen ziehen auf den Gutshof ihres Onkels und neuen Stiefvaters Erik.

Das Leben auf dem Land in der Nähe von Graudenz unterscheidet sich fundamental von dem in der Stadt. Gab es in Potsdam noch in allen Bereichen des Wohnhauses Elektrizität und fließend Wasser, so ist dies im Gutshaus eher Mangelware. Hier steht die Pferdezucht und die Bewirtschaftung der Felder im Vordergrund. Auch eine Schule gibt es nicht, doch dafür einen, in die Jahre gekommenen Hauslehrer.

Anfangs tun sich die Geschwister und vor allem Frederike noch schwer mit dem Hofleben, denn in Berlin pulsiert das Leben. Aber mit der Zeit lernt sie dessen Vorteile zu schätzen und will alles lernen, um eines Tages eine gute Gutsherrin zu werden. Da sie weder Mitgift noch Auskommen besitzt, ist eine wohlhabende Partie erstrebenswert. Der fünfzehn Jahre ältere Ax von Stieglitz hat nicht nur gute Manieren, sondern auch ein großes Gut. Doch ein Geheimnis umgibt ihn...

MEINUNG
Ulrike Renks neuester Wurf - Das Lied der Störche - basiert auf einer wahren Geschichte und überzeugt durch die realistische Abbildung der damaligen Lebensumstände. Die Gutsherren hatten es in den Zwanziger Jahren nicht leicht, da nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland politische Wirren herrschten und es die Menschen immer mehr in die Städte trieb, wo es Automobile, Elektrizität und allerhand kulturelle Amüsements gab.

In der ländlichen Provinz kämpfte man ums tägliche Überleben und arbeitete hart. Protagonistin Frederike muss dies erst noch lernen, doch sie liebt den dort herrschenden familiären Zusammenhalt. Hier kann sie unbeschwerte Tage mit den Geschwistern in der Natur verbringen und muss sich nicht um die neueste Mode kümmern. Auch Hunde, Pferde, Kaninchen etc. wollen versorgt werden.

Renks unverstellter, authentischer Einblick in das damalige Land- und Familienleben macht dieses Buch so lesenswert. Es geht um Rollenbilder, jugendliche Rebellion und Verwirklichung von Lebensträumen. Hierbei steht Frederikes Werdegang im Fokus. Letztere wandelt sich im Laufe der Handlung von der braven Stieftochter zur angesehenen Gutsherrin. Gern setzt sie sich über gängige Konventionen hinweg und handelt nach humanen Gesichtspunkten. Emotional nimmt sie ihre ungewisse Zukunft stark mit. Infolge hadert sich oft mit sich, weiß aber immer die rechten Entscheidungen zu treffen. Frederike sowie die Nebencharaktere (Geschwister, Tanten, Stiefvater, Mutter etc.) wurden passend zueinander ausgewählt, so dass ein wahres Familienidyll geschaffen wird.

Handlungstechnisch lebt der Roman von dem bunten Familien- und Gutsleben im Hause Fennhusen. Das offene Ende weckt des Lesers Neugier auf den zweiten Band. Man fragt sich: Wie wird es wohl mit Frederike weitergehen? Wie werden die politischen und privaten Ereignisse ihr Leben verändern?

Die Sprache der Autorin ist lebendig und sehr bildhaft. Zudem werden allerhand Redewendungen, Anreden sowie Dialekte der Zeit gewinnbringend mit eingeflochten. Auch bei der Namenswahl zeigt sich Renk sehr geschickt, indem zeitgenössische Namen für ihre Charaktere wählt.

FAZIT
Gelungener Auftakt zu einer neuen Familiensaga, deren Lektüre nicht nur gut unterhält, sondern ganz nebenbei viel Mentalitätsgeschichte vermittelt. Absolut lesenswert!

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1. Teil einer Familiensaga

Dies ist der 1. Teil der Lebensgeschichte von Frederike nach einer wahren Begebenheit, die in den 20er Jahren mit einer sehr glücklichen Kindheit auf einem Gutshof beginnt. Das Leben auf dem Hof wird sehr lebendig geschildert, die Figuren sind liebevoll und facettenreich beschrieben, einige schließt man sofort ins Herz. Besonders Frederike ist als Hauptfigur gut gelungen. Man ist sofort mitten in der Geschichte und kann sich wunderbar in diese Zeit hineinversetzen. Im zweiten Abschnitt ist Frederike 19 Jahre alt und muss nun "an den Mann" gebracht werden. Auch diese sehr aufregende Zeit für sie und ihre Geschwister lesen sich locker mit sehr schönen Dialogen gespickt und mit dem einen oder anderen kleinen Ereignis. Es gibt keine großen Höhen und Tiefen, das benötigt das Buch aber auch nicht, um sich gut unterhalten zu fühlen.

Für mich ist das ein klassisches Sonntags-Wohlfühlbuch, dass man in einem Rutsch bei schlechtem Wetter mit heißem Tee und leckeren Keksen in der Lieblingsleseecke verschlingen kann.

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Ostpreußenroman

Inhalt:
Diese Rezension bezieht sich auf das (ungekürzte) Hörbuch.

Die Familie von Fennhusen hat offensichtlich Glück gehabt: ihnen mangelt es an nichts.
Frederike, die älteste Tochter von Stefanie, welche in dritter Ehe mit Eric von Fennhusen verheiratet ist, verbringt ihre Kindheit auf dem Gut ihres Stiefonkels. Da sie weder Erbe noch Mitgift zu erwarten hat, drängt ihre Mutter sie, sich mit einer guten Partie zu verbinden. Doch ein Geheimnis umgibt den Mann den die Mutter ausgewählt hat.
Wird Frederike mit ihm ihr Glück finden?

Meine Meinung:
Die Geschichte an sich hat mir ganz gut gefallen, gibt sie doch Einblicke in das Leben auf einem Gutshof in Ostpreußen zur Zeit zwischen den Weltkriegen. Man erfährt ein paar historische Tatsachen, zum Beispiel über den polnischen Korridor. Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten, und wird aus Frederikes Sicht geschildert. Das Buch ist flüssig geschrieben, hat aber recht überflüssige Wiederholungen; und diese Menschen können nicht lachen oder lächeln, sie grinsen nur -- und das gefühlt in jedem zweiten Satz. Vor meinem inneren Auge tauchte ständig jemand auf, der mir alle seine Zähne zeigt, wie die Grinsekatze aus Alice im Wunderland. Ich bin da pingelig, es hat mich genervt.

Ich finde es also von Sprache und Stil her nicht so ganz gelungen, aber der Inhalt ist nett.
Nichts aufregendes, sieht man mal vom Verhalten Frederikes Mutter ab, das einen auf die Palme bringt, auch unter Berücksichtigung der damaligen Zeit.
Frederike verschläft die 'Goldenen 20er' in ihrem Provinznest und hat praktisch keine Lebenserfahrung. Sie ist arbeitsam und steht mit beiden Beinen fest auf der Erde, aber das kommt ihr zugute, wird sie doch dazu ausgebildet, später mal ein Gut zu führen.

Yara Blümel hat es ganz nett vorgelesen, aber eine Sprecherin die den ostpreußischen Dialekt ein bisschen gekonnter rübergebracht hätte, wäre sicher nett gewesen.

Auf den zweiten Band darf man gespannt sein, denn die Geschichte geht weiter.

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