Tilman Röhrig: Wie ein Lamm unter Löwen

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Tilman Röhrig: Wie ein Lamm unter Löwen
ET (D)
1998
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783404144310

Informationen zum Buch

Seiten
830

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Handlungsort

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Im Jahre 1194 wird am zweiten Weihnachtstag auf dem Marktplatz von Jesi ein Kind geboren: Friedrich, der Sohn des Kaisers Heinrich und seiner Frau Konstanze. Wild und ungebändigt wächst der Junge in den Gassen von Palermo auf, regiert später das Kaiserreich und stirbt 1250 nach einem erfülltem Leben - und jahrelanger Auseinandersetzung mit dem Papst.Im Jahre 1284 verkündet ein würdiger alter Mann mit schneeweißem Haar auf dem Marktplatz von Köln: "Ich bin Friedrich der Staufer. Ich bin nicht, wie ihr glaubt, vor vielen Jahren gestorben, sondern nach einer langen Pilgerfahrt aus dem Heiligen Land zurückgekehrt, um Frieden zu bringen." Die Zuhörer sind erstaunt, welche Einzelheiten aus dem Leben des Kaisers der Unbekannte kennt. Der Mann kann kein Betrüger sein! Aber wer ist er dann?Die Gestalt Friedrichs II., den man "das Staunen der Welt" nannte, steht im Zentrum des Mittelalters.

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„Wie ein Lamm unter Löwen“ von Tilman Röhrig spielt im 13. Jahrhundert. Eine der Hauptfiguren ist der spätere Kaiser Friedrich II, dessen Lebensgeschichte hier vom ersten Zeichen der Schwangerschaft seiner Mutter bis zu einem Tod erzählt wird wobei sowohl der private als auch der öffentliche Kaiser nicht außer Acht gelassen werden. Zweite Hauptfigur ist sein Kammerdiener und Vertrauter Baron Lupold, der als Knappe in den Bannkreis Friedrichs Mutter gerät und dem Dienste am Kaiser sein Leben widmet. Dritter im Bunde ist der Bettlerjunge Tile, der vom jungen Kaiser fasziniert ist und es durch Beharrlichkeit und Lupolds Protektion schafft 2. Kammerdiener zu werden. Er ist der einzige, der auch nach dem Tode Friedrichs noch eine Zukunft hat, die sich aber am Ende wieder schicksalhaft mit dem Kaiser Friedrich II verbindet.

Das Buch beginnt mit einem furiosen Ritt Lupolds, der Heinrich VI, Sohn des großen Friedrich Barbarossa die Nachricht von der Schwangerschaft mit dem zukünftigen Friedrich II berichtet und beschreibt explizit die Vorgänge vor und zum Zeitpunkt der Geburt, um dann einen Zeitsprung von einigen Jahren zu machen. Diese Zeitsprünge sind typisch für das Buch, in Sachtexten wird von den überwiegend politischen Geschehnissen dieser fehlenden Zeitabschnitte berichtet. Auf diese Weise schafft es der Autor 90 Jahre in etwas über 800 Seiten ablaufen zu lassen.

Und da komme ich auch schon zu meinem Kritikpunkt. Die Erzählweise ist mir größtenteils zu sachlich, es gelingt ihm fast nie mir Gefühle für die Personen zu entlocken.Friedrich ist gerade in seinen späteren Jahren ein machthungriger und launischer Despot. Vielleicht war er das wirklich, aber es gab in diesem Fall sicherlich Gründe dafür, nur wurden mir diese in „Wie ein Lamm unter Löwen“ nicht nahe gebracht. Scheinbar grundlos wandelt sich der relativ nette Junge mit dem scharfen Verstand zu einem unsympathischen Unterdrücker. Lupold hingegen existiert nur in seiner Funktion als Kammerdiener, seine Persönlichkeit verschwindet mehr und mehr, andere Beziehungen als zum Kaiser, zu seiner Frau (die zugleich Kammerzofe der jeweiligen Kaiserin war) und zu seinem Gehilfen Tile rücken immer mehr in den Hintergrund, bis sie aufhören zu existieren. Tile ist zu Beginn ein lebhafter und starrköpfiger kleiner Junge, wächst zu einem nervenden jungen Naivling heran, der dann seine Gefühle im Dienste Friedrichs II so sehr zu unterdrücken lernt, dass er meine Sympathien wieder verspielt. Einzig am Ende beweist er Größe und ist Hauptfigur der einzigen Szene im Buch die mich berühren konnte.

An gerade bei historischen Romanen interessanten Zusatzleistungen bietet der Autor von allem etwas, aber in mir nicht ausreichender Qualität. Das Personenregister ist nach Kapiteln aufgeteilt, alle in einem Kapitel auftretenden Personen werden mit ihrer aktuellen Funktion beschrieben, was recht gefährlich ist, wenn man nicht wissen will, wie sich eine Person entwickelt, auch vermisse ich eine Trennung zwischen echten und fiktiven Personen. Ausserdem bietet mein Buch noch eine Karte des Stauferreiches (ohne Jahresangabe) und einen Stammbaum, auf dem leider nur die im Buch auftauchenden Kinder Friedrichs aufgeführt sind, ohne Verweis, dass da welche fehlen.

Mir fällt gerade auf, dass alle meine Kritikpunkte darauf hinauslaufen, dass mir das Buch möglicherweise einfach nur zu realistisch in seinen Schilderungen ist. Tilman Röhrig hat vielleicht eine detaillierte und wahrheitsgetreue Lebensgeschichte geschrieben. Nur wollte ich leider keine wahre, sondern in erster Linie eine schöne Geschichte lesen.

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Im Prinzip ein sehr gutes Buch, aber die Liebesszenen sind teilweise wirklich sehr überzogen und zu ausführlich. Der restliche Inhalt ist recht interesant. Irgendwann bin ich nicht von diesem Buch los gekommen.

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Genial geschrieben! Spannend alle Details perfekt und in jeder Einzelheit beschrieben und geschrieben. Teilweise übertreibt Tilman Röhrig auf seinem Weg durch das Buch die Beschreibung einzelner Szenen, die sehr pervers beschrieben sind. Auch das Ende - nach dem Tod Friedrichs 2 - hätte man weglassen können. Aber alles in allem inhaltlich gut und übersichtlich!

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