Iris Kammerer: Wolf und Adler

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Iris Kammerer: Wolf und Adler
Verlag
ET (D)
2007
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453873629

Informationen zum Buch

Seiten
560

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
Gaius Cornelius Cinna näherte sich mit forschen Schritten dem Raum, zu dem ein hochnäsiger Tribun ihn geschickt hatte, nachdem er sich wie befohlen im Stabsgebäude des Legionslagers von Mogontiacum eingestellt hatte.

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Das Rheinland im Jahre 14 n. Chr.: Die römischen Legionen am Rhein sind unruhig. Sie wollen endlich gegen Arminius in den Kampf ziehen, die Schmach der Niederlage rächen und die geraubten Legionsadler zurückholen. Die Meuterer wollen Germanicus.

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Solide historische Unterhaltung

Der dritte und letzte Teil der Cinna-Trilogie hat mir wieder besser gefallen als der zweite Teil, mich aber auch nicht so begeistert wie der erste Band. Während ich "Der Tribun" atemlos Cinnas Gefangenschaft unter den Barbaren verfolgt hatte und mich an der Darstellung des germanischen Lebens erfreute, zog sich der zweite Band "Die Schwerter des Tiberius" doch ziemlich in die Länge, wurden doch schwerpunktmäßig die römische Politik in Germanien und Cinnas Eheprobleme mit Sunja behandelt. Der dritte Band hingegen ließ sich wieder flüssiger lesen, was an mehreren Faktoren lag.

Zum einen spielt in diesem Band Sunja eine eher untergeordnete Rolle. Sie kommt zwar vor und hat durchaus Einfluss auf die Handlung, aber der Hauptaugenmerk liegt definitiv bei Cinna. Das Konfliktpotential dieser Figur kam diesmal ganz deutlich zum Vorschein, denn es schlagen zwei Herzen in seiner Brust. Als römischer Soldat mit Führungsverantwortung ist er selbstverständlich seinem Imperator Tiberius und dessen Statthalter Germanicus verpflichtet; hat deren Politik in Germanien zu vertreten und Befehle von oben auszuführen. Daneben ist er aber durchaus Vertrauter der germanischen Barbaren, denn durch seine Heirat ist er mit vielen von ihnen verwandt oder verschwägert. Die Position "zwischen den Stühlen" bringt zwar so manchen Vorteil, wenn er beispielsweise Verhandlungen in der Muttersprache der Germanen führen kann, insgesamt aber bringt ihn sein innerer Zwiespalt des Öfteren zum Schwitzen. Die Ausarbeitung dieses Konfliktes hat die Autorin in diesem Band weitaus intensiver und eleganter dargestellt wie in den Bänden zuvor, was mir sehr gut gefallen hat.

Zum anderen gibt es in diesem letzten Teil doch sehr viel Action. Während man in Band zwei vor allem die Ufer des Rhenus bewachte und vor dem Einfall der Barbaren schützte, geht es diesem ganz anders zur Sache. Germanicus schickt sich an, die verschiedenen germanischen Volksstämme für die Schmach der Varusschlacht zu bestrafen; wer sich nicht unterwirft, wird zum Feind erklärt und angegriffen. Darüber hinaus ist sein erklärtes Ziel, den Verräter Arminius zu stellen und in Rom seiner gerechten Strafe zuzuführen. Deswegen hat man es mit zahlreichen Feldzügen und Schlachten zu tun, im Verlaufe derer Cinna im ganzen Rheinland hinauf bis zur Nordsee herum kommt. Die dadurch entstehende Dynamik hat dem Roman sehr gut getan und die Trägheit des zweiten Bandes vergessen lassen. Besonders schön fand ich die Darstellung der Pferde und Pferdeszenen, die ich sehr gekonnt eingebettet in die ganze Handlung fand.

Weniger Spaß hatte ich abermals mit der römischen Politik; das who-is-who und die ganzen Titel der römischen Prominenz waren für mich bis zum Ende nebulös und verworren. Da fehlten mir eindeutig Vorkenntnisse und ich hatte auch keine Lust, die ganze Zeit nebenbei zu Googeln. Immerhin gibt es am Ende des Buches ein ausführliches Glossar und Personenverzeichnis sowie eine Zeittafel, die mir einigermaßen weiterhalfen. Aber ich war auch ganz froh, wenn es aus den Redesälen wieder hinaus ins Feld ging.

Insgesamt gesehen bereue ich es nicht, die Reihe um Gaius Cornelius Cinna gelesen zu haben; die genau Recherche der Autorin und die präzise Darstellung der damaligen Verhältnisse haben mein Wissen bereichert, wenn auch der Unterhaltungswert an manchen Stellen durch den Geschichtsunterricht litt. Den Sprachstil fand ich etwas trocken und an manchen Bandwurmsätzen hätte ich mich fast verschluckt. Insgesamt ist die Reihe aber als solide historische Unterhaltung mit Anspruch zu empfehlen.

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