Elizabeth Kostova: Der Historiker

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Elizabeth Kostova: Der Historiker
ET (D)
2005
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Historian
ET (Original)
2005
ISBN-13
9783827005908

Informationen zum Buch

Seiten
832

Sonstiges

Erster Satz
Im Jahr 1972 war ich sechzehn - zu jung, sagte mein Vater, um ihn auf seinen Reisen in diplomatischer Mission zu begleiten.

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Hier wird das Genre Dracula-Roman völlig neu erfunden - dieser internationale Bestseller führt zu einer der dunkelsten Mächte der Menschheitsgeschichte: dem barbarischen Herrscher Vlad, Urbild der Dracula Legende.

Spät in einer Nacht findet ein junges Mädchen in der Bibliothek ihres Vaters ein altes Buch und ein Konvolut mikt vergilbten Briefen. Die Briefe sind alle an „meinen lieben und bedauernswerten Nachfolger“ adressiert, und sie führen das Mädchen mit in ein Labyrinth, in dem sich die Geheimnisse der Vergangenheit ihres Vaters mit dem mysteriösen Schicksal der Mutter zu einem Drama verbinden, das weit in die Historie zurückreicht.

Die Briefe fragen nach der Herkunft von Vlad dem Pfähler, und eine Suche in Klöstern, Bibliotheken und Archiven beginnt, bei der die Grausamkeiten von Dracula zu Tage treten, die sich bis heute fortsetzen ...

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Was für ein geniales Buch! Wer hätte gedacht, dass man die Legende von Dracula, dem Vampir so anspruchsvoll verpacken kann. Auf mehreren ineinander verschachtelten Erzähl- und Zeitebenen berichtet die Autorin über die Spurensuche mehrerer Generationen von Historikern, die das Geheimnis um den dunklen Fürsten Vlad Tepes lüften wollen. Dabei bekommt der Leser einen tiefen Einblick in die Geschichte Osteuropas, und der Horror wird auch nicht vernachlässigt, wie es sich für einen Vampirroman gehört. Gerade die gruseligen Passagen fand ich sehr gelungen, weil sie keinesfalls plump und aufdringlich wirken, sondern sich leise anschleichen und dem Leser viel Raum für die eigene Phantasie lassen.

Was den Schluss betrifft, muss ich leider Kritik üben; zu schnell und zu oberflächlich wird er abgehandelt, was im krassen Gegensatz zur vorangegangenen, sehr ausführlich gehaltenen Handlung steht. Insgesamt hat mir der Roman jedoch sehr gut gefallen und ich kann ihn anspruchvollen Lesern von historischen Romanen, die auch einen Schuss Horror und Mystery vertragen, gerne weiter empfehlen. Der reine Horrorfan wird vielleicht nicht ganz auf seine Kosten kommen, da wie gesagt, nicht unbedingt die grusligen Elemente im Vordergrund stehen.

Für den Schluss gibts einen kleinen Abzug.

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Zu Beginn des Buches erzählt eine Historikerin aus ihrer Jugendzeit - berichtet von ihren Reisen mit ihrem Vater, einem Historiker der zu der Zeit in Amsterdam ansässig ist. Die beiden kommen viel herum und der Leser begleitet sie auf ihren Reisen durch Europa. Eines Tages gerät dem Mädchen ein besonderes Buch in der Bibliothek ihres Vaters in die Hände... Ihr Vater erzählte ihr damals viel von seinem ehemaligen Professor und dessen Erlebnissen - so kommt eine weitere Zeitebene in die Geschichte. Es beginnt eine Recherche rund um Vlad Tepes alias Dracula, die sich über Generationen zu ziehen scheint...

Dracula und die Suche nach seinem Grab ist sind der Antrieb in diesem Buch von Elizabeth Kostova. Keineswegs darf man aber einen herkömmlichen Vampirroman mit Schockeffekten erwarten, auch findet man die viktorianische Szenerie eines Anne Rice-Romans nicht in diesem Buch und damit erwartet einen etwas Neues, etwas Ungewöhnliches. Der Autorin gelingt es auf wundervolle Weise, historische Fakten mit Phantastischem, Mystischem zu verbinden. Da es sich bei der historischen Person Vlad Tepes nicht gerade um einen zimperlichen Eroberer gehandelt hat, können die Berichte über seine Vorgehensweisen einen doch schon ängstigen. Viel atemberaubender und gruseliger als die sachlichen Fakten über Pfählungen und Folterungen sind aber die Recherchen bezüglich Dracula, die beschriebenen Orte und Begegnungen. Ich las die letzten 120 Seiten allein zu Hause und die knarzenden Holzjalousien taten ihr Übriges um mein Blut gefrieren zu lassen. Solch gut gemachter subtiler Grusel kommt einem nicht oft in die Hände. Eine der gruseligsten Stellen war für mich die Beschreibung einer völlig stillen Gruft in der die Protagonisten dann nicht allein zu bleiben schienen...

Dieses Buch sollte am besten bei Sturm, Dunkelheit, leiser Musik wenn man das mag (mir gefielen Geigeninterpretationen sehr gut dazu) gelesen werden - dann wird die aufkommende Stimmung beim Lesen noch unterstrichen.

Sehr gut haben mir auch die vielen osteuropäischen Stationen bei den Reisen in Europa gefallen. Die Beschreibungen von Menschen, Natur und Städten sind sehr authentisch. Auch die Anlehnung an Bram Stokers Dracula, da die Autorin einige Teile des Buches in Briefen erzählt, mochte ich sehr. Überhaupt wirkt die ganze Geschichte sehr realistisch und macht sie damit vermutlich um so unheimlicher.

Mein Buchtipp für alle Fans von gut recherchierten historischen Romanen mit einem Faible fürs Phantastische.

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Dracula - der Name ist Programm und ruft automatisch Assoziationen wach mit düsteren Gruselschlössern im rumänischen Hinterland und blutrünstigen Vampirattacken.

Oder man findet die ganze Vampirgeschichte doof, wie ich.

Und dann fiel mir dieses Buch in die Hände, das wohltuend ohne Splattereffekte und Heerscharen von beißwütigen Untoten auskommt und Dracula nicht vordergründig als blutdurstigen Vampir in den Mittelpunkt stellt, sondern sich mit der historischen Person Vlad Tepes, genannt Drakulya, beschäftigt, während subtiler Grusel nicht zu kurz kommt.

Das Buch ist vielschichtig aufgebaut und wird auf zwei, teils sogar drei Zeitebenen erzählt.

Hauptfiguren sind ein Uni-Wissenschaftler, von dem wir nur erfahren, dass er Paul heißt, und seine nicht namentlich bezeichnete Tochter. Paul ist fasziniert von den Legenden, die sich um den sadistischen Fürsten aus Rumänien ranken. Mit seiner Tochter reist er quer durch Europa und besucht zahlreiche Orte, die mit Vampirlegenden aufwarten können.

Parallel dazu erfährt das Mädchen zuerst durch mündliche Berichte und später durch Briefe des Vaters von seiner Suche nach dem tatsächlichen Grab Draculas, das den Legenden zum Trotz nicht auf einer kleinen Insel in einem rumänischen See liegt, vom Verschwinden seines Mentors, Professor Rossi, und von Pauls Begegnung mit der schönen, unnahbaren Helen, die seine Leidenschaft teilt und ihn auf seinen Recherchen begleitet.

Elizabeth Kostova hat mit "Der Historiker" einen komplexen, packenden und auch sprachlich ausgefeilten Erstlingsroman vorgelegt, der Spannung, Grusel, Geschichte und Zwischenmenschliches auf sehr gelungene Weise verbindet und mich absolut überzeugt hat, die ich anfangs arg skeptisch war, ob mir ein Dracula-Buch gefallen könnte.

Die vielschichtige Handlung und die Ortssprünge auf Pauls Reisen mit seiner Tochter, die häufigen Perspektivenwechsel bis hin zu Briefen, mündlichen Erzählungen und wissenschaftlichen Abhandlungen, die in Pauls Berichten an seine Tochter vollständig zitiert werden, waren anfangs nicht ganz einfach zu "handhaben", doch mit der Zeit wurden die Verhältnisse klarer.

Sehr fasziniert haben mich auch die Schauplätze der Handlung, denen ich in meiner sonstigen Lektüre nur selten begegne: entlegene Gebiete Rumäniens, Ungarn im Jahre 1953, die Türkei, Bulgarien - alles wunderbar plastisch und atmosphärisch dargestellt, so dass man förmlich den Weihrauch in den orthodoxen Kirchen und die muffige Luft unheimlicher Krypten zu riechen glaubt.

Diese Autorin werde ich in Zukunft definitiv weiter beobachten und bin gespannt, womit sich ihr nächstes Buch befassen wird.

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Der Historiker... ein Vampirroman wie kein anderer. Ich fand das Cover irgendwie toll - so weiß und unschuldig, darum habe ich mir dieses Buch gekauft. Auch habe ich bei dem Titel etwas ganz anderes als einen Vampir-Roman erwartet - doch in der Leserunde hat er viel Spaß gemacht. Das Buch besitzt einen sehr gelungenen Spannungsbogen und die vielschichtige Handlung ist ansprchsvoll und gleichzeitig reizvoll. Die Figuren sind im Rahmen der Geschichte gut dargestellt, darüber hinaus erhält man jedoch keine Informationen, bei der Tochter "fehlt" der Name bis zum Schluss. Toll fand ich die Orte an denen die Geschichte spielt - Ungarn, Türkei, Rumänien...ausgewöhnliche aber wunderschön dargestellte Regionen. Das Ende empfand ich ein bisschen zu "Hollywood" - Like aber trotzdem ein Buch was ich empfehlen kann, wenn man keine schwachen Nerven hat.

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Der Historiker

Dieser Roman war bis zur letzten Seite fesselnd und auch im Aufbau wirklich gelungen. Nicht nur aus der Sicht der 17jährigen Erzählerin wird berichtet, sondern auch durch Briefe ihres Vaters, Postkarten ihrer Mutter, Tagebücher des Mentors des Vaters und vielen alten Dokumenten aus dem fünfzehnten Jahrhundert.
Der Hauptteil dieser Geschichte spielt ungefähr 1952 und nimmt den Leser mit auf eine unglaublich anschauliche Reise durch Mittel- bis Osteuropa. Die Beschreibungen der Städte, der Landschaften und der Atmosphären vor Ort sind dermassen gelungen, dass man das Gefühl hat, mit den Protagonisten dort gewesen zu sein. Es machte mir Lust darauf diese Städte, ganz besonders Budapest, Istanbul und auch die Landschaften von Transilvanien mit eigenen Augen zu sehen. Zudem ist der Roman spannend geschrieben und man rechnet mit allem, da nicht immer alles gut ausgeht.
Ausserdem habe ich ein sehr gutes Bild vom Osteuropa und dessen bedeutenden Menschen des fünfzehnten Jahrhunderts bekommen, was ich ausgesprochen interessant fand. Die historischen Beschreibungen waren niemals belehrend sondern ungemein interessant und sehr gut in die Geschichte integriert, ohne das Langeweile aufkommt oder man das Gefühl hatte, dass die Geschichte dadurch in ihrem Fluss unterbrochen wurde.
Ich bin normalerweise gar kein Leser vom Vampir-Genre, aber dieses Buch hat mir wirklich sehr viel Freude gemacht und ausserordentlich gut gefallen, zumal in diesem Buch endlich mal ein Vampir nicht glorifiziert wird, sondern durch und durch böse ist, so wie es Vlad III ja auch zu seinen Lebzeiten war.

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