Christopher Moore: Der Lustmolch

Christopher Moore: Der Lustmolch

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Christopher Moore: Der Lustmolch
Verlag
ET (D)
1999
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Lust Lizard of Melancholy Cove
ET (Original)
1998
ISBN-13
9783442449866

Informationen zum Buch

Seiten
319

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Der September in Pine Cove ist ein Seufzer der Erleichterung, ein Gute-Nacht-Trunk, ein Nickerchen, das man sich redlich verdient hat.

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Handlungsort

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Für sich genommen sind die Ereignisse in der Kleinstadt Pine Cove nicht besonders schickalsträchtig: Die Barbesitzerin sucht einen Blues-Sänger; Bess Leander, brave Hausfrau und Opfer einer Überdosis Antidepressiva, erhängt sich; und aus der Kühlleitung des nahen Atomkraftwerks läuft radioaktives Wasser ins Meer. Aber als der Gitarrist Catfish mit seinem Blues ein verliebtes Seeungeheuer an Land lockt, beginnen die Probleme. Dann kommt auch noch die Polizei ins Spiel, die den Tod von Bess untersucht, und bald ist nichts mehr wie zuvor...

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Es ist ruhig im Städtchen Pine Cove. Für Marvis, die Pub-Besitzerin, etwas zu ruhig. Um die Geschäfte anzukurbeln engagiert sie einen Blues-Man. Der auch erstaunliche Wirkung zeigt, die Bar ist bald voll wie schon lange nicht mehr. Das könnte natürlich auch eine Nebenwirkung davon sein, dass die städtische Psychiaterin plötzlich auf Verhaltenstherapie schwört und kurzerhand all ihren Patienten, und das sind nicht wenige, Placebos verabreichen lässt. Aber das kann Marvis ja nicht ahnen. Genauso wenig wie sie wissen konnte, dass mit dem Blues-Man Catfish noch ein wesentlich unangenehmerer Zeitgenosse die Stadt aufsuchen wird. Er wird nämlich seit einer dummen Geschichte vor über 50 Jahren von einem Seeungeheuer verfolgt. Diese Urechse verfügt über einige erstaunliche Fähigkeiten und ist neben der Rache an Catfish nur an einem interessiert: der Fortpflanzung. Ein echter Lustmolch eben.

„Der Lustmolch“ ist ein typischer Moore, wie ich ihn mag. Voller Sarkasmus und skuriler Szenen, triefend vor schwarzem Humor. Wer sonst kommt schon auf die Idee, dem Deputy beim Aufheben einer Speedküche eine schwertschwingende alternde Amazone zur Seite zu stellen, die eine seltsame Beziehung zu einer urzeitlichen Echse pflegt. Sehr schön auch die Szene, in der das Seeungeheuer einen Tanklaster mit seinesgleichen verwechselt und versucht ihn zu begatten. Klingt seltsam, ist aber einfach nur urkomisch, wenn Christopher Moore es schreibt. Die Charaktere sind schräg, wie man sie aus Pine Cove eben kennt. Mir macht es immer wieder Spaß, in diese Stadt zurück zu kehren. Leben möchte ich dort allerdings nicht, wo der Deputy ohne seine Haschpfeife nicht sein kann, die Pub-Besitzern einem ältlichen Terminator gleicht und man Gefahr läuft, von einer durchgeknallten Schauspielerin mit dem Schwert umgebracht zu werden. Trotz aller Verrücktheit wachsen einem die Bewohner Pine Coves aber ans Herz.

Man muss diese ganz eigene Art des manchmal etwas derben Humors mögen, seine Bücher sind sicher nicht jedermanns Sache. Aber wer es schräg und auch mal bitterböse mag, sollte es mit seinen Büchern versuchen. Für Freunde des staubtrockenen schwarzen Humors auf jeden Fall eine Empfehlung.

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