Anne Weiss, Stefan Bonner: Generation Doof

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Anne Weiss, Stefan Bonner: Generation Doof
Untertitel
Wie blöd sind wir eigentlich?
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783404605965

Informationen zum Buch

Seiten
336

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Im Europa-Park in Rust lief eigentlich alles nach Plan.

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Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag. Einzelfälle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Eine Karriere als Popstar erscheint dem Bäckerlehrling verlockender als eine solide Ausbildung. Dieses Buch geht der Frage auf den Grund, wie es wirklich um die Mütter, Väter und Bundeskanzler von morgen steht. Geschrieben haben es zwei Autoren, die mit der Generation Doof per Du sind. Denn es ist ihre eigene.

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Generation Doof

Der Untertitel des Buches resümiert eigentlich schon sehr schön den Inhalt von "Generation doof". Wie blöd sind wir wirklich? Denn genau diese Frage wird im vorliegenden Buch unter die Lupe genommen. Die vermeindlich unterbelichtete Generation wird von allen Seiten beleuchtet und in jeder Lebenssituation beobachtet. Wie sieht es mit der Bildung aus? Woran liegt es, dass die Jüngeren immer dümmer werden? Welche Rolle spielen die Medien dabei? Wie verhält sich die Generation der heute 15 bis 45 Jährigen in der Liebe und wie sieht die Zukunftsplanung aus? Wie sind die Werte dieser Generation? Woran liegt es, dass eine kollektive Verdummung droht oder wie kann man ihr Einhalt gebieten?
Über all dies wird man von diesem Buch, aus der Sicht der Autoren, aufgeklärt.

Meine Meinung über dieses Buch muss ich in zwei Teile splitten. Auf der einen Seite, bietet dieses es gute Unterhaltung, da man des öfteren Lachen und gleichzeitig ungläubig den Kopf schütteln muss über die Beispiele von sprachlichen Ergüssen die einige unterbelichtete Zeitgenossen anscheinend wirklich fähig sind hervorzubringen. Auf der anderen Seite ist dieses Buch aber auch ein Sachbuch welches eine bestimmte Gruppe von Menschen, nämlich die heute 15 bis 45 jährigen, erst einmal relativ rigoros über einen Kamm schert und dann genauer unter Betrachtung nimmt.

Es stehen viele kluge und, meiner Ansicht nach, richtige Dinge in diesem Werk, wenn es beispielsweise um die Frage geht, was an der langsamen Verdummung der Kinder und Jugendlichen "Schuld" ist oder wenn es um gewisse Werte geht, die in der heutigen, doch recht schnelllebigen Zeit, verloren gehen oder bereits verloren gegangen sind. Mit den meisten Ansichten bin ich d´accord und es werden einige Ansätze zur Verbesserung der Gesamtsituation vorgestellt.

Allerdings muss ich sagen, dass es auch einige Aspekte in diesem Buch gibt, bei denen sich meine Stirn des öfteren in Falten gelegt hat. Auch wenn hin und wieder mal angeführt wird, dass ja nicht alle dumm sind, sondern es auch eine kleine Elite gibt, die es geschafft hat vom fahrenden Zug ins mentale Niravana abzuspringen, gefällt mir die Pauschalisierung, welche die Autoren vornehmen, nicht so wirklich. Am schrillsten läutete meine persönliche Alarmglocke bei dem Kapitel über die Liebe. Laut Aussage der Autoren gibt es zwei Liebestypen, die Sexfreaks, die nur das eine wollen und die Kuschler, die ihrem Partner gruselige Kosenamen geben und eine Beziehung bloß dazu nutzen die Welt ab und an mal lagsamer rotieren zu lassen. Die wahre Liebe, die auch schwere Lebensphasen überdauert, exitiert angeblich nicht mehr. Bevorzugte Partner seien Menschen mit einem niedrigen IQ, da wir uns den eigenen Glanz nicht streitig machen lassen wollen und sowieso werden Partner schneller auf die Straße gesetzt als man gucken kann, wenn Probleme auftauchen, da einem die Person hinter der "Schnullerbacke" gänzlich wenig interessiert.

Ich habe noch nie über Aussagen die ich in einem Buch vorgefunden habe so angeregt mit Freunden und Bekannten diskutiert wie über die Thesen die in "Generation doof" aufgestellt werden. Was durchaus positiv ist. Denn eigenes Reflektieren zu bestimmten Sachverhalten schadet niemandem.

Jedoch ebenfalls problematisch finde ich die Definition von "doof". Relativ am Anfang des Buches, werden einem vier Fragen gestellt. Wenn man diese Fragen korrekt beantworten kann ohne bei einschlägigen Internetseiten oder in Lexika nachzuschlagen, bekommt man attestiert nicht zur Generation doof zu gehören. Wenn ich also weiß wie unser Verkehrsminister heisst, wenn ich erklären kann wie Gesetze verabschiedet werden, ich den Namen des ersten deutschen Bundespräsidenten kenne und obendrein auch noch hinbekomme die drei längsten Flüsse unseres Landes zu nennen, dann bin ich nicht doof. Danke. Das ist zwar nett und ist sicherlich gut fürs Ego nachdem ich 50 Seiten lang gedacht hatte bei mir wäre intellektuell gesehen Hopfen und Malz verloren. Aber ein wenig merkwürdig finde ich das schon.

Zusammenfassend lässt sich dennoch sagen, dass "Generation doof" ein Buch ist, welches wert ist gelesen zu werden, wenn auch mit einem etwas kritischen Blick. Es ist durchaus unterhaltsam, zur gleichen Zeit regt es aber auch zum Nachdenken an und somit bringt es fast alles mit um ein Buch zu sein welches man gern liest. Außerdem scheint es noch Hoffnung zu geben, denn die Autoren fallen selbst in die titulierte Generation. Und wenn es mehrere "Doofe" in diesem Land gibt, die soviel Schlaues und Vernünftiges denken, dann ist noch nicht alles verloren.

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