Michael Frey Dodillet: Herrchenjahre

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Michael Frey Dodillet: Herrchenjahre
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453174573

Informationen zum Buch

Seiten
272

Sonstiges

Erster Satz
Meine Lieblingsdisziplin ist Rumkugeln im Schlamm.

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Handlungsort

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Böse Hundemädchen kommen überall hin

Wenn der Hund die Sau rauslässt und das Herrchen auf dem Zahnfleisch Gassi geht, dann stimmt etwas nicht. Kurz entschlossen schnappt sich der Autor seine aufmüpfige Hündin Luna und macht sich auf den Weg zur guten Erziehung - eine Odyssee, die die beiden in die Fänge verschrobener Trainer, absurder Methoden und spleeniger Hundehalter führt. Das Einzige, was der Hund lernt: Diese Zweibeiner haben doch alle einen Vogel! Ein tierischer Lesespaß - unterhaltsam, witzig und voller Selbstironie.

Unwiderstehlicher Augenaufschlag, niedliche Schnuffelnase und trotzdem rotzfrech: Das ist Luna, der Familienhund des Autors, je nach Tagesform auch Krawallmaus genannt. Mit viel Witz und Ironie schildert der Autor seinen komischen und schweißtreibenden Alltag mit einer Mischlingshündin, die ganz eigene Ansichten von gutem Benehmen hat. Sie poltert vergnügt durch den Tag, zerrt Herrchen vom Fahrrad und verliert auf der Stelle die Nerven, wenn Katzen fauchen oder andere Hündinnen zu lange gucken. Alles Kapriolen, die den Hundebesitzer in null Komma nichts zur Lachnummer seines Viertels machen. Um zu zeigen, wer der Chef im Ring ist, schreckt der Autor vor nichts zurück. Er verinnerlicht Rudeltheorien, liest viel zu viele Ratgeber, stopft sich die Hosentaschen voller Hühnerleber und hat auch sonst kein Problem damit, sich komplett zum Affen zu machen. Ein Buch über Hunde genauso wie über Herrchen, denn letztendlich hat jeder den Hund, den er verdient.

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"Wir begegnen dreihundersiebenundfünfzig Hundeahnunghabern, die uns gefragt und ungefragt unterrichten. Du musst dir keine Namen merken. Sie heißen der Einfachheit halber alle Krause. Bei allem, was wir tun, scheitern wir verschwenderisch und vergnügt."

Wer kennt sie nicht? Diese grässlich tobenden Tölen, die an der Leine ausrasten, sobald man mit dem eigenen, braven Hund an ihnen vorbei geht? Oder diese triebgesteuerten Monster, die abhauen, sobald ein Hase auch nur in ihre Richtung denkt und anschließend den ganzen Wald und die Joggerwelt unsicher machen? Man fragt sich, wie sich die Besitzer dieser grausam unerzogenen Hunde überhaupt noch in ihrer Haut wohlfühlen, geschweige denn, wie sie entspannt mit ihren Tieren spazieren gehen können. Es liegt auf der Hand, dass solche Mensch-Hund-Gespanne dringend Unterstützung in Form von guten Ratschlägen benötigen.

Wer kennt sie nicht? Diese nervtötenden Besserwisser, die noch nie etwas wilderes als ein Angorakaninchen an der Leine führten und die doch alles über die Hundeausbildung zu wissen vorgeben? Diese Krauses, die für jedes Problem eine Lösung haben, die alle anderen Krauses als "Selbsternannte" oder "Pseudo-Caniden-Versteher" abtun? Belehrer und Belehrerinnen, die vor allem eines haben: Ahnung. Und da sie davon jede Menge haben, lassen Sie einen daran viel zu oft ungefragt teilhaben.

Michael Frey Dodillet und seine Krawallmaus Luna haben sie alle kennengelernt - oder vielleicht auch nicht, aber letzten Endes ist es so: Kennst Du einen, kennst Du alle. Zum Glück haben sich die beiden ihren Humor bewahrt und wurden vor ernsthafteren Schäden bewahrt. Luna ist eine Krawallmaus erster Güte. Sie prollt und zofft, wirft 40 Kilo Kampfgewicht lautstark in die Leine beim Anblick des kleinsten bisschen Hund, der ihr blöde kommen könnte (oder auch nicht). Dass das so nicht geht, liegt auf der Hand und somit stolpern die beiden von einen Erziehungsdilemma ins andere: Alphagehabe, Klickerspielereien, Heititei & Wattebauschwerfen, Schutzhundesport, Schleppleinentraining, Fahrradsaltos - alles beschreibt der Autor in so amüsanter Weise, dass man sich selbst und seinen Krawallhund nicht nur wiedererkennt, sondern auch endlich mal nicht mehr ganz so ernst nimmt. Daneben erzählt er so manchen Schwank aus dem Hundehalterleben und teil mit uns Freud und Leid:

Zwischenbilanz nach zehn Wochen Bindungsvertiefung durch Handfütterung: versaute Klamotten, verstärkte Neigung zur Ressourcenverteidigung und - immer wieder gern gesehen - ein vollgekotztes Auto.

Je nachdem, welche Straßen man befährt, sollte man vorher nicht allzu schwer essen. Eine Handvoll bindungsvertiefender Trockenfisch kommt auf einer Serpentinenstrecke nicht gut.

Ich sitze am Steuer und versuche, den Bulli unfallfrei durch die engen Kurven zu manövrieren. Das Drama im Fond bekomme ich nur akustisch mit.

Hund: "Wupp, wuupp, wuuupp, wooaarrghh."

Drei entsetzte Kinderstimmen: "Iiih, Luna kotzt."

Angewidertes Schweigen allerseits. An die Sauerei will ich noch gar nicht mal denken, geschweige denn sie beseitigen.

Am liebsten halte ich es in solchen Fällen mit den alten Indianern. Setze dich an die Biegung des Flusses und warte, bis die Leichen deiner Feinde vorübertreiben.

Und tatsächlich!

"Iiih, die frisst alles wieder auf."


Hundebesitzer, die sich in "Herrchenjahre" nicht wiedererkennen, gehören vermutlich der Fraktion "Krause" an - alle anderen werden sich hervorragend unterhalten und danach auch mal Fünfe gerade sein lassen. Das Buch lässt sich an einem entspannten, sonnigen Nachmittag lesen und wer dabei nicht mindestens auf jeder dritten Seite laut lachen muss, ist selbst schuld.

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